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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das goldene Zeitalter des Islam 9. November 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 03:42

Der Zeitraum zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert wird gerne als das „goldene Zeitalter des Islam“ betrachtet. Das war das Zeitalter des großen kulturellen Aufschwungs in der Philosophie, Naturwissenschaften, Baukunst, Medizin, Sprach- und Geschichtswissenschaften, der zu einer Blüte der Islamischen Welt führte.

 

Genau in dieser kulturellen Blütezeit der islamischen Welt, liegen die Wurzeln des muslimischen Überlegenheitsgefühls gegenüber dem Westen, der sie mit Stolz erfüllt. Während den Kreuzzügen trafen die Kreuzfahrer auf eine Zivilisation, die ihnen weit überlegen war. Dann verschob sich das Gleichgewicht zu Gunsten der Europäer und die islamische Welt erstarrte in alten Traditionen, bis sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts, mit einem überlegenen Westen konfrontiert wurden. Gehen wir nun zeitlich weiter zurück:

 

Die Situation der Wissenschaften im vorislamischen Iran

Die persischen Wissenschaften haben schon lange vor dem Islam die griechische Philosophie befruchtet. Nicht zufällig waren die allerersten vor-sokratischen Denker, an der unter achämenidischer Herrschaft stehenden kleinasiatischen Küste, wie Thales in Milet, Heraklit, in Ephesos angesiedelt. Die liberale Gesinnung der Bewohner griechischer Kolonien in Kleinasien und die fortgeschrittenen Wissenschaften der Perser waren dafür verantwortlich. Die wissenschaftlichen Transfers vom Iran nach Griechenland haben eine lange Tradition und deshalb ist die Zeit zwischen 600 – 300 v. Chr., die das kulturelle Aufleben in Griechenland beinhaltet, nicht als Wunder und griechische Errungenschaft allein zu sehen. Als im Iran bereits eine wissenschaftlich-medizinische Schule existierte, bestimmte in Griechenland noch der Aberglaube die ganze Medizin samt Pharmakologie. Labile, charakterlich zweifelhafte und unsympathische Götter, bekämpften sich in Griechenland in niederträchtiger Art und Weise. Jeden Tag ließ man in einem Dorf oder auf einer Insel einen Gott fallen. Dafür kam sofort ein anderer, der es auf das Vermögen und auf die Frauen der anderen Götter abgesehen hatte und die primitiven, anti-philosophischen Kämpfe untereinander gingen wieder von vorne los. Die griechischen Patienten mussten diese Götter um Heil und Heilung bitten. Während dieses „heillose“ Götterchaos in Griechenland weiterging, lebte man im Iran mit zoroastrischem Monotheismus in relativer Ruhe und Harmonie, und die Wissenschaft war eine funktionierende, gesellschaftliche Tatsache und Institution.

Die Geburtsstunde der Chemie

Aus den gefundenen Spuren dieser Menschengemeinschaften in der iranischen Hochebene geht hervor, dass dort bereits vor mehr als vierzigtausend Jahren Menschen gelebt haben. Diese Menschen haben vor etwa 9000 Jahren begonnen Landwirtschaft zu betreiben, die ersten Städte zu gründen (Susa, Iran) und haben etwa 5000 Jahre später ihre Erzeugnisse in andere Länder exportiert. Die sogenannte „iranische Hochebene“ ist eine Region, welche sich mit zusammenhängenden kulturellen Erscheinungen im Norden bis zum Ural, im Osten bis zum Indus, im Süden bis zum Indischen Ozean und im Westen bis zum Euphrat erstreckt. Die oben erwähnten, begünstigenden klimatischen Veränderungen schufen die ersten und wichtigsten Voraussetzungen, um Lebensgemeinschaften zu bilden. Mit der Bildung der menschlichen Gemeinschaften beginnt auch die Mythologie der alten Völker, die uns heute als eine der wenigen möglichen Auskunftsquellen der Geschichte des Altertums zur Verfügung steht. Die iranische Mythologie beinhaltet im Vergleich zu anderen Mythologien viel konkretes und auch praktisch verständliches Material. Sie führt uns ohne große Schwierigkeiten z.B. zu den Anfängen der Chemie und Pharmakologie des Altertums. Dort ist sehr bald die Rede von Metallen, die aus der Tiefe der Erde herausgeholt und veredelt werden.

