kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

ZDF: Von Freiheit keine Spur 6. Oktober 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 04:21

Koptische Christen werden in Ägypten diskriminiert

Rund zwölf Millionen koptische Christen leben in Ägypten – das sind fast 20% der Gesamtbevölkerung. Schon seit längerem beklagen Kopten im Exil, dass der christlichen Minderheit elementare Bürgerrechte vorenthalten werden. Durch die fortschreitende Islamisierung verschlechtert sich ihre Situation zunehmend. Christen sind weder im ägyptischen Parlament vertreten, noch können sie ihre Religion frei ausüben.

Zwangskonversionen stehen auf der Tageordnung: Susanne war 17, als sie verschwand. Am helllichten Tag. Entführt von einem muslimischen Nachbarn, so jedenfalls der Verdacht der koptisch-christlichen Eltern. „Wir wussten, dass der Nachbarsjunge hinter ihr her war. Als sie plötzlich nicht mehr nach Hause kam, sind wir zur Polizei. Aber die haben mich ausgeschimpft, wie ich so einen Verdacht äußern könnte. Erst Tage später haben sie eine Anzeige aufgenommen. Das war vor vier Monaten“, erzählt der Vater von Susanne.

Die Behörden schreiten nicht ein: Inzwischen sind die Eltern aus dem Dorf verjagt worden, haben aber – wie sie sagen – Nachricht bekommen, dass ihre Tochter zwangskonvertiert sei und den Nachbarn geheiratet habe. Ein Fall von Dutzenden in Ägypten. Das Zusammenleben zwischen der christlichen Minderheit der Kopten und den Muslimen wird immer schwieriger. Es sind vor allem die Fälle von zwangskonvertierten Mädchen, die die Christen so wütend machen. Im Nachhinein lässt sich häufig nicht klären, ob die Mädchen aus Liebe zu einem muslimischen Jungen zum Islam übergetreten sind oder ob Zwang ausgeübt wurde. Aber so gut wie nie schreiten die Behörden ein.

Islamische Hardliner geben den Ton an: Ungehindert ihrem Glauben nachgehen – das können Christen nur noch in den Dörfern, in denen sie unter sich sind. Und auch dann wacht eine ganze Armada an Polizeikräften darüber, dass es nicht zu Zusammenstößen mit den Muslimen kommt. Die öffentliche Meinung wird immer stärker von islamischen Hardlinern bestimmt, und Christen gelten bei ihnen als westlich, also schlecht, selbst wenn es Ägypter sind. Für die christlichen Kopten waren die Worte von Papst Benedikt XVI. zum gewalttätigen Islam wenig hilfreich. „Der Papst hat übersehen, dass es in muslimischen Ländern auch christliche Minderheiten gibt, wie hier in Ägypten, die jetzt den Zorn der Muslime zu spüren bekommen“, sagt Pater Markos Aziz, koptischer Priester der Felsenkirche in Kairo.

Man kauft nicht bei Christen: Sieben Millionen Touristen strömen jedes Jahr zu den Pyramiden. Ägypten und die Kultur der Pharaonen üben nach wie vor eine große Faszination aus. Über die soziale Realität in dem zunehmend dem konservativen Islam zugewandten Land erfahren sie wenig. Der Druck, der auf der christlichen Minderheit lastet, ist von außen nicht immer erkennbar. Es sind subtile Mittel, die angewandt werden. Christliche Ladeninhaber verlieren muslimische Kunden. Man kauft nicht bei Christen.

An der Hochschule in Kairo müssen die Studenten bei der Immatrikulation ankreuzen, ob sie Muslim sind. Es gibt nur noch eine weitere Ankreuzmöglichkeit: „andere“. Eine Diskriminierung, so glauben die Kopten. „Auch in den Medien wird das ganz unterschwellig verbreitet. Es gibt sehr populäre Fernsehserien – in der einen ist die Hauptdarstellerin ganz zufällig eine Christin, die zum Islam übergetreten ist; in der anderen taucht eine Prostituierte auf, die wieder rein zufällig Christin ist; und in der dritten eine Moschee, die vorher eine Kirche war. So etwas gräbt sich natürlich bei den Zuschauern als Vorurteil tief ein“, so Pater Markos Aziz.

Der Stachel des Sozialneids: Zu den Vorurteilen gegenüber Christen trägt auch der Sozialneid bei. Ägyptens bekanntester und vermutlich reichster Wirtschaftsboss ist ein Kopte. Die Familie Sawirus, an der deutschen Schule in Kairo ausgebildet, investiert weltweit. Und tritt für die Rechte der koptischen Minderheit im Lande ein. „Es gibt keine wirkliche Gleichheit. Die Regierung handelt, als ob das Problem nicht existieren würde. Und sie möchte es auch nicht besprechen oder gar lösen“, sagt Nagib Sawirus. Auch vor Gericht bekommen die Christen nur selten Recht gesprochen, selbst wenn die Rechtslage eindeutig ist. Besonders die Fälle von Übertritten zum Islam werden nur äußerst ungern von den Richtern der Republik wieder aufgerollt. Immerhin, einen Lichtblick sehen die Kopten: Der Bau neuer Kirchen ist, nachdem er lange Zeit verboten war, wieder gestattet. Allerdings nur, wenn gleich neben der Kirche auch eine Moschee errichtet werden darf.

{Sonntags TV fürs Leben: Luc Walpot – Christiane Mayer}

http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,3990483,00.html?dr=1

 

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