kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

UBP macht gegen VIKZ-Pläne mobil 5. Oktober 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 05:11

Recklinghausen: Die UBP-Fraktion im Rat der Stadt forciert ihre Aufklärungskampagne zum Thema Islam. Nachdem in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Info-Broschüren an Bürger ausgegeben wurden, lädt die UBP am Mittwoch, 6. Oktober, 19 Uhr, zu einer Vortragsveranstaltung ein.

Diese findet in der Gaststätte Lindenhof an der Dortmunder Straße 122 statt. Der Ort wurde nicht von ungefähr ausgewählt. Referent Dr. Thomas Tartsch wird sich schwerpunktmäßig mit dem Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ) und dem Neubau von Moscheen befassen. Bekanntlich will der VIKZ sein Domizil an der Dortmunder Straße abreißen und ein neues Kulturzentrum errichten. Bereits im Herbst 2006 wurden erstmals Pläne bekannt geworden, die auch Schlafmöglichkeiten für Jugendliche und Kinder vorsahen. Gerade die Internate des VIKZ waren jedoch immer wieder in Verruf geraten, weil dort Kinder nach Meinung von Experten indoktriniert und gegen das westliche Wertesystem erzogen Würden. „Leider schottet sich der VIKZ ziemlich ab, so dass wir uns eigentlich nur auf ein Gutachten von Prof. Ursula Spuler-Stegemann stützen können“, sagte Tartsch. Auf Basis des Papiers der Marburger Wissenschaftlerin hatte Hessen kategorisch bestehende Internate geschlossen bzw. den Betrieb neuer Einrichtungen untersagt. Der Verein hatte 2006 angesichts der in Recklinghausen öffentlich geführten Debatte seine Pläne für das Kulturzentrum zunächst auf Eis gelegt, nun aber offenbar im Rathaus einen neuen Antrag eingereicht.
Mehr zum Thema am Montag in der „Recklinghäuser Zeitung“. {Quelle: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de – Von Hermann Böckmann – Experten werfen dem VIKZ vor, in seinen Koranschulen und Internaten Kinder und Jugendliche gezielt zu indoktrinieren}.

Attacken aus dem Hinterhalt

An deutschen Hochschulen ausgebildete Imame sollen künftig die Integration junger Muslime verbessern. Doch ist das Projekt von Bildungsministerin Annette Schavan auch realisierbar? Oder droht Deutschland eine neue Generation radikaler Prediger?

Der Mann mit Schnauzbart und sorgfältig gebügeltem Hemd hebt die Brauen und schiebt die Unterlippe vor. Womit er Deutschland verbinde? „Ballack, Hitler“. Ahmet Aktürk, 35, steht vor seiner Moschee im Istanbuler Stadtteil Maltepe. Männer eilen in den Gebetsraum. Seit sechs Jahren ist er Imam in der türkischen Metropole, betet vor, predigt, hört zu. Seine Gemeinde werde ihn vermissen, sagt er – und er sie. In wenigen Monaten wird Aktürk mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Deutschland ziehen, als einer von mehreren hundert Predigern, die der türkische Staat jedes Jahr in die Bundesrepublik entsendet. Aktürk war noch nie zuvor in Deutschland. Er hat überhaupt erst einmal Deutsche getroffen – in der Istanbuler Altstadt. Verstanden hat er sie nicht. Die Touristen sprachen kein Türkisch. Und er sprach kein Deutsch. Wenn Aktürk demnächst seinen neuen Job antritt, wird er zu jenen 1800 von 2000 muslimischen Predigern in deutschen Moscheen zählen, die aus dem Ausland kommen. Sie sollen den rund vier Millionen Muslimen in Deutschland Orientierung geben in Glaubens- und Lebensfragen. Sie sind, so sieht es der Duisburger Religionswissenschaftler Rauf Ceylan, „die Schlüsselfiguren der Integration“. Doch meistens sind sie schon damit überfordert, sich selbst in diesem fremden Land zurechtzufinden.

