kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„RZ am Abend“ im Ratskeller: Spannende Diskussion über Integration 28. Oktober 2010

Filed under: Nachrichten — Knecht Christi @ 03:06

Recklinghausen: Dass es Probleme bei der Integration von Migranten gibt, zog niemand in Zweifel. „Die sind vorhanden“, räumte auch Integrationsratsvorsitzender Ensar Kurt ein. Doch wie diese Probleme gelöst werden können, darüber herrschten Dienstagabend bei der Talkrunde „RZ am Abend“ im Ratskeller unterschiedliche Auffassungen.

 

Voll besetzt war der Saal. Das Publikum diskutierte eifrig mit, und RZ-Lokalchef Hermann Böckmann musste einige selbst ernannte Wortführer mehrmals dazu auffordern, nicht ihre persönlichen Positionen darzulegen, sondern Fragen an die Vertreter auf dem Podium zu stellen. Das war mit Brücke-Chefin Monika Hegemann-Lescher, Ensar Kurt, dem Sozialwissenschaftler Dr. Thomas Tartsch, Ali Ertan Toprak, stellvertretender Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschlands und ehemaliger Ratsherr, sowie Ulrich Hempel als Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Integration kompetent besetzt.

Toprak ist Kind türkischer Einwanderer und Deutscher. Dass er immer noch von vielen zuerst als Ausländer wahrgenommen wird, ärgert ihn: „Ich bin Recklinghäuser, das ist meine Heimat.“ Er führte den Gedanken weiter: „Man braucht sich nicht zu wundern, dass sich Menschen, die wie Ausländer behandelt werden, sich als Ausländer fühlen“. Ein Aspekt, den Hempel aufgriff: „Wir sollten froh sein über jedes Kind, das in dieser Stadt geboren wird, und ihm die Chance geben, hier groß zu werden, sich zu bilden und zu entfalten“. Die erst vor einigen Monaten von der Stadt mit den muslimischen Kulturvereinen, Verbänden, Schulen und Kindergärten unterzeichnete Integrationsvereinbarung sei ein wichtiger Schritt dahin. „Vor diesem Kompromiss gab es viele Gespräche. Jetzt müssen wir schauen: Wird sich daran gehalten?“, so Hempel. {Quelle: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de  – Von Silvia Seimetz}

Kommentare

Interessante Diskussion … aber kein einziges Wort über die Kosten, die die Steuerzahler bez. der Integration zu schultern haben. Was kostet es den Steuerzahler, einen Migranten zu „versorgen“ und welche Summe an Steuern gibt diese Gruppe der steuerzahlenden Allgemeinheit wieder zurück? Es ist immer noch nicht selbstverständlich, hier eine Transparenz zu schaffen. Es bleibt der fahle Beigeschmack, dass die Bürger unwissend gehalten werden sollen. Und da sind sich alle etablierten Parteien einig. Dennoch war der Abend ein erster Erfolg, dieses Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugägnlich zu machen. Danke RZ

Kein Fortschritt: Der Anwesende musste sich fragen, ob die Diskutanten die deutschlandweite Debatte über Integration und Islam verschlafen haben. Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig: 1. Eine Differenzierung zwischen Einwanderergruppen ist nicht nötig. Alle „Migranten“ wurden wieder einmal in einen Topf geworfen. Damit wurde erneut die Integrationsleistung von Vietnamesen, Aleviten, Polen, Russen, Italienern, Griechen, usw. herabgesetzt, indem diese mit bestimmten Einwanderergruppen sunnitischer Prägung aus dem „Südland“ (Türkei und arabischer Raum) gleichgesetzt wurden. 2. Es gibt keine Parallelgesellschaften. 3. Integration ist in erster Linie eine Frage des Spracherwerbs. 4. Wenn der Staat nur genug Geld ausgibt, lassen sich alle Integrationsprobleme lösen. 5. Durch Integrationsvereinbarungen lassen sich Integrationsprobleme lösen, da man ja einen „Kompromiss“ schließe. Es wird also im Ernst über unsere Rechts- und Werteordnung „verhandelt“. Bald wird dann wohl auch ein „Kompromiss“ über unser Grundgesetz ausgehandelt. 6. Das Tragen von Kopftüchern ist kein Zeichen mangelnder Integrationsbereitschaft. 7. Die Gesellschaft ist daran schuld, wenn Integration nicht klappt… Man könnte dies endlos fortsetzen. Solche Veranstaltungen, wo in keiner Weise kontrovers diskutiert wird und immer die gleichen Phrasenlieder gesungen werden, kann man sich sparen.

Eine Katastrophe: Wer von diesen Abend eine richtige Diskussion und nicht nur einen weichgespülten Kernerabend erwartete wurde bitter enttäuscht. Kritische Stimmen wurden von Herman Böckmann schnell abgewürgt, denn allein er entschied welches ein lokales Integrationsproblem ist und was eine Frage ist. Aber die Unfähigkeit die Diskussionsrunde zu leiten war noch nicht genug, nein auch seine eigenen subjektiven Meinungen warf der Meinungsmacher noch in die Runde. So sind für Herr Böckmann Frauen die Kopftuch tragen keinesfalls schlechter integriert und desweiteren sieht er auch keine Entfremdung der 2. & 3. Generation muslimischer Einwanderer von der Aufnahmegesellschaft. Daran ändern auch Fakten nichts. Konsens der Diskussion war, das Integration eine Bringeschuld der Aufnahmegesellschaft ist, was zumindest in Zweifel zu ziehen sollte wenn man in Länder blickt wo Integration besser funktioniert (z.b. Kanada). Ein Lichtblick waren die Mitglieder der Alevitischen Gemeinde aus Marl die sich zu Wort gemeldet haben. Es zeigt das jene Migrantengruppen die weniger laut nach ihren Rechten schreien besser integriert sind als diejenigen, die sich immer nur lauthals beschweren und ihre gescheiterte Integration auf zu wenig Beachtung (an Teilhabe & Finanzierung)durch die Aufnahmegesellschaft schieben. Dies zeigt auch die Inhomogenität der Migrantengruppen, welche jedoch nur angesprochen wird um jegliche Kritik als Pauschalkritik abzutun. Alles in allem war diese Veranstaltung leider ziemlich nutzlos und zeigt nur das der RZ und führender Politiker ein konstruktives Ergebnis in der Imigrationsfrage nicht wichtig zu seien scheint. Meine Vorfahren waren übrigens auch Migranten, ich fühl mich jedoch hier 100% als Deutscher und Europäer. Und wegen meinem Namen werde ich auch oft gefragt wo ich denn herkomme, das empfinde ich jedoch anders als viele Teilnehmer gestern nicht als abwertend sondern als ehrliches Intresse.

Video: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/media/videos/?bctid=650103173001&bclid=34812610001&bcpid=34823942001

 

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