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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Bibel und die Archäologie 3. Oktober 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 01:33

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Die Archäologie ist die Erforschung historischer Zeugnisse für die Tätigkeiten von Menschen des Altertums. Dazu gehören unter anderem die Ausgrabung und planmäßige Untersuchung von Waffen und Werkzeugen, Küchengeräten und Inschriften.

Die biblische Archäologie gilt als Teilbereich der Archäologie und beschränkt sich auf die Erforschung alter Zivilisationen im Nahen und Mittleren Osten, also dem geographischen Umfeld des biblischen Geschehens. Die heutige biblische Archäologie ist eine faszinierende Disziplin, in der häufig Kontroversen toben. Ihr Zweck ist im Allgemeinen, die Ergebnisse von Ausgrabungen mit den Angaben der Bibel zu vergleichen. Biblische Archäologen wollen feststellen, inwieweit es die Menschen, Orte und Ereignisse gegeben hat, die in den Berichten der Bibel erwähnt werden.

Jahrhundertelang galten die Erzählungen der Bibel als in allen Einzelheiten wahr und zuverlässig. Doch mit dem Aufkommen der sogenannten „Aufklärung“ des 17. und 18. Jahrhunderts änderte sich dies. Gelehrte priesen menschliche Vernunft und wissenschaftliche Forschung im Gegensatz zu göttlicher Offenbarung und versuchten mit ganzer Kraft, die Bibel zu widerlegen. Die Helden und Großen der Bibel wurden fortan als Mythengestalten bezeichnet, ihre Taten als Legenden abgetan. Die einstige Existenz mächtiger Reiche, die nach der Bibel in manchen Fällen jahrhundertelang ihre Vormacht behalten haben, wurde angezweifelt oder gar geleugnet. Skepsis hieß fortan das Markenzeichen „kritischer“ Forscher. Wo frühere Generationen die Bibel für bare Münze genommen hatten, begegnete ihr der angeblich aufgeklärte moderne Mensch mit Misstrauen. Bei vielen erlitt die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift starke Einbußen.

In dem mit der Reformation beginnenden Zeitalter wurde die Bibel in mehrere Sprachen übersetzt. Für die Menschen der damaligen Zeit mit einem höheren Bildungsniveau als im Mittelalter galt die Bibel als das einzige Lehrbuch zur Geschichte des Altertums und als das unfehlbare Wort Gottes. Aber nachdem kritische Wissenschaftler ihr Unwesen getrieben hatten, verlor die Bibel auch in den Augen der Historiker an Glaubwürdigkeit. Der Engländer Arnold Toynbee fasste ihre Sicht zusammen, als er das Alte Testament eine Sammlung von „menschlichen Erzählungen mit unterschiedlichem religiösem und historischem Wert“ nannte. Diejenigen, die solche Geschichten für wahr hielten, „machen sture Dummheit zur Grundlage ihres Glaubens“ (A Study of History, Band 10, Oxford University Press, New York, 1957, Seite 260). Mit einer ähnlichen Geisteshaltung und mit großen Widerständen mussten die Archäologen rechnen, die die Ruinen der Antike ausgegraben und ausgewertet haben und die Glaubwürdigkeit der Bibel auf ehrliche Weise verteidigen wollten. In den Naturwissenschaften hatte sich ohnehin schon eine Voreingenommenheit gegen die Bibel breitgemacht, und zu den größten Kritikern zählten auch Archäologen.

Das Zeugnis der Geschichte

Der englische Historiker William Ramsay, Autor vieler Veröffentlichungen, wurde durch seine Schulbildung um die Mitte des 19. Jahrhunderts von dieser antibiblischen Haltung geprägt. Für ihn war die Apostelgeschichte nicht zur Zeit der Apostel, sondern um die Mitte des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts geschrieben worden. Sofern diese Ansicht richtig war, konnte Lukas, der Begleiter des reisenden Paulus, unmöglich der Verfasser sein. Lukas behauptete, mit Paulus über die Kopfsteinpflaster der Straßen des Römischen Reiches gezogen zu sein. Bei seiner Schilderung eines von Gott durch Paulus bewirkten Wunders, nämlich der Wiederbelebung eines jungen Gläubigen, der bei einem Fenstersturz gestorben war, schrieb Lukas wie ein Augenzeuge (Apostelgeschichte 20,8-12). Ramsay zweifelte an der Echtheit des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte und versuchte seine Sicht zu untermauern. Nach jahrelangem, intensivem Studium der archäologischen Entdeckungen gelangte Ramsay zu einem für ihn unwillkommenen Schluss: Sämtliche geschichtlichen und archäologischen Beweise sprachen dafür, daß Lukas die Apostelgeschichte doch zur Zeit der Apostel im 1. Jahrhundert geschrieben hatte. Für Ramsay war Lukas nun kein Betrüger mehr, und er kam zu dem Ergebnis, „den Verfasser der Apostelgeschichte unter die allergrößten Historiker einzuordnen“ (Sir William Ramsay, St. Paul the Traveller and the Roman Citizen, Hodder & Stoughton, London, 1925, Seite 4).

