kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bald Ströme von Blut im Land am Nil? 9. November 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 03:21

Niedergestochene Ordensschwester

Vom 16.-19. November fand in Washington D.C. die 2. Internationale Koptische Jahreskonferenz statt. Die von CSI mitgetragene Veranstaltung mit dem Thema „Demokratie in Ägypten für Christen und Muslime” orientierte über die verzweifelte Situation der ägyptischen Christenheit.

 

Das Schicksal der ägyptischen Christen interessiert in Europa kaum jemanden. Trotz ihrer prekären Lage, trotz Mord, Vergewaltigung und Zwangsislamisierung bleiben die großen Kirchen stumm oder übertreffen sich gegenseitig im Dialog mit dem Islam. Ähnlich sieht es bei den westlichen Politikern aus – sie belohnen das diktatorische Regime von Staatspräsident Hosni Mubarak noch mit Geldgeschenken. So steht Ägypten bei der US-Auslandshilfe an zweiter Stelle, die Dollarmilliarden fließen in der vagen Hoffnung, ein Abdriften hin zu einem islamischen Gottesstaat zu verhindern.

Symbolgestalt Adly Abadier: Der im Schweizer Exil lebende Ägypter Adly Abadier ist ein Symbol für das Aufbäumen seiner Glaubensgeschwister gegen die drohende völlige Vernichtung. Letztes Jahr organisierte der 85-Jährige in Zürich die I. Internationale Koptische Jahreskonferenz, dieses Jahr folgte in Washington ihre eindrucksvolle Fortsetzung. Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit war der Konferenzvorsitzende diesmal per Videotechnik zugeschaltet. Bereits in seiner Eröffnungsrede wurde deutlich, dass im Ferienparadies Ägypten keine Religionsfreiheit existiert und der Glaube an Jesus ein Stigma darstellt, das Willkür, Gewalt, Verfolgung und Benachteiligungen zur Folge hat.

Folter und Erniedrigung: In seinem Land sei es an der Tagesordnung, dass Unschuldige eingesperrt und so lange gefoltert würden, bis sie die ihnen zur Last gelegten Verbrechen zugeben, sagte Abadier. Die Agonie seiner Landsleute begann bereits 1952 in Stadt Suez, als ein muslimischer Mob Christen bei lebendigem Leib verbrannte. Damals warfen sie die verkohlten Leichen durch die Eingangstüre einer koptischen Kirche. 1972 machte der später von islamistischen Fanatikern ermordete Staatspräsident Anwar Saddat die zwölf Millionen ägyptischen Christen in ihrem eigenen Land zu Fremden. Heute verhalte sich die Regierung so, als sei sie Gottes Geschenk an seine Geschöpfe auf der Erde. Christliche Gemeinden müssten für jede Renovierung, jede Erweiterung einer Kirche, ja selbst für den Einbau einer Toilette vorgängig die Genehmigung des Staatspräsidenten einholen.

Ordensschwester niedergestochen: Neben der von der Regierung ausgehenden Willkür leiden die ägyptischen Christen unter der Gewalt fanatisierter Mobs, die von der 1928 gegründeten „Muslimischen Bruderschaft” gesteuert werden. Sie hat mittels der Verteilung von 20,000 gefälschten DVD-Videokopien, die angeblich anti-islamische Statements von Kopten enthielten, Ende Oktober gewalttätige Ausschreitungen gegen die Christen in Alexandria provoziert. Mehrere Menschen verloren ihr Leben, sieben Kirchen wurden beschädigt und eine Ordensschwester durch Messerstiche schwer verletzt. Die in Ägypten eigentlich verbotene, aber trotzdem aktive Bruderschaft hat sich die islamische Weltrevolution auf die Fahnen geschrieben – gemäß Abadier ist sie die Mutter aller extremistischen islamischen Bewegungen. Der heute zu beobachtende weltweite Terror im Namen des Islam geht letztlich auf diese Vereinigung hochmotivierter und fanatischer Muslime zurück. „Katastrophaler Terror ist über die Welt gekommen, und unsere Heimat steht am Rande eines ägyptischen Darfur”, sagte Abadier in Anspielung auf den Völkermord in der westsudanesischen Provinz.

Muslimischer Kämpfer für Menschenrechte: Auf der Konferenz kamen auch ägyptische Muslime zu Wort, u.a. Dr. Saad Aldin Ibrahim, ein prominenter Intellektueller, der sich dem Demokratisierungsprozess, den Menschenrechten und der Einrichtung einer Zivilgesellschaft in Ägypten verschrieben hat. 2002 wurde der 65-Jährige ins Gefängnis geworfen und das von ihm mitbegründete Ibn Khaldun Forschungszentrum geschlossen. Aufgrund internationaler Proteste kam Dr. Ibrahim aber wieder frei. Der unter erheblichem persönlichen Risiko nach Washington gereiste Sozialwissenschaftler kritisierte in seinem engagierten Vortrag die unerträgliche Lage der christlichen Minderheit und das Demokratiedefizit in seinem Land.

Ein Herz voller Sorge und Empörung: CSI-Präsident Pfarrer Stückelberger beklagte, dass viele christliche Führer, selber in Freiheit lebend, das Interesse an ihren Brüdern und Schwestern verloren hätten. „Sie folgen ihrem auferstandenen Herrn bis in den Tod“, sagte er, „Mein Herz schreit auf, wenn christliche Verantwortungsträger im freien Westen schweigen und ihre verfolgten Glaubensgeschwister offenbar nicht in ihre Liebe für Christus mit einschließen“. Junge, christliche Mädchen werden entführt, zum Islam und zur Heirat mit einem Muslim gezwungen: „Man macht es ihnen unmöglich, eine christliche Familie zu gründen, und zerstört statt dessen den Sinn ihres Lebens. Sie werden dazu missbraucht, muslimische Kinder aufzuziehen, die feindlich gegenüber ihrer Mutter, feindlich aber auch gegenüber der christlichen Gemeinschaft eingestellt sind. Mein Herz ist voller Sorge und Empörung, wenn ich daran denke, was den Christen in Ägypten widerfährt“.

Schritt in die richtige Richtung: Die historische Konferenz wird auch in der arabischen Welt zu reden geben. Dafür sorgten mehrere arabische Fernsehstationen, u.a. der Sender Al-Jazeera aus dem Golf-Emirat Katar. Das als „arabisches CNN” bekannte Programm wird von Satellitenschüsseln in der arabischen Welt aufgefangen, deren Zahl in die Millionen geht und gegen welche die staatliche Zensur machtlos ist. Zeitgleich mit der Konferenz fand auf dem Capitol Hill in Washington eine Anhörung von Vertretern der Kopten vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses statt. Sein Vorsitzender Phil English versprach dabei, die jährlichen enormen US-Subventionsgeschenke an tatsächliche Fortschritte der Lebenssituation ägyptischer Christen zu knüpfen – ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. {Quelle: CSI Deutschland}

 

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