kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst eröffnet Synode und ermutigt Christen des Orients 14. Oktober 2010

Filed under: Christenverfolgung,Kirche — Knecht Christi @ 04:06

Patriarchen und Bischöfe aus Nahost beraten mit der Weltkirche

 

Vatikanstadt (KNA): Zum ersten Mal ist im Vatikan eine Bischofssynode für den Nahen Osten zusammengetreten. Zum ersten Mal haben sich fast alle 130 Bischöfe von Kairo bis Teheran mit dem Papst und Vertretern der Weltkirche versammelt. Und zum ersten Mal bilden nicht die lateinischen Katholiken die Mehrheit, sondern Vertreter von sechs katholischen Ostkirchen: Maroniten, Melkiten, Chaldäer sowie katholische Armenier, Kopten und Syrer.

Die Versammlung wolle eine unter schwierigen Bedingungen lebende katholische Minderheit zum Thema der Universalkirche machen, sagte der Papst in seiner Predigt. Sie wolle sie in ihrer Gemeinschaft und ihrem Zeugnis stärken und ihnen helfen, die aktuelle Probleme zuversichtlich anzugehen. Sie solle den Gläubigen helfen, inmitten der Spannung und Konflikte „Zeichen und Instrument der Einheit und der Versöhnung“ zu sein.

Die Katholiken müssten weiterhin „als lebendige Steine der Kirchen im Mittleren Osten, an den Orten der Heilsgeschichte leben“, ermunterte der Papst. Voraussetzung sei ein menschenwürdiges Leben in Harmonie, Frieden und Gerechtigkeit. Dazu müsse die internationale Politik beitragen, indem sie nachdrücklich die Friedenssuche unterstützt. Dazu müssten die Religionen ihren Beitrag leisten, indem sie geistige und kulturelle Werte fordern und jeder Gewalt eine Absage erteilen. Und dazu müssten die Christen selbst beitragen – durch ihre Arbeit im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen. Aber auch im „Geist der Bergpredigt“, als Friedensstifter, als Promotoren der Gerechtigkeit, durch ihren Einsatz für Vergebung und Versöhnung.

Die Auftaktmesse im Petersdom folgte dem lateinischen Ritus – mit gregorianischem Choral, Antiphonen und Orgelmusik. Aber schon die goldenen Kronen und Gewänder der orientalischen Würdenträger, die Tiaren und Mitren der Patriarchen und Metropoliten unterschieden die Feier von den meisten Papstmessen. Etliche Elemente waren den ostkirchlichen Liturgien entnommen. Der interrituelle Chor des Päpstlichen Orientalischen Kollegs sang abwesend auf Arabisch, Griechisch oder Syrisch, und die Gemeinde betete zudem auf Türkisch, Hebräisch und Farsi.

Die Nahost-Synode solle kein politisches, sondern ein pastorales, ein kirchliches Ereignis sein, stellte Benedikt XVI. klar. Aber natürlich könne man die „delikate und mitunter dramatische soziale und politische Situation in einigen Ländern“ der Region nicht ignorieren. Zunächst gehe es um eine Belebung des kirchlichen Lebens in der Region, um die Zusammenarbeit der verschiedenen katholischen Riten. Und dann um den Kontakt zu den anderen christlichen Kirchen; denn Orthodoxe, Armenier, Kopten und Lutheraner stehen vor Ort vor ähnlichen Problemen wie die katholischen Mitbürger.

Darüber hinaus ist dem Papst der Dialog mit den Mehrheitsreligionen, mit Judentum und dem Islam, wichtig. Die Ansprachen von Rabbiner David Rosen und den beiden Islam-Vertretern – des libanesischen Sunniten Muhammad Al-Sammak und des iranischen Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Ahmadabadi – werden dabei voraussichtlich Highlights sein.

Denn es geht auch generell um die Existenz der christlichen Minderheiten in ihrer Ursprungsregion. In den Ländern des Nahen Ostens machen die Katholiken 5,7 Millionen oder 1,6 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, die Christen insgesamt 5,6 Prozent (20 Millionen). Besonders schwierig ist ihre Lage aufgrund von politischen Krisen oder auch religiöser Radikalisierung in Ägypten, im Irak, in der Türkei wie im Heiligen Land.