Wie andere Mythologien auch, ist die iranische eine Geschichte der Bindung der Menschen an die Himmelskörper, die in jeder Hochkultur richtungsbestimmend waren. Die Metalle sind die Spuren und Zeichen der Himmelskörper auf der Erde, denn ihr Vorkommen auf der Erde ist auf die Einwirkung anderer Sterne auf die Erde zurückzuführen. Die alten Iraner glaubten, dass Gold mit der Sonne, Silber mit dem Mond usw. zu tun haben. Daher bekamen die Grundstoffe der Chemie einen Hauch philosophischen Beigeschmackes. Die philosophische Sichtweite der Materie gab den iranischen Denkern die Möglichkeit, durch die Erkennung und Analyse der Materie die Wirklichkeit des dinglichen Seins entdecken zu können. Man ging davon aus, dass die Materie verschiedene Formen und verschiedene Eigenschaften hat und man geht heute davon aus, dass diese Idee der Veränderung der Materie und die Schaffung neuer Strukturen mit neuen Eigenschaften der Beginn der Chemie ist und damit auch der Pharmakologie im alten Iran. Die Funde aus zentral iranischen Gegenden bei Kaschan (Sialk) lassen die Vermutung zu, dass die ersten Pharmakologen der Welt Frauen waren, die in den Feldern und Wäldern nach essbaren Wurzeln, Blättern und Körnern suchten und die Zeit hatten, die Eigenschaften der Pflanzen zu beobachten und ihre Wirkung am menschlichen Körper erprobten. Die ersten Hinweise dieser Art bekommen wir aus der Zeit, in der die arischen Völker, die aus dem Nordosten kamen, im Iran sesshaft wurden und den Ureinwohnern dieses Gebietes begegneten. Zu Anfang der Menschheit und lange später, ja, bis in unsere Zeit hat die Medizin mit religiösem Denken in Verbindung gestanden. Die damaligen Religionen haben sich besonders auf Naturbeobachtungen konzentriert. Die Sumerer, die wir als eine der ersten arischen Völker bezeichnen, haben eindeutig Sternenkunde betrieben und sie in ihre medizinischen Wissenschaften integriert. Felsinschriften aus diesen Gegenden –z.B. Ausgrabungen in Nippur / Iran beweisen, dass vor etwa 4000 Jahren mit großer Sicherheit ein genau definierter Beruf Arzt im Iran existierte. Die Hypothese wird dadurch bestätigt, dass wir beschriftete Tontafeln besitzen, die ärztliche Rezepte und Namen von medizinischen Werkzeugen zum Inhalt haben. Die soziale und humane Gesetzgebung der Sumerer verhalf dazu, den Beruf des Arztes ein besonderes Ansehen zu vermitteln. Dieses iranische Volk der Sumerer hat z. B. Jahrtausende vor der Erfindung der Seife die Asche verschiedener Hölzer mit alkalischen und fetthaltigen Stoffen vermischt und eine besondere Art Seife hergestellt.