Die Praxis des Verfassers Lukas, in die Beschreibung der Entwicklung der frühen Kirche Angaben über weltliche Ereignisse und Personen einzubringen, überzeugte Ramsay letztlich von dessen Zuverlässigkeit. So treten uns im Lukasevangelium politische Akteure wie Pontius Pilatus, Herodes der Große und der römische Kaiser Augustus entgegen. In der Apostelgeschichte kommen weitere geschichtliche Persönlichkeiten zum Vorschein: Sergius Paulus, Gallio, Felix, Festus, Herodes Agrippa I. und Herodes Agrippa II., um nur einige zu nennen. Berichte des Lukas über diese Menschen enthalten häufig konkrete Angaben zu scheinbar unbedeutenden Einzelheiten. Dazu der britische Historiker Bruce: „Eines der bemerkenswertesten Merkmale der Zuverlässigkeit des Lukas ist seine souveräne Vertrautheit mit dem richtigen Titel jeder wichtigen Person, die er erwähnt … Zypern war bis 22 v. Chr. kaiserliche Provinz, wurde aber dann in einen senatorischen Bezirk umgewandelt. Es stand danach nicht mehr unter einem kaiserlichen Legaten, sondern unter einem Prokonsul. Als Paulus und Barnabas um das Jahr 47 n. Chr. in Zypern ankamen, war es der Prokonsul Sergius Paulus, dem sie begegneten“ (F. F. Bruce, The New Testament Documents: Are They Reliable?, InterVarsity Press, Downers Grove, Illinois, 1973, Seite 82).

Lukas erwähnt auch andere Einzelheiten über Ämter und Titel im Römischen Reich. Wie archäologische Funde einer viel späteren Zeit bestätigen, liegt er in jedem Einzelfall ganz richtig. Eine solche Genauigkeit setzt voraus, daß der Verfasser mit den Details der damaligen Politik engstens vertraut war. Heute hätte so mancher seine Schwierigkeiten, die genauen Titel nationaler und internationaler Persönlichkeiten unserer Zeit zu nennen. Ausführliche Angaben zum geschichtlichen Rahmen dienen nicht nur als Würze einer biblischen Erzählung, sondern machen einen Autor wie Lukas und mit ihm die Bibel anfällig für Angriffe. Sollte er sich in Kleinigkeiten irren, verliert er insgesamt an Glaubwürdigkeit. Wie steht Lukas unter diesem Gesichtspunkt da? Der Professor für Bibelkunde F. F. Bruce äußert sich wie folgt zu Lukas: „Ein Verfasser, der seine Erzählung in den Rahmen der Weltgeschichte einbettet, muss äußerst genau vorgehen, denn er bietet den Kritikern unter seinen Lesern viele Möglichkeiten, seine Zuverlässigkeit zu prüfen. Lukas besteht die Prüfung glänzend“ (ebenda). Manche Wissenschaftler haben behauptet, Lukas irre sich mit seiner Aussage, es sei um die Zeit, als Jesus Christus geboren wurde, eine Volkszählung von den Römern durchgeführt worden (Lukas 2,1-3). Ihrer Meinung nach konnte Quirinius damals nicht Statthalter gewesen sein, da ihm dieses Amt erst einige Jahre später übertragen worden sei.

Die Kritiker behaupteten ferner, es habe keine Volkszählung stattgefunden und somit keine Notwendigkeit für Josef und Maria bestanden, zu ihrer Geburtsstadt Bethlehem zu reisen. Später wies die Archäologie nach, daß sich doch alles zugetragen haben könnte, wie Lukas es beschreibt (Bruce, Seite 86). Es stellte sich somit heraus, daß die Bibelkritiker in Unkenntnis der Tatsachen geurteilt hatten. Wie F. F. Bruce weiter ausführt, haben wir, wenn wir die Zuverlässigkeit bedenken, die ihm bereits bei vielen Einzelangaben nachgewiesen wurde, guten Grund, allen Berichten des Lukas Glauben zu schenken.

