kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wie die Islamisten Deutschland unterwandern 20. September 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 02:05

Alice Schwarzer warnt vor dem aggressiven Islam. Sie glaubt, dass die Gefahr für unser Bildungs- und Rechtssystem unterschätzt wird.


Silvester 2007 habe ich in Algier gefeiert. In meiner „algerischen Familie“. Wir haben bis nachts um vier getanzt, nach arabischen wie westlichen Klängen. Wir, das waren auf der algerischen Seite: meine Kollegin Djamila, die fünf Jahre lang bei mir in Köln Zuflucht gesucht hatte, weil sie in ihrer Heimat in Lebensgefahr war. Als unverschleierte Frau und kritische Journalistin stand sie ganz oben auf den Todeslisten der marodierenden Islamisten. Neben ihr rockte ihre gläubige, unverschleierte Schwester Zohra mit Ehemann Zahar, einem Möbelhändler, der in die Moschee geht und gerne Wein trinkt. Dazwischen die Töchter Lili und Mounia, die es in den „Schwarzen Jahren“ gewagt hatten, jeden Tag ohne Kopftuch zur Uni zu gehen, und das so manches Mal nur knapp überlebt haben. Nicht dabei war Djamilas alte Mutter, die das weiße, traditionelle Kopftuch trägt und jedes Jahr nach Mekka pilgert.

Doch am ausdauerndsten tanzte der Sohn des Hauses, Ganoud, tiefgläubig und resolut lebenslustig. Wenn der Mittzwanziger mit uns durch die Stadt und an der Küste entlangstreifte, lautete jeder dritte Satz, mal ernst, mal lachend: „Alice, le prophète a dit“ Natürlich habe ich ihn damit aufgezogen. Aber ich habe ihn auch ernst genommen. Und er ist bis heute mein Maßstab: Ganoud, der sauer ist über die „Arroganz und Hegemonie des Westens“.Wenn ich mal wieder die Islamisten angreife, frage ich mich: Was würde Ganoud wohl dazu sagen? Und es würde mich tief beschämen, wenn er eines Tages auch mich in einen Sack mit den „arroganten Westlern“ stecken würde. Ganoud und ich, wir bleiben im Dialog.

Es fehlt an echten Dialogen: In einem echten Dialog. Denn der falsche Dialog und die so lange praktizierte falsche Toleranz haben allen geschadet, nicht nur uns Westlern, sondern allen voran der Mehrheit der nicht fundamentalistischen Menschen im muslimischen Kulturkreis, Gläubigen wie Ganoud und Nichtgläubigen wie Djamila. Diese falsche Toleranz hat den Westen 30 Jahre lang wegsehen lassen: beim Iran, wo die Menschenrechte seit 1979 mit Füßen getreten werden; in Afghanistan, wo die Taliban mit aktiver Unterstützung der USA und Deutschlands die sowjetischen Besatzer verjagten und 1992 die Terrorherrschaft übernahmen; in Tschetschenien, wo nicht nur die russische Soldateska von Übel ist, sondern auch die Islamisten ein Problem sind, die bereits 1996 die Scharia einführten. In Algerien, wo die sogenannten Afghanen, die aus dem Krieg in Afghanistan zurückgekehrten Söldner, in den 1990er-Jahren einen Bürgerkrieg anzettelten, der über 100000 Menschen das Leben kostete; in Schwarzafrika, wo der von den Gotteskriegern gezündelte Flächenbrand unaufhaltsam um sich greift – und in Europa, wo wir zuließen, dass mitten unter uns Menschen als „die anderen“, als Bürgerinnen zweiter Klasse behandelt werden und der Rechtsstaat relativiert wird. „Die Kulturfalle“ nennt das die Fatwa-verfolgte Khalida Messaoudi-Toumi, als Mathematiklehrerin lange auf der Flucht und heute algerische Kulturministerin.