Die Anfänge der Pharmakologie

Die gefundenen Inschriften der Sumerer dokumentieren, dass vor etwa 5000 Jahren zahlreiche Rezepte existierten, die in Keilschrift Auskunft über mehr als einhundert Arzneipflanzen und chemischen Stoffen erteilten, die in der Medizin ihre Verwendung fanden. Diese Erkenntnisse aus dem Jahre 1953 verdanken wir einem Hochschuldozenten, und zwar Herrn Professor Samuel Noah, Dozent an der Universität von Pennsylvania USA. Diese traditionelle Medizin mit der dazugehörigen Pharmakologie entwickelte sich weiter, bis sie in der Zeit der Achämeniden (ab 550 v.Chr.) einen Höhepunkt erreichte. Viele im Iran wachsende und kultivierte Pflanzen, die in der Medizin ihre Verwendung fanden, mussten nach Griechenland gebracht werden. Ibn Sina, in Europa als Avicenna bekannt, schreibt selbst, dass das von ihm hergestellte Elixier gegen bronchiales Asthma nach Griechenland exportiert wurde (Oxymel). Eines der ältesten Elixiere der Pharmazeutik ist „Mitridat“, welches in der Zeit der Parther (ab ca. 300 v. Chr.) im Iran hergestellt wurde. Das Wort Mitri, Mitra, ist ein iranisches Wort, das später zu „Mehr“ wurde. Es bedeutet „Sonne“. Die Bezeichnung Mitridat stammt von diesem Wort. Nicht nur die akademische Entwicklung der klinischen Chemie, Pharmakologie und Pharmazeutik in der Welt ist maßgeblich ein Ergebnis iranischer Wissenschaftsbemühungen, sondern auch die praktische Herstellung in der Nahrungsmittelindustrie lässt sich im Bereich der altiranischen Bemühungen nachweisen. Weder Chinesen noch Inder haben z. B. Zucker in der jetzigen Form produzieren können, wobei wir das alleinige Kochen von Rohrzucker nicht als Zuckerherstellung bezeichnen, wie es in China und Indien Usus war. Die arabischen Invasoren haben während ihres militärischen Vordringens im Iran die Zuckerherstellungsfabriken in der iranischen Provinz Khuzestan kennen lernen können. Speziell in Gondi-Shahpur, einer alten iranischen Universitätsstadt, wurde bereits seit dem sechsten Jhd. n. Chr. weißer Zucker in der heutigen Form hergestellt. Die Römer haben von den Griechen viele der iranischen Wissenschaftsergebnisse geerbt und sich Jahrhunderte lang zu Nutze gemacht. Auch die Araber taten nichts anderes, obwohl sie anfänglich aufgrund ihrer Herkunftssituation zögerten. Sie zerstörten viele Bibliotheken im Iran, weil sie vor dem Islam keine Bücher, Schule oder Bildung kannten. Nach dem Islam änderte sich diese Tatsache zunächst nur geringfügig. Die islamisch-arabischen Führer erzählten ihnen, dass ein Muslim kein Buch brauche, mit Ausnahme des Korans.

„Sa’d Ebne Abivaqqas fragt: „Was soll man bloß mit so einer Menge Bücher der Iraner machen“?! Omar antwortet: „Wir haben den Koran, der das komplette Buch aller Zeiten ist, wenn diese Bücher im Sinne des Korans sind, haben wir selbst das Original, und wenn sie dagegen sind, dann brauchen wir sie erst recht nicht“. Tarikhe Tabari, Ibn Hesham und Ibn Khaldun in seinem Buch „Mokaddama“.

Die Ursprünge

Über Nacht sollen also aus Analphabeten der arabischen Halbinsel plötzlich Wissenschaftler und Kulturbeflissene geworden sein. Die märchengläubigen Europäer glaubten dieses Gerücht, dass mit der islamischen Religion eine Erleuchtung alle Araber befallen habe! Und plötzlich sprach und spricht die ganze Welt im Zuge einer Pauschalisierung der Menschen von islamischer Kultur und Wissenschaft, von „Goldenen Zeiten“. All das war und ist nichts anderes als eine harmonische und kontinuierliche Entwicklung altiranischer Kultur und Wissenschaft. Nur ein unharmonischer Faktor stört diese Geschichte: Die iranischen Wissenschaftler durften auf Befehl der Invasoren jahrhundertelang ihre wissenschaftlichen Abhandlungen nur in arabischer Sprache verfassen. Da man diese arabisch abgefassten Abhandlungen in Europa vorfand, ging man arglos davon aus, dass die Autoren arabische Muslime seien. Dabei handelte es sich bei allen diesen Wissenschaftlern um eindeutig identifizierbare Iraner wie Ibn Sina (Avicenna); Zakaria Rasi (Rhases), Fakhre Razi, Biruni, Khayyam, u.v.a. Rhases war der Chemiker und Arzt, der die Grenzen der bis dato existierenden, ausschließlichen Pflanzenpharmakologie sprengte und, erstmalig in der Welt, synthetische Stoffe in der Pharmakologie und Pharmazeutik einführte.

