kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christentum nur „unsere Geschichte“? 7. Oktober 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 04:30

Der erste katholische Bundespräsident seit Heinrich Lübke patzt.

Ein Kommentar von Andreas Püttmann.

 

Berlin (kath.net): Eigentlich sollte man Erbarmen mit Bundespräsidenten haben. Durch das Grundgesetz mit kaum mehr als der „Macht des Wortes“ ausgestattet, erwartet die Öffentlichkeit einerseits von ihnen, integrierend zu wirken, Konsens zu stiften und zu verkörpern, andererseits trotzdem originelle Akzente zu setzen, die aufhorchen lassen, „wegweisend“ geistige Führung zu bieten. Das in diesem Sinne Ungewöhnliche und Markante ruft aber nahezu naturnotwendig Konflikte hervor und stört den Konsens. Die Auflösung dieser Quadratur des Kreises besteht meist darin, dass man eine Menge Allgemeinplätze mit einer Prise Pseudo-Anstößigem verbindet: Dieses darf nämlich (1.) nicht der Meinungsmehrheit, sondern nur einer Minderheit missfallen und (2.) insbesondere den Medienmacher-Mainstream nicht provozieren.

Sind diese Bedingungen erfüllt, ist die Chance zur „großen Rede“ eröffnet. So funktioniert – im Gegensatz zum katholischen – das bundesrepublikanische „Lehramt“, das seine Autorität neben einem präsidialen Habitus bei genauerem Hinsehen einem moralisierenden Opportunismus verdankt, mit dem ein Sachwalter Christi nicht dienen kann, will er seinen Auftrag nicht verraten. In diese Logik hat sich Christian Wulff am Tag der Deutschen Einheit recht passabel eingefügt. Über weite Strecken seiner Rede repetierte er nur den Common Sense, etwa als er lobte, die Ostdeutschen hätten „sich selbst aus der Diktatur befreit“.

Das hört man gern und häufig so, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn ohne das (von links angefochtene) antikommunistische Freiheitsethos und den hart erarbeiteten Wohlstand im Westen hätte sich das Fenster zur Freiheit im Osten nicht öffnen können. Die vox populi bediente Wulff auch, indem er „multikulturelle Illusionen“ kritisierte, die das „Verharren in Staatshilfe, Kriminalitätsraten, Machogehabe, Bildungs- und Leistungsverweigerung“ ignorierten. Politisch korrekt warnte er dann aber auch vor „falschen Konfrontationen“ (Sarrazin!) und erinnerte manche Einheimische daran, „dass auch ihre Vorfahren von auswärts kamen“. Dass er sich „aus vollem Herzen“ zum Staatsoberhaupt auch „deutscher Musliminnen und Muslime“ erklärte – „Ja, natürlich bin ich Ihr Präsident!“ –, war richtig. Das fordert schon die religiös-weltanschauliche Neutralität unseres Staates.

Dann aber kam die intellektuelle Entgleisung: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“.

Die Umdefinition unserer kulturellen Identität zu einer Art Trias setzt das falsche politische Signal. Das aus jüdischen Wurzeln erwachsene Christentum ist die unser Land in Jahrhunderten prägende Leitkultur, unabhängig davon, wie viele überzeugte Christen es derzeit gibt. Den Islam undifferenziert, quasi gleichrangig daneben zu stellen, führt in die Irre.

Geradezu ungehörig ist es, die Religion des Alten und Neuen Testaments nur noch als „Geschichte“ zu apostrophieren. Wer seinem Freund sagt, die gemeinsame Freundschaft sei „Geschichte“, der will sich trennen. Man fragt sich, von welcher Ausbildung und wes Geistes Kind Redenschreiber und Berater im Präsidialamt sind, die so etwas passieren lassen.

War von Christian Wulff persönlich anderes zu erwarten? Ein Sprecher des „Arbeitskreises Engagierter Katholiken“ (AEK) in der CDU hielt es Anfang Juni noch für angebracht, dem Staatschef in spe Blumen zu streuen: „Der von CDU, CSU und FDP vorgeschlagene Kandidat wird aller Voraussicht nach ein guter und umsichtiger Präsident aller Deutschen sein. Der selbstbewusste Katholik Wulff könnte sich als gute Ergänzung zur protestantischen Pfarrerstochter Merkel erweisen“ (kath.net vom 4.6.: „Lohmann: Wulff ist eine ,gute Wahl’“).

Nun bewahrheitet sich dieses Wort – aber ganz anders, als der vorauseilende Lobredner sich das vorgestellt haben dürfte. Wulffs Fehltritt ergänzt sich in der Tat gut mit dem Agieren jener Kanzlerin, die ihn als Präsidenten kreierte: Angela Merkel nutzte nämlich im Februar 2009 ausgerechnet ihre Pressekonferenz mit einem muslimischen Diktator, um den Papst populistisch zu maßregeln. Und wer aus der Parteiführung beeilte sich, diese Ungehörigkeit auch noch öffentlich per TV-Interview zu rechtfertigen? Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff. Wer ihn selbst danach noch als Katholiken für das höchste Staatsamt empfehlen zu können meinte, war entweder schlecht informiert oder verfolgte andere als katholische Interessen.

