kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Koptische Christen – Bedrängte Minderheit in Ägypten 21. Oktober 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 06:20

Im koptischen Zentrum Waldsolms-Kröffelbach veranstaltete die IGFM ein Tagesseminar über die Situation der Kopten, der christlichen Ursprungsbevölkerung Ägyptens. Die gut 30 Teilnehmer des Seminars erhielten vor allem Informationen und Bildpräsentationen zum Leben der Kopten und Einblicke in einzelne Schicksale. Auf dem Programm stand außerdem eine Kirchenführung sowie Erläuterungen zu Ikonen und koptischen Traditionen. Zu den Referenten zählten unter anderem Professor Fouad Ibrahim und der evangelische Kopte Wassem Girgis.

Die Kopten berufen sich auf den Evangelisten Markus im 1. Jahrhundert. Sie verstehen sich als? Kirche der Märtyrer? und beginnen ihre Zeitrechnung mit dem Jahr 284 n. Chr., der Thronbesteigung des römischen Kaisers und Christenverfolgers Diokletian. Nach koptischer Zeitrechnung entspricht daher das Jahr 2005 n. Chr. dem Jahr 1721. Gegenwärtig leben etwa 6000 Kopten in Deutschland. Weltweit wird ihre Zahl auf 11 Millionen geschätzt, davon 1,5 Millionen im Ausland. Etwa 200.000 von ihnen leben im Sudan.

Verfolgung seit dem 7. Jahrhundert: Seit dem 7. Jahrhundert unter der Herrschaft des Islam, gab es für die ägyptischen Christen Kopfsteuer, Zerstörung von Kirchen und stigmatisierende Kleidervorschriften. Die koptische Sprache wurde verboten. Heute sind Kopten in Ägypten weiter benachteiligt und bedrängt. Zwar enthält die ägyptische Verfassung ein Bekenntnis zu den Menschenrechten, aber in Artikel 2 wird der Koran als Hauptquelle allen Rechtes bezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Christen keine vollen Rechte haben. Zum Beispiel sind für den Bau und die Reparatur von Kirchen besondere Genehmigungen nötig, die in der Praxis über Jahrzehnte verschleppt oder auch nie erteilt werden. Obwohl die Kopten Steuerzahler sind, gibt es keine öffentlichen Gelder für koptische Schulen oder Kirchen. Christen stehen unter einem enormen wirtschaftlichem und sozialen Druck, zum Islam überzutreten. Es gibt schätzungsweise jährlich 12.000 Konversionen von Kopten zum Islam.

Bei einem Abschlussgespräch wurde unter anderem ein Katalog mit wesentlichen Forderungen skizziert. Dazu gehören:
= Strafverfolgung bei Verbrechen gegen Christen (vor allem Zwangsislamisierung und Vergewaltigung von Frauen)
= Beendigung antichristlicher Kampagnen in Schulen und Medien.
= Die Religionszugehörigkeit soll in Ausweispapieren und anderen Dokumenten nicht mehr aufgeführt werden.
= Die Möglichkeit zur Renovierung und zum Neubau von Kirchen
= Adäquate Repräsentanz der Kopten
= Ungehinderte Freiheit des Religionswechsels von Muslimen am 2. Juli 2005

 

Pogrom gegen koptische Minderheit in Ägypten

Mersa Matrouh / Frankfurt: Am Freitag, den 12. März 2010, ist es im nordägyptischen Küstenort Mersa Matrouh, rund 260 km westlich von Alexandria, erneut zu pogromartigen Übergriffen gegen einheimische Kopten gekommen. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), sollen 2.000 bis 3.000 extremistische Muslime nach dem Abendgebet „Allah ist größer“ und andere islamische Parolen skandiert und Steine geworfen haben. Insgesamt sollen 22 Geschäfte und Werkstätten von Kopten verwüstet, 18 Häuser und eine Reihe von Autos in Brand gesteckt worden sein.

Wie die IGFM berichtet, richtete sich die Gewalt besonders gegen das Gebäude des sozialen Dienstes der koptischen Kirche, in dem sich rund 400 Kopten – Männer, Frauen und Kinder – aufhielten. Mindestens 25 Personen wurden schwer verletzt, darunter Frauen und Kinder. Die anrückenden Sicherheitskräfte waren zahlenmäßig dem Mob aus fanatischen Muslimen weit unterlegen. Trotz des Einsatzes von Tränengas brauchten die Beamten lange, bis sie die Lage unter Kontrolle bringen konnten. Ob Rädelsführer oder Gewalttäter verhaftet worden sind, ist nicht bekannt. Am Samstagmorgen mussten Sicherheitskräfte Kopten in ihre Häuser eskortieren. Über zwanzig Kopten sind durch die Zerstörungen gänzlich obdachlos und mussten in Gebäuden der Kirche untergebracht werden. Nach Angaben des koptischen Pfarrers Matta Zakaria habe der Imam Shaikh Khamees während des freitäglichen Abendgebetes dazu aufgerufen, „die Feinde „des Islam“ zu bekämpfen“. Weiter soll der islamische Geistliche verkündet haben, daß er nicht wolle, daß Christen mit Muslimen zusammenlebten.

Die IGFM fordert die ägyptischen Behörden auf, „die Taten schnell aufzuklären und die Täter vor Gericht zu stellen.“ Der Eindruck, daß koptische Opfer in den Augen der ägyptischen Justiz einen geringeren Wert haben als muslimische, dürfe sich nicht weiter verfestigen, erklärte Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

In Ägypten sind ca. 15% der rund 70 Millionen Einwohner christliche Kopten. Nach Angaben der IGFM werden sie von staatlichen Stellen, aber auch gesellschaftlich systematisch diskriminiert. Immer wieder komme es zu gewaltsamen Übergriffen. Einen aktuellen Höhepunkt erreichte die staatliche Willkür gegen Kopten nach einem Massaker am orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar 2010 in Nag Hammadi, wo radikale Muslime sechs Christen und einen Muslim erschossen und mehrere Dutzend Personen schwer verletzt hatten. Über 100 Christen aus Nag Hammadi wurden daraufhin ohne Angabe von Gründen von Sicherheitskräften verhaftet – als Druckmittel gegen die Kirche, damit diese ihre Strafanzeigen gegen die Täter zurückzieht. (PM/ JF)

 

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