Warum gerade Muslime in der Bundesrepublik so oft scheitern, in der Schule, im Beruf und im Sozialleben, darüber debattieren die Deutschen nach dem düsteren Befund von Thilo Sarrazin so leidenschaftlich wie noch nie. Einen wichtigen Grund nennt der hannoversche Kriminologe Christian Pfeiffer, der bundesweit 45.000 Jugendliche befragt hat: „Prediger aus dem Ausland ohne Kenntnisse der Lebenswirklichkeit hierzulande tragen erheblich zur schlechten Integration junger deutscher Muslime bei.“ Je religiöser muslimische Jugendliche seien, desto abgeschotteter lebten sie. Wer daran etwas ändern wolle, so Pfeiffer, „muss bei den Imamen anfangen“.

Imame made in Germany: Das soll nun auch geschehen: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) möchte so schnell wie möglich ein Konzept des Wissenschaftsrats umsetzen. An zwei bis drei Universitäten werden demnach künftig Imame made in Germany ausgebildet, nach deutschen Lehrplänen. Neben Theologie sollen die neuen Prediger auch Pädagogik und Gemeindearbeit studieren. In den kommenden Wochen will Schavan entscheiden, welche Hochschulen dafür Fördergeld vom Bund bekommen. Die Idee wird von Politikern jeder Couleur begrüßt – ob sie jedoch auch umsetzbar ist, scheint ungewiss. Selbst wenn alles nach Plan läuft, könnten die ersehnten Imame mit deutschem Hochschulabschluss erst mal arbeitslos werden. Sehr aufrecht sitzt ein älterer Herr im Hörsaal EZO4 der Universität Osnabrück und lauscht den Visionen der Redner auf dem Podium. Abdul-Jalil Zeitun, 62, Immobilienkaufmann und ehrenamtlicher Imam der Ibrahim Al-Khalil Moschee in Osnabrück, hat einen Traum, und darum ist er hergekommen – zum Schnuppertag für islamische Prediger: Wie rund 90 Kollegen aus der ganzen Republik will er hier ab Oktober bei der ersten Fortbildung für Imame an einer deutschen Uni mitmachen. Doch es gibt nur 30 Plätze. Zeitun, gebürtiger Syrer, möchte an der Hochschule neue Ideen für die Arbeit mit Jugendlichen bekommen. Aber vor allem träumt er davon, dass sein Sohn Hilal, 17, einer der ersten Imame mit richtigem Hochschulstudium in Deutschland wird. Hilal ist hier geboren und aufgewachsen, hat gute Schulnoten, deutsche Freunde und engagiert sich seit Jahren in der Jugendarbeit der Gemeinde. Sein Vater fürchtet dennoch, dass dieser Traum niemals Wirklichkeit wird. Noch sei unklar, wie an der Uni ausgebildete Imame später „eine Familie ernähren sollen“, sagt Zeitun. Da Muslime in Deutschland keine Kirchensteuer zahlen, könnten sich die meisten Moscheegemeinden nur ehrenamtliche oder vom Ausland finanzierte Imame leisten. Studenten müssten aber mindestens die Aussicht auf ein Monatseinkommen von 2000 Euro netto haben, „sonst macht das doch keiner“. Und so wird Zeitun seinem Sohn wohl raten, lieber Medizin zu studieren.