Der seit Heinrich Lübke, also seit 40 Jahren erste katholische Bundespräsident Christian Wulff, der in den letzten Monaten schon mehrfach für Stirnrunzeln sorgte, droht zum Fettnapf-Präsidenten zu werden. Eine solche religionspolitische Dummheit wäre Joachim Gauck wohl nicht passiert. Was würde Konrad Adenauer dazu sagen, der vor dem Bundesparteiausschuss der CDU am 6.9.1952 aufrief zum „Kampf um die Seele des deutschen Volkes und um die Seele Europas, die christliche Seele Europas“? Wer verteidigt sein geistiges Erbe? Das kongeniale Duo Wulff/Merkel sicher nicht. Die Präsidentenmacherin hatte bereits im Januar 2007 vor dem Europaparlament in Straßburg im Unterschied zu als Adenauer erklärt: „Die Seele Europas ist die Toleranz“. Eine schöne Tugend, zweifellos – die aber keine Werte hervorbringt, sondern welche voraussetzt. Wer noch daran gezweifelt haben sollte, dass Bildung hierzulande ein politisches „Megathema“ geworden ist: An der Armseligkeit staatstragender „Grundsatzreden“ kann er es studieren.

 

One Response to “Christentum nur „unsere Geschichte“?”

  1. Horst Urban Says:

    Bravo! Endlich eine klare Meinung. Einst legte der wahnsinnige Hitler Europa in Schutt und Asche. Nun ist eine europäische Politik dabei, seine Bürger an den Islam zu verraten.
    Mohammed hatte zu seiner Zeit den sogenannten „Hudna“ Frieden propagiert. Dieser bedeutete nichts anderes als, dass die eigene Kampfstärke noch nicht groß genug war um den Feind besiegen zu können. Genau diese Strategie verfolgt der Islam weltweit und mit der Unterstützung blinder Politiker besonders in Europa.
    Noch hat der Islam seine „Kampfstärke“ nicht erreicht. Wenn er sie erreicht haben wird, dann „Gute Nacht“ Bürger Europas. Die Mächtigen in unseren Staaten haben sich längst ihre Rückzugsrefugien organiesiert.

    Herr Wulff gehört, wie es der Beitrag treffen analysiert, zu jenen Mächtigen und wird, wie viele andere auch, vom mediealen Mainstream als guter Opportunist geschätzt. Als Christ sollte er sich besser nicht bezeichnen.
    Das bestens bekannte Wort des jüdischen Messias Jeshua (Jesus), dass ER allein Weg, Wahrheit und Leben ist und niemand zum Vater (dem Schöpfer des Universums und der Erde) kommt als nur durch (den Glauben an) IHN, ist absolut und nicht „religiös relativ!“ Es hat auch keine Kirche das Recht sich dieser klaren Aussage zu bemächtigen und schon gar nicht es für Macht über Menschen zu instrumentalisieren.
    Das echte Christentum, das keiner ideologisch gebundene Konfession angehört, weder der katholischen noch der reformierten, sondern ausschließlich von Glauben an den Messias Israels und aller Nationen lebt, hat auch für Moslems diese einmalige Botschaft, dass Gott durch das Kreuz des Sohnes Schuld, welcher Art auch immer vergibt. Unzählige Muslime weltweit saugen diese „Frohe Botschaft“ – das Evangelium – auf wie ein trockener Schwamm das Wasser und bekehren sich unter Lebensgefahr zu dem, der auch sie erlöst hat. Oft genug werde sie dafür von den fanatischen Anhängern Mohammeds auf bestialische Weise ermordet, wie „kopten ohne grenzen“ immer wieder berichtet.
    Die Botschaft der Bibel, von Kreuz und Auferstehung, von Frieden mit dem Schöpfer, wurde und wird sowohl von katholischnen als auch reformierten Theologen verwässert und zu Machtzwecken mißbraucht. Damit hat aber das Christentum, wie die Geschichte lehrt, dem archaischen Islam nichts mehr entgegen zu setzen. Die aus dem verwässerten und „toleranten“ Christentum hervorgegangene Kultur ist moralisch und ethisch, wegen der Ignoranz göttlicher Gebote und Weisungen, völlig verkommen. In keiner anderen Religion dieser Erde ist der Einfluß auf die Gesellschaft und deren Lebensgestaltung so gering wie im „christlichen Abendland!“
    Auf diesem „toleranten“ Hintergrund gedeihen dann „Sumpfblüten“ wie: „Der Islam gehört zu Deutschland!“
    Wann stehen die Christen mit ihrer weltumspannenden Botschaft der Liebe Gottes, die sich in Kreuz und Auferstehung mächtig und unauslöschlich manifetiert hat, auf und führen, vielleicht sogar mit dem Bundespräsidenten an der Spitze, dem Islam, die echte „Religion“ der Vergebung und Liebe vor Augen?
    Das fragt einer, der seit 45 Jahren mit und aus dieser Botschaft lebt und das Leben im Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber gestaltet. Nun bin ich siebzig und möchte keinen Tag, ob es über Höhen oder durch Tiefen gegangen ist, missen, die ich im Vertrauen auf Jesus (Jeshua) leben durfte.


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