kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Türkei lässt grüßen 8. Oktober 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 04:10

Kai ist schwul; Murat auch!

Türkei will Berliner Sphinx zurück

Das Berliner Pergamon-Museum soll eine hethitische Sphinx zurückgeben – sonst dürfen deutsche Archäologen in der Türkei nicht mehr graben. Das Ultimatum markiert eine neue Eskalation im seit Jahrzehnten schwelenden Streit.

 

Im Streit um die Rückgabe von archäologischen Kunstschätzen aus europäischen Museen zieht die Türkei die Daumenschrauben an – und beginnt dabei mit Deutschland. Wenn das Pergamon-Museum in Berlin nicht die hethitische Sphinx von Hattuscha herausgebe, dann werde dem Deutschen Archäologischen Institut die Grabungslizenz für Hattuscha entzogen, kündigte der türkische Kulturminister Ertugrul Günay jetzt an. Das Ultimatum markiert eine neue Eskalation im seit Jahrzehnten schwelenden Streit um zahlreiche anatolische Kunstschätze in europäischen Museen, bis hin zum Pergamon-Altar selbst. Dabei könnten außer der Ausgrabung in Hattuscha auch andere deutsche Grabungen in Gefahr sein; das DAI gräbt in der Türkei unter anderem in Pergamon und in Milet.

Seit mehr als hundert Jahren forschen deutschen Archäologen in Hattuscha, der einstigen Hauptstadt des Hethiterreiches in Zentralanatolien – es ist die bedeutendste deutsche Ausgrabung der Bronzezeit im Vorderen Orient. Zwischen 1915 und 1917 brachten die deutschen Forscher dort zwei besonderes prächtige Fundstücke – zwei mächtige steinerne Sphingen von einem Tor in der Stadtmauer – nach Berlin, um sie dort zu restaurieren. Nach der Restaurierung wurde nur eine der beiden Figuren in die Türkei zurückgebracht; die andere Sphinx nahmen die Deutschen gewissermaßen für ihre Arbeit in Zahlung und behielten sie in Berlin. Der Streit darüber, ob das rechtens war, tobt nach fast einem Jahrhundert noch immer – und erreicht mit dem türkischen Ultimatum nun eine neue Qualität.

Die Sphinx von Hattuscha führt eine lange Liste von anatolischen Kunstschätzen aus mehreren Jahrtausenden an, die in europäischen Museen und amerikanischen Sammlungen verstreut sind – darunter der trojanische Priamus-Schatz in Moskau, das Markttor von Milet in Berlin, die Jupiter-Statue von Smyrna in Paris, der Löwe von Knidos in London und tausende weitere Schätze. Viele dieser Fundstücke wurden mit Genehmigung der osmanischen Behörden ausgeführt; umstritten ist in diesen Fällen, ob Kulturschätze aufgrund solcher – teils unter zweifelhaften Bedingungen erteilten – Genehmigungen für immer von ihrem Herkunftsort getrennt werden dürfen. Der Fall der Sphinx ist aber besonders kontrovers, weil für sie keine Ausfuhrgenehmigung vorlag.

Der türkische Kulturminister Günay hatte wegen der Sphinx in diesem Frühjahr wieder in Berlin vorgesprochen und dabei offenbar schon angedeutet, dass er sonst zu Konsequenzen für die deutschen Grabungen entschlossen sei – doch erneut vergebens. Nun macht der Minister ernst. Wenn Deutschland die Sphinx nicht zurückgebe, dann werde er die Grabungslizenz für Hattuscha annullieren, zitierte ihn die Zeitung „Aksam“ am Montag. Die Einwände der Berliner Museumsleitung, dass die Sphinx in der Türkei nicht fachgerecht erhalten werden könne, wies Günay kürzlich in einem türkischen Interview zurück. „Wir haben ein schönes neues Museum in Corum“, wo Hattuscha liegt, sagte Günay der Zeitung „Habertürk“. „Und wir renovieren gerade das Museum von Hattuscha, damit wir der Welt sagen können: ‚Wir können unsere Kunstgegenstände ebenso gut erhalten wie ihr.’“

{Tagesspiegel – Von Susanne Güsten – Im Berliner Pergamon-Museum lagern Kunstschätze, die die Türkei für sich beansprucht}

 

Auch wegen Sarrazin: Türkei beklagt Rechtsruck in Europa

Auch mit Blick auf Sarrazins Thesen wirft der türkische Europaminister vor dem Erdogan-Besuch in Berlin den konservativen Parteien Westeuropas Versagen vor.