Geschichtliche Zuverlässigkeit: Prüfstein der Glaubwürdigkeit

Im 19. Jahrhundert geriet ein Großteil des Alten Testamentes durch die der Inspiration abholden Gelehrten unter starke Kritik. Über diese Zeitströmung und ihre Auswirkungen schreibt der Archäologe Kenneth Kitchen: „Immer wieder wird uns in alttestamentlichen Studiengesagt, ein bestimmter Name, zum Beispiel Abraham oder Mose, oder die Schlachten des vierzehnten Kapitels der Genesis seien, der Geschichte völlig unbekannt‘. Dies trifft aber nicht auf die „Geschichte“, sondern nur auf den betreffenden Autor zu. Somit sind solche Aussagen irreführend“ (K. A. Kitchen, The Bible In Its World, Inter-Varsity Press, Downers Grove, Illinois, 1978, Seite 48). Die Existenz alttestamentlicher Persönlichkeiten und ihrer Welt lässt sich auf Dauer nicht verleugnen. Wissenschaftler hatten in der Vergangenheit immer wieder Zweifel an der Existenz der in der Bibel erwähnten Reiche, Völker und Schlüsselpersonen. Durch immer neue Beweise wurden sie jedoch widerlegt.

Trotz neuer Funde begegnen manche Wissenschaftler der biblischen Geschichte immer noch mit einer destruktiven Haltung. Diese Gelehrten behaupten, die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob hätten nie wirklich gelebt, der Auszug aus Ägypten habe nie stattgefunden, und die Eroberung Kanaans durch Josua sei ebenfalls eine Legende. Die biblische Darstellung wird in Frage gestellt, weil keine eindeutigen archäologischen Beweise für ihre Richtigkeit bekannt seien. Viele Archäologen übernahmen diesen Standpunkt, da es außerhalb der Bibel keinerlei Beweise für den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten gab. Zitat: „Bis heute wurde dort kein einziges Zeugnis für einen Aufenthalt der Israeliten gefunden“ (Magnus Magnusson, Archaeology of the Bible, Simon & Schuster, New York, 1977, Seite 43).

So wird vielfach bestritten, daß Israel während der Zeit der ägyptischen Dynastien eine bedeutende Macht war. Für manchen war Israel nichts weiter als ein loser Verband machtloser Stämme. Das objektive Beweismaterial weist aber in eine ganz andere Richtung. So befindet sich an der Mauer eines Tempels in Karnak, dem Standort der antiken ägyptischen Stadt Theben, eine Darstellung von Israel als Volk, das gegen Ägypten und seinen Pharao Merenptah Krieg führt. Hierbei handelt es sich um „die älteste bildliche Darstellung von Israeliten, die uns bekannt ist“ (Frank Yurco, „3,200-Year-Old Picture of Israelites Found in Egypt“, Biblical Archaeology Review, September-Oktober 1990, Seite 22).

Ein weiteres Beweisstück aus dem Altertum, das die biblische mit der ägyptischen Geschichte in Zusammenhang bringt, wurde 1896 vom Archäologen Flinders Petrie entdeckt. Es wird die „Israelstele“ genannt, weil es „bis dato Israel zum ersten Mal erwähnt“ (ebenda, Seite 26). Die Stele ist eine Säule aus schwarzem Granit mit prahlerischen Inschriften des Pharao Merenptah über seine Siege auf dem Schlachtfeld, auch über Israel. Diese Säule wird auf das Jahr 1207 v. Chr. datiert. Auch der Bericht über die Wanderungen der Israeliten auf dem Weg von Ägypten nach Kanaan findet Bestätigung. Das vierte Buch Mose, Kapitel 33 enthält eine lange Liste von Orten, die während des Zuges der Kinder Abrahams eine bedeutende Rolle spielten. Bibelkritiker zweifeln die Zuverlässigkeit dieser Liste an, da es ihrer Meinung nach keinerlei archäologische Beweise dafür gibt, daß diese Ortschaften zur betreffenden Zeit existierten. Eine Siedlung mit Namen Dibon-Gad wird in 4. Mose 33 erwähnt (Vers 45). Die ältesten Reste, die die Archäologen an dieser Stätte ausgraben konnten, stammen aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sollten wir daraus schließen, daß es dort keine Stadt gegeben hat, als die Israeliten durch diese Gegend zogen?

