kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Sarrazin antwortet auf Gabriel: „Die SPD-Spitze kann nicht lesen“ 20. September 2010

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 02:38

„Sigmar Gabriel stilisiert mich zum Wegbereiter von Hasspredigern, weil ich von der Evolutionsbiologie nicht schweigen will. Meine Thesen zur Sozialpolitik verfälscht er. Eine Antwort auf die Anklage, die mein Parteivorsitzender in der „Zeit“ gegen mich erhoben hat“. Ein Gastbeitrag von Thilo Sarrazin.

Sigmar Gabriel hat in der „Zeit“ vom 16. September 2010 unter dem Titel „Anleitung zur Menschenzucht“ eine „Anklage“ gegen mich veröffentlicht. Darin zitiert er verfälschend aus dem Zusammenhang. Ich stelle fest: {Erstens: Die Fragen, die ich aufwerfe, gründen nicht in erster Linie auf Erkenntnissen der Genetik, sondern vorrangig auf kulturellen Entwicklungen: Ich kritisiere eine überproportionale Zunahme bildungsferner Schichten (auch durch Teile der Migration) in unserem Land, und weil diese Schichten deutlich mehr Kinder bekommen als die bildungsnahen, entstehen Leistungsprobleme im Land. Um dies zu verändern, fordere ich in meinem Buch (Seite 328/329) unter anderem: ab dem dritten Lebensjahr Kindergartenpflicht, um die Bildungsnähe aller Schichten zu fördern; Verschärfung der sprachlichen Anforderungen bei Immigration, damit auch die Kinder der sogenannten „Unterschicht“ die Schule bestehen können; Zuwanderung von Qualifikationen abhängig zu machen, um auch so die Bildungsschichten zu verstärken, die wir für die Zukunft unserer Gesellschaft brauchen. Das alles würde nicht nur die bildungsnahen Schichten fördern, sondern eben auch den Aufstieg aus den bildungsfernen}.

Angeborene Ungleichheiten: Zweitens: Es ist richtig und wissenschaftlich unbestritten, dass Intelligenz auch vererblich ist (zu welchen Anteilen auch immer) und dass deswegen ein Land Wert darauf legen müsste, dass auch die beruflich erfolgreichen Frauen und Männer trotz ihrer starken Beanspruchung Kinder „wollen“ können. Dazu habe ich unterschiedliche Ansatzpunkte von besseren Betreuungsangeboten wie in Skandinavien oder Frankreich bis hin zum französischen Familiensplitting (Seite 389) diskutiert und eine andere, pauschale Auszahlung des Kindergeldes (Seite 389/390) in Erwägung gezogen. In diesem Zusammenhang habe ich auch die von allen Bildungspolitikern unbestrittene These aufgenommen, dass Bildung für die individuelle Entwicklung zwar wichtig ist, aber der Erfolg auch stark von der Familienleistung abhängt (Seite 235), die Eltern sich also kümmern müssen. Dabei habe ich allerdings auch gesagt: „Es gibt Grenzen des Intellekts oder der Persönlichkeit, die eben nicht zu überwinden sind, und es gibt Deprivationen die man durch staatliche Politik nur begrenzt ausgleichen kann“. (Seite 233) Kein vernünftiger Mensch würde bestreiten, dass es „angeborene Ungleichheiten“ gibt, die, wie ich schreibe, von einem exzellenten Bildungssystem sogar „akzentuiert“ werden können, etwa durch frühe Förderung musikalischer Hochbegabungen.

Unzulässige und ehrabschneidende Vorwürfe: Drittens: Zur finanziellen Familienförderung habe ich formuliert: „Das Ziel aller Maßnahmen muss sein: Wer seinen Lebensunterhalt durch Arbeit verdient, soll durch Kinder nicht in Armut geraten. Wer aber vom Staat alimentiert wird, soll nicht dazu verführt werden, diese Unterstützung durch Kinder zu erhöhen.“ Dabei habe ich auch auf die Clintonschen Sozialreformen verwiesen (Seite 386).

Viertens: Ich habe auf die Heterogenität im Islam (von autoritär bis reformorientiert) hingewiesen und darauf, das gewisse Strömungen eine Integration von Muslimen bei uns erschweren. Und ich habe die „klare Erwartung“ geäußert, „dass die Immigranten eine Integrationsleistung zu erbringen haben“. Dabei habe ich in meinem Buch mehrfach auf die erfolgreiche Integration vieler Muslime und auf die hohen Integrationsleistungen von Menschen mit anderer Herkunft verwiesen.

Mich mit dem Hinweis, ich sei „Eugeniker“, politisch stigmatisieren zu wollen und mir vorzuwerfen, ich bereitete „den Boden für Hassprediger im eigenen Volk“, ist unzulässig und ehrabschneidend. Wer heute über die Zukunft nachdenkt und dabei auch Fragen der Intelligenz, der Genetik und der Evolutionsbiologie anschneidet, dem darf nicht reflexhaft unterstellt werden, er wolle Menschen diskriminieren oder sie in ihren Rechten, Freiheiten und ihrer Würde beschränken. Über meine Thesen kann man streiten. Der Versuch, demographische und bevölkerungspolitische Fragen aus dem politischen Diskurs zu verbannen, führt aber nicht weiter. Die deutsche Sozialdemokratie sollte sich diesen Fragen nicht verschließen. {Quelle: FAZ.net}

Sarrazin greift SPD-Spitze an

Berlin (dpa): Der wegen seiner umstrittenen Thesen scheidende Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel scharf angegriffen.