Kurz vor dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin hat die Regierung in Ankara den konservativen Parteien in Westeuropa vorgeworfen, rechtsradikalen Gruppen nachzueifern. Die jüngsten Erfolge rechtsgerichteter und populistischer Parteien in Westeuropa seien besorgniserregend, sagte der türkische Europaminister Egemen Bagis dem Tagesspiegel. „Genauso bedenklich ist die Übernahme von rechtsgerichteter Rhetorik und Politik durch die so genannte rechte Mitte“, sagte Bagis. Als Beispiel nannte er die Ausweisung der Roma aus Frankreich. Diese sei schließlich nicht von rechtsgerichteten Parteien angeordnet worden, „sondern von einer Mitte-Rechts-Regierung“. Zusammen mit Erdogan will Bagis in den kommenden Tagen die Bundesrepublik besuchen. Es ist die erste hochrangige Begegnung zwischen der türkischen und der deutschen Regierung seit dem Streit um die migrationspolitischen Thesen des ehemaligen Bundesbankers Theo Sarrazin. Bagis und Erdogan wollen sich am Freitag auch das EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei in Berlin anschauen

Im Tagesspiegel-Gespräch äußerte sich Bagis mit Blick auf Sarrazin besorgt über „Versuche bestimmter Gruppen in Westeuropa, Migranten aus der Türkei oder anderen Ländern zu Sündenböcken zu machen“. Umso erfreulicher sei gewesen, dass Sarrazins Thesen heftige Empörung ausgelöst hätten und dass Sarrazin von seinem Posten bei der Bundesbank habe zurücktreten müssen. Zwar habe die erste Generation türkischer Migranten in Deutschland erhebliche Probleme bei der Integration gehabt, räumte Bagis ein. „Aber wenn ich mir die junge Generation der Deutsch-Türken anschaue, sehe ich beeindruckende Erfolgsgeschichten von der Politik bis zur Literatur, von der Wirtschaft bis zum Kino“.

Bagis, Minister für EU-Angelegenheiten und Chefunterhändler der Türkei bei den EU-Beitrittsgesprächen seines Landes, betonte im Zusammenhang mit der Migrations- und Islamdebatte die Bedeutung einer EU-Mitgliedschaft seines Landes. „Ich glaube, dass der türkische Beitritt zur Europäischen Union das beste Gegenmittel gegen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie wäre.“ Er erinnerte an das Europamotto „In Vielfalt geeint“.

Fünf Jahre nach Beginn der türkischen Beitrittsgespräche im Oktober 2005 ist die Fortdauer der türkischen Europaverhandlungen jedoch gefährdet. Die EU hat acht von 35 Verhandlungskapiteln gesperrt, weil sich die Türkei weigert, ihre Häfen für Schiffe aus der zur EU gehörenden griechischen Republik Zypern zu öffnen. Gegen weitere Kapitel hat die Regierung in Nikosia ihr Veto eingelegt, andere sind durch den Einspruch Frankreichs blockiert. Türkische Diplomaten befürchten, dass die Verhandlungen Ende des Jahres deshalb ganz zum Erliegen kommen könnten. Als Ausweg forderte Bagis die Umsetzung des sogenannten Direkthandels zwischen der EU und dem türkischen Teil Zyperns. Brüssel hatte nach dem Nein der griechischen Zyprer zu einem UN-Friedensplan im Jahr 2004 angekündigt, die internationale Isolierung des türkischen Sektors mithilfe des direkten Handels mit dem Inselteil zu durchbrechen. Die griechischen Zyprer blockieren die Umsetzung dieser Ankündigung jedoch, weil sie eine Aufwertung des türkischen Sektors durch den Direkthandel verhindern wollen. Zypern ist seit einem griechischen Putsch in Nikosia und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt.