Einige Wissenschaftler zogen ihre Behauptung zurück, Dibon-Gad könne zur Zeit des Auszugs aus Ägypten noch nicht existiert haben. Ägyptische Aufzeichnungen wurden als Beweis für die Existenz gefunden. Listen berichten von ägyptischen Handelswegen und nennen Dibon als Haltepunkt. Es war sogar bedeutend genug, die Aufmerksamkeit Ramses II. auf sich zu ziehen. Dieser Pharao „plünderte die Stadt im Laufe eines Feldzuges gegen Moab“ (Charles R. Krahmalkov, „Exodus Itinerary Confirmed by Egyptian Evidence“, Biblical Archaeology Review, September-Oktober 1994, Seite 58).

Eine weitere Stadt, die bei der Eroberung Kanaans eine Rolle spielte,war Hebron: „Danach zog Josua hinauf mit ganz Israel … nach Hebron, und sie kämpften gegen die Stadt“ (Josua 10,36). Obwohl manche Kritiker behaupten, es habe zu dieser Zeit keine Stadt Hebron gegeben, sprechen die Aufzeichnungen der Ägypter eine andere Sprache. In einer Stadtliste, die Ramses II. in eine Tempelmauer in Amon einritzen ließ, wird Hebron namentlich erwähnt (Biblical Archaeology Review, September- Oktober 1994, Seite 60).

Auch andere uns aus der Geschichte der israelitischen Wanderung bekannte Namen tauchen in ägyptischen Quellen auf. Ein Beispiel ist der Bach Kischon, Kulisse einer Schlacht, in der zu einer späteren Zeit israelitische Kämpfer, angeführt von Debora und Barak, gegen ein zahlenmäßig überlegenes Heer siegten (Richter 5,19-21). Einige Gelehrte behaupteten, daß „nichts in der Bibel vor der Wegführung nach Babylon den leisesten Anspruch auf Geschichtlichkeit erheben kann“ (André Lemaire, „ ,House of David‘ Restored in Moabite Inscription“, Biblical Archaeology Review,Mai-Juni 1994, Seite 31-32). Durch neue archäologische Funde mussten die Wissenschaftler jedoch wiederholt den Rückzug antreten.

Wird die Bibel durch die Archäologie bewiesen?

Was können wir jetzt zur biblischen Geschichte sagen? Die Skeptiker werden immer auf Einzelheiten ohne konkrete Bestätigung hinweisen können. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, daß Teile der Bibel bereits durch archäologische Zeugnisse bestätigt wurden. Frank E. Gaebelein, Autor und Chefredakteur des mehrbändigen Bibelkommentars The Expositor’s Bible Commentary, stellt fest, daß „eine abwartende Haltung biblischen Schwierigkeiten gegenüber … sich immer wieder rechtfertigt, denn von der Archäologie wurde ein Problem nach dem anderen gelöst. Eine sorgfältige Überprüfung von Diskrepanzen hat schon häufig zu Antworten auf Fragen geführt“ (The Expositor’s Bible Commentary, Zondervan, Grand Rapids, 1979, Band 1, Seite 31). Wie der Archäologe Nelson Glueck bemerkt, „gab es noch keine archäologische Entdeckung, die zu einer geschichtlichen Aussage der Heiligen Schrift im Widerspruch steht“ (ebenda). Diese Beweise treffen die Skeptiker. Vor dem Hintergrund der in dieser Broschüre und in verschiedenen Büchern zugänglichen Beweise liegt es an ihnen, ihren Standpunkt zu korrigieren. Die objektive Handhabung der Archäologie hat die Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit der Bibel immer wieder bestätigt. In diesem Kapitel wurde eine Auswahl von Fakten präsentiert, die in diese Richtung weisen. Von den stummen Zeugnissen der biblischen Welt konnte bisher jedoch nur ein kleiner Bruchteil ausgegraben werden. So gibt es in Palästina ungefähr 5000 Stätten von archäologischer Bedeutung. Etwa 350 davon wurden bisher untersucht, wirklich intensiv jedoch nur sieben dieser Ausgrabungsorte. Allein die Zeugnisse dieser wenigen Stellen haben in bemerkenswerter Weise zur Bestätigung der Bibel beigetragen. Weitere einschlägige Entdeckungen sind noch zu erwarten.

