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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Syrien schließt evangelikale Hausgemeinden 1. Oktober 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 00:04

Grund: Christen dürfen nur in Kirchen Gottesdienst feiern.


Damaskus/Washington (idea): Im Norden Syriens sind mindestens acht evangelikale Hausgemeinden staatlich geschlossen worden.

Sie befinden sich unter anderem in der Hafenstadt Latakia – dem neutestamentlichen Laodizea – sowie in Tartus, Homs und Wadi Al-Nasara. Wie die christliche Menschenrechtsorganisation International Christian Concern (ICC/Washington) weiter mitteilt, handele es sich unter anderem um baptistische Gemeinschaften. Der Staat begründe sein Vorgehen gegen die Hausgemeinden juristisch: Nach dem Gesetz dürften Christen nur in Gebäuden Gottesdienste feiern, die als Kirchen zu erkennen sind. Die evangelikalen Gemeinden seien jedoch meist zu klein und finanzschwach, um sich solche Häuser leisten zu können. Sie mieteten vielfach Wohnungen an und nutzten sie als Gottesdienststätten. Bisher hat die christliche Minderheit in Syrien laut ICC vergleichsweise große Religionsfreiheit genossen. Die Regierung gehe jedoch verstärkt gegen alle religiösen Aktivitäten vor, die sie als extrem einstufe, gleichgültig ob islamisch oder christlich. Viele Evangelikale seien überzeugt, dass die Durchsetzung des Gesetzes nur als Vorwand diene, um die Religionsausübung von Evangelikalen zu beschneiden. Die Arabische Republik Syrien wird sozialistisch-volksdemokratisch regiert; an der Spitze steht Präsident Bashar Al-Assad (Damaskus). Etwa 75 Prozent der rund 20 Millionen Einwohner sind Muslime. 15 Prozent sind Christen, überwiegend Mitglieder orthodoxer Kirchen. Evangelikale bilden kleine Gruppen. Der Rest gehört anderen Religionsgemeinschaften an. {Quelle: idea.de – von Thomas Schneider}

Gottesdienste: Ankara kommt Christen entgegen

Die türkische Regierung hat die Pauluskirche in Tarsus und 15 weitere bedeutende Kirchen in der Türkei grundsätzlich für Gottesdienste freigegeben. Die Türkei kommt damit einer Forderung der katholischen Kirche entgegen.

Istanbul: Wie die Tageszeitung „Milliyet“ am Mittwoch unter Berufung auf Quellen im Kulturministerium berichtete, sollen christliche Gemeinden sich künftig entsprechende Genehmigungen bei den örtlichen Behörden holen dürfen. Dies sehe ein interministerieller Beschluss vor, der vom Außen-, Innen- und Kulturministerium erarbeitet wurde. Im Kulturministerium hieß es dazu auf Anfrage, der Beschluss sei noch nicht verabschiedet.

Auf der Liste von Kirchen, die grundsätzlich für Gottesdienste geöffnet werden sollen, stehen dem Bericht zufolge außer der Pauluskirche in Tarsus auch die Sophienkirche im früheren Nizäa, in der das siebte Ökumenische Konzil tagte, die Nikolauskirche am Wirkungsort des historischen Sankt Nikolaus in Myra bei Antalya und die Marienkirche in Izmir, wo Maria nach dem Tod von Jesus gelebt haben soll. Auch historische Kirchen in Kappadokien und in Antakya, dem früheren Antiochien am Orontes, sind dabei.

Bisher sind alle fraglichen Kirchen als staatliche Museen klassifiziert, in denen religiöse Feiern untersagt sind. Nur mit einer Sondergenehmigung der Regierung – wie sie etwa im Paulusjahr für die Kirche in Tarsus erteilt wurde – war es bisher in wenigen Ausnahmefällen möglich, einen Gottesdienst dort zu feiern. Die katholische Kirche fordert seither die dauerhafte Freigabe der Pauluskirche für Gottesdienste. Der nun vorbereiteten Regelung zufolge soll für die 16 aufgezählten Kirchen künftig keine Regierungsgenehmigung mehr notwendig sein, sondern lediglich eine Anmeldung beim jeweiligen Provinzgouverneur.

Die türkische Regierung hatte zuvor schon jährliche Gottesdienste in der armenischen Heilig-Kreuz-Kirche in Van und im orthodoxen Kloster Sümela bei Trabzon genehmigt. An beiden Gottesdiensten, die in diesem Sommer erstmalig gefeiert wurden, nahmen tausende Gläubige teil. Die selbst religiös inspirierte Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan lockert damit jahrzehntelange Einschränkungen der Religionsfreiheit der christlichen Minderheiten. {Quelle: Der Tagesspiegel – Von Susanne Güsten}

 

2 Responses to “Syrien schließt evangelikale Hausgemeinden”

  1. bazillus Says:

    Ein großer Schritt für Christen in der Türkei, ein kleiner Schritt in Richtung EU-Beitritt der Türkei. Aber übersehen wir nicht, dass jeder Gottesdienst ener Anmeldung beim jeweiligen Provinzgouverneur bedarf.

    Muss in der Türkei auch jeder muslimische Gottesdienst angemeldet werden?

    Na ja, meckern wir einmal nicht und empfinden dies als tatsächlich ehrliches Entgegenkommen der Türkei den Christen gegenüber. Ich hoffe die Akzeptanz der Muslime für Christen steigt.

    • ReiterRoman Says:

      letztendlich gehts doch nur um die alte Frage:
      setze ich meine Weltanschauung mit Gewalt durch oder nicht?
      Wenn der Islam sich nur auf Teppich-Knüpfen und Kalligraphie beschränken würde, hätt ich kein Problem.


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