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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christianophobia: Intoleranz gegen Christen nimmt zu 20. Oktober 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 05:49

Intoleranz gegenüber Christen nimmt auch in Ländern mit langer demokratischer Tradition zu; die Art und Weise unterscheidet sich allerdings stark „im Westen und im Osten von Wien“. Das betonten Teilnehmer des Menschenrechts-Netzwerks „Christianophobia“ heute in Wien. „Christianophobia“ war maßgeblich am „OSZE“-Runden Tisch zum Thema „Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ beteiligt, der am Mittwoch in der Wiener Hofburg stattfand.

 

„Eine Botschaft des Verständnisses und des Respekts gegenüber Christen“: Erstmals in ihrer Geschichte hatte sich die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ mit dem Thema befasst. Mehr als 60 Vertreter von Staaten, NGOs, Universitäten sowie „Think Tanks“ nahmen teil. Als persönlicher Vertreter des OSZE-Vorsitzes nahm Mario Mauro, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, an dem „Runden Tisch“ in Wien teil. Mauro betonte, die Medien müssten anstatt Vorurteilen „eine Botschaft des Verständnisses und des Respekts gegenüber Christen“ verbreiten. „Politische Ämter“ dürften Christen „nicht verwehrt werden“. Christen müsse das „Recht auf Verweigerung an der Mitwirkung an unethischen Handlungen aus Gewissensgründen gewährt werden“.

„Im Osten und Im Westen von Wien“: Im Osten von Wien, insbesondere in Zentralasien, seien Glaubensgemeinschaften oft nicht anerkannt und somit de facto von einem Versammlungsverbot betroffen, so „Christianophobia“. Im Westen von Wien erlebten Christen einerseits eine Einschränkung in ihren Rechten, andererseits das Schüren von Vorurteilen durch Medien.

Einschränkungen: Unter den rechtlichen Einschränkungen wurde u.a. der Bereich Gewissensfreiheit genannt (wenn Christen an „unethischen“ medizinischen Handlungen wie Abtreibung mitwirken müssen), aber auch der Bereich Meinungsfreiheit, wenn etwa durch sogenannte „Hate Speech Legislation“ in einigen europäischen Ländern kritische Stellungnahmen zur Homosexualität oder Abtreibung untersagt werden. Es gehe aber auch um den Bereich Religionsfreiheit, wenn etwa durch arbeitsrechtliche Bestimmungen christlichen Glaubengemeinschaften nicht erlaubt wird, ihrem Leitbild entsprechend zu handeln. Schließlich gehe es um den Bereich Erziehung, wenn Eltern auf Lehrpläne, die ihrem Glauben widersprechen, keinen Einfluss nehmen können oder wenn christliche Kinder in der Türkei zwangsweise am islamischen Religionsunterricht teilnehmen müssen.

„Soziale Ausgrenzung und Marginalisierung von Christen“: Im Bereich „Soziale Ausgrenzung und Marginalisierung von Christen“ wurde die Ausgrenzung von Christen aus dem öffentlichen Leben genannt, wenn Christen eine politische Karriere unmöglich gemacht wird (Beispiel ist die Zurückweisung des italienischen Politikers Rocco Buttiglione, der als EU-Kommissar für Justiz und Sicherheit vorgesehen war). Weitere Beispiele seien eine vorurteilsgeprägte Behandlung von Christen durch Medien, Angriffe auf christliche Symbole sowie aggressive Vorgangsweise gegen Christen, die sich öffentlich engagieren.

Schändungen orthodoxer Kirchen: Die russisch-orthodoxe Delegation beim OSZE-Runden Tisch – unter ihnen der Wiener russisch-orthodoxe Bischof Hilarion (Alfejew) und Erzpriester Wsewolod Tschaplin vom Moskauer Patriarchat – beklagten Schändungen orthodoxer Kirchen in Nordzypern, der Türkei und im Kosovo. Sie sprachen ebenfalls die Herabwürdigung oder Entfernung christlicher Symbole in der Öffentlichkeit an.

Engagement zum Schutz der Christen: Der Leiter des in Warschau angesiedelten OSZE-Menschenrechtsbüros ODIHR, Botschafter Janez Lenarcic, versprach am Ende des „Runden Tisches“, das Engagement zum Schutz der Christen auszubauen. Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Vorschläge für die Arbeit der OSZE zu entwickeln, um gezielt der wachsenden Intoleranz gegenüber Christen gegenzusteuern.