Daher wird man mit Aufmerksamkeit verfolgen, wie sich die Synodalen aus Nahost in der Vatikan-Aula präsentieren: wie offen und selbstbewusst sie auftreten; wie sie die Belange ihrer Ortskirchen vertreten; wie sie ihr christlichen Zeugnis leben und bekunden. Und wie groß auch ihre Bereitschaft zur Kooperation mit den anderen katholischen Riten, mit den nicht-katholischen Kirchen, aber auch mit Judentum und Islam ist. {Quelle: http://www.katholisch.de – Von Johannes Schidelko – Mit einer Festmesse im Petersdom hat Benedikt XVI. die Bischofssynode am Sonntag feierlich eröffnet}

 

In großer Sorge – Katholische Kirche zu Christen im Orient

Bischöfe, Theologen und Experten beraten auf einer Sondersynode der katholischen Kirche über die zum Teil dramatische Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten. Neben mangelnder Religionsfreiheit sollen auch die Folgen der verschiedenen Konflikte in der Region (Israel-Palästina, Irak-Krieg) für die Christen thematisiert werden.

Unter dem Titel „Die katholische Kirche im Mittleren Osten. Gemeinschaft und Zeugenschaft“ kommen im Vatikan Vertreter der unterschiedlichen kirchlichen Gemeinschaften, die im Orient leben und arbeiten, bis zum 24. Oktober zusammen. Dabei ist die Lage der christlichen Gemeinschaften im Orient sehr unterschiedlich. Während in manchen Ländern Religionsfreiheit herrscht, Kirchen gebaut und öffentlich Gottesdienste gefeiert werden können (z.B. Libanon), leiden Christen z.B. in Saudi-Arabien oder im Irak unter extremer Benachteiligung bis hin zu aggressiver Verfolgung.

„Wo die Bibel entstand, wird es bald keine Christen mehr geben“! Schon im März 2007 berichtete das UN-Flüchtlingskommissariat, dass z.B. Christen im Irak ihres Lebens nicht mehr sicher sein können. Mehr als zwei Drittel der rund 700.000 Christen haben in den vergangenen Jahren das Land verlassen. Zahlreiche Angriffe auf Kirchen und kirchliche Einrichtungen, aber auch auf Geschäfte von Christen, haben Menschen bewogen zu fliehen. Allein am 12. Juli 2009, einem Sonntag, gab es im Irak 12 Bombenanschläge auf Kirchen. Zudem sehen viele junge Christen wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage keine Zukunft mehr in ihren Heimatländern und suchen verstärkt in Europa, den USA oder in Australien ihr Glück – ein großes Problem für die Kirchen. Kardinal Walter Kasper, ehemaliger Ökumene-Minister im Vatikan, bringt die Sorge auf den Punkt: „Wenn wir ins Heilige Land kommen, wollen wir ja nicht nur tote Steine besuchen, sondern lebendige Gemeinden“!

Suche nach Einigkeit: Insgesamt gibt es in der Region sieben unterschiedliche katholische Kirchen, die die Autorität des Papstes anerkennen, die aber ihre eigenen Traditionen und Riten pflegen. Statt der kulturellen Abgrenzung, die manche dieser Gemeinschaften praktizieren, wünschen sich viele mehr Geschlossenheit, um auch nach außen hin wirken zu können. Die Synode soll dazu beitragen, die jeweils anderen Gemeinschaften wahrzunehmen und sie nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung für das eigene geistliche Leben zu sehen.

Schwierige Lage in politisch instabiler Region: Themen der Versammlung werden u.a. die mangelnde Religionsfreiheit, die Folgen der Konflikte in der Region für die christlichen Gemeinschaften, aber auch die Möglichkeiten des christlich-islamischen Dialogs sein. Auch über die Auswirkungen eines islamischen Fundamentalismus auf das Leben der Christen soll gesprochen werden. Ein wichtiges Ziel der Synode soll deshalb auch eine Stärkung der christlichen Gemeinschaften in dieser schwierigen Situation sein. {Quelle: http://www.swr.de –  SWR1 Sonntagmorgen}

 

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