Sollten die EU-Staaten dem Direkthandel zustimmen und ihre Schiffe in den türkischen Teil Zyperns schicken, dann werde auch die Türkei ihrerseits ihre Häfen und Flughäfen für griechisch-zyprische Schiffe und Flugzeuge öffnen, sagte Bagis. Dann könnten die acht wegen des Zypern-Konflikts gesperrten Verhandlungskapitel freigegeben werden. „Es kann doch nicht sein, dass die Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union zur Geisel eines einzigen Mitgliedslandes und dessen enger Auslegung der eigenen Interessen werden“, sagte Bagis. „Wir arbeiten geduldig, lernen unsere Lektion und hoffen, den Beitrittsprozess erfolgreich abzuschließen“, sagte Ministerpräsident Erdogan am Montag in Sofia nach Gesprächen mit dem bulgarischen Regierungschef Bojko Borissow. Die Türkei werde allerdings kontinuierlich auf ihrem Weg zur europäischen Integration aufgehalten, kritisierte Erdogan. {Der Tagesspiegel – Von Thomas Seibert}

 

Respekt für Schwule auf Türkisch

Eine Broschüre des LSVD erklärt Homosexualität auf Türkisch und Arabisch – weil migrantische Jugendliche besonders vorurteilsbeladen seien.

„Kai ist schwul. Murat auch“! Mit diesem Slogan machte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) 2004 mobil gegen Diskriminierung. Nun legt der Verein nach: Eine Infobroschüre in deutsch-türkischer und deutsch-arabischer Fassung soll über Homosexualität aufklären. Laut LSVD zeigt eine Umfrage von 2006 unter knapp 1.000 Berliner Schülern: Fast 80% der türkischstämmigen Jungen halten es für „abstoßend“, wenn sich zwei Männer auf der Straße küssen. Bei deutschstämmigen sind es 48%. Und nur 37,5% der „Türken“ spricht Homosexuellen die gleichen Rechte zu wie Heterosexuellen, bei den „Deutschen“ sind es immerhin 74%.

Die Broschüre „Respekt verdient Liebe“ des LSVD soll dies ändern. „Wir möchten Jugendliche informieren – auch jenseits der persönlichen Arbeit an Schulen“, sagte Sprecher Jörg Steiner bei der Vorstellung am Montag. Das Heft wurde 5.000-mal gedruckt und an Bürgerämter, Jugendzentren und Quartiersmanagements verteilt. Es erzählt vom Alltag von Homosexuellen; von Identitätsfragen und Familienplanung, aber auch von sozialer Ausgrenzung. Bewusst greift die Broschüre Vorbehalte auf: „Ist Homosexualität unnatürlich?“ oder „Ist das Schwulenmilieu kriminell“? Die Antwort folgt in einfacher Sprache: „Natürlich sind nicht alle Schwule oder Lesben Engel. US-Forscher haben aber ermittelt: In homosexuellen Beziehungen kommt es aber viel seltener zu Gewalt als bei heterosexuellen Eheleuten“.

Finanziert wurde die Broschüre von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Integration. Senatorin Carola Bluhm (Linke) zeigte sich optimistisch: „Ich hoffe, dass sie eine Debatte in der arabischen Community auslöst.“ Auch Safter Cinar vom Türkischen Bund in Berlin und Brandenburg sieht Aufklärungsbedarf: „Entweder jeder respektiert jeden oder irgendwas ist da faul.“ Doch die Broschüre soll noch mehr leisten: Jugendlichen mit Migrationshintergrund soll die Angst vor dem eigenen Coming-out genommen werden. „Wir haben sehr viele Anfragen“, sagte Gülhan Reifers vom Zentrum für Migranten, Schwulen und Lesben (Miles). „Nun kann ich ihnen wenigstens etwas an die Hand geben“. {taz.de: Von Alexandra Rojkov}

 