Erster Schritt in Richtung Toleranz: „Ein Vorurteil gegen Christen scheint das letzte sozial akzeptierte Vorurteil in Europa zu sein. Dass die OSZE die Problematik aufgreift, ist ein erster Schritt Richtung Toleranz gegenüber allen, auch praktizierenden Christen“, erklärte Gudrun Kugler, die auch bei der Vorbereitung des „Runden Tisches“ mitgewirkt hatte, am Donnerstag. http://www.christianophobia.eu – {Quelle: http://www.volksgruppen.orf.at}

 

Erstmals OSZE-Konferenz zu „Intoleranz gegen Christen“

Bei der OSCE-Konferenz in der Wiener Hofburg begrüßt der Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, Thomas Schirrmacher, die Einbeziehung westlicher Staaten.

Erstmals in der Geschichte der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) wurde eine eigene Konferenz zum Thema „Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ veranstaltet. Der Runde Tisch zu dem Thema am 04. März in der Wiener Hofburg wurde vom Leiter des in Warschau angesiedelten OSZE-Menschenrechtsbüros ODIHR, Botschafter Janez Lenarcic, eröffnet. Mehr als 60 Vertreter von Staaten, NGOs, Universitäten sowie „Think Tanks“ nahmen teil. Wie Lenarcic bei der Eröffnung betonte, gehe es darum, das von der OSZE entwickelte Instrumentarium zur Identifikation von Fällen von Unrecht und Diskriminierung auf die Christen anzuwenden.

Der britische Religionsfreiheits-Experte Malcolm Evans von der Universität Bristol plädierte für eine Unterscheidung von echter Verweigerung der Religionsfreiheit in Staaten mit mangelhafter Einhaltung der Menschenrechte einerseits und „subjektiv empfundener Bedrohung der religiösen Rechte“ von Christen in Staaten mit funktionierender Menschenrechtspraxis andererseits. Das subjektive Bedrohungsgefühl sei noch nicht mit tatsächlicher Diskriminierung gleichzusetzen. Vielmehr handle es sich um eine Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel und die Revision der Gesetzgebung im Hinblick auf diesen Wandel.

Evans stieß in den Arbeitsgruppen auch auf Widerspruch. So verwies der Vatikan-Berater Prof. Joan-Andreu Rocha Scarpetta auf die direkten Auswirkungen von Gesetzesänderungen auf religiös engagierte Menschen. Evans sehe in diesen Menschen nur Elemente der Gesellschaft, wobei es ihm nur auf die Gesellschaft ankomme. Doch seien es – so Rocha Scarpetta – die religiös Engagierten, die Auswirkungen von veränderten Gesetzen oder einer neuen Auslegungspraxis zu tragen hätten. Als Beispiele nannte er Praktiken in Gesundheitsdiensten oder die Zulassung von religionsverhöhnenden Programmen im Fernsehen.

Rocha Scarpetta setzte sich auch mit der Rolle der „pressure groups“ auseinander. Diese Gruppen habe es immer schon gegeben, dennoch gebe es eine Veränderung gegenüber früher. Das Spektrum der Gruppen sei heute komplexer und unübersichtlicher; sie seien schwerer zu identifizieren. Für die Regierungen sei es oft wichtiger, die „pressure groups“ zu berücksichtigen als die traditionellen religiösen Gruppen.

Der deutsche Religionssoziologe Thomas Schirrmacher – er ist Professor an der Universität Oradea in Rumänien und Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der „Evangelischen Allianz“ – betonte, dass das Aufzeigen von Diskriminierung von Gläubigen im Westen zwar prinzipiell eine andere Dimension als das Aufzeigen echter Verfolgung im Osten habe. Dennoch sei das Augenmerk auch auf den Westen für die Glaubwürdigkeit der OSZE wichtig. Würde die OSZE nämlich nur auf die – tatsächlich gravierenden Missstände – in den ehemaligen Sowjetrepubliken hinweisen, wäre schnell der Vorwurf der Einäugigkeit zur Hand.

Schirrmacher kritisierte die Darstellung der Evangelikalen in deutschen Medien und bei einigen deutschen Linkspolitikern. Evangelikale würden zum Teil auf eine Linie mit Islamisten gestellt und mit dem Verdacht der Gefährlichkeit belegt. Es gebe Erfahrungen aus Schulen, wo Schüler aus evangelikalem oder freikirchlichem Elternhaus ausgegrenzt würden.