Er hat als erster Chemiker reinen Alkohol hergestellt. Ein anderer Iraner erfand unter anderem die Methode zur Messung des spezifischen Gewichtes anorganischer Stoffe. Der Mann aus dem 11. Jhd. hieß Biruni. Man kann die Liste der iranischen Wissenschaftler, die die klinische Chemie, Pharmakologie und damit die medizinische Therapie, die Medizin, Mathematik, Philosophie, Architektur, etc. bereichert haben, fortsetzen. Es würde eine Enzyklopädie daraus werden und den Rahmen dieses Artikels sprengen. Bei der Durchforstung der ältesten iranischen Literatur aber auch der griechischen Literatur und bei dem Vergleich der medizinischen Therapiemethoden und der Pharmakologie der beiden Länder Griechenland und Iran wird man feststellen, dass die iranische Medizin und Pharmazeutik vor Hippokrates viel weiter entwickelt und fortschrittlicher war als die griechische Medizin. Weiter stellt man fest, dass die Griechen sehr wohl später die iranische Pharmakologie übernommen haben und daraus ihren wissenschaftlichen Nutzen gezogen haben. Die iranische Herkunft der Mesopotamier im Übrigen, wird von Dr. Derakhshani, von der Universität Erewan in Armenien nachgewiesen: Selbst die Namen der Babylonier, insbesondere die ihrer Königsgeschlechter sind altiranisch. Namen waren und sind noch immer von großer Bedeutung wenn es darum geht die alten Kulturen zu identifizieren. Palästina, Syrien, Libanon, Irak… die Menschen die dort leben, leben auf einem Gebiet das iranisch beeinflusst war, und wo die Semiten erst mindestens 300 Jahre nach den Iranern Einzug fanden. Fast alle europäischen Sprachen sowohl die nordischen als auch Latein, Slawisch, Baltisch, Griechisch und Keltisch (Irisch, Bretonisch, Walisisch, Schottisch) haben indogermanische Wurzeln und sind eine Ableitung davon. Die Einflüsse iranischer Sprachen als auch insbesondere des indischen Sanskrit sind unverkennbar. Die Skulpturen in Babylon und Assyrien wie auch in Griechenland hatten ihren Ursprung in der ostiranischen Kultur (Baktrier, Parther, Saken…). Noch heute gibt es in der Koreanischen und Nordchinesischen Sprache altiranische Lehnwörter und Begriffe. Eine neue Blütezeit persischer Kunst erfolgte erneut in der Zeit der Sassaniden, wo Paläste und Feuertempel als Schalenmauerwerk oder Quaderbau errichtet wurden, mit großen, vorn offenen Tonnengewölben (Iwan-Vorhalle) und Kuppeln über quadratischem Grundriss.

Die Situation der Wissenschaften während der arabischen Besatzungszeit

Fälschlicherweise werden die wissenschaftlichen Errungenschaften im islamischen Raum als „goldenes Zeitalter des Islam“ bezeichnet. Warum sollte dafür der Islam verantwortlich sein? Der Logik der Erfinder des „goldenen Zeitalters des Islams“ folgend, müsste die Vielgötterei der Griechen zu der erhabensten Religion überhaupt erklärt werden, denn die großartigsten Werke griechischer Philosophie sind unter Zeus entstanden. Aber niemand kommt auf die Idee, die Denk- und Geistesleistung eines Sokrates und Aristoteles mit Zeus und Aphrodite in Verbindung zu bringen. Wieso sollte dann der Islam für die Geistesleistung im islamischen Raum verantwortlich sein und warum bietet der Islam jetzt im Bereich der Wissenschaften einen so jämmerlichen Anblick? Die Antwort ist einfach: Der Beginn des sogenannten „goldenes Zeitalters des Islam“ fällt nämlich genau in die vierhundertjährige Besatzungszeit des Iran durch die Araber unter den grausamen „Omayiden“ und „Abbasiden“. Was hier als „golden“ bezeichnet wird ist nichts anderes als das, was Iraner auf Grund ihrer Geschichte und Kultur geleistet haben. Die Araber jener Zeit wussten nichts über Staatskunst, Architektur, Kunst, Mathematik, Astronomie und Zeitrechnung. Sie wussten noch nicht einmal was Münzen sind. Wie könnten sie mit nichts außer dem Koran in den Händen ein solches Zeitalter begründen? Als nach vier Jahrhunderten die Islamisierung Irans weitgehend vollzogen war, erlosch auch allmählich das Licht des Wissens im Iran und im ganzen Islamischen Raum.

