kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Als „Kartoffelfresser“ und „Hure“ beschimpft 12. Oktober 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 03:04

Integration Berliner Lehrer beklagen Deutschenfeindlichkeit – Mehr Unterstützung für Schulen gefordert

 

Berlin: „Kartoffelfresser“, „Streber“, „Opfer“ – so schallt es in Berlin über die Schulhöfe. Vier Jahre nach dem Brandbrief der Lehrer an der Neuköllner Rütlischule schlagen jetzt erneut Pädagogen Alarm, weisen auf „eine Art von Deutschenfeindlichkeit“ hin, auf verhärtete Fronten zwischen deutschen Jugendlichen einerseits und vor allem arabisch- und türkischstämmigen Schülern andererseits. Deutsche Kinder und Jugendliche hätten „zuweilen das Gefühl, dass sie aus der Schule gedrängt werden sollten“. Sehr oft würden sie „mit Wut im Bauch nach Hause“ gehen und fühlten sich unterwegs bedroht, schreiben die beiden Berliner Pädagogen Andrea Posor und Christian Meyer nun in einer Lehrerzeitschrift. Erst am Wochenende hatte die Gewerkschaft GEW dem Thema einen Fachkongress gewidmet. Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh – viele Stadtteile in deutschen Großstädten mit hohem Migrantenanteil plagen die gleichen Sorgen. In vielen Klassen sind deutsche Schüler inzwischen in der Minderheit. Viele der nicht-deutschen Schüler definieren sich durch ihr „Nichtdeutschsein“. „Die Deutschen sind die Anderen, gehören nicht zum Wir“, analysieren die Berliner Posor und Meyer. In Problemvierteln würden Migranten weitgehend unter sich bleiben, Deutsche vielfach verachtet und „Deutschland nur als Beutegesellschaft“ betrachtet.

Die Jugendlichen seien gefangen in einem Kreislauf von Transferabhängigkeit und Bildungsversagen: „Sie kompensieren Frustrationen und Perspektivlosigkeit durch Macho-Gehabe.“ Deutschsprachige Mitschüler würden durch gezielte Benutzung des Türkischen in Gesprächen ausgeschlossen. Im Berliner Abgeordnetenhaus forderte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mehr gegenseitigen Respekt. „Diskriminierung ist nicht akzeptabel, das gilt ohne Wenn und Aber in jeder Richtung und für jeden“, sagte Zöllner. „Es darf auch keine Gewalt und kein Mobbing gegen Deutsche geben“. Berlins CDU-Chef Frank Henkel reagierte in scharfem Ton auf Berichte von Lehrern, wonach in Schulen, deren Schüler überwiegend aus Zuwandererfamilien stammen, diese die übrigen beschimpfen und schikanieren. „So wie wir es unerträglich finden, dass sich ein Dunkelhäutiger nachts fürchten muss, so finden wir es unerträglich, wenn sich ein blondes, deutsches Mädchen auf dem Schulhof in Neukölln als Hure beschimpfen lassen muss“, sagte Henkel und sah eine Ursache in Moscheevereinen, wo muslimische Schüler zu Hasstiraden aufgestachelt würden.

Er warf insbesondere den Grünen vor, die Debatte „wegschweigen“ zu wollen, weil Täter mit ausländischen Wurzeln nicht in ihr Weltbild passten. Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop erwiderte, auch sie wolle diese Debatte, nicht aber in Henkels Ton. „Da war der Bundespräsident etwas niveauvoller“, sagte Pop mit Blick auf die Rede von Christian Wulff zur Integration am Tag der Deutschen Einheit. Zöllner bemerkte, gegenseitige Akzeptanz sei nicht auf Befehl zu erreichen, sondern über das Miteinander-Reden, etwa im Ethik-Unterricht. Es gebe bei den christlich-abendländischen und den islamischen Werten eine große Schnittmenge. {Quelle: NWZ-Online – von Rasmus Buchsteiner – Und Burkhard Fraune Streitthema: das Verhältnis von deutschen und muslimischen Schülern BILD: dpa}

 

Angriff auf die Deutschenfeindlichkeit

Die Integrationsbeauftragte beklagt unhaltbare Zustände. Lehrer sprechen von der „Notgemeinschaft“ deutscher Schüler.

Zu den unbequemen Wahrheiten der Integrationsdebatte gehört die in sozialen Brennpunkten offen, und vielfach auch gewaltsam demonstrierte Deutschenfeindlichkeit. Diese Wahrheit wird leider nur zu oft verschwiegen. Und wenn sie doch jemand einmal ausspricht, setzt er sich den Attacken einer breiten Allianz aus rot-grünen Politikern und den Vertretern all jener Verbände aus, die Menschen mit ausländischen Wurzeln vertreten wollen. Nun hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), die Deutschenfeindlichkeit an Berliner Schulen angeprangert. Das ist mutig, denn auch in ihrer Partei haben in den vergangenen Jahren immer mehr Politiker die Augen vor den Missständen verschlossen. Motto: Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Leider ist es aber doch so. Zwei Berliner Lehrer haben dies mehr als deutlich belegt. Ihren Aufsatz in einer Lehrerzeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nahm Ministerin Böhmer zum Anlass ihrer mehr als berechtigten Intervention.