Das „Haus Davids“ durch archäologische Funde bestätigt

Jahrelang gab es Kritiker, die biblische Namen wie den des Königs David als Legenden bezeichneten. Doch 1993 zwang sie ein aufsehenerregender Fund zum Nachdenken. Archäologen in Nordgaliläa „fanden eine bemerkenswerte Inschrift aus dem 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, in der sowohl vom ‚Haus Davids‘ als auch vom ‚König Israels‘ die Rede ist“ („ ,David‘ Found at Dan“, Biblical Archaeology Review, März-April 1994, Seite 26). Diese Entdeckung war so sensationell, daß sogar die New York Times auf ihrer Titelseite davon berichtete. Die Inschrift zeigt, daß Israel und Juda wichtige Königreiche des 9. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung waren. Bis zu dieser Entdeckung hatten einige Gelehrte den Standpunkt vertreten, Israel und Juda seien niemals bedeutende Reiche und zu keiner Zeit unter König David geeint gewesen. Diese Sicht war nun nicht mehr haltbar.

Obwohl diese Inschrift und andere Funde die Argumente derer schwächen, die die biblische Darstellung der Geschichte ablehnen, muss uns bewusst bleiben, daß es unmöglich ist, alle biblischen Ereignisse mit Hilfe der Archäologie nachzuweisen. Eine Vielzahl der ursprünglichen Zeugnisse sind nicht mehr vorhanden, weil viele Stoffe sich längst abgebaut haben. Die Suche nach Hinweisen auf eine bestimmte Person gleicht der Suche nach einer Nadel in einem riesigen Heuhaufen. Trotz dieser Schwierigkeiten reiht sich David nunmehr unter die vielen Könige Israels und Judas ein, deren Namen in den Inschriften der Nachbarvölker gefunden wurden. Zu diesen Herrschern gehören Ahab, Ahas, Ahasja, Hiskia, Hosea, Jojachin, Jehu, Joasch, Manasse, Menahem, Omri, Pekach und Usija. Den Archäologen gelang es bisher nur einen winzigen Bruchteil aller biblisch relevanten Stätten auszugraben. Jedoch ist davon auszugehen, daß künftige Funde zur Bestätigung der Bibel beitragen werden. Schon die wenigen bisherigen Entdekkungen haben sehr zur Untermauerung der biblischen Darstellung beigetragen.

Der britische Historiker Paul Johnson stellt eine Neuorientierung der Wissenschaftler fest, auch was die frühesten Ereignisse der Bibel betrifft: „Die Wissenschaft der Archäologie dient sogar zur Bestätigung der ältesten biblischen Texte. Die Bibelkritik des 19. Jahrhunderts neigte dazu, die Geschichtlichkeit des Alten Testaments in Frage zu stellen. Vor allem die fünf Bücher Mose wurden auf das Niveau von Märchen und Stammeslegenden herabgesetzt. Seit 50 Jahren geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Die archäologische Forschung liefert inzwischen einen festen geschichtlichen Hintergrund zu der im ersten Buch Mose beschriebenen patriarchalischen Gesellschaft“ (Paul Johnson, The Quest for God, Seite 12).

König Cyrus: Die Worte eines Propheten werden wahr

Dieser Tonzylinder des persischen Königs Cyrus (538 v. Chr.) verzeichnet seine Eroberung Babylons und seine Politik der Religionsfreiheit. Er erließ eine Verfügung, nach der die im Jahre 587 v. Chr. nach Babylon verschleppten Juden in ihre Heimat zurückkehren und den Tempel zu Jerusalem wieder aufbauen durften. Sein Erlass war eine bemerkenswerte Erfüllung der 150 Jahre vorher vom Propheten Jesaja ausgesprochenen Ankündigung, Gott werde den Cyrus einsetzen, um die Stadt Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen und um die Gefangenen des Herrn freizulassen (Jesaja 44,28; 45,13).

Das assyrische Reich steigt wieder aus der Asche empor

Die Entdeckung des alten assyrischen Reiches dürfte von allen archäologischen Funden unter den Schätzen der Vergangenheit das größte Aufsehen erregt haben. Assyrien taucht als Nation zum ersten Mal Anfang des zweiten Jahrtausends v. Chr. auf. Die Ruinen einer Zikkurat – das ist ein stufenförmiger Tempelturm – aus der damaligen Zeit stehen immer noch unweit der Stelle der einstigen Hauptstadt. Im 9. Jahrhundert v. Chr. stieg Assyrien zu einer mächtigen und aggressiven Regionalmacht auf. Kurz vorher, bald nach dem Tod Salomos, hatte sich das Volk Israel in zwei Königreiche gespalten: Israel im Norden und Juda im Süden (1. Könige 12,16-24).

