kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Heilige Verena 29. September 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 04:32

Von frommen Frauen jener Zeit ist uns durch Sage und Legende am ausführlichsten der Lebenslauf der Heiligen Einsiedlerin Verena bekannt geblieben.

Verena, eine Jungfrau von adeliger Abkunft, kam mit der Thebäischen Legion, welche von Kaiser Maximinian zum Kriegsdienste ausgehoben wurde, und deren Oberst Mauritius ihr Verwandter war, nach Mailand. Ihr Vormund, der ehrwürdige Greis Viktor, hatte die verlassene Waise bei einer angesehenen christlichen Familie untergebracht. Dort besuchte die fromme Jungfrau während der grausamen Christenverfolgungen voll des innigsten Mitleids die Gefangenen in ihren schauerlichen Gefängnissen, tröstete, ermutigte sie im Glauben an Christus und erquickte sie mit Speise und Trank. Bald aber erlaubte man dem Engel des Trostes nicht mehr, die Gefangenen zu besuchen. Der christliche Familienvater Maximus, bei dem Verena mehrere Jahre gewohnt hatte, wurde gefangen genommen, sie selbst als eine Fremde aus der Stadt vertrieben. Um sich eine stille Zufluchtsstätte zu suchen, überstieg sie die Alpen, kam in das Rhonetal, in die Gegend von Martinach (Martigny), und vernahm, daß hier die Thebäische Legion, mit ihr auch ihr geliebter Vormund Viktor, wegen ihres christlichen Glaubens von den heidnischen Soldaten des römischen Kaisers ermordet worden sei. Verena benetzte den blutgetränkten Boden mit ihren Tränen und pries die starkmütigen Märtyrer glücklich.

Von den Heiden vertrieben, zog Verena weiter über die Waadt nach Bern und kam an die Aare bei Solothurn. Hier verbarg sie sich in einer Felsenhöhle. Niemand wusste ihren Aufenthalt, außer einer christlichen Witwe, die sie von Zeit zu Zeit mit Speisen versah und dafür Handarbeiten entgegennahm, in denen Verena sehr geschickt war. Nicht lange blieb Verena in ihrer Felsenhöhle verborgen. Christliche Frauen und Jungfrauen suchten bei der Heiligen Rat und Trost; Kranke und Gebrechliche flehten sie um Hilfe an; denn Gott hatte sie mit der Wundergabe begnadigt. Verena belehrte die Heiden im Glauben an Christus, und viele nahmen die Wahrheit und das Glück des Christentums an. Allen leuchtete die Klausnerin durch unablässigen Gebetseifer, durch rastlose Arbeitsamkeit und Wohltätigkeit voran. Viele kehrten von ihr heim, geheilt an Leib und Seele.

Der Ruf von der wundertätigen Christin kam auch zu den Ohren des römischen Landpflegers Hyrtacus. Sogleich ließ er Verena vor seinen Richterstuhl führen und suchte sie durch Spott ihrem Glauben abtrünnig zu machen. Sie aber wusste ihren Glauben so überzeugend zu verteidigen, daß der Heide kein Wort entgegnen konnte. Er ließ sie in ein schauerliches Gefängnis werfen und kündigte ihr Folter und Hinrichtung an, wenn sie dem Christentum nicht abschwöre. Die heldenmütige Jungfrau freute sich, um des Namens Christi willen Schmach zu leiden und flehte inbrünstig zu Gott nicht um Befreiung aus dem Kerker, sondern um Starkmut im Martertode. Im Traume erschien ihr der Hl. Mauritius im weißen Kleide und Purpurmantel, umgeben von einer großen Schar verklärter Jünglinge mit Palmzweigen in den Händen, und sprach zu ihr: „Verena, vertraue auf den Herrn, er wird mit dir sein! Halte dich an sein Wort, und du wirst erfahren, daß sein Arm stark ist. Er wird dich erretten“. Verena wurde mit wunderbarem Mute erfüllt und erwartete freudig jede Stunde den Martertod.