Einige islamische Verbände unterstützen die Imam-Ausbildung halbherzig: Universitäten aus sechs Bundesländern bewerben sich um Schavans Fördergelder zum Aufbau von Zentren für Islamische Studien. Die theologisch ausgerichteten neuen Institute sollen neben Imamen auch Religionslehrer und wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden. Gute Chancen für den Zuschlag rechnen sich Osnabrück, Münster und Berlin aus. Damit die Imam-Ausbildung erfolgreich starten kann, müssten Landesregierungen, islamische Verbände und Moscheevereine jetzt dringend klären, welche Job-Perspektive sie Studenten überhaupt bieten können. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat vorgeschlagen, die neuen Imame mit einer halben Stelle als Religionslehrer in Schulen zu beschäftigen. Länder und Gemeinden könnten sich dann die Kosten teilen; Annette Schavan hält den Vorschlag für charmant. Doch eine bundesweite Diskussion über Schünemanns Idee hat noch nicht einmal begonnen. Würde sie endlich geführt, dürfte ein weiteres Problem zutage treten: Einige islamische Verbände unterstützen die geplante Imam-Ausbildung allenfalls halbherzig. Zum Schnuppertag in Osnabrück kam kein Vertreter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), der größten islamischen Organisation in Deutschland. Und der Dialogbeauftragte des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) – immerhin zur Podiumsdiskussion entsandt – wählte seine Worte mit Bedacht: Eine „Weiterbildung“ der VIKZ-Imame in Gemeindepädagogik, sagte Erol Pürlü, sei sinnvoll.

Gezielte Attacken aus dem Hinterhalt: Auf Nachfragen räumte er später ein, er denke nicht daran, die verbandsinterne Ausbildung der VIKZ-Imame in einem Kölner Internat aufzugeben. Dort wird ein konservativer Islam mit mystischen Elementen gelehrt. Die Arbeit in VIKZ-Vereinen hat in der Vergangenheit mehrfach Jugendschützer alarmiert, in Hessen und Nordrhein-Westfalen wurden illegale VIKZ-Schülerheime geschlossen.

Dem VIKZ geht es womöglich nur um ein staatliches Gütesiegel für seine eigenen Prediger: „Wir streben die Anerkennung unserer theologischen Imam-Ausbildung durch die Unis an“, so Pürlü, bei Fortbildungen könne man „kooperieren“. Beim Schnuppertag für Imame wurde vor allem deutlich, wie sehr die Ziele auseinanderklaffen: Bülent Ucar, Professor für Islamische Religionspädagogik, wirbt vehement für eine komplett universitäre Imam-Ausbildung. Die zweisemestrige Fortbildung ist für ihn nur eine vertrauensbildende Maßnahme, ein erster Schritt, „um sich schmecken und riechen zu lernen“. Für andere könnte sie schon der letzte Schritt sein. So torpedieren islamische Verbände die geplante Imam-Ausbildung bereits mit gezielten Attacken aus dem Hinterhalt: In einem Büro an einer deutschen Hochschule, die ein Zentrum für Islamische Studien werden will, zieht ein Wissenschaftler einen Brief aus der Schublade. Es ist ein böser Brief, man könnte ihn auch als Drohbrief lesen, deshalb will der Gelehrte seinen Namen und den des Absenders nicht veröffentlicht haben. Abgeschickt wurde der Brief von der Bundeszentrale eines islamischen Verbands. Ziemlich unverblümt steht darin, der Forscher solle aufhören, sich in Interviews kritisch zu dem Verband zu äußern. Sonst müsse man, leider, seine wissenschaftliche Qualifikation in Zweifel ziehen.

2. Teil: Prediger made in Germany: Wenig Akzeptanz in den Gemeinden

Solche Animositäten lassen erahnen, wie groß das Dilemma für Politiker und Wissenschaftler ist: In Kooperation mit den islamischen Verbänden kann die Imam-Ausbildung nur schwer gelingen. Aber ohne sie geht es auch nicht – weil Prediger made in Germany sonst in vielen Gemeinden nicht akzeptiert würden. Es bestehe „die reelle Gefahr“, dass es Absolventen, aber keine Arbeitgeber für die Absolventen geben werde, orakelt etwa Ünal Kaymakci, Vize-Vorsitzender der lange vom Verfassungsschutz beobachteten Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen. Zudem drohen bei der Imam-Ausbildung Interessenkonflikte zwischen dem deutschen und dem türkischen Staat. Der Düsseldorfer Islamwissenschaftler Michael Kiefer äußert den Verdacht, die Türkei wolle über ihre Religionsbehörde Diyanet ihren Einfluss auf Imame in Deutschland und damit auf türkischstämmige Migranten behalten.