Angeführt von fähigen aber rücksichtslosen Monarchen, überfielen und eroberten die Assyrer ihre Nachbarvölker. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts zermalmten sie das Königreich Israel. Ungefähr zur selben Zeit fielen sie in Juda ein und eroberten die wichtigsten Städte (Jesaja 36,1-2). Dabei belagerten sie auch die Hauptstadt Jerusalem, konnten sie aber nicht einnehmen. Die hochmütigen Worte des assyrischen Königs Sanherib, mit denen er Hiskia, den König Judas, einzuschüchtern suchte, sind in der Bibel niedergeschrieben (Jesaja 36,4-10).

Ist alles wirklich so geschehen, oder haben wir es hier mit einem Märchen zu tun? Einst gab es viele Spötter, die die Existenz eines assyrischen Reiches nicht akzeptierten. Doch dieses Reich war keine Fabel. Nach der Entfernung des sich im Laufe vieler Jahrhunderte angesammelten Schutts kam die Hauptstadt Ninive ans Tageslicht und lieferte dramatische Beweise für die assyrische Invasion. In dieser Stadt wurden letztlich Schriften gefunden, in denen sich der assyrische König Sanherib mit seiner verheerenden Eroberung Judas brüstet: „46 seiner [d. h. Hiskias] festen Städte und unzählige Dörfer belagert und erobert. Was Hiskia selbst betrifft: Die ehrfurchtgebietende Herrlichkeit meiner Herrschaft hat ihn überwältigt“ (Erika Bleibtreu, „Grisly Assyrian Record of Torture and Death“, Biblical Archaeology Review, Januar-Februar 1991, Seite 60). Zu Hiskia stellt Sanherib weiter fest: „Ich habe ihn zu einem Gefangenen in Jerusalem, seiner eigenen Residenzstadt, gemacht. Er ist wie ein Vogel im Käfig“ (Magnus Magnusson, Archaeology and the Bible, Simon & Schuster, New York, 1977, Seite 186).

Die biblische Darstellung stimmt mit Sanheribs Version des Überfalls auf Juda überein und beschreibt die Verzweiflung der Juden bei der Belagerung ihrer letzten Festung, Jerusalem. Aber sie geht auch weiter: Als Jerusalem die unmittelbare Vernichtung droht, führt König Hiskia das Volk Judas in einem inbrünstigen Gebet zu Gott (Jesaja 37,15-20), der mit der wunderbaren Errettung der hoffnungslos unterlegenen Stadt antwortet. König Sanherib umzingelte die Stadt Jerusalem. Während er die Erstürmung vorbereitete, brüstete er sich über den jüdischen König Hiskia, der in größter Sorge um sein Reich war. Über die von ihm eroberten und vernichteten Städte führte Sanherib genaueste Aufzeichnungen. Eine Stadt fällt jedoch durch ihre fehlende Erwähnung auf: Jerusalem.

Die Assyrer hinterließen, wie viele Mächte der damaligen Zeit, keine Berichte über ihre Niederlagen. Wenn sie Jerusalem nicht erwähnen, ist das auf ein Unheil zurückzuführen, von dem sie heimgesucht wurden, als sie sich zum Angriff auf die Mauern der 10 Die Bibel – Wahrheit oder Legende? „Zu der Zeit Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglat-Pileser, der König von Assyrien“ (2. Könige 15,29). Eine in Stein gemeißelte Abbildung dieses assyrischen Königs wurde ca. 26 Jahrhunderte nach seinem Tod in seinem Palast in Nimrud entdeckt. Als er den Thron 745 v. Chr. bestieg, waren die Tage Israels als unabhängiges Königreich gezählt. Stadt vorbereiteten. Die Bibel hält das Ereignis für uns fest: „Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager von Assyrien hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man sich früh am Morgen aufmachte, siehe, da lag alles voller Leichen. So brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog ab, kehrte um und blieb zu Ninive“ (2. Könige 19,35-36). Gott hatte sich Assyriens bedient, um Israel für seine widerwärtigen Sünden zu strafen (Jesaja 10,5-6). Danach wurden aber ihrerseits die Assyrer für ihre eigenen Sünden bestraft (Vers 12). Im Jahre 612 v. Chr. fiel die Hauptstadt Ninive an die Babylonier. Ein halbes Jahrhundert nach ihrem Höhepunkt brach die alles um sich herum unterwerfende assyrische Macht zusammen und verschwand von der Weltbühne.

