kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wortmeldung der Chaldäer-Suryoye-Assyrer vor der irakischen Botschaft in Wien 15. November 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 06:15

Stoppt das Massaker – Wir bleiben Christen

 

Im Namen des Organisationskomitees begrüße ich Ihre Hochwürden Weihbischof Scharl aus Wien und Weihbischof Laun aus Salzburg und alle Anwesenden Geistlichen Pfarrer Tawer Andrious, Pfarrer Michel Harb, Pfarrer Nicolas Taza und alle anderen Geistlichen, die sich unter uns befinden! Gleichzeitig möchte ich auch die Vertreter der politischen Parteien, Organisationen und Vereine unter uns begrüßen!

Ich Danke Ihnen im Namen Aller Betroffenen für Ihre Anwesenheit und Solidarität heute. Mein besonderer Dank gilt den hunderten Menschen hier, die aus verschiedenen Teilen Österreichs sich eingefunden haben, um mit uns dieses grausame Massaker im 21. Jahrhundert an den Christen vor der Irakischen Botschaft in Wien zu protestieren!

Es ist ein sehr trauriger Anlass, doch ich freue mich sehr, dass sich so viele Menschen versammelt haben, um Solidarität mit unseren irakischen Schwestern und Brüdern in Christi zu zeigen! Das ist ein wichtiger Schritt und zeugt, dass wir hier die Stimme unserer in Todesangst lebenden Chaldäer-Suryoye-Assyrer sind!

Sehr verehrte Anwesende!
Am Sonntag, den 31. Oktober 2010 nahm eine Gruppe von Terroristen der irakischen Al-Kaida mehr als 100 Geiseln fest, die sich in der größten syrisch-katholische Kirche „Saidat Al-Najat“ im Zentrum von Bagdad zum Abendgebet eingefunden hatten. Als die irakische Polizei laut Augenzeugen „ohne“ irgendeinen Plan, der darauf abzielen sollte das Leben der Geiseln zu retten – die Kirche stürmte, sprengten die unbarmherzigen Terroristen ihre mit Sprengstoff beladenen Westen und töteten 52 der Geiseln, darunter 2 Geistliche und mehr als 75 weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Meine Damen und Herren,
die Aussage des Irakischen Verteidigungsministers Abdel Kader Al-Obeida dazu: „Die Operation war erfolgreich. Alle Terroristen sind tot“. Was ist mit den Opfern Herr Minister? Seine Antwort: „Wir konnten nicht warten, da die Terroristen geplant haben, unsere christlichen Brüder in der Messe zu töten“, so verantwortungslos und ohne eine Betroffenheit rechtfertigte der Verteidigungsminister die Befreiungsaktion!

Liebe Schwestern und Brüdern in Christi!
Es ist nicht das erste Mal seit dem Jahr 2003, dass unsere Kirchen im Irak angegriffen oder bombardiert wurden und noch immer werden. Es begann am 1. August 2004, als 5 Kirchen in Bagdad und Mossul während der Sonntagabend Messe bombardiert und Dutzende von Menschen getötet und unzählige verletzt wurden. Seitdem nehmen die Angriffe gegen die christlichen Zivilisten, Geistlichen und Kirchen kein Ende mehr. Sie werden sich mit mir noch an Namen erinnern wie Erzbischof Faraj Rahho, Pater Ragheed Ganni, Pater Saad Hanna, Pater Paulus Skandar, und diesmal…. Pater Thaher Sa`adallah, Pater Wassem Sabih und tausende andere Volksangehörige! Die Aufzählung ihrer Namen würde genauso wie die Brutalität, die unser Volk erfährt, kein Ende nehmen!

Mögen ihre Seelen in Frieden Ruhen, aber eins sollten sie wissen, „sie sterben nicht“, denn sie werden immer in unseren Gedanken weiterleben!