Die Diyanet sendet Jahr für Jahr Hunderte türkische Staatsbeamte als Imame in die 896 Ditib-Gemeinden in Deutschland. Mit Predigten an türkischen Feiertagen und patriotischen Reden stützen sie oft die Bindung der Migranten an die alte Heimat. „Diyanet und Ditib wollen eigentlich gar keine deutsche Imam-Ausbildung nach dem Konzept des Wissenschaftsrats“, glaubt Kiefer. „Es sei denn, sie könnten Inhalte und Personal erheblich mitbestimmen“. Unter den Moscheebesuchern wird Kiefers These bestätigt. „Alle hier hätten lieber heute als morgen Imame von deutschen Unis“, schildert Özay Karabulut, 39, Sprecher der 16 Ditib-Gemeinden in Duisburg. Es sei extrem anstrengend, „immer wieder neue türkische Imame zu integrieren“. Doch das Führungspersonal der Ditib und die türkische Religionsbehörde Diyanet blockierten größere Veränderungen: „Die fürchten, dass sonst ihre Macht über die Gemeinden schwindet.“ Eine Ditib-Sprecherin weist die Vorwürfe als haltlos zurück.

Junge Muslime brauchen gut ausgebildete, im Stadtteil vernetzte Prediger: Im Sommer reiste Ali Dere, als Direktor der Auslandsabteilung der Diyanet verantwortlich für die Entsendung von Imamen, zu einem Gespräch mit Vertretern des Wissenschaftsrats eigens nach Köln. Der schlanke Mann mit der leisen Stimme verpackt seine Worte geschickt. „Wir befürworten die Initiative des Wissenschaftsrats“, sagt er. Also unterstützt Diyanet die Imam-Ausbildung an deutschen Unis? „Die Frage stellt sich nicht“. Diyanet und Ditib wünschten sich Imame aus Deutschland, so Dere. Aber die könnten ihren Beruf auch in Seminaren in der Türkei oder in den Gemeinden lernen: „Wir müssen prüfen, welcher Weg der beste ist.“ Wartet man also ab, bis sich das Thema von selbst erledigt hat?

Der Bedarf an gutausgebildeten Predigern ist enorm. Zwar fühlen sich auch Import-Imame wie Aktürk aus Istanbul gut gerüstet für die Arbeit in deutschen Gemeinden. In der Türkei hat er vor der Abreise noch ein Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung und einen Schnellkurs in Deutsch belegt. Seitdem weiß er, dass Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik ist. Dass eine Frau das Land regiert. Und er kann fehlerfrei aufsagen: „Ich liebe Deutschland.“ Doch gerade junge Gläubige, so Religionswissenschaftler Ceylan, erwarteten mehr von einem Imam. Verbietet es der Koran, vor der Ehe eine Freundin zu haben? Muss jedes gläubige Mädchen ein Kopftuch tragen? Wo gibt es Hilfe für den besten Kumpel, der in die Drogenszene abrutscht? Junge Muslime brauchten gutausgebildete, im Stadtteil vernetzte, eloquente Prediger, die sie „in ihrer Lebenswirklichkeit abholen“, sagt Imam-Forscher Ceylan.

Prediger aus der Frühzeit des Islam: Der Mangel an solchen Integrationsfiguren wird zur Chance für Leute wie Pierre Vogel. Früher trainierte der Deutsche für eine Karriere als Boxprofi. Jetzt hockt er wie ein Prediger aus der Frühzeit des Islam im Neonlicht eines kargen Moscheeraums in Mönchengladbach. Der rote Bart wallt über sein helles Gewand, auf dem Kopf sitzt ein Häkelkäppi. „Wir sind hier nischt in der Türkei“, sagt der 32-jährige Konvertit in rheinischem Singsang. Als Kind hat er in der Nähe von Köln ein katholisches Gymnasium besucht, dann ein Berliner Sportinternat. Imame müssten das Leben in Deutschland kennen, sonst könnten sie nicht punkten bei Jugendlichen, erklärt der selbsternannte Prediger.

