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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

China, die gelbe Gefahr? 20. Oktober 2010

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 04:57

Ein Gespenst geht um in der Welt. Es ist das Gespenst einer Supermacht China. Und auf den ersten Blick sprechen viele Fakten für den unaufhaltsamen Aufstieg Chinas zum Hegemon der Welt: Während rund um den Globus die Wirtschaft in der stärksten Rezession seit den 30er Jahren steckt – alleine in Deutschland ist das Bruttoinlandsprodukt um 5% gesunken – wächst China einfach weiter: Um 8,7% legte die Wirtschaftsleistung 2009 zu.

China hat die weltgrößten Währungsreserven, sitzt auf einer Billionenteuren Dollarbombe (www.tagesspiegel.de), hat Deutschland als Exportweltmeister abgelöst.

 

In der Weltpolitik tritt China zunehmend als Gegenspieler der Vereinigten Staaten auf. In Kopenhagen blockierten sich China und die USA gegenseitig und damit ein dringend benötigtes Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase. Im Atompoker mit dem Iran weigert sich China zusätzlichen Druck auf dessen Präsidenten Ahmadinedschad aufzubauen. Auf internationale Kritik an ungenügenden Menschenrechten wird als unangemessene Einmischung auf innere Angelegenheiten gesehen – ob bei der Tibetfrage, Willkürurteilen gegen Regimekritiker oder der Todesstrafe. In Peking, das wird zunehmend deutlich, sehen sich die Machthaber selbstbewusst längst als die neuen Herren der Welt.

China eine gelbe Gefahr? Keineswegs, denn der Aufstieg zur Wirtschaftsmacht steht auf höchst wackligen Beinen. Die beeindruckenden Zahlen sind vor allem ein Zeichen der Größe des Landes. Setzt man die chinesische Volkswirtschaft mal in Relation zur Größe, schrumpft das Zahlenwerk Chinas auf Normalmaß. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf liegt bei 3600 US-Dollar, etwa ein Zehntel eines Deutschen (39400 USD). Das BIP der USA ist immer noch rund siebenmal größer als das Chinas und die Wirtschaftsleistung stammt vor allem von der Werkbank. Wissens- und Innovationsarbeiter sind in China noch selten.

Bei einer Kennziffer ist China Weltspitze: Kein Land pumpt so viele Milliarden in die Wirtschaft. China will zeigen, was es leisten kann. Doch die ungezügelte Liquiditätsschwemme führt zu einer massiven Fehlallokation. Es entstehen Bürotürme, glitzernde Einkaufszentren und Renommier-Objekte, die nur eines gemein haben: sie stehen leer oder werden per Dekret gefüllt. Einer der wichtigsten Treiber des Wachstums in China ist eine ungeheure Blase auf dem Immobilienmarkt. Mehr und mehr Chinesen nehmen Kredite für den Hauskauf auf und heizen so den Boom ab. Beobachter aus dem Westen lassen sich von den Glitzerfassaden in Shanghai oder den hunderttausenden emsigen Arbeitern in den Sonderwirtschaftszonen blenden. Doch noch immer ist ein Großteil der Bevölkerung bitterarm und die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich. Aufstände von Wanderarbeitern, Minderheiten oder der Landbevölkerung werden meist brutal niedergeschlagen.

Die gelbe Gefahr besteht. Doch müssen wir uns nicht vor dem Aufstieg Chinas fürchten – im Gegenteil ein gesunder Aufstieg wäre ein Segen für die globale Wirtschaft – sondern vor dem Scheitern der Bemühungen Chinas in die Riege der Supermächte aufzusteigen. Bereits die Finanz- und Immobilienkrise des ungleich kleineren Dubai hat die Finanzmärkte in Aufruhr gebracht. Wie würde die Wirtschaft auf einen Zusammenbruch von China reagieren? Bricht der chinesische Boom in sich zusammen, gehen von Chinas global verzahnter Wirtschaft Schockwellen bis in den letzten Winkel der Welt aus.

Woher kommt die Redewendung der “Gelben Gefahr“? Sie ist ein Begriff aus der Kolonialzeit, mit dem die USA und die europäischen Kolonialmächte Ressentiments gegen asiatische Völker, insbesondere China, zu schüren versuchten. {Quelle: http://www.blog.handelsblatt.com}

 

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