Gut ausgebildete Türken zieht es weg aus Deutschland

Viele in Deutschland ausgebildete Türken kehren zurück an den Bosporus, weil sie sich dort bessere Chancen ausrechnen. Architekt Durul Kusdemir sitzt im eleganten Konferenzraum der Iki Design Group (Istanbul) und erklärt mit leicht bayerischem Zungenschlag das Geheimnis einer türkischen Erfolgsgeschichte. In Deutschland sei das Potenzial für ehrgeizige Architekten einfach zu klein, sagt er. Wer hinaus will, hoch hinaus wie auf die Wolkenkratzer, deren Abbildungen den Raum schmücken, der „findet in der Türkei offene Türen und fast unbegrenzte Möglichkeiten. Das Spielfeld ist die ganze Welt, nicht das langsame, leicht provinzielle Deutschland“, so Kusdemir. Der Unterschied sei, dass die Deutschen warten, bis jemand etwas möchte. Erst dann bewerben sie sich um den Auftrag. „Türkische Unternehmen dagegen laden Regierungen und Institutionen nach Istanbul ein, zeigen, was sie können, und fragen dann, ob man nicht etwas wünscht.“ Die größten türkischen Unternehmen, so sagt Kusdemir, bauen mittlerweile gar nicht in der Türkei, sondern in der ganzen Welt an Prestigeprojekten. Da will man als Architekt natürlich dabei sein.

Ein perfekt integrierter Erfolgstyp: Leute wie Kusdemir wären auch in Deutschland erfolgreich. Er hat in Deutschland studiert, ist dort aufgewachsen, war dort noch vor wenigen Jahren Partner in einem großen Architektenbüro. Er hat in Deutschland „einen Mehrwert bekommen“, sagt er. Diesen Mehrwert setzt er nun in der Türkei um. Vor drei Jahren kam er nach Istanbul. Er ist einer von vielen exzellent ausgebildeten, in Deutschland perfekt integrierten Erfolgstypen, die Deutschland dennoch den Rücken kehren, um in die türkische „Heimat“ zurückzukehren. Wer zurückbleibt, das sind oft die ungebildeten, nicht integrationswilligen Landsleute. Insofern fragt man sich in Deutschland: Was macht das Land falsch? Wie stellt man es an, diese guten Leute und damit die getätigten Investitionen in deren Ausbildung nicht zu verlieren? Wie viele es sind, die an den Bosporus zurückkehren, darüber gibt es keine Statistiken. „Der Trend ist eindeutig steigend“, sagt Unternehmensberater Arda Sürel, selbst ein erfolgreicher Rückkehrer. Nach Angaben des deutschen Statistischen Bundesamts lag die Zahl der Rückkehrer im Jahr 2008 bei etwas über 34.800, leicht unter der Zahl im Jahr 2003 (37.000). Geändert hat sich das Verhältnis zwischen Zuzügen und Abgängen: 2003 kamen noch 50.000 Türken nach Deutschland, im Jahr 2008 waren es nur noch 26.600. Mehr türkische Staatsbürger ziehen also weg aus Deutschland, als herkommen.

In Gesprächen mit zahlreichen Rückkehrern lässt sich feststellen, dass die meisten von ihnen deutsche Staatsbürger sind. Die werden von der deutsch-türkischen Migrationsstatistik nicht erfasst – sind aber wohl ein großer Posten in der Zahl von jährlich insgesamt 175.000 deutschen Auswanderern. Als Deutschtürke mit deutschem Pass bekommt man in der Türkei eine sogenannte blaue Karte und kann arbeiten. Oft mit großem Erfolg. Besonders Facharbeiter sind gefragt, solche wie Fliesenleger Erkan Balkis: „Wir haben deutsche Tugenden, die hier fehlen – Genauigkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, und als Fliesenlegermeister kann ich anders als die hiesigen Kollegen technisch zeichnen und rechnen“. Das schlägt durch. Bald will er einen Lehrbetrieb aufmachen, nach deutschem Vorbild Lehrlinge ausbilden. Gute Facharbeiter fehlen auch in Deutschland, und es stellt sich die Frage, ob man sie wirklich an die Türkei verlieren muss.

