kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gaddafi Christenhasser und Möchtegern Wüstenprophet 30. September 2010

Einsortiert unter: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 05:10

Auf einigen der koptischen Webseiten fand ich einen hochinteressanten Artikel vom Herrn Salib Ibrahim, dem Autor des Buches “Memoiren eines politischen Gefangenen”. Zu Beginn berichtet er über den Italien-Besuch vom vergangenen August, bei dem der libysche Diktator zum zweiten Mal italienische Models über eine Agentur engagieren ließ, die er zum Islam zu bekehren versuchte (Alahram vom 28. August 2010 und Almasry Aljom vom 21.08.2010). Die Details dieser Angelegenheit brauche ich nicht zu übersetzen, weil fast alle Zeitungen der Welt darüber ausführlich berichteten. Vielleicht ist die Aussage des italienischen Präsidenten, Berlusconi, ziemlich interessant: “Es war eine folkloristische und unterhaltsame Komödie”!

 

Nach dieser bündigen Einleitung unterbreitet Herr Ibrahim einige Sachen über diesen bösen Menschen, von denen ich keinen blassen Schimmer hatte. So schreibt er: “Zu Beginn der Elfateh-Revolution kam die christenfeindliche Haltung Gaddafis zum Vorschein, und zwar als er anordnete, dass die schönste und größte Kirche in Banighazi, die von den Italienern errichtet wurde, mit einer dicken Schicht von Farben gestrichen wurde, nachdem die Ikonen und Altargeräte entfernt wurden. Auf den Wänden standen dann kommunistische Parolen, wo er sich noch im Bann vom Gamal Abd Al-Nasser bewegte. Die Bilder des neuen Gebäudes wurden überall in Libyen und den arabisch-islamischen Ländern verbreitet. Denn sie bewiesen seiner kranken Meinung nach, dass der Islam die Kirche besiegt habe. In derselben Zeitspanne flog er nach Jugoslawien und wie immer nahm er sein beduinisches Zelt mit, welches im Garten des Palastes geschlagen wurde, wo er empfangen wurde. Der ehrenwerte Gast hatte aber ein Problemchen! Er nimmt immer zwei Kamelestuten mit, egal wo er hingeht, damit er frisch gemolkene Milch zum Frühstück trinken kann. Damals war er noch nicht einflussreich genug und ließ sich die Proteste der Yogos gegen seine beiden Kamele gefallen. Daraufhin blieben die Trampeltiere im Zoo, bis er abreiste, wo er dann seine Lieblingskamele mitnahm”.

 

“Im Jahr 1975 besuchte der Malteser Premier Libyen, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu vertiefen und Abkommen diesbezüglich zu unterzeichnen. Währenddessen gab Gaddafi bekannt, dass dieser Premier sich zum Islam für zwei Millionen US-Dollar entschied. Der schlaue Premier wartete ab, bis er sein Land Malta ereichte, und bis die zwei Millionen US-Dollar überwiesen wurden. Erst dann sagte er den Medien: “Was passiert ist, betrachte ich als eine geschmacklose Komödie, weil man den Glauben weder kaufen noch verkaufen kann”. Zu den zahlreichen Witzen dieses Wahnsinnigen gehören die Frauen, die ihn bewachen und die er überall mitnimmt, um der Welt zu beweisen, dass sein Land die Frau an allen Lebensbereichen teilnehmen lässt. Bis auf Ägypten gönnen alle Länder dem libyschen Führer den Spaß. Denn in Kairo wurde nicht zugelassen, dass die Gaddafis Weiber ihre Knarren behielten. Als sie sich weigerten, ihre Waffen abzugeben, fingen sie einen heftigen Streit mit den Gorillas Mubaraks an, wobei sie windelweich verprügelt wurden”.

 

“Egal in welchem Land er fliegt und sich dort ein paar Tage aufhält, verbreitet er drei Bücher: Den Koran, sein “grünes Buch” und das Buch “Wüstenprophet”, welches eine italienische Autorin verfasste, nachdem sie den Führer hautnahe erlebte. In Libyen überragt das “grüne Buch” den Koran selbst. Gaddafi hält dieses Buch für sein Lebenswerk, welches alle Antworten auf alle Themen in unserem Kosmos beinhaltet. Über Fußball sagte er: Diese Sportart fördert den Kapitalismus und daher sollen die Zuschauer die Tribüne verlassen und aufs Spielfeld gehen, damit nicht nur die 22 Spieler das Spiel für sich allein beanspruchen”.