„Sigmar Gabriel stilisiert mich zum Wegbereiter von Hasspredigern, weil ich von der Evolutionsbiologie nicht schweigen will“, schrieb Sarrazin in einem Gastbeitrag unter dem Titel „Die SPD-Spitze kann nicht lesen“ für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Meine Thesen zur Sozialpolitik verfälscht er“. Ihn mit dem Hinweis stigmatisieren zu wollen, er sei „Eugeniker“ sei „unzulässig und ehrabschneidend“. Gabriel hatte Sarrazin in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ ebenfalls scharf attackiert und die Entscheidung der SPD-Führung für den Parteiausschluss des langjährigen Mitglieds verteidigt. Gabriel warf Sarrazin unter anderem vor: „Sein Buch ist nicht mehr und nicht weniger als die Rechtfertigungsschrift für eine Politik, die zwischen (sozioökonomisch) wertvollem und weniger wertvollem Leben unterscheidet. Er greift dabei zurück auf bevölkerungspolitische Theorien, die Ende des 19. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Grundlage für die schrecklichsten Verirrungen politischer Bewegungen wurden“. Gabriel fügte hinzu: Sarrazin halte das Entstehen von „oben“ und „unten“ in unserer Gesellschaft für das Ergebnis natürlicher Auslese durch Vererbung. Bundespräsident Christian Wulff hatte am Freitag Sarrazins vorher vereinbartem Antrag entsprochen, ihn mit Wirkung zum 1. Oktober aus dem Vorstand der Bundesbank zu entlassen. Sarrazin sagte dazu: „Das Thema Bundesbank ist für mich damit abgeschlossen“. Dagegen kämpft er um seinen Verbleib in der SPD. Sarrazin hatte mit seinen Thesen zur mangelnden Integrationsfähigkeit von Muslimen eine heftige Debatte in Deutschland ausgelöst. Sein Ende August erschienenes Buch „Deutschland schafft sich ab“ hat inzwischen eine Auflage von 650 000 erreicht, teilte der Bertelsmann-Verlag DVA der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit. Nur eine Woche vorher waren erst 400 000 gedruckt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) nahm Sarrazin in Schutz. „Querdenker“ wie der scheidende Bundesbankvorstand seien „eine Bereicherung der Gesellschaft“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Über einige von Sarrazins umstrittenen Thesen zur Integrationsdebatte müsse ernsthaft diskutiert werden, sagte Böhmer {Quelle: yahoo.nachrichten}.

 

3 Responses to “Sarrazin antwortet auf Gabriel: „Die SPD-Spitze kann nicht lesen“”

  1. ReiterRoman Says:

    wenn die SPD-spitze nur aus selbstmördern bestünde, wäre es vielleicht gut, aber die gute alte partei zu morden, hat diese nicht verdient

  2. ReiterRoman Says:

    Sehr geehrter Herr Sarrazin
    Sie haben fast in allen Themen recht und Sie sind ein mutiger Mann. Dieser Mut ist es der Ihren Kritikern Angst macht.
    Wer Angst hat, so wie Sigmar Gabriel, lässt sich leicht verleiten in der grossen Medienhetze mit zu rühren, egal welche oder wessen Suppe gerade gekocht wird.
    Grundsätzlich hätten Sie es nicht nötig gehabt auf Sigmar Gabriel zu antworten, da Gabriel wie es scheint nicht über die Bildung verfügt Ihre Äusserungen und Erklärungen zu verstehen. Natürlich verstehe ich Ihre Stellungnahme und hoffe, dass gewisse Medienschreier ein wenig davon profitieren können.
    Meinen Respekt haben Sie und ich bin sicher, dass Sie diesen von vielen anderen auch haben

  3. ReiterRoman Says:

    Es ist ja gut, dass die hinterhältige mobbing-Aktion von Gabriel, Merkel und Wulff nun nicht aufgegangen ist. Die zwanghafte Unterdrückung gesellschaftlicher Realitäten durch unsere Politiker – die kollektiv an Fehlwahrnehmungen leiden – darf nicht weiter fortgeführt werden. Zwar wurde der grösste Schaden bei der unkontrollierten Einwanderung durch die 16 jährige Kohl-Regierung ausgelöst (mit einem unfähigen Innenminister Schäuble). Insofern könnte Gabriel darauf verweisen, dass Schilly sehr viel konsequenter und mutiger mit den Islamisten in unserer Gesellschaft umgegangen ist, als Schäuble oder de Maiziere. Aber seine prompte Hetze gegen Sarrazin (hinter dem immerhin 96% der ehrlichen Bürger stehen) – gab einen Einblick in seine Psyche. Es geht darum, die Realität weiterhin zu unterdrücken, obwohl längst ARD und andere Medien regelmässig über den Hass bei der 3. Generation der muslimischen Migranten berichten. Wulff, der ja selbst die deutschfeindliche Özkan in Niedersachen zur Ministerin kürte, leidet unter derselben Fehlwahrnehmung und hat durch seine Instrumentalisierung durch Merkel bei der Liquidierung Sarrazins seine Charakterlosigkeit unter Beweis gestellt. Gut für die Demokratie ist, dass diese Eiterbeule nun ausläuft


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s