Die Natur der Araber

Die Historiker der islamischen Welt waren schon zu Beginn der Entstehung des Islam im Unklaren darüber, ob die anfänglichen islamischen Eroberungen der Araber auf religiösen oder auf ökonomischen Gründen basierten. Heute können die bekannten und unzweifelhaften Geschehnisse jener Araber, in den Schriften des berühmten arabischen Historikers Ibn Khaldun, nachgelesen werden. Der bedeutendste Historiker des 20. Jahrhunderts Arnold J. Toynbee sieht in Ibn Khaldun den wahren Gründer der Geschichtsphilosophie. Dr. Shojaedin Shafa zitiert in „Paz az 1400 saal“ S.299 -301 Ibn Khaldun. Aus dem Al Mokaddama: „Das natürliche Talent der Araber ist die Plünderung und Ausbeutung anderer; was sie im Besitz anderer sehen, veranlasst sie zu Diebstahl und Raub. Sie ernähren sich durch ihre Lanzen und Schwerte; sie kennen keine Grenze bei der Beraubung und Plünderung anderer; im Gegenteil rauben sie alles aus von Reichtümern, Hab und Gut bis zu Werkzeugen. Wenn sie ein Land bei ihren Eroberungszügen besetzen und ihre Herrschaft und Macht in diesem Land geltend machen, achten sie nicht auf die Erben der Menschen; deswegen werden die Besitztümer aller durch die Besatzer mit Füßen getreten und geraubt. So wird der Wohlstand verringert und die Zivilisation stirbt aus. Sie sind auch der Grund, weshalb der Wohlstand und die Gesellschaft verdorben wird; denn sie ignorieren die Künstler, Handwerker und verachten diese Der Wohlstand in einer Gesellschaft kann durch die Vernichtung solcher Berufe zugrunde gerichtet werden. Die Araber bemühen sich nicht um Gesetze oder Regeln, die den Diebstahl und die Aggressivität den Menschen gegenüber verbieten, sondern sie bemühen sich nur darum, die Besitztümer der Menschen durch Raub und Erpressung an sich zu reißen. Wenn sie ihr Ziel erreichen, walten sie keiner Gnade um des Volkes und seines Wohlergehens. Sie achten nicht darauf, die Menschen unter ihrer Führung den richtigen Weg zu weisen und halten die Missetäter nicht davon ab, weiterhin Verderbtheit über das Volk zu bringen. Wie so oft veranlasst ihre Habsucht und Raffgier sie dazu, Geldstrafen zu verhängen, aber ihr Ziel dabei ist nicht, die Gemeinschaft zu verbessern, sondern höhere Abgaben und Kopfsteuern zu erzielen und durch diese Methoden, die eigenen Reichtümer zu vergrößern. Denn Strafen zu verhängen um die Täter zu bestrafen, halten keinen ab das verbrecherische Verhalten zu ändern. Im Gegenteil helfen die Strafen, welche eher Bestechung sind, ihnen weiter zu machen. Letzten Endes lebt das von Arabern in Chaos und Anarchie beherrschte Volk so, als ob es keine gesetzliche Macht mehr gäbe. Chaos und Anarchie sind ebenso Ursache für die Vernichtung und Verderbtheit eines Wohlstands und einer Zivilisation. Dieses Volk ist von Natur aus bestimmt, zu plündern und zu vernichten; was sie finden, nehmen sie als Beute.