 

“Das grauenhafteste in diesem grünen Buch ist das Anstiften der Moslems, alle Priester und andersgläubige Menschen zu töten und sie durch die Straßen zu schleifen, weil sie nicht an den Islam und den Gesandten Allahs glauben. Zu diesem Alleinherrscher sage ich, was im Buch Jesaja steht: “Keine Waffe wird etwas ausrichten, die man gegen dich schmiedet. Jede Zunge, die dich vor Gericht verklagt, strafst du Lügen” (Jes.54:17)”.

Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen” (Mt.16:18).

  


Wer ist Muammar Al Gaddafi?

In der Fremde schläft er im eigenen Zelt – beschützt von seinen Leibwächterinnen. Einst war er ein gefürchteter Staatsterrorist. Er wandelte sich – und bleibt doch ein Rätsel. Gaddafi ist einer der Dienstältesten arabischen Potentaten. In Libyen putschte er sich 1969 an die Macht. Was für ein Mensch ist er?

 

Allein vom Namen des libyschen Revolutionsführers existieren weltweit 33 Schreibweisen. Nicht weniger vielfältig sind seine politischen Rollen und Charaktereigenschaften – sprunghaft und bizarr, leutselig und fanatisch, aber auch charmant und charismatisch. Mal autokratischer Diktator, mal selbstverliebter Eigenbrötler, dann wieder Drahtzieher des internationalen Terrorismus, dienstältester Revolutionsführer der Welt und Finanzier von Aufständischen und Befreiungsbewegungen in allen Winkeln der Erde. In seinem dreibändigen „Grünen Buch“ entwarf er eine Universaltheorie jenseits von Kapitalismus und Kommunismus.

 

Und auf internationalen Kongressen tritt der „Bruder Führer“, wie er von seinen Landsleuten genannt wird, schon mal in bunten Fantasietrachten auf, kampiert mitten in fremden Hauptstädten neben dem Luxushotel im Wüstenzelt oder bringt ein Kamel mit, um morgens frische Stutenmilch zu trinken. In seiner Autobiografie, die vor drei Jahren auch in Deutsch erscheinen ist, glorifiziert er das einfache Landleben in der Wüste und verteufelt die Stadt. Auf dem Lande „lieben sich alle gegenseitig“, schreibt Gaddafi. Dort herrschen „Ermutigung und Lob für den Freiheitsdrang und das Streben zum Licht“. Die Stadt dagegen, das sei „Entwurzelung, abscheulicher Konsum, nutzlose Suche und sinnlose Existenz“ – kurz: „Brechreiz, Schwindel und Finsternis“.

 

Gaddafi wurde in den 60er Jahren zum Offizier ausgebildet, unter anderem in Großbritannien. Später gründete er den „Bund Freier Offiziere“, mit dem er sich 1969 an die Macht putschte. Sein großes politisches Vorbild war der Ägypter Gamal Abd El-Nasser, der politische Inspirator der panarabischen Bewegung. Nasser träumte davon, alle Araber vom Atlantik bis zum Persischen Golf in einem einzigen islamisch geprägten Nationalstaat zusammenzuführen.

 

In Libyen wollte Gaddafi nach dem Putsch mit Korruption und Vetternwirtschaft unter der Monarchie aufräumen. Im Westen galt er zunächst als unbestechlich – und nicht an persönlichem Reichtum interessiert. Aus dem Königreich Libyen machte er einen sozialistischen Staat. Allerdings ging er weitgehend eigene Wege. Gaddafi propagierte ein System der Volkskongresse – angeblich eine direkte Demokratie ohne Parlamentarismus. In Wirklichkeit aber ist es nichts anderes als ein pseudo-demokratischer Transmissionsriemen für den politischen Kurs des Regimes.