Insgesamt sei das deutsche und österreichische Modell der Trennung von Kirchen und Staat unter Beibehaltung der Zusammenarbeit im Dienst der Menschen, die zugleich Gläubige und Bürger sind, aber diskriminierungsfrei, so Schirrmacher. Es müsse auch akzeptiert werden, dass wegen der Pressefreiheit „auch gegen Christen geschrieben wird“. Gleichzeitig müsse es aber Ausgewogenheit geben, indem „Christen – ebenfalls wegen der Pressefreiheit. in Medien auf Vorwürfe reagieren können“. In pluralistischen Gesellschaften werde in Zukunft die Diskrepanz zwischen einer dem Wertewandel angepassten Rechtsordnung einerseits und religiös tradierten Werten andererseits größer werden, prophezeite der deutsche Religionssoziologe. Dies werde zu mehr prinzipiellen Anfragen über eine Diskriminierung von Christen führen. {Quelle: http://www.zukunft-ch.ch – Pressemitteilung Martin Bucer}

 

3 Responses to “Christianophobia: Intoleranz gegen Christen nimmt zu”

  1. bazillus Says:

    Wer von der EU Schutz vor Christenverfolgung erwartet, ist ein Träumer. Das Christentum wurde in vielen europäischen Ländern als Hemmschuh für die sozialistische Idee seit den 68-ern angesehen. Alles was nach Moral, Christentum und Kirche roch, wurde als verstaubt, rückständig und unmordern abgelehnt. Daraus entwicklte sich in den nordeuropäischen LÄndern ein grundsätzlich antichristliche Haltung. Das Christentum wurde noch toleriert, aber letztlich marginalisiert und teilweise offen angefeindet. Die Menschen wollten sich als mündige Bürger und die Christen als mündige Christen keinen religiös-moralischen Regeln mehr unterwerfen. Sie sahen diese Regeln als persönliche Einschränkung der Freiheit an. Je mehr die Individualisierung der Menschen voranschritt, umso mehr Götter traten auf den Plan, die es nicht gut mit dem Menschen meinten: Übertriebene Emanzipation, die in die heutige Genderpolitik der geschlechtlichen Gleichmacherei mündete, so dass selbst der Begriff „Mutter“ als diskriminierend angesehen wird, sexuelle Revolution, die die die Pornografie, die Pädophilie als zu verteidigendes Menschenrecht ansah, Kaptitalismus pur, alles Dinge, die den persönlichen Egoismus förderten. Ferner trat dann die Spaß- und Fungesellschaft auf den Plan, die Menschen teilweise nur noch beziehungsunfähig gemacht haben, die überbordende Lebensmittelvernichtung auf allen Ebenen vom weggeworfenen Pausenbrot bis hin zur politisch geförderten Lbensmittelproduktion zur Förderung der Mobilität und Energiegewinnung, wie zynisch. Die Klimaforschung sowie die Umwelterhaltung, so wichtig sie auch sind, mutierten zum Religionsersatz. Gott spielt keine Rolle mehr im normalen Leben eines europäischen Menschen. All diese Faktoren führten dazu, dass die Familie systematisch als Bindeglied der Gesellschaft und somit das Christentum an Kraft verlor. Das die Menschen verbindende Kraft des Christentums wurde systematisch zerbröselt. Der europäische Mensch ist der Herr seiner Selbst und schuldet nur sich selbst gegenüber Verantwortung. Das führt auf Dauer zur Vereinsamung, der großen Krankheit Europas. Die Alten werden vielfach abgeschoben. Kinder stören nur die eigene Persönlichkeitsentfaltung. Auf diese Weise schafft sich Europa eben selbst ab.

    Von den Kirchen nach dem II. Vatikanum gefördert, war der verkündete Jesus, dessen Wunder in den Bereich der Märchenwelt verbannt wurden, für die Menschen nur noch der Kumpel von nebenan, mit dem man gut eine Cola trinken konnte. Die gewichtige Rolle, die er als Religionserneuerer im Innersten spielte, opferte man gern einem globalisierten allgemeinen Ein-Gott-Glauben, damit der Synkretismus hoffähig wird. Die Dreifaltigkeit war nur noch störend im Hinblick auf den so angestrebte Gemeinsamkeit mit Islam und Judentum. Man proklamierte den islamischen Gott und den Dreifaltigen Gott als den einen, obwohl diese Religionen von ihrem Ansatz her, von ihrem Urgrund her sowohl in der Person des jeweiligen Gründers/Erneuerers als auch in ihrer Lehre diamteral und unversöhnlich gegenüber stehen. Die wenigen Gemeinsamkeiten in Glaubensfragen wurden überbetont und die Begrifflichkeiten wurden zwar gemeinsam gebraucht, jedoch die unterschiedliche Bedeutung dieser Begrifflichkeiten wie Frieden, Toleranz, Respekt nicht genau analysiert.