Zur Zeit Jesu Christi und der Apostel waren keine Spuren der Stadt Ninive mehr zu sehen. Der griechische Schriftsteller Lukian von Samosata (120-180 n. Chr.) klagte: „Ninive ist spurlos untergegangen, und niemand weiß mehr, wo es einmal gestanden hat“ (Magnusson, Seite 175). Wegen der völligen Unauffindbarkeit sichtbarer Überreste äußerten Forscher im 19. Jahrhundert Zweifel daran, daß Ninive oder sonstige Teile eines assyrischen Reiches jemals existiert und über andere Völker geherrscht hätten. Die ausschließliche Geschichtsquelle des 19. Jahrhunderts, die die einstige Existenz des assyrischen Reiches bezeugte, war die Bibel. Assyrien wird in alttestamentlichen Prophezeiungen und Erzählungen erwähnt. Auch im Neuen Testament gibt Jesus zu Protokoll, daß es Ninive einmal gegeben hat (Matthäus 12,41). Dennoch bestritten einige Gelehrte das Zeugnis Jesu und der Propheten. Dies änderte sich aber schlagartig, als „um die Mitte des 19. Jahrhunderts … Austen Henry Layard und Paul Emile Botta im nördlichen Irak die Überreste dreier assyrischer Städte [darunter auch Ninive] und Beweise für den riesigen Militärapparat entdeckten, der einmal das Gebiet zwischen Tigris und Nil überrollt hatte. Dank der Archäologie wurde das assyrische Reich und seine überwältigende Macht schlagartig sichtbar“ (Magnusson, Seite 175). Die Skeptiker hatten nichts mehr zu sagen.

Die Ausgrabungen von Ninive und anderen Städten der Gegend brachten eine atemberaubende Fülle von historischen Beweisen einschließlich „Zehntausender Tontafeln mit einer riesigen Menge an Informationen“ zutage (The Interpreter’s Dictionary of the Bible, Abingdon Press, Nashville, 1962, Band 1, „Assyria and Babylon“, Seite 275). „Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog herauf Sanherib, der König von Assyrien, gegen alle festen Städte Judas und nahm sie ein“ (2. Könige 18,13). Diese Steintafeln vom Palast Sanheribs in Ninive zeigen den assyrischen Angriff auf die jüdische Festung bei Lachisch. Assyrische Soldaten kämpfen sich auf Rampen vor, um die Stadtmauern einzunehmen. Von der Mauer aus schießen die verzweifelten jüdischen Verteidiger auf die Angreifer. In der Mitte des Reliefs werden jüdische Gefangene abgeführt, die an drei aufgespießten Kameraden vorbeimarschieren müssen.

 

4 Responses to “Die Bibel und die Archäologie”

  1. bazillus Says:

    Eine interessante Zusammenfassung vom Für und Wider der Echtheit von historischen Begebneheiten der Bibel. Die Archäologie ist eine wichtige Wissenschaft, um die Wahrheit von Erzählungen der Bibel zu stützen.

    Letztlich jedoch wird es immer wieder auf den Glauben des Einzelnen ankommen, spätestens dann, wenn es um die Botschaften von alt- und neutestamentarischen Persönlichkeiten geht. Ein Tonband und eine Kamera liefen halt damals nicht mit. Für den heutigen Menschen muss alles haarklein beweisbar sein, um glaubwürdig zu werden. Die Religion ist und bleibt nun einfach Glaubenssache.

    Dass sich Prophezeiungen erfüllen wird zwar als interessantes und signifikantes Zeichen anerkannt, letztlich jedoch dem Zufall zugeschrieben werden.

    Der heutige Mensch ist dressiert worden, nur dem Beweis zu vertrauen. Er tut dies auch, obwohl er gerade durch Wort und Bild der Gegenwart oftmals betrogen wird.

    • A.G. Says:

      Mann lebte ein Jahr streng nach der Bibel

      ( steht für den Beweis,der Glaubhaftigkeit)

      A.J. Jacobs glaubt eigentlich nicht an Gott. Aber er war neugierig auf den Glauben. Darum hat der US-Amerikaner die Bibel gelesen. Sein Ziel: Dem Buch der Bücher auf den Grund zu gehen. Systematisch klopfte Jacobs sie auf ihre Vorschriften und Gebote ab. Er fand über 700. Zwölf Monate lang versuchte er die Gesetze so getreu wie möglich zu befolgen.
      Dieses Experiment veränderte sein Leben. Sein biblisches Jahr beschrieb er in einem Buch. Es eröffnet einen neuen Blick auf das Leben. Um es kurz zu sagen: Ein großer Wurf!