Machtspiel in den Klassenzimmern: „Viele deutsche SchülerInnen empfinden sich als eine abgelehnte, provozierte, diskriminierte Minderheit, meist ohne nicht-deutsche Freunde“, schreiben die Lehrer vom Gewerkschafts-Ausschuss für multikulturelle Angelegenheiten. „In den Klassen komme es, äußern deutsche SchülerInnen, immer wieder zu Beschimpfungen und Konflikten: Namen werden verballhornt, Schüler bedroht und gemobbt. Bei Konflikten erhielten die nicht-deutschen Schüler meist rasch Hilfe von Verwandten oder Freunden. Bei der Gruppe der deutschen SchülerInnen sei das oft nicht der Fall. Vor allem der Aufenthalt auf dem Schulhof wird zuweilen als ein Spießrutenlaufen mit diversen Beschimpfungen erlebt“.

Sie sprechen von einem „Machtspiel, bei dem die eigentlich privilegierte Gruppe diese Privilegien durch die Mehrheitsverhältnisse verloren hat“. Die verbleibenden deutschen Schüler bildeten eine „Notgemeinschaft“. Der Bezirk Kreuzberg werde dabei vor allem für die türkischstämmigen Jugendlichen mehr und mehr zu einem „mystifizierten Ghetto“. Es gibt andere Pädagogen, die leiten das aggressive Verhalten aus einem „politischen Extremismus“ ab, der nicht nur Deutsche, sondern alle Nichtmuslime treffe. Damit stellen sie jedenfalls klar, von wem diese gewaltbereite Form der Diskriminierung ihrer Meinung nach ausgeht. Es sind junge Muslime. Auch Polizisten berichten über eine deutlich zunehmende Deutschenfeindlichkeit vor allem unter türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen. Und indirekt kommen auch die Autoren des Aufsatzes in der GEW-Zeitung zu diesem Schluss. Sie schrieben, dass das „verbindende Element“ der Diskriminierenden „am ehesten der gemeinsame Islam zu sein scheint“.

Ein weiteres verbindendes Element ist aber sicher auch ihre soziale Stellung. Sie stammen fast alle aus sogenannten bildungsfernen, sozial schwachen Schichten, und nicht wenige von ihnen streben bereits früh eine kriminelle Karriere an. Die Berliner Jugendrichterin Kirstin Heisig hat dies detailliert dokumentiert. Über all dies haben Integrationspolitiker gern hinweggesehen. Da aber inzwischen sogar Lehrer einer eindeutig links verorteten Gewerkschaft diese Fragen ansprechen, können sie nun vielleicht in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs angegangen werden. Denn diese Problematik dürfte nicht allein in Berliner Bezirken mit einem hohen Anteil muslimischer Migranten auftreten, sondern ebenso in Hamburg-Wilhelmsburg, Duisburg-Marxloh, Köln-Kalk oder Frankfurt-Rödelheim.

Böhmer: Das sind keine Einzelfälle: „Wir müssen die Berichte von Berliner Schulen ernst nehmen: Es sind offensichtlich keine Einzelfälle mehr, dass sich Schüler und Lehrer deutschfeindliche Äußerungen anhören müssen“, sagt Böhmer. Es sei nicht hinzunehmen, „wenn sich Schüler nicht mehr auf den Pausenhof trauen oder wenn Lehrer eingeschüchtert werden“. Wie weit die gewaltbereiten Schüler zum Teil gehen, schildert ein Berliner Streetworker der „Bild“-Zeitung. Ein 15-Jähriger Realschüler sei als „Weichei“ verschrien, weil er eine Brille trage und blasse Haut habe. „Es sprach sich herum, dass man mit ihm machen konnte, was man will – er musste Schutzgeld an ältere ausländische Schüler zahlen. Irgendwann konnte er nicht mehr, dachte an Selbstmord“, so der Sozialarbeiter.

In einem Video berichtet der Junge selbst, er sei anfangs schon wegen seiner guten deutschen Aussprache gehänselt worden. Alle anderen Schüler sprechen die sogenannte „Kanak Sprak“, ein dumpf gesprochenes, grammatikalisch verdrehtes Deutsch ohne Artikel. Deutsch sei Schulsprache, sagt Maria Böhmer. „Das muss eine Selbstverständlichkeit sein“. Ist es aber nicht. Wer fließend Deutsch spricht, ist in diesen sozialen Brennpunkten Außenseiter und potenzielles Opfer einer Aggression. Das gilt für Jugendliche mit türkischen oder arabischen Wurzeln ebenso wie für deutsche. Sobald sie strebsam sind, Deutsch lernen und ihre Lehrer respektvoll behandeln, werden sie diskriminiert. Unter der gegen sie ausgeübten Gewalt leiden sie oft noch Jahre später. Und in den Bezirken entstehen Machtstrukturen, die den Rechtsstaat sukzessive aushöhlen. {Quelle: welt.online – Von Günther Lachmann}

{Migranten in Deutschland: Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken. Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach Spanien. Obwohl Deutsche zunehmend nach Österreich ziehen, leben noch immer deutlich mehr Österreicher in Deutschland als umgekehrt. Menschen migrieren aus vielen verschiedenen Gründen. Nach Deutschland kommen besonders viele Zuwanderer wegen der Reisefreiheit innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz. Niedrig ist die Zahl der Zuwanderer, die dauerhaft nach Deutschland kommen – sie liegt deutlich unter dem OECD-Durchschnitt}.

 

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