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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst: Ostkirchen sind Brücken zur Orthodoxie 17. Oktober 2010

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 01:16

Papst Benedikt XVI. bei Ostkirchenrechts-Kongress: Ihre Verbindung mit der katholischen Gemeinschaft darf keinesfalls dazu führen, dass sie die Treue zu ihren Traditionen leugnen, die einen Reichtum für die ganze Kirche darstellen

Vatikanstadt (kath.net/KAP): Papst Benedikt XVI. hat die herausragende Rolle der katholischen Ostkirchen für die Universalkirche unterstrichen. Ihre Verbindung mit der katholischen Gemeinschaft dürfe keinesfalls dazu führen, dass sie die Treue zu ihren Traditionen leugneten, sagte der Papst am Samstag vor Teilnehmern eines Ostkirchenrechts-Kongresses im Vatikan. Weiters könnten die katholischen Ostkirchen einen wichtigen Beitrag zur Ökumene leisten, da sie auch viele Rechtsnormen mit der Orthodoxie gemeinsam hätten.

Die Konferenz fand anlässlich des 20. Jahrestags der Veröffentlichung des katholischen Ostkirchenrechts statt. Die volle Einheit der katholischen Ostkirchen mit der Kirche von Rom dürfe nicht zu Abstrichen am Bewusstsein um die eigene Authentizität und Originalität führen, unterstrich Benedikt XVI. Alle katholischen Ostkirchen hätte die Aufgabe, ihre gemeinsamen Disziplinarnormen zu bewahren und die eigenen Traditionen zu fördern, die einen Reichtum für die ganze Kirche darstellten. Die 23 katholischen Ostkirchen zählen zusammen knapp 20 Millionen Mitglieder. Die größten sind die griechisch-katholischen Ukrainer, die in Südindien ansässigen Syro-Malabaren, die Maroniten, deren Stammland der Libanon ist, sowie die Melkiten, die in zahlreichen Staaten des Nahen Ostens, aber auch in Übersee ansässig sind.

Alle Christen haben das Recht auf ein würdiges Leben

Papst Benedikt XVI. eröffnet die Sonderversammlung der Bischofssynode und betont, dass alle dazu aufgerufen sind, einen Beitrag zum Frieden in den Ländern der ‚Wiege des universalen Heilsplanes der Liebe’ zu leisten. Von Armin Schwibach

 
Rom (kath.net/as): Die Christen im Nahen Osten sind „lebendige Stein der Kirche“; sie haben das Recht auf ein würdiges Leben, so Benedikt XVI. in seiner Predigt zum feierlichen Gottesdienst im Petersdon, mit dem am heutigen Sonntag die Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten eröffnet wurde. Trotz aller Schwierigkeiten, denen die Christen im Heiligen Land gegenüberstünden, seien sie dazu berufen, erneut das Bewusstsein lebendig werden zu lassen, dass sie lebendige Steine für die Kirche im Nahen Osten sind, „bei den heiligen Orten unseres Heiles“.

Der Papst betonte, dass das würdige Leben in der eigenen Heimat vor allem ein grundlegendes Menschenrecht sei. Aus diesem Grund sei es notwendig, die Voraussetzungen für Frieden und Gerechtigkeit zu fördern, die unverzichtbare Bedingungen für eine harmonische Entwicklung aller Bewohner der Region seien. Eindringlich unterstrich Benedikt XVI. die Pflicht der Religionen, alle Formen der Gewalt zurückzuweisen, um zu einem wahren Frieden zu gelangen, der auch mit der Hilfe der internationalen Gemeinschaft zu erreichen sei. „Der Blick auf jenen Teil der Welt aus der Perspektive Gottes bedeutet, in ihm die ‚Wiege’ eines universalen Heilsplanes der Liebe zu erkennen, eines Geheimnisses der Gemeinschaft, das sich in der Freiheit verwirklicht und daher von den Menschen eine Antwort erfordert“, so der Papst. Daher seien alle Menschen in die Pflicht genommen, ihren Beitrag zu leisten. Die Christen würden fortfahren, dies nicht allein mit sozialen Werken wie Erziehungs- und Gesundheitseinrichtungen zu tun, sondern vor allem „im Geist der Seligsprechungen des Evangeliums, der die Praxis der Vergebung und der Versöhnung beseelt. Bei diesem Einsatz werden sie immer die Unterstützung der ganzen Kirche haben“.

Wie der Islam die Menschenrechte sieht

Islamwissenschaftler Carsten Polanz: Die ‚Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam’ unterscheidet sich maßgeblich von der ‚Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte’ der Vereinten Nationen

 
Düsseldorf (kath.net/idea): Das islamische und das westliche Menschenrechtsverständnis sind nicht identisch. Dies sollte bei der Diskussion um die Integration von Zuwanderern beachtet werden. Dieser Ansicht ist der am Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz tätige Islamwissenschaftler Carsten Polanz (Bonn). Laut Polanz ist die volle Gewährung von Menschenrechten nach islamischem Verständnis davon abhängig, dass die islamische Religion gelebt werde. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die 1990 verabschiedete „Kairoer Erklärung“. Das Dokument dient den 57 Mitgliedsstaaten der „Organisation der Islamischen Konferenz“ als Leitlinie für ihre Gesetzgebung.

Anders als bei der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen sei darin die Menschenwürde nicht als oberstes Prinzip verankert, so Polanz. Vorausgesetzt werde vielmehr eine Unterordnung unter das islamische Gesetz, die Scharia. Das habe weitreichende Folgen, etwa für die Religionsfreiheit. Die Kairoer Erklärung beschreibe den Islam als die „Religion der reinen Wesensart“. Darauf beruhe das Missionsverbot in islamischen Ländern und die Verfolgung und Ermordung von ehemaligen Muslimen, die zum Christentum übergetreten sind. Eine Trennung von Staat und Religion sei derzeit in islamischen Ländern nicht in Sicht.

 

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