kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Holland ist uns in der Islamdebatte Jahre voraus 17. Oktober 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 00:40

Die Niederländer haben sich schon lange von den Illusionen eines naiven Multikulturalismus verabschiedet. Das neue Kabinett setzt Zeichen.

 

Um Himmels Willen, die Niederlande rücken nach „rechts“! Seit Donnerstag regiert in Den Haag ein konservatives Minderheitskabinett aus Rechtsliberalen und Christdemokraten, toleriert von der Partei des Islamkritikers Geert Wilders, der am liebsten den Koran verbieten möchte. Wer manche Kommentare hierzulande liest, bekommt den Eindruck, als seien künftig Ausländer in den Niederlanden ihres Lebens nicht mehr sicher. Als wäre es wieder einmal Zeit für die Aktion „Ich bin wütend“. Unter diesem Slogan entrüsteten sich 1993 viele Niederländer darüber, dass Rechtsradikale in Solingen ein Haus mit türkischen Bewohnern in Brand gesetzt und fünf Menschen getötet hatten. Ein Radiosender in Amsterdam hatte dazu aufgerufen, gegen die deutsche Ausländerhatz zu protestieren. Man solle Postkarten mit der Aufschrift „Ik ben woedend“ an Bundeskanzler Helmut Kohl in Bonn schicken.

In wenigen Tagen gingen im Kanzleramt 1,2 Millionen Zuschriften ein. Hierzulande kam die Aktion nicht so gut an. Zum einen waren ja auch die Deutschen entsetzt und stellten sich kritische Fragen nach den Ursachen solcher Barbarei. Und außerdem irritierte der hohe Ton moralischer Überlegenheit, mit dem die Niederländer damals gern auftraten.

Deutsches Meinungsbild ähnelt dem niederländischen: Heute scheinen die Rollen vertauscht. Deutsche Kommentatoren sind wütend. Sogar die Bundeskanzlerin ist ein bisschen wütend, auch wenn sie ihre Kritik an der Duldungsvereinbarung mit Wilders in diplomatischere Worte kleidete. Das kam in den Niederlanden nicht gut an, weil man sich nur ungern von Deutschen moralisch belehren lässt. Auch fiel die CDU-Vorsitzende ihrem Kollegen Maxime Verhagen, dem Chef der niederländischen Christdemokraten, just in dem Moment in den Rücken, als dieser in seiner Partei für das Tolerierungsmodell warb.

Regierungssprecher Steffen Seibert verkündete gar, dass die große Mehrheit der Deutschen die Ideen eines Geert Wilders ablehne. Abgesehen davon, dass es Merkels Sprecher gar nicht zusteht, für alle Deutschen zu sprechen, ist seine Aussage auch fragwürdig. Denn parallel zur Regierungsbildung in Den Haag debattierte Deutschland über Thilo Sarrazin, die Rede des Bundespräsidenten und über die Rolle des Islam in westlichen Gesellschaften. Und Umfragen förderten ein Meinungsbild in der deutschen Bevölkerung zutage, das dem der Niederländer durchaus ähnelt. In unserem Nachbarland, wo der Anteil der Muslime deutlich höher ist als hierzulande, wurde diese Debatte schon vor zehn Jahren geführt. Sie begann mit dem Aufstieg Pim Fortuyns, der auf die Bedrohung westlicher Freiheiten durch den Islam hinwies.

Hinrichtung Van Goghs als Fanal: Das Fanal war die bestialische Hinrichtung des Filmemachers Theo van Gogh im Jahre 2004 durch einen in den Niederlanden geborenen Marokkaner, der als gut integriert galt. In der einst liberalen Stadt Amsterdam nahm die Gewalt von Muslimen gegen Juden derart zu, dass die Polizei überlegte, Beamte in Zivil mit Kippa als „Lockvögel“ auf die Straße zu schicken. Das konnte nicht ohne politische Folgen bleiben. Nach und nach verabschiedeten sich die Niederländer von den Illusionen eines naiven Multikulturalismus, und sie räumten auch andere Ideen des sozialdemokratischen Zeitalters ab, die sich als überholt oder unbezahlbar erwiesen haben. Und fast alle niederländischen Parteien änderten ihren Standpunkt. Das gilt auch für die Rechtsliberalen unter ihrem Chef Mark Rutte, die bei den Parlamentswahlen im Juni erstmals stärkste Kraft wurden – mit der Ankündigung eines drastischen Sparkurses, wirtschaftspolitischem Verstand und der Forderung nach einem härteren Kurs bei Integration und öffentlicher Sicherheit.

Vertrauensverhältnis der holländischen Regierenden: Nun ist Rutte der erste liberale Premier der Niederlande seit 1918, ein „holländischer Junge“ voller Tatkraft und Charme, der sich eine hohe Popularität über Parteigrenzen hinweg erarbeitet hat. Er und seine Partner Verhagen und Wilders scheinen entschlossen, das Tolerierungsbündnis trotz der knappen Mehrheit von nur einer Stimme im Parlament zum Erfolg zu führen. Die drei verbindet ein Vertrauensverhältnis. Das erhöht ihre Chancen, länger zu regieren als die zuletzt immer schneller zerbrochenen Koalitionen in Den Haag. Die Niederländer stehen mehrheitlich hinter dem Konsolidierungsprogramm der neuen Regierung. Besorgt sind sie nicht. Also sollte es auch der Rest Europas nicht sein. Wenn wir den Holländern in diesen Tagen Post schicken, müsste der Slogan heißen: „Liebe Nachbarn, viel Glück!“
 
{Quelle: Welt Online: Von Rainer Haubrich – Pfiffe und Beifall für Geert Wilders: Der Rechtspopulist und Islamkritiker Geert Wilders aus den Niederlanden sorgt in Deutschland für heftige Reaktionen. Sein Vortrag in Berlin wurde von Protesten begleitet. Vor den Türen des Hotels, in dem er seine Rede hielt, wurde Wilders mit Sprechchören wie „Nazis raus“ empfangen. Dem Gründer der in den Niederlanden erfolgreichen Partei für Freiheit (PVV) wird vorgeworfen, er schüre die Konflikte zwischen den Religionen. Er hatte unter anderem den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. Fast alle Kommunalpolitiker waren sich einig, dass Wilders in Berlin nicht willkommen sei. Sogar seine eigenen Landsleute protestierten gegen ihn. Wilders war auf Einladung des ehemaligen Berliner CDU-Abgeordneten René Stadtkewitz nach Berlin gekommen. Die CDU hatte den islamkritischen Parlamentarier Stadtkewitz daraufhin aus der Fraktion ausgeschlossen. Stadtkewitz kündigte nun die Gründung einer eigenen Partei namens „Freiheit“ an. Bei dem Vortrag gab es aber auch viel Beifall für Wilders, der auch schon mal erklärt hatte, dass die Kopftücher muslimischer Frauen das Landschaftsbild „verschmutzten“}.

 

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