    Somit war das Christentum marginalisiert und die Christen ebenso. Sie verloren immer mehr an Einfluss angesichts der obigen Faktoren und wurden von den säkularen Meinungsmachern immer mehr an den Rand gedrängt. Was an den Rand gedrängt wird, kann auch diskriminiert werden ohne großes Aufsehen zu erheben.

  2. WiKle Says:

    Wer von der EU Schutz vor Christenverfolgung erwartet, ist ein Träumer.

    gesellschaftspolitische Komponente
    Religionen bieten ihren Mitgliedern stets ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl
    und befriedigen somit ein wichtiges Grundbedürfnis des Menschen: Einer
    Gemeinschaft anzugehören, in der er sich geborgen und aufgehoben fühlt. Da
    keine Gemeinschaft ohne Regeln auskommt, erwächst aus allen Religionsformen
    stets formeller und informeller Zwang. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch bitter
    notwendig und so erfüllen die Religionen eine wichtige Aufgabe für unsere
    Gesellschaft – leider stark abnehmend. Es wird ein Wertemaßstab vermittelt, der
    den Umgang miteinander regelt. Ohne diese Werte (Gebote) und die darin
    enthaltene Solidarität hätte sich die Spezies „Mensch“ so nicht herausbilden
    können. Ohne die propagierte Nächstenliebe und den damit verbundenen
    Solidaritätsgedanken hätte sich der Mensch als Fehlversuch der Evolution wohl
    längst erledigt: Der Mensch ist nur in einer Gemeinschaft überlebensfähig. Größe
    und Zusammenhalt der Gemeinschaft bestimmen deren Erfolg – gerade dann,
    wenn Völker mit unterschiedlichen Interessen miteinander konkurrieren.
    Eine Folge der zunehmenden „Gottlosigkeit“ in diesem Sinne ist ein
    galoppierender Egoismus – verbunden mit dem Unwillen, für andere und die
    Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Die augenblickliche und
    zunehmende Überbewertung des Individuums wird übrigens zumindest für
    unseren erweiterten Kulturkreis (in dem jedes „kleine Arschloch“ glaubt, es sei der
    Mittelpunkt der Welt) fatale Folgen haben.
    Andererseits ist es viel zu oft für das menschliche Zusammenleben fatal, wenn
    man von irgendwas überzeugt ist, von dem man eigentlich nur eine Theorie hat.
    Glauben bedeutet nämlich „nicht wissen“. So ist es mehr als fragwürdig, was
    einzelne Religionen
    Das Christentum kennt sieben Todsünden (Hochmut, Habsucht, Neid, Wut/Zorn,
    Trägheit, Völlerei und Wollust), die elementare Verstöße gegen ein friedvolles und
    menschliches Miteinander beschreiben. Dies gilt aber auch für die von Mahatma
    Gandhi postulierten „sieben Todsünden der modernen Welt“: Reichtum ohne
    Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral,
    Wissenschaft ohne Menschlichkeit, Religion ohne Opferbereitschaft und Politik
    ohne Prinzipien. Für diese Einsichten braucht es keine Gottesfurcht – dafür ist
    leider immer wieder festzustellen, dass scheinbar auch „Gläubige“ von der einen
    oder anderen Todsünde noch nie etwas gehört haben. Den großen Religionen ist
    anzulasten, dass sie es weitgehend versäumt haben, sich mit dem Menschen zu
    entwickeln und ihn zu einem mündigen Bürger zu erziehen. Die „gute Tat“ z.B. ist
    nichts wert, wenn sie nur deshalb geschieht, weil jemand Angst vor dem
    Fegefeuer oder gar der Hölle hat. Wertvoller wäre es, dem „Nächsten“ (gemeint
    ist eher die „Gemeinschaft“) aus persönlicher Überzeugung zu dienen.