Aufgrund ihrer Eigenschaft der Barbarei wäre die Herrschaft über sie ebenso nur mit Grobheit, Habsucht und Rivalität verbunden, weswegen sie ungern beherrscht werden wollen. Es ist selten, dass sie wegen einer Sache übereinstimmen. Wenn es aber um ihren Glauben oder irgendein neues Land geht, lässt dieses hindernde und herrische Gefühl, und die Anmaßung und Konkurrenz nach. Sie verbünden sich leichter und begehen gemeinsam den Weg zur Errungenschaft eines Sieges oder einer neuen Eroberung. Und so versammeln sich diese Araber, die stolz darauf sind, Skorpione und Zecken zu verzehren, an Tagen, die nicht besser als in Qorayš sind, unter der Fahne des Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm) und unternahmen Eroberungszüge in Richtung des persischen und römischen Reiches. Sie besetzten diese und fingen an sich mit den weltlichen Angelegenheiten zu befassen; sie häuften große Reichtümer, dass sie bei manchen Kriegen jedem arabischen Reiter an die Tausend Goldmünzen oder im selben Wert Silber verteilten und raubten unermesslichere Beuten. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Eroberungen der Araber immer die Zerstörung der jeweiligen Zivilisationen mit sich brachten, denn die kultivierten, blühenden und bebauten Städte wurden von ihren Bewohnern verlassen. Die Felder änderten sich zum Ödland. Das Land Jemen hat sich außer ein paar seiner Städte zu einer Ruine entwickelt. Die iranische Zivilisation im Lande Irak wurde völlig zerstört und dieselbe Situation herrscht in Syrien. Banu Hilal und Banu Sulaym, die bis nach Tunesien und Marokko eingedrungen waren und annähernd 350 Jahre für ihre Vorherrschaften gegeneinander Kriege geführt haben, und sich in diesen Ländern niederließen, vernichteten grüne Landflächen. Die Gebiete zwischen dem Mediterranen Meer und dem Sudan, die vorher bebaut und besiedelt waren, sind heute nur noch eine Wüste, worin übrig gebliebene Ruinen, Flachreliefe und ein paar Dörfer nur noch an eine Zivilisation erinnern. [Al-Mokaddama von Ibn Khaldun, Kapiteln in der Reihe nach 27, 28 u. 21].

Diese Passagen, die aus Al-Mokaddama entnommen sind, sind einige der wenigen Kritiken des Ibn Khaldun an die Araber. Über die Natur der Araber im Koran, worin das Wort an den Propheten gerichtet ist, steht geschrieben: „Doch wenn sie eine Ware sehen oder ein Spiel, dann brechen sie sogleich dazu auf und lassen dich stehen“. Sure 62:11

Die Araber, die ihre Ideologie durch Krieg, Vergewaltigung, Verschleppung, Versklavung und Mord den Menschen aufgezwungen haben waren dermaßen kulturlos, zurückgeblieben, unwissend und gegenüber zivilisierten Iranern derart mit Hass erfüllt, dass sie nicht einmal wussten was sie mit dem erbeuteten Teppich „Baharestan“, der heute zu den Weltwundern gezählt hätte, anfangen sollten. Diese kulturlosen Araber, haben diesen wertvollen Teppich einfach in Stücke gerissen, und dessen Teile unter sich als Beute verteilt. Diese Barbaren, die Iran nach 15 Jahren Krieg besetzten, hatten weder Kultur noch sonstige Fähigkeiten, um nur im Entferntesten etwas Ähnliches wie ein „Goldenes Zeitalter“ zu begründen. Alles das, was in dieser 400 jährigen Besatzungszeit Irans im islamischen Raum geleistet wurde, verdankt die Welt Iranern und nicht dem Islam. Die Araber haben die iranischen Wissenschaftler und Gelehrten verschleppt und gezwungen ihre Bücher ins Arabische zu übersetzen um sie als arabische und islamische Errungenschaft zu deklarieren, nachdem diese Barbaren erst nach über 100 Jahren Besatzung und Zerstörung im Iran angefangen haben zu verstehen, was Bücher überhaupt sind.