Gott fügte es aber anders. Hyrtacus erkrankte schwer, und da die Ärzte keinen Rat mehr wussten, ließ er Verena zu sich führen und bat sie demütig, bei Gott für seine Genesung zu beten. Verena sah seine ernste Reue und erflehte ihm die Gesundheit zurück. Nun durfte sie frei ihr segensreiches Wirken entfalten. Viele Frauen und Mädchen kamen täglich zu ihr, um Rat zu holen, mit ihr zu beten und sich in allerlei feinen Handarbeiten unterweisen zu lassen. In einer Hungersnot wurde Verena zum rettenden Engel für manche arme Familie. Mit einigen Schwestern, die sich ihr angeschlossen hatten, arbeitete sie Tag und Nacht, um von dem Erlös Nahrung für die Armen zu kaufen. Sie selbst begnügte sich mit dem Einfachsten und Geringsten. Da sich der Ruf der heiligen Einsiedlerin immer weiter verbreitete, wuchs die Zahl der Rat Suchenden von Tag zu Tag, mehr und mehr häuften sich die Ehrenbezeigungen ob ihrer wunderbar helfenden Kraft. Dieser Zudrang trieb die stille Verena von neuem in die Einsamkeit. In der Mündung der Aare in den Rhein soll sie darauf lange Zeit in einer Hütte gelebt haben, bis ein Pfarrer sie als Haushälterin zu sich nahm. Ein Knecht verleumdete sie bei ihrem Herrn; Gott aber brachte ihre Unschuld wunderbar zu Tage. Der missgünstige, hinterlistige Knecht „stahl seinem Herrn einen kostbaren Ring, warf ihn in den Rhein und verklagte die unschuldige Haushälterin als die Diebin. Der Priester verlangte von ihr den Ring, den er ihr zum Aufbewahren anvertraut hatte. Sie weinte bitterlich und flehte den ganzen Tag und die ganze Nacht, Gott wolle ihre Unschuld und den Ring an den Tag kommen lassen. Am nächsten Morgen ging der Pfarrer an den Rhein, wo eben Fischer einen großen Salm gefangen hatten. Sie schenkten ihm den Fisch. Als dieser aufgeschnitten wurde, fand man in seinen Eingeweiden den vermissten Ring. Der boshafte Knecht bekannte nun reuig sein Vergehen“.

Als Verena das Nahen des Todesengels spürte, zog sie sich mit Erlaubnis des Pfarrers in eine einsame Zelle zurück, wo sie bald darauf verschied. Es war um das Jahr 340. Ihre Gebeine wurden in Zurzach beigesetzt und 1308 in den Stephansdom zu Wien übergeführt, „wo sie Gott durch viele Wunder verherrlicht hat. An ihren Namen knüpfen sich viele anmutige Sagen, die sie als Mutter der Armen und Trösterin der Unglücklichen preisen“.

Aus: Deutsche Heilige – Eine Geschichte des Reiches im Leben deutscher Heiliger – Bearbeitet und herausgegeben von Johannes Walterscheid – Mit 555 zumeist bisher unveröffentlichten Bildern, Karten, Initialien und Vignetten. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet München. Redaktionsexemplar des Immaculata-Verlags, CH-9050 Appenzell (Schweiz). Transkription: P.O.S. http://helvetia-catholica.blogspot.com

Die Heilige Verena

Verena (* um 300 in Theben; † 344 in Zurzach) gehört zu den meistverehrten Heiligen der Schweiz und ist Co-Patronin des Bistums Basel. Die älteste Lebensbeschreibung stammt von Abt Hatto III. von Reichenau, der Ende des 9. Jahrhunderts lebte und vermutlich aus Zurzach stammte. Ihr Inhalt ist kurz im Vergleich zu späteren Erzählungen und Legenden: Frühchristliche Jungfrau aus thebäischem Geschlecht, die als Pilgerin die Märtyrergräber in Mailand und Agaunum besuchte, als Gottgeweihte bei Solothurn lebte und als solche in Zurzach starb.

Aus der Überlieferung: Verena entstammte einem alten Geschlecht aus Theben am oberen Nil in Ägypten und wurde von Bischof Chaeremon getauft. Nach dessen Märtyrertod gelangte sie mit einigen Christen nach Unterägypten, wo der Kaiser Diokletian und Maximian viele Gläubige für den Kriegsdienst rekrutierten. Sie zog im Gefolge der thebäischen Legion, bei der auch ihr Geliebter, der Hl. Viktor diente, nach Mailand, da sie das Martyrium begehrte. Als sie von der Enthauptung des hl. Mauritius und seiner Gefährten in Agaunum (St. Maurice) hörte, zog sie dorthin, um diese zu bestatten. Weiter führte ihr Weg nach Solothurn, wo inzwischen auch die Heiligen Viktor und Urs den Märtyrertod erlitten hatten. Sie wurde Einsiedlerin in einer kleinen Zelle mitten in der Wildnis nahe bei Solothurn, in der später nach ihr benannten Verena-Schlucht. Sie lebte vom Verkauf von Handarbeiten, heilte Blinde und Besessene und brachte viele Alemannen zum Glauben. Mit der Zeit schlossen sich ihr andere junge Frauen an, die sie unterrichtete. Als sie eines Tages nichts mehr zu essen hatten, fanden sie vierzig Säcke Mehl vor ihren Zellen und von da an ging das Mehl nie mehr aus. Seither wird die Hl. Verena als Schutzpatronin der Müller verehrt. Schließlich sie vom christenfeindlichen Landpfleger gefangen gesetzt. Als dieser erkrankte und von ihr geheilt wurde, ließ er sie frei.