Die Kalaschnikow unterm Tschador: Dabei war alles von Anfang an klar. Als ich 1979 zusammen mit einer kleinen Gruppe französischer Intellektueller wenige Wochen nach der Machtergreifung Khomeinis im Iran war – dem Hilferuf entrechteter Frauen folgend –, haben wir mit zahlreichen Verantwortlichen des neuen Regimes gesprochen: mit Ministerpräsident Bazargan (der wenig später ins Exil floh), mit Ober-Ayatollah Talegani (der später ermordet wurde) und mit den neuen Führerinnen der Iranischen Frauenunion (von denen bald viele spurlos verschwanden). Diese in Granit gemeißelten „Heldinnen der Revolution“ hatten den Schah mit der Kalaschnikow unter dem Tschador verjagt oder waren aus dem Exil zurückgekehrt.

Sie alle waren aufgeklärte und hochgebildete Menschen. Und sie alle antworteten auf unsere Fragen: Ja, wir wollen den Gottesstaat! Ja, wir werden die Scharia einführen, das ist Allahs Wille! Ja, selbstverständlich steht dann Tod durch Steinigung auf Homosexualität oder Ehebruch (der Frau)! Und dabei lächelten sie liebenswürdig. Nein, die Islamisten haben nie einen Hehl aus ihren Absichten gemacht. So wenig wie einst die Nationalsozialisten. Auch in „Mein Kampf“ stand ja schon alles drin. Auch wir hätten es damals wissen können, ja müssen. Und auch die aufgeklärten Muslime haben lange, zu lange geschwiegen – aus Angst, des „Verrats“ an der eigenen Community bezichtigt zu werden. Die Ersten, die redeten, waren nicht zufällig die Töchter, die sich nicht länger wegsperren und zwangsverheiraten lassen wollten. Als ich damals nach wenigen bewegenden Tagen Iran wieder verließ, schrieb ich: „Sie alle waren gut genug, für die Freiheit zu sterben – sie werden nicht gut genug sein, in Freiheit zu leben.“ Und seither hat „Emma“ nicht aufgehört, über die Gefahr des Islamismus zu berichten und vor den Folgen zu warnen.

Islamismus ist die politische Strategie des Islams: Zu meinem neuen Buch haben Frauen beigetragen wie die Deutschtürkin Necla Kelek, die Algerierin Djemila Benhabib, anonyme deutsche Konvertitinnen oder die Philosophin Élisabeth Badinter, die Islamwissenschaftlerin Rita Breuer und die Journalistin Antonia Rados. Sie alle beschäftigen sich nicht mit dem Islam als Religion. Der ist eine Glaubensfrage und seine Reformierung in erster Linie Sache der Muslime selbst – ihnen allen geht es um den Islam als politische Strategie, den Islamismus. Die islamistischen Agitatoren werden nicht selten ausgebildet in Iran oder Afghanistan und Ägypten und finanziert von Saudi-Arabien. Sie haben es verstanden, ihre wahren Motive zu verschleiern und Gutgläubige im Namen einer falschen „Toleranz“ und „Religionsfreiheit“ in die Irre zu führen. Doch ihr wahres Motiv ist nicht der Glaube, es ist die Macht. In Deutschland sind die Islamisten vor allem in den Universitäten, bei den Protestanten und im alternativen Milieu auf offene Ohren gestoßen. Hierzulande waren das schlechte Gewissen und die Angst, wieder etwas falsch zu machen in Sachen Fremdenliebe, besonders groß. Und groß war auch die Bereitschaft gläubiger Altlinker, nach dem Tod ihrer Götter Mao und Che Guevara, neuen Göttern zu folgen: Allah Akbar!