Araber, Türken und Islam reklamieren iranische Errungenschaften für sich

Viele dieser großartigen Wissenschaftler wurden, nachdem sie ihre Dienste für die Besatzer geleistet hatten ermordet. Andere wiederum, wie Ibn Sina (Avicenna), waren ihr Leben lang auf der Flucht oder im Gefängnis und mussten so unter schwierigsten Bedingungen ihre Werke verfassen. Es sind Männer wie Ibn Sina, die die Türken und Araber im Gewand des heiligen Islam für sich beanspruchen, denn sie wollen nicht wissen wie der orthodoxe Islam über Männer wie Ibn Sina dachte: So schrieb der Theologe Magd Al-Dine-Baghdadi: „Ich sah den Propheten im Traum. Ich fragte ihn: Was sagst du zu Ibn Sina? Er antwortete mir: Das ist ein Mann, der sich anmaßt, zu Gott zu gelangen und glaubte dabei meiner Hilfe nicht zu bedürfen. Daher habe ich ihn hinweggefegt, so, mit meiner Hand, da ist er in die Hölle gefallen“. Ein anderer Theologe Ibn Al-Athir erwähnt die Ereignisse von 1037 berichtend, die Namen der in jenem Jahr verstorbenen und schreibt: „Im Monat Shaban jenes Jahres starb Abu Ali Ibn Sina, der berühmte Arzt und Philosoph, Verfasser von Werken, welche den Lehren der Philosophen gemäß bekannt. Er diente dem Fürsten Ala Ad Dawla. Es besteht kein Zweifel daran, dass dieser ein Falschgläubiger war, weshalb in seinem Reiche Ibn Sina auch die Dreistigkeit besaß, seine von Häresien befleckten Werke wider der göttlichen Gesetze zu schreiben.“ Das größte Werk Ibn Sinas, „Der Kanon der Medizin“ sollte für die nächsten 600 Jahre das Standardwerk für Medizinstudenten im Orient wie an europäischen Universitäten in Montpellier, Paris oder Jena bleiben. Die Barbaren des Islam aber, nannten Männer wie Ferdowsi, Hafez, Saadi, Khayyam, Ibn Sina, Razi und Biruni „mortad“ (Ketzer) und sie machten deren Leben so schwer wie nur möglich. Wesentlich zu dieser Blütezeit hat auch beigetragen, als ein chinesischer Kriegsgefangener Mitte des achten Jahrhunderts das Geheimnis der Papierherstellung verraten hat. Von nun an konnte die Buchproduktion deutlich erhöht werden, man war nicht mehr darauf angewiesen im Zentrum des Reichs, in Bagdad zu leben um sich Wissen anzueignen. Zwischen Andalusien und Zentralasien entstanden dann Bibliotheken mit Beständen von Tausenden Bänden, Zur selben Zeit waren die Mönche in den Klöstern des christlichen Europa stolz, wenn sie mit etwa 100 Büchern eine der größten Bibliotheken der Christenheit besaßen.