Sowohl die Irakische Regierung als auch die Koalitionstruppen waren und sind Zeugen dieser Grausamkeiten, treffen aber bis heute keine expliziten Sicherheitsvorkehrungen, um unsere christliche Bevölkerung zu schützen. Seit Jahren schauen die Regierenden im Irak der Volksvernichtung an den Chaldäer-Suryoye-Assyrer zu und unternehmen nichts, rein gar nichts. Damit machen sie sich mitschuldig an dieser Barbarei. Die Al-Kaida TERRORISTEN führen also aus, was den Regierenden nicht ganz unrecht ist.

Ich frage Sie, wie lange will die Weltöffentlichkeit, wie lange wollen die demokratischen, fortschrittlichen Regierungen dieser Welt noch zuschauen? Wir fordern vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine SOFORTIGE INTERVENTION mit dem Auftrag, das systematisch organisierte Massaker im 21. Jahrhundert zu stoppen und für die Sicherheit der Chaldäer-Suryoye-Assyrer und anderen Minderheiten im Irak zu sorgen! Der Sicherheitsrat soll sich zur Aufgabe machen, eine Strategie auszuarbeiten, die als politische Lösung das Überleben unserer Volksgruppe im Fokus hat.

Wie sie vielleicht den Medien bereits entnommen haben, drohte Al-Kaida nicht nur mit erneuten Anschlägen, sondern am Mittwoch Morgen wurden Wohnhäuser von Christen mit Mörsergranaten und selbstgebauten Sprengsätzen in mehreren Vierteln Bagdads angegriffen. Resultat: 6 weitere Christen wurden getötet und 33 schwer bis lebensgefährlich verletzt! Die nächste Drohung gilt der Ninova-Ebene, wo die Mehrzahl der Einwohner Christen sind! Gott bewahre, wenn diese Drohung ausgeführt ist, wird ein weiteres GENOZID in der Geschichte unseres Volkes vor unseren Augen vollzogen werden. Damit wäre auch die systematisch geplante ethnische und christlich religiöse Säuberung ausgeführt.

Ich frage Sie von hier Herr Verteidigungsminister Al-Obeida: Werden Sie wie bisher tatenlos zuschauen, bis der letzte Christ im Irak massakriert wird und sich dann die Hände in Unschuld waschen?

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Aufgrund der Ignoranz und dem Unwillen der Irakischen Regierung und der heutigen Situation im Irak hat unser Volk keine Chance mehr dort zu überleben!!! Außer….. und das ist die EINZIGE noch realistische Überlebenschance für die Christen und auch die anderen nicht-islamischen Minderheiten im Irak: Außer… die Errichtung einer Autonomie, die unter dem Schutz der Vereinten Nationen, Europas und der USA stehen muss, so wie es auch mit dem kurdischen Autonomiegebiet bis heute gehandhabt wird.

Meine Damen und Herren,
für eine Autonomie spricht die REAL SCHRECKLICHE GEGENWART, deren Zeugen wir alle sind und vor allem die Geschichte unserer Volksangehörigen, die als christliche Minderheit durch die jahrelange instabile politische Lage im Irak keine Minute ihres Lebens ohne Angst und Schrecken verbringen.

Sehr geschätzte Anwesende….
Es gibt keine Alternative zu einem Autonomiegebiet für die Chaldäer-Suryoye-Assyrer, um der systematisch geplanten christlichen und ethnischen Säuberung im Irak zu entkommen. Auch in der irakischen Verfassung ist die Bildung von autonomen Provinzen unter der Vorraussetzung eines Referendums rechtlich verankert und genau auf diese Verfassung berufen wir uns! Ein diesbezügliches Referendum ist im Interesse der Sicherheit aller nicht muslimischen Minderheiten im Irak und soll unter Internationaler Aufsicht so schnell wie möglich erfolgen!