Islamisten verschleiern ihre Absichten: Vermutlich hätten die jungen Konvertiten der sogenannten Sauerlandgruppe, die beinahe ein blutiges Attentat unvorstellbaren Ausmaßes mitten in Deutschland angerichtet hätten, ein, zwei Generationen zuvor bei der RAF mitgemacht. Doch sind in Europa heute eigentlich (noch?) nicht die islamistischen Terroristen das Problem. Das wahre Problem ist die systematische Unterwanderung unseres Bildungswesens und Rechtssystems mit dem Ziel der „Islamisierung“ des Westens, im Klartext: die Einführung der Scharia mitten in Europa. Europas charismatischster islamistischer Propagandist einer Islamisierung – und gern gesehener Gast bei renommierten akademischen und politischen Kolloquien – ist Tariq Ramadan. Der Mann mit dem Schweizer Pass ist ein Enkel des Gründers der ägyptischen Muslimbrüder, die die Urzelle der Islamisten waren. Die eilfertigsten HelferInnen dieser Kräfte sind heute oft KonvertitInnen, und das in allen Lebensbereichen: an Universitäten, im Rechtswesen wie in den Medien. Diese Konvertiten sind mal offen, mal verdeckt konvertiert. Je nach Strategie. Die Taktik der Alt- und Neu-Islamisten ist seit dem 11. September 2001 mehr denn je die Verschleierung: die Verschleierung ihrer Absichten wie die Verschleierung der Frauen. Doch unabhängig von den jeweils subjektiven Motiven der verschleierten Frauen selbst (die durchaus lauter sein können), ist die objektive Bedeutung eindeutig: Das Kopftuch ist seit dem Sieg Khomeinis im Iran 1979 weltweit die Flagge der Islamisten. Wir dürfen nicht länger wegsehen, wir müssen hinsehen, genau hinsehen!

{Welt online: Foto: dpa Alice Schwarzer warnt vor dem aggressiven politischen Islam – ihm ginge es nicht um Religion, sondern allein um Macht. Die Kleidungsvorschriften des Korans sind unterschiedlich auslegbar. So muss zwischen Schleier und Verschleierung unterschieden werden. Teilweise wird darunter nur die Bedeckung des Haares verstanden, teilweise aber auch die komplette Verhüllung des Körpers. WELT ONLINE stellt vier Arten vor: Der Hijab bedeckt nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper – wie hier bei den shiitischen Mädchen im Libanon. Anders ist es beim arabischen Nikab, einem Gesichtsschleier. Er wird meist in Verbindung mit einem schwarzen Gewand getragen, wie zum Beispiel dem Tschador. Diese Möglichkeit der Verschleierung besteht aus einem großen, oft dunklen Tuch in Form eines Halbkreises. Der Umhang wird um Kopf und Körper gewunden. Die komplette Verschleierung wird als Burka bezeichnet. In das große Stofftuch ist eine flache Kappe vernäht. Im Bereich der Augen befindet sich nur ein Sichtfenster, in dem eine Art Gitter aus Stoff oder Rosshaar eingesetzt ist Vorabdruck aus dem am 23.9. erscheinenden Buch von Alice Schwarzer (Hrsg.) „Die große Verschleierung. Für Integration, gegen Islamismus. Ein Emma-Taschenbuch“, Kiepenheuer & Witsch, 318}.

Brisantes Buch: „Die große Verschleierung“ – Alice Schwarzer rechnet mit Islamisten ab

„Die islamische Gemeinde hat zu lange still gehalten“

Die Debatte um Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist noch nicht verebbt, da erscheint schon das nächste brisante Buch: „Die große Verschleierung“ – Alice Schwarzers Abrechnung mit der Politisierung des Islam und den Islamisten.

„Das Unsichtbarmachen der Frauen steht im Zentrum der Islamisten“ sagte Schwarzer im ARD-Morgenmagazin. Doch es ginge in ihrem Buch nicht nur um die muslimische Frau, sondern auch um die Verschleierung von islamistischen Aktivitäten. Schwarzer legt Wert darauf, dass der Islam nicht die Ursache der Probleme ist und sie nicht von „den Muslimen“ spricht. „Die Mehrheit der Menschen im islamischen Kulturkreis sind Demokraten“, so die Autorin. Es ginge ihr um die „agitierende Minderheit“, die die Religion für ihre politische Machtstrategie missbrauche. Und sie nimmt auch die Landsleute dieser Menschen mit in die Verantwortung: „Die islamische Community hat zu lange still gehalten“. Sie habe die Probleme verschleiert und keine öffentliche Selbstkritik geübt.