Entweder weil der Landpfleger sie auswies, oder weil sie den Ruhm der Menschen floh, zog sie zuerst auf eine Insel bei Solothurn, dann nach Koblenz, wo sie auf einer Insel im Rhein Kranke, Blinde und Lahme heilte. Später kam sie ins römische Kastell Tenedo (Zurzach), wo sie der Ortsgeistliche in sein Haus aufnahm und sie wurde seine Haushälterin. Sie wusch und pflegte täglich die Aussätzigen vor den Stadtmauern und brachte ihnen Wein und Wasser. Als sie einmal beschuldigt wurde, Wein und Brot unrechtmäßig zu den Armen zu tragen, verwandelte sich der Wein in Wasser. Der Ring des Priesters, den dieser zur Fastenzeit nicht tragen wollte, wurde ihr zur Aufbewahrung gegeben; ein Diener stahl ihn, fürchtete entdeckt zu werden und warf ihn in den Rhein; ein Fischer brachte einen großen Fisch zum Geschenk, Verena zerlegte ihn und fand den Ring. Zehn Jahre lang leitete sie gewissenhaft den Haushalt dieses Pfarrers. Der Priester ließ ihr danach auf ihr Bitten hin eine Zelle bauen, wo sie als Inklusin weitere elf Jahre bis zu ihrem Tod lebte. Dargestellt wird die Hl. Verena immer mit einem Wasserkrug und dem Doppelkamm, manchmal mit einem Fisch. Denn alle Quellen sind sich einig, dass die Hl. Verena ihr Leben außer der Krankenpflege, der Lehre der jungen Frauen und Mädchen von der Tugendhaftigkeit und der Reinheit der Seele einerseits und der Notwendigkeit der Pflege der körperlichen Sauberkeit andererseits (sich waschen und kämmen), gewidmet hat.

Verehrung: Die Verehrung der Hl. Verena in Zurzach geht bis ins 5. Jahrhundert zurück, wie Ausgrabungen von Kirchen belegen. Historisch gilt erwiesen, dass der Verenakult keine mittelalterliche Erfindung ist, sondern die Erinnerung an eine frühchristliche Zurzacher Gemeinde und an ein konkretes Frauengrab. Um 800 wurde ein Benediktinerkloster an die Verenakirche angegliedert. Verena wurde eine der verehrtesten Heiligen der Schweiz; Zurzach gehörte im Mittelalter zu den beliebtesten Wallfahrtsorten und wird auch heute noch von vielen Pilgern besucht. Heute steht dort das gotische Verenamünster mit der Arm-Reliquie, einer wertvollen Goldschmiede-Arbeit aus dem 14. Jahrhundert. Auch die Verena-Schlucht in Solothurn ist ein Wallfahrtsort. Die Hl. Verena wird in vielen Kirchen des ehemaligen Bistums Konstanz als Patronin verehrt. Die Verehrung der Hl. Verena verbindet die Katholische und Koptische Kirche. 1986 brachte eine Delegation aus Zurzach einige Reliquien nach Ägypten. In Kairo weihte der koptische Papst Schenuda III. am 22. Februar 1994 die erste koptische Kirche der Hl. Verena, die Kirche der Heiligen Mauritius und Verena in Kairo. Weitere Reliquien der Hl. Verena befinden sich seit dem Jahr 2004 in der koptischen Kirche Saint Mary & Saint Verena’s in Anaheim, Kalifornien.

Patronate: Die Hl. Verena ist Patronin für Arme und Notleidende, Müller, Schiffer, Fischer, Pfarrhaushälterinnen; Fürsprecherin für Kindersegen und gegen Augenleiden; Seit 2003 Co-Patronin des Bistums Basel. Fest: 1. September. {Quelle: http://www.kathpedia.com}

 

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