Vogel kennt das Leben hier, und er kommt an bei jungen deutschen Muslimen – zum Verdruss von Staatsschützern. Experten zählen Vogel zu den fundamentalistisch eingestellten sogenannten Salafisten. Diese Prediger propagieren Abschottung statt Integration, ihre Thesen gelten als demokratiefeindlich. „Für Jugendliche, die Orientierung suchen“, warnt Ceylan, „kann der Kontakt zu solchen Imamen der erste Schritt zum Abgleiten in islamistische Gewalt sein“. Der Verfassungsschutz hält Vereine aus Vogels Umfeld für stark integrationsfeindlich. Im Januar durchsuchten Staatsanwälte seine Wohnung, weil er eine jugendgefährdende Schrift über Frauen im Islam verbreitet haben soll. Vogel nennt die Vorwürfe ungerechtfertigt. Dass die von ihm genutzte Moschee in Mönchengladbach inzwischen aus baurechtlichen Gründen geschlossen wurde, beeindruckte ihn kaum – seine Welt ist ohnehin eher das World Wide Web.

Vogels Botschaften, verbreitet im Internet oder am Rande von Rockkonzerten, klingen simpel. 80 Prozent der deutschen Muslime, so Vogel, praktizierten den Islam nicht richtig. Richtig heißt für ihn: Männer müssen Bart tragen, Frauen Kopftuch. Und wenn im Koran stehe, ein Mann könne vier Frauen heiraten, dürfe niemand sagen, das gelte heute nicht mehr, doziert Vogel.

Popstar unter den radikalen Predigern: Wie aber soll angesichts solcher Widerstände eine Imam-Rekrutierung nach den Vorstellungen der Berliner Politik gelingen? Erste Ideen kursieren dazu an den Hochschulen. Die Universitäten könnten die Sperrigen unter den Islam-Verbänden bei der Besetzung der geplanten Beiräte an den Islam-Zentren einbinden – und deren Teilnahme an Bedingungen knüpfen: Wer bei der Berufung von Professoren mitreden will, heißt es, müsse sich verpflichten, später in seinen Gemeinden Imame mit deutschem Hochschulabschluss einzustellen. Radikale Prediger wie Pierre Vogel sammeln ihre Truppen indes schon für eine Gegenbewegung. Seit Jahresbeginn wirbt der Imam in Moscheen in Berlin, München, Dortmund oder Düsseldorf verstärkt um junge Fans. Seit Juni organisiert er Bekehrungen über seine Facebook-Seite. Im Oktober will der Autodidakt erstmals in einer deutschen Moschee einen schriftlichen „Islam-Test“ für seine Schüler anbieten. Derart examiniert, sollen sie dann bundesweit neue Anhänger werben. Er wisse nicht, wie lange er in Deutschland noch predigen könne, sagt der Rheinländer mit feinem Lächeln. Deshalb werde es bald „nicht einen Pierre Vogel, sondern 1000 Pierre Vogel geben“. Der Popstar unter den radikalen Predigern lässt keinen Zweifel daran, dass es ihm um nicht weniger geht als die Deutungshoheit über den Islam bei den jungen Muslimen in Deutschland. Seine integrationsfeindliche Mission vergleicht er ganz unbescheiden mit der des indischen Freiheitskämpfers Mahatma Gandhi: „Erst lachen sie über dich, dann ignorieren sie dich, dann siegst du“. {Quelle: http://www.spiegel.de – Von Andrea Brandt und Maximilian Popp}

 

2 Responses to “UBP macht gegen VIKZ-Pläne mobil”

  1. A. Gundogu Says:

    Pressemitteilung des VIKZ
    Meinungsmache statt Journalismus beim SPIEGEL

    Köln, 15. September 2010 – Das Magazin DER SPIEGEL unterstellte dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) in seiner aktuellen Ausgabe, dass dieser die staatlich geplante Imamausbildung nur „halbherzig unterstütze“. Der VIKZ widerspricht dieser Behauptung entschieden. Der Artikel der Autoren Andrea Brandt und Maximilian Popp betreibt Meinungsmache und lässt journalistisches Handwerk außer Acht.