Schwarzer und ihre prominenten Co-Autorinnen wie Korrespondentin Antonia Rados und die türkische Soziologin Necla Kelek beschreiben in dem Buch den heutigen Stand der kritischen Auseinandersetzungen mit dem Islamismus in Deutschland, in Frankreich und in islamischen Ländern (wie Algerien). Themen sind unter anderem das Schweizer Minarettverbot, die deutsche Kopftuchdebatte, die Burka-Diskussion in Frankreich. Außerdem: die Unruhen in den Pariser Vorstädten und die Strategien islamistischer Propaganda, beispielsweise im Internet. Schwarzer ist übrigens nicht gänzlich gegen das Kopftuchverbot auf der Straße, wie sie im ARD-Morgenmagazin betonte. „Ich bin für ein Kopftuchverbot vor allem in den Schulen, für die kleinen Mädchen“. Diese sollten ihrer Ansicht nach die Chance haben, so zu sein wie die anderen kleinen Mädchen und nicht stigmatisiert werden.

Kalkül sei es übrigens nicht, das Buch mitten in der aufgeheizten Stimmung um Thilo Sarrazins Integrations-Thesen erscheinen zu lassen. „Die Veröffentlichung ist schon seit dem Frühjahr geplant“, so Schwarzer. „Die große Verschleierung – für Integration, gegen Islamismus“ erscheint am 23. September. Alice Schwarzer ist Journalistin und gründete 1977 die weltweit einzige unabhängige, feministische Zeitschrift „Emma“. Schwarzer ist eine der Wegbereiterinnen der Frauen-Emanzipation in Deutschland. {Quelle: Bild.de}

 

3 Responses to “Wie die Islamisten Deutschland unterwandern”

  1. Bazillus Says:

    Eine Fehleinschätzung unterliegt Frau Schwarzer jedoch auch:
    Der Islam ist das Problem, auch wenn sie und die meisten anderen Eliten dies partout nicht wahrhaben wollen und die Auseinandersetzung hierüber scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

  2. vera Says:

    Tariq Ramadan ist ein Wolf in Schafpelz (sehr gefaehrlich); darf in den Niederlanden keine Vorlesungen mehr halten an der Univerrsitaet; dieser Mann hat 2 Gesichter.
    Nicht nur der Islamismus ist ein Problem, sondern der ganze Islam; es ist eine totalitaere politische Ideologie (mit einem Hauch von Religion) strebend nach einem Weltkalifat unter der Scharia.

  3. Wolf Says:

    Es ist unfassbar, daß „unsere“ Politikern hier in der BRD nicht endlich wachsamer werden. Gerade anlässlich der Gewaltandrohungen gegen die auch hier bei uns lebenden Kopten, ist es geradezu absurd zu behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland. Es ist unbestreitbar, daß diese menschenverachtende Haltung gegenüber Andersgläubigen nicht von allen Moslems getragen wird, doch darf dies Tatsache unser Auge nicht trügen. Wir sind ein Land mit altgewachsener christlicher Tradition und sollten uns dieser auch verplichtet fühlen. Dazu gehört auch, alle Menschen, insbesondere die christlichen, vor jeglicher Intoleranz und Gewalt zu schützen. All zu große Sorglosigkeit ist da fehl am Platz, das sollten gerade Politiker, die aus Parteien kommen, die das Wort „Christ“ in ihrem Parteinamen führen, besonders beherzigen. Ich sage : Uneingeschränkte Solidarität mit unseren koptischen Glaubensbrüdern!


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