 

Mehrfach versuchte Gaddafi, seine panarabischen Ideen in die Tat umzusetzen. Anfang der 70er Jahre strebte er eine Staatsunion zunächst mit Ägypten und Syrien an, dann mit Tunesien. Beide Projekte scheiterten. In den 80er Jahren führte er sein Land dann immer stärker in die außenpolitische Isolation. Auf dem Gipfel der blockfreien Staaten 1989 in Belgrad nannte er die anwesenden Delegationen „Kriecher und Spione“, bezeichnete den Dollar „als den Teufel selbst“ und schlug die Ansiedlung der Juden in einem Pufferstaat zwischen Frankreich und Deutschland oder in Alaska vor. Beim Anschlag auf die Berliner Diskothek „La Belle“ 1986, der Explosion 1988 an Bord eines amerikanischen Jumbo-Jets über Lockerbie und ein Jahr später bei der Sprengung eines französischen Flugzeugs über dem Niger führten die Spuren jeweils nach Tripolis.

 

Im Blick auf den Islam vertritt Gaddafi einen speziellen Fundamentalismus, der allein den Text des Korans als Quelle islamischen Rechts anerkennt. Diese Vorstellungen haben ihm von Seiten sunnitischer Gelehrter den Vorwurf der Häresie eingetragen. Die Sunna, also die Überlieferung von Aussagen und Taten des Propheten Mohammeds, kann in den Augen Gaddafis keinen göttlichen Ursprung für sich beanspruchen und ist daher für das islamische Recht irrelevant. Insofern sind nach Meinung des libyschen Staatschefs islamische Rechtsgelehrte überflüssig: Jeder des Arabischen mächtige Muslim sei fähig und befugt, Rechtsfragen auf Grund seiner eigenen Interpretationen des Korans selbst zu entscheiden.

 

GADDAFI galt lange als gefährlicher Despot. Vor vier Jahren verkündete er öffentlich einen Kurswechsel. Wie ist das zu erklären?

 

Drei Motive haben Gaddafi zu der Wende veranlasst, die sich schrittweise zwischen 1999 und 2004 vollzog: Zum einen lasteten die internationalen Sanktionen immer schwerer auf dem Land. Seit 1986 hatten die USA einen Wirtschaftsboykott verhängt, 1992 schlossen sich die Vereinten Nationen an. Zum anderen haben die Terroranschläge vom 11. September dem Diktator gezeigt, dass radikale Islamisten vom Schlage der Al-Kaida eines Tages auch an seiner Herrschaft rütteln könnten. Als dann die USA und Großbritannien im März 2003 Saddam Hussein angriffen, wurde auch dem libyschen Diktator mulmig.

 

Der eigentliche Durchbruch aber geschah 1999, als Gaddafi erstmals die Schuld Libyens am Anschlag auf den Pan-Am-Flug 103 über Lockerbie zugab. 2003 lieferte er zwei Geheimdienstler aus, die geholfen haben sollen, die Bombe an Bord zu schmuggeln. Zusätzlich zahlte Libyen den Familien der 270 Opfer jeweils 10 Millionen Dollar. Nachdem Libyen auch mit Frankreich eine Übereinkunft zur Entschädigung der Hinterbliebenen des Niger-Attentats erzielt hatte, wurden die Sanktionen aufgehoben. Gaddafis Verhältnis zum Westen hat sich seitdem stark verbessert. Im März 2004 besuchte ihn Tony Blair. Im Oktober folgte Gerhard Schröder als erster deutscher Kanzler, einen Monat später der damalige französische Präsident Jacques Chirac. Im Mai 2006 nahmen dann die USA und Libyen nach 35 Jahren Unterbrechung wieder diplomatische Beziehungen auf. Es sind nicht nur die libyschen Ölreserven, die westliche Politiker und Investoren locken. Die EU ist auch in der Frage der illegalen afrikanischen Einwanderung nach Europa auf die Kooperation der Libyer angewiesen. Und der Westen möchte sicherstellen, dass Gaddafi – wie versprochen – keine Terrorgruppen mehr finanziert.

 

Welche Zustände herrschen in Gaddafis Reich nach 42 Jahren Alleinherrschaft?

 

Libyen gehört wegen seines Ölreichtums neben Algerien zu den wohlhabendsten Nationen Nordafrikas. Sieben Millionen Menschen leben in dem Wüstenstaat, dessen Fläche fünfmal so groß ist wie Deutschland. Zwar plagen Libyen die gleichen Probleme wie viele andere arabische Länder auch. Doch nach dem UN-Index 2006, welcher Lebensstandard, soziale Sicherung, Gesundheitsfürsorge, Schulbildung und andere Entwicklungsfaktoren berücksichtigt, steht Libyen weltweit an 64. Stelle, in Afrika an erster. Dennoch hat die Korruption im Land ein extremes Ausmaß, die Infrastruktur ist – nicht zuletzt durch das Wirtschaftsembargo – marode. Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung vor allem bei den jungen Leuten sind hoch – in manchen Regionen bis zu 30%.