    Die SPIEGEL-Journalistin Brandt erhielt vom VIKZ umfangreiche Informationen über die Ausbildung von Imamen. Dabei erfuhr Brandt, wie der VIKZ die Ausbildung gestaltet und dass er dabei auch mit christlichen Bildungsträgern zusammenarbeitet. Außerdem besuchte die SPIEGEL-Journalistin den Duisburger VIKZ-Imam Yasin Kara. Der in Gelsenkirchen geborene Imam, der von Türkeistämmigen und Deutschen für seine offene Gemeinde- und Integrationsarbeit geschätzt wird, passte wohl nicht ins Bild von Frau Brandt. Auch die Stellungnahmen von dem Dialogbeauftragten des VIKZ, Erol Pürlü, zum Thema Imamausbildung wurden von Brandt nicht berücksichtigt. So konnte sie einfach behaupten, der VIKZ unterstütze die „geplante Imamausbildung allenfalls halbherzig“.

    „Wir widersprechen diesen Falschbehauptungen entschieden“, unterstreicht Pürlü. „Der VIKZ unterstützt Frau Schavans Vorstoß, Imame staatlich in Deutschland auszubilden, voll. Das heißt aber nicht, dass alle Imame ein Hochschulabschluss benötigen. Dies ist bei anderen Religionsgemeinschaften keine zwingende Voraussetzung und sollte es auch für Muslime nicht sein“, so Pürlü.

    Der SPIEGEL kannte die Fakten und weiß, dass der VIKZ als erster Verband den Bedarf erkannt hat, Imame in Deutschland auszubilden. Seit nun zwanzig Jahren bildet der Verband sein theologisches Personal in Deutschland aus. Dieses ganz mit eigenen Mitteln aufgebaute Bildungsangebot versucht der VIKZ seit längerem mit externen Partnern zu professionalisieren. So bewerben sich beispielsweise derzeit 15 VIKZ-Imame für das Fortbildungsstudium der Universität Osnabrück.
    Der latente Vorwurf, der VIKZ sei nur an einem staatlichen Gütesiegel für
    seine Imamausbildung interessiert, ist nicht nachvollziehbar. Das Ziel einer staatlichen Anerkennung der Ausbildunsangebote von privaten Anbietern – wie in diesem Falle dem VIKZ – ist ein natürlicher Prozess und dient der Qualitätssicherung. Daher ist es selbstverständlich, dass auch der Verband eine staatliche Anerkennung anstrebt.

    Brandt weist außerdem in ihrem Artikel auf die Mängel beim Betrieb und der Genehmigung von Schülerwohnheimen des VIKZ im Jahr 2007 und in den Jahren zuvor hin. Auch hier verzichtet Brandt darauf, die durchgeführten Verbesserungen seit 2007 zu beachten und unterschlägt aktuelle Untersuchungsergebnisse der Universität Duisburg Essen zu den Schülerwohnheimen des VIKZ.

    Mit dem Artikel “Attacken aus dem Hinterhalt” vernachlässigt DER SPIEGEL seine journalistische Sorgfaltspflicht. “Veröffentlichungen wie diese informieren nicht die deutsche Gesellschaft, sondern säen Misstrauen und verstärken Konflikte”, hebt Pürlü hervor. Der VIKZ ruft den SPIEGEL auf, zukünftig seiner Sorgfaltspflicht stärker nachzukommen.

  2. A. Gundogu Says:

    Besserer Start ins Leben dank Wohnheimbesuch

    * Studie liefert erste wissenschaftliche Grundlage zu der Bewertung der Schülerwohnheime des VIKZ

    * Bildung ist zentrales Motiv für Wohnheimbesuch

    Köln 09. Juli 2010 – Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning vom erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Duisburg-Essen stellte heute gemeinsam mit dem Verband der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) die ersten Ergebnisse einer umfangreichen Studie über die Schülerwohnheime des Verbandes vor. Dabei belegt die empirische Untersuchung, dass Bildungsarbeit die zentrale Aufgabe der Wohnheime darstellt und Wohnheimbesucher einen besseren Start in ihr weiteres Leben erhalten. 


