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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Saudi-Arabien: Mit Bluetooth ran ans andere Geschlecht 23. Oktober 2010

Filed under: Humor mit Kultur — Knecht Christi @ 02:05

In Saudi-Arabien herrscht im öffentlichen Leben eine strikte Trennung der Geschlechter. Doch das Flirten lassen sich junge Frauen und Männer dennoch nicht nehmen. Sie nutzen moderne Technik.

 

Massive Wände trennen Männer und Frauen, wie in jedem ordentlichen Restaurant in Saudi-Arabien. Nur weibliche Gäste dürfen an einem Tisch zusammensitzen, männliche Begleitung ist höchstens dann erlaubt, wenn es sich um nahe Verwandte handelt. Tische für die Männer gibt es auf einer anderen Etage. Trotz der strikten Trennung lassen es sich die meist jungen Gäste nicht nehmen, ausgiebig miteinander zu flirten und sogar Telefonnummern und Fotos auszutauschen: Möglich wird der verbotene Kontakt durch Handys mit Bluetooth-Funktion.

Essen zu gehen mache mit der neuen Technik viel mehr Spaß als früher, sagt die 21-jährige Mona. Sie und ihre beiden Freundinnen haben ihre Mobiltelefone gut sichtbar auf dem Tisch liegen, neben Tellern mit Fritten und Sandwiches. Rim nutzt Bluetooth schon seit vergangenem Jahr. „Wir sind immer auf der Suche nach etwas, das das Leben spannender macht“, lacht die 24-Jährige. Wer sich in Saudi-Arabien mit einem Vertreter des anderen Geschlechts unterhält, im gleichen Auto sitzt oder essen geht, riskiert eine Festnahme durch die Religionspolizei.

Der Kontakt über Bluetooth ist dagegen ebenso sicher wie einfach. Sobald die Funktion aktiviert ist, wird im Umkreis von etwa neun Metern jedes Handy registriert, das ebenfalls Bluetooth eingeschaltet hat. Auf dem Display erscheinen die Spitznamen, die sich die Nutzer gegeben haben: „Herzensbrecher“ oder „kleine Prinzessin“. Andere werden mit Namen wie „die Anschmiegsame“ sogar etwas direkter. Anschließend muss man nur noch anklicken, mit wem man kommunizieren möchte, ohne sich erst ins Telefonnetz einwählen zu müssen. Über die Technik sollen sogar Bilder von ausgelassenen Gästen auf Hochzeitsfeiern verbreitet worden sein – denn auch Frauen mit Make-up und in Abendgarderobe bekommen die Männer wegen der strikten Trennung der Geschlechter sonst nicht zu Gesicht. Einige Familien haben daher die Mitnahme von Kamera-Handys zu Hochzeiten verboten, und wer doch ein solches Gerät dabei hat, muss es abgeben.

Die Regierung versuchte im vergangenen Jahr zunächst, die Kamera-Handys zu verbieten. Weil es inzwischen aber kaum mehr ein Mobiltelefon ohne solche Ausstattung gibt, war dieser Versuch schon bald zum Scheitern verurteilt. Der Informatikdozent Abdul Asis al Asiri weist seine Studenten daher auf möglichen Missbrauch von Bluetooth hin. Wer Fotos seiner Mutter oder Schwestern im Handy gespeichert habe, riskiere, dass sie im ganzen Hörsaal verbreitet werden, betont Asiri. Für viele saudi-arabische Jugendliche ist Bluetooth dagegen ein regelrechtes Gottesgeschenk. Es ersetzt denn auch erfolgreich bisherige Flirt-Strategien – beispielsweise Zettel mit der eigenen Telefonnummer aus dem Autofenster zu werfen oder in Einkaufszentren fallen zu lassen.

„Wenn der Spitzname nett ist, ist sie auch hübsch“: Die ausgetauschten Botschaften sind meist harmlos, in dem streng islamischen Land aber schon Grund genug zur Empörung. Auf vielen Bildern sind Babys zu sehen, beliebt sind auch verträumte Liedtexte oder eher kitschige Sprüche: „Vergangene Nacht habe ich einen Engel beauftragt, über Dich zu wachen, aber er kam schon bald zurück“, heißt es in einer Botschaft. „Als ich ihn fragte, warum, sagte er ‚ich darf nicht über andere Engel wachen'“. Aber auch erotische Inhalte werden verschickt, wie das Bild zweier sich küssender Frauen oder ein Mädchen, dass lasziv die Hüften kreisen lässt. Abdullah Muhammad sitzt mit sein Laptop in einem Café und wartet auf Bluetooth-Bekanntschaften. „Ich nutze Bluetooth, um Mädchen zu treffen“, sagt der 24-Jährige ganz offen. Sobald eine Frau vorbeikommt, hofft er, über seinen PC Kontakt zu ihrem Handy herstellen zu können. Die Frage, ob sich dieser Versuch bei den tief verschleierten Frauen wirklich lohnt, stellt sich für ihn nicht: Er könne seiner neuen Bekanntschaft zwar nicht ins Gesicht sehen, sagt Muhammad. „Aber wenn ihr Spitzname nett ist, ist sie mit Sicherheit auch hübsch“. {Quelle: http://www.stern.de – Arabische Frauen im Fußballstadion – der Kontakt zu Männern ist streng reglementiert}

 

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