    Wie wertvoll ein Mensch letztendlich ist, definiert sich für mich aus seinen Taten und
    seinem Verhalten und nicht aus seiner Religionszugehörigkeit, die er wie seine
    Hautfarbe ohnehin nur zufällig durch das Umfeld erwirbt, in das er schicksalhaft
    hinein geboren wird. Auch wenn niemand die Frage nach dem Sinn des Lebens
    beantworten kann: Wenn irgend etwas eine bedeutende Rolle in der Natur spielen
    soll, so ist das die Menschheit insgesamt – der Einzelne ganz sicher nicht. Und wenn er
    diese unterordnende Rolle nur mit Hilfe eines Gottes annehmen will, braucht er nichts
    nötiger und dringender als einen solchen Glauben.

    Der Mensch ist das einzige (bekannte) Wesen, dem die eigene Vergänglichkeit
    bewusst ist – und damit muss er erst mal fertig werden. Er weiß, irgendwann
    kommt der Sensenmann – aber das soll es dann gewesen sein? Da möchte man
    doch lieber an das im Himmel reservierte Plätzchen glauben. Und wer schon hat
    ein solches Angebot? In diesem Zusammenhang gefällt mir die Aussage, die der
    Schriftsteller Alexander Kluge kürzlich sinngemäß machte: „Der Mensch hat keine
    angeborene Fähigkeit zur Tugend, zur Arbeit, zur Disziplin – auch nicht zu
    übergroßem Verstand – jedoch eine natürliche Affinität zur Glückssuche.“ Da hier
    auf Erden nicht immer auch nur ein bescheidenes Glück gefunden werden kann,
    hofft man auf das perfekte in einer anderen Welt. Es ist ja nicht schlimm, wenn
    sich Gläubige das ewige Leben im Garten Eden durch ein gottgefälliges Leben
    hier auf Erden zu erkaufen gedenken, ganz im Gegenteil – absurd wird es aber
    wenn behauptet wird, in diesem Paradies würden 72 Jungfrauen auf jeden
    warten, der als islamistischer Selbstmörder möglichst viele anders- oder
    ungläubige Menschen mit in den Tod genommen hat.

  3. bazillus Says:

    Lieber Vorkommentator,

    aus Kommentaren kann ich viel lernen. So waren mir die sieben Todsünden des Mahathma Gandhi nicht bekannt. Kann sie aber voll unterschreiben. Ich danke Ihnen für diese Infos.

    Betreffend die gute Tat, die aus Angst vor der Hölle getan wird, nichts wert sei, scheint mir ein wenig zu hart. Eine gute Tat bleibt zunächst eine gute Tat, gleichgültig, ob sie getan wird als gute Tat erster Klasse aus Liebe zum Nächsten oder aus Liebe zu Gott oder als gute Tat zweiter Klasse aus Angst vor Fegefeuer und Hölle. Die gute Tat bleibt, weil sie dem Nächsten gedient hat und und keine Anderer da war, der sie tat.

    Dass Glauben Nichtwissen bedeutet, kann mir als Christ letztlich gleichgültig sein. Ich habe Zeugenaussagen der Bibel, die belegen, dass Jesus am Kreuz gestorben ist und am dritten Tage unter Zeugen (Emmaus-Jünger, Erscheinen vor seinen Jüngern einschließlich Thomas, usw.) auferstanden ist. Welche Beweise für ein Leben nach dem Tod brauche ich noch? Welcher Religionsgründer oder Erneuerer hat dies fertiggebracht? Die Auferstehung ist es, die mich am Christentum überzeugt, selbst, wenn ich sie nicht selbst erleben durfte. Warum soll ich einem Menschen wie Jesus nicht glauben, dass er hingeht und eine Wohnung für die bereitet, die ihm nachfolgen? Die Frage ist letztlich doch nur: Glaube ich an die Echtheit der Zeugenaussagen des Neuen Testamentes. In anderen Religionen muss ich an die Existenz Gottes glauben, weil von ihr berichtet worden ist. Im Christentum habe ich persönlich mehr Anhaltspunkte für den Glauben an Gott und an ein Leben nach dem Tod, weil Jesus dies uns vorgelebt hat. Dass sich dieser Vorgang nicht dauernd bis in die heutige Zeit als Experiment in empirischer Sichtweise wiederholen lässt, ist schon klar.

    Darum ist die Faszination des Jesus von Nazareth bis heute ungebrochen, außer im vergreisten Europa, in dem – wie Sie richtig ausführen – der Egoismus zum Lebensstil geworden ist. Jeder hält sich für den Nabel der Welt – gut geschrieben und gut beobachtet.


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