    Im Rahmen der Studie „Beten und Lernen“ befragte die Essener Sozialwissenschaftlerin die Jugendlichen, das Wohnheimpersonal und auch das Umfeld der Wohnheime. Als wichtigstes Motiv für den Besuch der Wohnheime führt die Studie mit 91 Prozent einen guten Schulabschluss an. Dabei wollen 26 Prozent der Mädchen und Jungen das Abitur oder Fachabitur erreichen. Immerhin 16 Prozent gelingt dies auch. Befragt nach der Geschlechterrolle zeigen die Einstellungen der Jugendlichen sehr ähnliche Ergebnisse zu der Meinung der Jugendlichen der Mehrheitsgesellschaft auf. Die Studie belegt, dass Traditionalität und Weltoffenheit keinen Widerspruch darstellen. Die Jugendlichen schätzen beide Werte hoch ein. Gleichzeitig weisen die Jungen und Mädchen einen starken Wunsch nach Individualität und Selbstbestimmung auf. Auch die Toleranz gegenüber anderen Religionen wird von der Mehrheit der Jugendlichen als wichtig eingestuft. Die meist aus religiösen Familien kommenden Jugendlichen, schätzen Religion als wichtigen Bestandteil ihres Alltags, wobei 10 Prozent angeben, dass religiöse Rituale und Pflichten kaum oder gar nicht wichtig seien. Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen bewertet Politik als weniger wichtig.

    Ähnlich wie andere Jugendliche in ihrer Altersgruppe, beschäftigen sich, laut Studie, die Wohnheimbewohner wenig bis kaum mit Politik und mit dem politischen Geschehen. In Bezug auf Integration bescheinigt die Studie dem großen Teil der Wohnheime eine gute Arbeit. Im Rahmen ihrer Jugend- und Bildungsarbeit, arbeiten die Wohnheime eng mit den Schulen zusammen. Laut Boos-Nünning ist in den Wohnheimen mehr Potenzial vorhanden, um die Integration noch weiter zu stärken und voranzutreiben.

    Mustafa Imal, Präsident des VIKZ, unterstreicht: „Wir begrüßen die umfangreiche Studie. Jetzt liegt erstmals eine wissenschaftliche Arbeit vor, die fundiert Einblick gibt in unsere Jugendarbeit. Wir hoffen, dass nun die Diskussion um unsere Schülerwohnheime sachlicher verläuft und unsere Arbeit die notwendige Anerkennung erhält. Gleichzeitig bietet uns diese Untersuchung die Basis, unsere Arbeit in den Schülerwohnheimen zu optimieren.“

    Die Studie „Beten und Lernen“ zeigt Handlungsbedarf auf. Der Verband will daher in verschiedenen Bereichen die Standards verbessern. So soll zukünftig jedes Wohnheim sein Integrationskonzept überarbeiten und umsetzen, mit dem es sich stärker vor Ort einbringt. Außerdem soll die Ausstattung der Wohnheime mit Büchern deutlich verbessert werden. Hier sucht der Verband nach geeigneten Partnern. Die Tagesabläufe sollen harmonisiert werden und das Freizeitangebot für die Jugendlichen ausgebaut werden. Grundsätzlich will der VIKZ ein Mitspracherecht der Jugendlichen in den Einrichtungen etablieren und institutionalisieren. Die Jugendlichen sollen mehr ihren Alltag mitgestalten können. Die Studie zeigt auch, dass die Wohnheime über die pädagogischen Fachkräfte hinaus einen zusätzlichen Bedarf an qualifiziertem Lehrpersonal haben, um individuelle Förderung anbieten zu können. Auch hier will der Verband für Verbesserung sorgen.


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