 

Unabhängige Zeitungen gibt es nicht, nur eine offiziell gelenkte Staatspresse. Über Missstände im Land wird kaum berichtet. Gaddafi-Sohn Saif Al-Islam nennt die libysche Medienlandschaft beherrscht von „vier mittelmäßigen Blättern ohne Profil, in denen nur eine Hand voll Leute schreiben dürfen“. Dagegen ist der Internet-Zugang völlig unbeschränkt. Fast jeder Libyer hat ein Mobiltelefon und jedes Haus eine Satellitenschüssel. Vor zwei Jahren durften Vertreter von Amnesty International zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder einreisen. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation zeigt jedoch schwere Mängel im Justizsystem auf: Folter und monatelange Haft ohne Gerichtsverfahren sind keine Seltenheit. Diese Missstände führten auch in Libyen zum Erstarken der islamischen Fundamentalisten – Hochburg war lange Banighasy, mit 660 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt. Als Vergeltung ließ Gaddafi in den 90er Jahren die Bewohner kollektiv bestrafen – die Stadt, ihre Infrastruktur und Gesundheitsversorgung wurden finanziell ausgehungert.

 

Ein Koran und 80 Euro pro Nase

Wer könnte Gaddafis Nachfolger werden?

 

Der älteste Sohn Saif al-Islam („Schwert des Islam“) gilt als Hoffnungsträger der jungen Eliten und wird im Westen gerne als nächster Revolutionsführer gehandelt. Saif wurde 1972 in Tripolis geboren, hat Architektur und Wirtschaftswissenschaften studiert – für einige Zeit auch an der Privatuniversität Imadec in Wien. Dort schloss er Freundschaft mit Jörg Haider. Mit modischem Kurzhaarschnitt und elegant gekleidet, spricht der Gaddafi-Spross neben Arabisch auch Englisch, Französisch und Deutsch. International bekannt wurde er als Vorsitzender der „Gaddafi International Foundation of Charitable Associations“, einer Stiftung, die im Jahr 2000 in einer spektakulären Aktion die auf der philippinischen Insel Jolo von Kämpfern der Abu Sayyaf entführten Geiseln freikaufte. Unter den Befreiten befand sich auch die Göttinger Familie Wallert. Die Gaddafi-Stiftung zahlte auch Entschädigungen für Opfer von libyschen Terrortaten aus den 80er Jahren.

 

Die Organisation brach aber auch innenpolitische Tabus, veröffentlichte einen Bericht über die Zustände in den Gefängnissen und das Wirken der berüchtigten Volksgerichte, die danach endlich abgeschafft wurden. Damit präsentiert sich Saif immer mehr als Gegenpol zu den Hardlinern der alten Garde, den „69ern“ – wie er sie nennt, also den Altrevolutionären aus der Generation seines Vaters. Nie jedoch kritisiert er seinen Vater öffentlich, er kritisiert nur Zustände. Er fordert eine Verfassungsreform und mehr Transparenz in der Politik. Im Blick auf die Kaste der hohen Staatsdiener spricht er von einer „unheiligen Allianz, die einer Mafia gleichkommt“. Politisch veranstalten Vater und Sohn vermutlich ein genau abgestimmtes Doppelspiel: Der Sohn ringt dem Vater Reformen ab – und der Vater bekämpft mit Hilfe des Sohnes die Macht der alten Genossen. Entsprechend bescheiden gibt sich Saif Al-Islam im Blick auf seine persönlichen Ambitionen: „Ein Führer, wie es mein Vater ist, kann man weder durch Erbfolge noch durch Wahlen werden“, sagte er in einem Interview. „War Beethovens Sohn ein großer Musiker? Man kann Präsident werden, aber zum Führer kann einen nur Gott oder das Schicksal machen“

Gaddafis Ehefrau

{Quelle: Tagesspiegel – Von Martin Gehlen}.

 

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