„Irgendwann stößt man an eine Grenze“: Warum geht man als „perfekt integrierter“ Deutschtürke in die Türkei? Es ist der Markt, meint Kusdemir – und die meisten seiner Schicksalsgenossen sehen das ähnlich. Seit einigen Jahren ist die Türkei wirtschaftlich so stark, dass sie Deutschtürken echte Chancen bietet. Andererseits gibt es die Sehnsucht nach „Heimat“. Obwohl er sich in Deutschland nie als Außenseiter gefühlt habe, so sei er in der Türkei doch mehr zu Hause, meint Kusdemir. „Erst fühlte ich mich wie ein Chinese in Japan, alles irgendwie bekannt, aber doch fremd.“ Nach einem Jahr in der Türkei, so sagt er, habe es dann „klick“ gemacht, und er habe sich integriert gefühlt. Integration ist auch für die Rückkehr in die Heimat ein längerer Prozess. Karrierechancen und Heimatsehnsucht – aber es gibt auch andere Motive. Manche fühlen sich in Deutschland benachteiligt. „Wenn man alles macht, was die Deutschen fordern, sich voll integriert, dann stößt man irgendwann an eine Grenze: Deutsch wird man in den Augen der Deutschen nie sein, und bei der Karriere steht man vor größeren Hürden als gleich qualifizierte Deutsche“, sagt Rückkehrerin Rukiye Caliskan. Sie hat eine eigene Firma gegründet, bietet Fachübersetzungen und Incentive-Reisen für Unternehmen an.

Nur etwa die Hälfte der befragten Rückkehrer schloss sich der Meinung an, Deutschland benachteilige kluge, „integrierte“ Deutschtürken. Bundesinnenminister Thomas de Maizière, gerade von einer Reise aus der Türkei zurückgekehrt, hält das für ein „Luxusproblem“, von dem er im Übrigen „zum ersten Mal höre“. Im Gegenteil würden „gute deutschtürkische Bewerber wohl eher bevorzugt“, sagte er WELT ONLINE. Doch mehr als zwölf Prozent deutschtürkischer Hochschulabgänger sind arbeitslos (drei bis viermal mehr als Deutsche), es dauert angeblich viermal länger für sie, einen Job zu finden. In einer Studie wurden gleichlautende Bewerbungen an Unternehmen verschickt, einmal mit türkischen, einmal mit deutschem Namen. Die „deutschen“ Bewerbungen kamen deutlich besser an.

Bleibt die Frage, ob es stimmt, dass Deutschland das Potenzial der „Guten“ wirklich verliert, in die man doch investiert hat. Das Beispiel von Durul Kusdemir zeigt, dass das nicht stimmen muss. „Wir arbeiten gerade an einem Großprojekt mit der Gruppe Emaar Dubai, das derzeit größte Bauprojekt in der Türkei“, sagt er. Da gab es 30 externe Consulting-Firmen für alles von Fassadenbau bis Abfallmanagement und Aufzüge, die meisten Berater Amerikaner, Kanadier, Engländer. „Ich habe bewirkt, dass sie alle gegen deutsche Berater ausgetauscht wurden. Die sind viel kreativer, flexibler, arbeiten von vornherein preisbewusst. Wir arbeiten jetzt nach Deutscher Industrienorm (DIN). Und ich kann mit den Deutschen einfach besser. Da stimmt die Chemie – wo Deutsche und Türken sich treffen, da entsteht ein Magnetismus, auch wenn manche das nicht sehen wollen“. Außerdem: Viele Rückkehrer arbeiten bei den 2000 deutschen Firmen, die in der Türkei aktiv sind. Mit anderen Worten, Erfolg für die Rückkehrer ist auch ein Erfolg für Deutschland, irgendwie.

{Quelle: Welt Online – Von Boris Kálnoky – Migranten in Deutschland: Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken. Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach Spanien. Obwohl Deutsche zunehmend nach Österreich ziehen, leben noch immer deutlich mehr Österreicher in Deutschland als umgekehrt. Menschen migrieren aus vielen verschiedenen Gründen. Nach Deutschland kommen besonders viele Zuwanderer wegen der Reisefreiheit innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz. Niedrig ist die Zahl der Zuwanderer, die dauerhaft nach Deutschland kommen – sie liegt deutlich unter dem OECD-Durchschnitt}.

 

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