Deshalb: Lassen Sie uns hier und heute… die Stimme der unterdrückten und in Todesangst lebenden Chaldäer-Suryoye-Assyrer Christen des Irak sein! Machen wir uns nichts vor, meine Damen und Herren, allein die Einhaltung der Menschenrechte, der Religionsfreiheit zu fordern, ohne politischen Druck für die Errichtung einer Autonomie auszuüben, ist im heutigen Irak nicht mehr realistisch!

Deshalb rufen wir die Vereinte Nationen, die Europäische Union, unsere Bundesregierung und alle demokratischen Länder auf Solidarität mit den Chaldäer-Suryoye-Assyrer im Irak zu zeigen und sie jetzt im Überlebenskampf zu unterstützen, denn morgen kann es zu spät sein!

 

2 Responses to “Wortmeldung der Chaldäer-Suryoye-Assyrer vor der irakischen Botschaft in Wien”

  1. bazillus Says:

    Eine sehr gute Ansprache und auch ein Bekenntnis zu den christlichen Überlebenschancen in feindlicher Umgebung.

    Aber auch hier. Von Al Kaida ist die Rede, nicht dem Verursacherprinzip des Islam. Der Islam ist – wie wir alle wissen – die Ursache allen Übels. Aber wenn dieser mutige Bischof dies benennen würde, würde wieder ein Aufschrei der islamischen Welt erfolgen. Darum muss er immer an der Wahrheit vorbei wie letztlich alle Kirchenführer die Missstände beklangen, aber nie den Islam kritisieren. Da haben wir die gleiche Situation, vor der auch Pius XII stand, als er sich scheute, öffentlich für die Juden im 3. Reich einzutreten.

    Die Crux all dieser Veranstaltungen ist, dass nicht die Ursache des Übels, nämlich der Korankern angegriffen werden darf, damit die Christen nicht noch mehr Verfolgung ausgesetzt werden, als jetzt. Im Irak geht es ohnehin nicht noch schlimmer.

    Die Welt muss sich endlich einmal überlegen, inwieweit die Lehre des Islams Schuld ist an der gesamten Misere in der islamischen Welt. Wird der Islam auf Dauer nicht auf den Seziertisch der Wissenschaft und der Aufklärung gelegt, ändert sich nichts, aber auch garnichts.

    Es muss endlich die gesamte gewaltsame Ausbreitung des Islams seit dem Auftreten des Propheten. Ich höre immer nur von den Römern, den Griechen, den Goten und den Kriegslüsternen Fürsten und Königen und Diktatoren des Abendlandes begonnen von Napoleon, über Hitler und Stalin, Tito usw. Genauso schonungslos muss endlich einmal die Sklaverei des Islam, die Eroberungsfeldzüge des Islams die Wahrheit über al andalus, die Wahrheit über den Wissensklau der Araber auf ihren Feldzügen (von wegen Erbakans Lizenzforderungen wegen des Gebrauchs araabischer Zahlen, die sollen von den Indern stammen, die die Araber wieder mal für ihre geistigen Errungenschaften ausgegeben haben) und die Terrorherrschaft des Propheten und seiner Nachfolger historisch aufgearbeitet werden. Bislang sehe ich bei Herrn Knopp nur Schlechtes über die Geschichte des Abendlandes und Gutes über die Geschichte des Morgenlandes. Der Islam kommt immer gut bei den geschichtlichen Ereignissen weg. Und das entspricht nicht der Wahrheit. denn kein Land lässt sich gern freiwillig erobern.

  2. bazillus Says:

    Die in Not angerufenen Organisationen und Staaten sind die letzten, die Christen helfen wollen. Christenverfolgung wird von denen doch negiert ohne Ende. Welche Länder haben denn den Genozid an den Armeniern in der Türkei bislang anerkannt? Nur wenige.

    Leider werden diese Organisationen und Regierungen in der Islamfrage von menschlichen Flaschen geführt, die den Islam hofieren und jede Kritik an ihm unter Strafe stellen wollen und damit Schariagesetz einführen, die jede Kritik am Islam verbietet. Was für ein elender Haufen.


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