kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Islamkritiker auf der Flucht vor Extremisten 3. Oktober 2010

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 00:38

Im Internet kursiert ein antiislamisches Hassvideo. Ein junges Paar pöbelt auf unterstem Niveau gegen Muslime. Islamische Extremisten verbreiten jedoch, das Video stamme von zwei anderen Menschen: vom islamkritischen Publizisten Udo Ulfkotte und seiner Frau. Jetzt ist das Ehepaar auf der Flucht und fürchtet um sein Leben.

Eine junge Frau, bekleidet, scheinbar bieder, babyspeckig im Gesicht, liegt auf einem Bett; auf der Kante sitzt ein junger Mann; beide pöbeln feixend in eine Web-Kamera: über den Islam und über Türken. Übelste Schimpfworte, Beleidigungen und Drohungen fallen. „Bastarde. Alle vergasen. Elende Kinderschänder. Dreck zu Dreck“. Die Personen auf dem bösartigen Machwerk, das am 20. Juni auf die Internet-Plattform Youtube gestellt wurde, sind ermittelt. Ein 22-jähriger Gelsenkirchener und seine 23-jährige Freundin. Demnächst müssen sie sich wegen Volksverhetzung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten verantworten. Aber die Geschichte ist damit längst nicht zu Ende. Eine Frau und ein Mann, die mit dem Video und seinen Machern nichts zu tun haben, leben wegen des Clips seit einem Monat auf der Flucht. Im Internet zirkulieren Mordaufrufe. Auf die Frau ist ein Kopfgeld ausgesetzt.

Bei den Bedrohten handelt sich um Doris Ulfkotte und ihren Mann, den Nahost-Experten und entschiedenen Islam-Kritiker Udo Ulfkotte. Am 22. Juni, so erzählt es Udo Ulfkotte, rief ein in Deutschland lebender Türke bei ihm an. Ob er wisse, dass man ihn umbringen wolle? Wegen des Videos auf Youtube? Erst danach googelten sich die Ulfkottes, die den Anruf zunächst als üblen Scherz abtun wollten, zu dem Streifen durch. Da hätte längst jemand einen Link hinzugefügt zur Website „Akte Islam“. Für sie zeichnet Doris Ulfkotte verantwortlich. „Für Europa, gegen Eurabien“, heißt es dort. Sie sei die Frau auf dem menschenverachtenden Video. Jemand stellte ihren Namen und die Adresse ins Netz. „Die Frau wohnt dort – bitte alle dahin – die Frau darf nicht mehr leben – wenn ihr es nicht glaubt, hier die Seite, wo ich das her habe“, heißt es in – gewollt oder ungewollt – fehlerhaftem Deutsch.
 
„Du misgeburt bist schon tot“: Hunderte weiterer Mordaufrufe folgten. „Doris, du misgeburt bist schon tot und dein schwuchtelhans auch“. Im Netz tauchen Fotos und Filme von Wohnung und Klingelschild auf. Es gebe auch Ketten-SMS, mit denen Islamisten in Deutschland derartige Mordaufrufe weiterschicken, sagt Ulfkotte. Die Polizei nimmt die Sache ernst. Den Ulfkottes wird Personenschutz angeboten. Sie ziehen es vor, die Wohnung zu verlassen und bei Freunden, Verwandten und Bekannten unterzutauchen. Eine Nacht hier, die nächste dort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Mordaufrufe. Aus Sicherheitsgründen wird die Adresse der Ulfkottes nicht einmal in den Akten genannt.

Die Warnung vor dem Islam ist das große Thema des Ehepaars. Udo Ulfkotte lebte lange Zeit in islamischen Staaten. Der 48-Jährige war von 1986 bis 2001 außenpolitischer Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, danach schrieb er kurz für Axel Springer und arbeitete anschließend für Gruner + Jahr. Der Jurist und Politikwissenschaftler hat ein Buch geschrieben über den „Krieg in unseren Städten“, in dem er die Islamisierung der Gesellschaft als größte Gefahr Deutschlands und Europas bezeichnet. Muslimische Verbände haben ihm Falschdarstellungen vorgeworfen und gegen ihn geklagt. Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg wollte er mit einer Partei antreten, die die Gefahr des Islamismus ins Zentrum ihrer Botschaften stellen wollte. Ulfkotte, der vom Journalisten zum Missionar wurde, gründete den Verein „Pax Europa“, um die „christlich-jüdische Tradition“ des Kontinents zu verteidigen.

Gedanken an Theo van Gogh und Ayaan Hirsi Ali: Von Rechtsextremisten, die seine Thesen gern aufgreifen, hat sich Ulfkotte immer wieder distanziert. Aber die Unbedingtheit, mit der er seine Warnungen verbreitet, wirkt gleichwohl befremdlich, fast schon manisch. Doch Hasstiraden wie auf dem Youtube-Video findet man in seinen Artikeln und in den Vorträgen, mit denen er gern übers Land reist, an keiner Stelle.

Längst hat Youtube das Video von seiner Webpage genommen. Aber es zirkuliert im Netz weiter. Und die Verfasser der Mordaufrufe, die längst in türkischen, arabischen und islamischen Foren verbreitet wurden, dürften kaum von der üblen Fehlinformation über die Identität der pöbelnden Frau vor der Kamera erfahren haben. „Die Medien berichten so gut wie gar nicht über unsere Situation“, klagt Ulfkotte. Wäre es umgekehrt, sagt er, wäre ein Muslim von christlichen Eiferern bedroht worden oder von Rechtsradikalen, ja, dann wären Reporter und Kameras sofort da, sagt er. Ulfkotte hat schon öfter Morddrohungen bekommen und seine einstigen Recherchen im Irak oder in Afghanistan erforderten eine stabile Statur. Aber, das wird im Gespräch deutlich, die aktuelle Kampagne, die sich auch gegen seine Frau richtet, zerrt an den Nerven. Ulfkotte muss zwischendurch an die niederländischen Islam-Kritiker Theo van Gogh und Ayaan Hirsi Ali denken. Er wurde ermordet, sie zur Flucht in die USA gezwungen. Ulfkotte hatte gehofft, türkische und islamische Medien und Verbände würden den Fall aufgreifen, ihre Klientel über die Hintergründe informieren und gegen die Morddrohungen vorgehen. Aber, sagt Ulfkotte, dort habe man ihm gesagt: „Wir haben nicht zum Mord aufgerufen, also müssen wir uns auch nicht distanzieren“ {Quelle: Die Welt – Von Ansgar Graw}. 

 

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