Die erste iranische Renaissance

Je unabhängiger die Kleinstaaten im Islamischen Reich wurden, und je mehr den arabischen Kalifen die Kontrolle über das Reich entglitt, die ab Mitte des zehnten Jahrhunderts neben- oder nacheinander in den Gebieten des Iran vorherrschten, desto schwächer wurde der arabisch-islamische Einfluss zwischen Bagdad und Buchara und umso mehr konnten Wissenschaft und Philosophie blühen. 30 Jahre lang schrieb der iranische Dichter Ferdowsi im 11. Jahrhundert am „Shahnameh“, dem Buch der Könige. Mit diesem Werk erhebt der Dichter, etwa drei Jahrhunderte nach dem Untergang des großartigen Weltreiches der Sassaniden, die Persische Sprache erneut zur Literatursprache und rettet damit die Persische Sprache als Gesamtes. Während die meisten der von den muslimischen Barbaren eroberten Länder ihre Kultur und Sprache für immer verloren hatten, sollte er mit diesem Werk dies verhindern. Ferdowsis Geschichte über Aufstieg und Fall von 50 iranischen Herrscherhäusern beginnt in mythischer Vorzeit und endet mit der islamisch-arabischen Eroberung als nationale Katastrophe. Dazwischen erzählt er in Tausenden gereimten Zeilen von iranischen Werten, den Abenteuern Rostams, Sohrabs, Siawaschs und anderer Helden, von heldenhaften Taten; von ihren Affären mit atemberaubend schönen iranischen Frauen, schlank wie Zypressen und strahlend wie der Mond; vom ausgelassenen Leben bei Hofe, voller Musik, Tanz und Wein; und vom Dilemma guter Menschen, die unter bösen Herrschern zu leiden haben.

Er erinnerte die Iraner an die Wurzeln ihrer iranischen Identität und bis heute erfährt sein großartiges Werk das Echo in den Köpfen vieler Iraner. Manchmal war das Gefängnis die Strafe für die wertvolle Arbeit iranischer Wissenschaftler, manchmal das Exil. Von Zeit zu Zeit wurden ihre Werke ins Feuer oder ins Wasser geworfen und vernichtet oder aber ganz nach islamischer Sitte als Schlaggegenstand benutzt, bis sie starben oder schwer verletzt wurden. Den Iranern blieb gezwungenermaßen unter der 400 jährigen Besatzung nichts anderes übrig als ihre Begabungen und Fähigkeiten, die eben nicht der Ideologie der Barbaren entstammten unter dem Deckmantel Islam zu präsentieren. Dr. Zabihollah Safâs Buch, „Târixe Adabiyyâte Iran“ beschreibt hierzu das dramatische Leben und Schicksal von fünfzig iranischen Wissenschaftlern und Denkern während der arabischen Besatzungszeit. Die gegenseitigen Überbietungen an Feindseligkeit gegen die Philosophen im Allgemeinen und den iranischen Philosophen im Besonderen, hielten zunächst bis 1218 an, dem Jahr, in dem die mongolische Invasion stattfand. Iranische Wissenschaftler trieben die Kodifizierung des islamischen Rechts voran und verfassen die erste Grammatik der arabischen Sprache. Sie stellten auch die meisten Übersetzer der neu gegründeten Bibliothek von Bagdad. Dort wurden in den kommenden drei Jahrhunderten die Texte von Aristoteles, Plato, Galen und anderen Denkern der Antike ins Arabische übersetzt. So entstand ein Kanon des Wissens in Philosophie, Mathematik, Medizin, Geschichte und Literatur, der später über Spanien und Sizilien den Weg nach Europa findet und dort zur Keimzelle einer Renaissance der Wissenschaften wurde.

Und das Ergebnis heute ist, dass die Araber und Türken, die grausame vierhundertjährige Besatzungszeit des Iran unter den blutrünstigen Omayiden und Abbasiden als „Goldenes Zeitalter des Islam“ bezeichnen. Beste Unterstützung bekommen sie auch von zweifelhaften Gestalten, die auf Quellen verweisen, in denen die großartigen Iraner „Ibn Sina, Omar Khayyam, Ferdowsi, Biruni, Razi, u.v.a. als Araber oder Türken bezeichnet werden.

{Quelle: Tangsir: http://www.tangsir2569.wordpress.com  – von Amirkabir}

 

2 Responses to “Das goldene Zeitalter des Islam”

  1. bazillus Says:

    Die Sure „Die Beute“ wird sich offensichtlich nicht nur auf materielle Dinge, sondern auch auf Wissen beziehen. Hauptsache rauben und die geraubten Wissenschaften dies als eigenen Errungenschaften verkaufen.

    Im Tierreich gibt es Ähnliches: Der Kuckuck schmückt sich auch mit fremden Federn. Der Islam kommt also dem „kuckuckischem“ Verhalten sehr nahe.


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