      Jacobs ist in der experimentellen Literatur kein Unbekannter. Der hauptamtlich beim Esquire arbeitende Journalist hat schon einmal die Encyclopaedia Britannica von vorne bis hinten durchgelesen und auch darüber ein Buch geschrieben. In Amerika und auch Deutschland wurde es ein Bestseller.

      Sein zweites Werk ist ein würdiger Nachfolger. In „Die Bibel und ich“ protokolliert er ein zwölf Monate währendes Abenteuer. Sein Projekt: Ein Jahr lang wörtlich nach den Geboten der Bibel zu leben. Und so wie Jacobs sie versteht sind das weit mehr als gemeinhin bekannt. Nach seinem Studium der Bibel lag vor Jacobs eine 72 Seiten lange Liste, vollgestopft mit Prinzipien, Gesetzen, Maximen und Geboten. Manche davon sind im Verhaltenskodex westlicher Kulturen verinnerlicht, viele jedoch entstammen einer anderen Welt. Er befolgt sie trotzdem. Alle.
      Zweimal täglich die zehnsaitige Harfe

      So hat Jacobs während seines Bibeljahres verrückte Dinge getan. Er hat den Monatsanfang mit einem Stoß in ein Widderhorn begrüßt. Er hat sich ein Jahr lang nicht den Bart geschnitten (3. Mose 19,27) und sich morgens Öl auf das Haupt geschmiert (Pediger Salomo 9,8). Trug tagsüber ein weißes Gewand aus reinem Gewebe und spielte zweimal täglich auf der zehnsaitigen Harfe. Sogar vor dem Werfen von Kieselsteinchen nach einem Gotteslästerer schreckte Jacobs nicht zurück (zumindest warf er sie in dessen Richtung).
      Kurzum: Jacobs wird zu einem Bibel-Fundamentalisten. Mitten in New York. Genau daraus erwächst der ungemein große Reiz dieses Buches. Die Konfrontation zwischen dem Alttag der Moderne und einem strengen Regelkorsett führt zwangsläufig zu sonderlichen Situationen. Entsprechend reihen sich in dem 400-Seiten-Wälzer witzige, aber auch erhellende Momente in schneller Folge aneinander. Jacobs schildert sie mit freundlicher Ironie und großer Herzenswärme.

      Naive Unbekümmertheit

      Dabei öffnet er sich auch dem Fremden, sucht den Kontakt zu ultraorthodoxen Juden, den im 19. Jahrhundert stehengebliebenen Amish People und anderen Religions-Fundamentalisten. In ihren Auslegungen der Bibel sind sie ihm in manchen Dingen nahe. Auch die orthodoxen Juden legen die Bibel wortgetreu aus. In diesen Begegnungen taucht Jacobs ein in die Welt der anderen. Vieles bleibt ihm fremd, doch er bemüht sich und bringt doch so etwas wie Verständnis auf.

      Diese naive Unbekümmertheit und Neugier für das andere machen die Lektüre zu einer freudvollen Entdeckungsreise. Jacobs ist weit davon entfernt, die Bibel und den Glauben lächerlich machen zu wollen. Im Gegenteil. Jacobs, zu Beginn seines Projekts offen bekennender Nichtgläubiger, findet im Laufe seines biblischen Lebens so etwas wie eine Ahnung von Spiritualität, der Tiefe des Glaubens.

      Sein Fazit: „Ich hatte keine Ahnung, mit wie unglaublich vielen Makeln ich behaftet bin. Ich hatte auch keine Ahnung, was für sonderbare Dinge in der Bibel stehen. Vor allem aber hatte ich keine Ahnung, dass ich eines Tages auf die Bibel trauen und mich freuen würde, wie es in den Psalmen so schön heißt

      • pittromi Says:

        Eine schöne und wahre Geschichte.

        Und ein Mahnmal, mit aller Kraft den Feinden der Bibel, dem Islam, zu bekämpfen.
        Und allen Paroli zu bieten, diesen Islam verherrlichen.

        Allen voran den „Bundespräsidenten“ Wulf und der selbstherrlichen Kanzlerin Merkel.

        Gewinnt der Islam, dann verschwindet Bibel und Christentum in die Bedeutungslosigkeit oder gar in den gewaltsamen Tod.

        Daher erhebt Euch und bekämpft die Islamverherrlicher.

  2. ReiterRoman Says:

    Schätzungsweise wird das nicht passieren können,da rollen eher Köpfe der Politker.
    Macht Gottes.


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