kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mubaraks Photomontage 18. September 2010

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 03:16

Mal wieder macht ein mit Photoshop getürktes Foto Schlagzeilen in Nahost. Die offiziöse regierungsnahe ägyptische Zeitung Al-Ahram wollte es nicht akzeptieren, dass der amerikanische Präsident Barack Obama seine nahöstlichen Gäste zu Friedensgesprächen auf dem roten Teppich im Weißen Haus anführt, während im zweiten und dritten Glied hinter Obama die Nahostpolitiker Premier Netanjahu, König Abdullah, Präsident Abbas und, als letzter in der Reihe, Präsident Mubarak hinterherlaufen. Die Bildredakteure von Al-Ahram korrigierten mit dem Computerprogramm Photoshop das ap-Foto und tauschten einfach die Köpfe aus. Mubarak schreitet nun an der Spitze voraus, hinter ihm, im zweiten Glied, der amerikanische Präsident und dann die übrigen Politiker. Der ägyptische Präsident wurde zudem um die eigene Achse gedreht, wohl aus ästhetischen Gründen. Sein Schlips fällt im Originalbild nach links und im bearbeiteten Bild nach rechts. Die historische Fälschung wurde von Bloggern entdeckt und hat schon zu Protesten bei der Oppositionspresse in Ägypten geführt, während in den israelischen Medien diese Bildgestaltung belustigte Schlagzeilen verursacht. Fälschungen dieser Art waren in der kommunistischen Sowjetunion und in anderen Diktaturen sehr verbreitet, um unerwünschte Personen aus Gruppenbildern weg zu retouchieren. Während des Libanonkrieges 2006 hat die Agentur Reuters mehrere Kriegsfotos bearbeitet, um deren anti-israelische Propagandawirkung zu verstärken. Der dafür verantwortliche Fotograf wurde entlassen (der ägyptische Fälscher hingegen befördert).

Ulrich W. Sahm, Jerusalem – 16.09.2010: Original photo published by AP The caption reads: “Egypt, led by President Mubarak, hosts a fresh round of direct talks between Palestinians and Israelis“. {Quelle: Honestly Concerned}

Kommentar von „Kopten ohne Grenzen“: Das ist lediglich ein Bespiel dafür, wie das ägyptische Regime regiert und das ägyptische Volk um die Nase herumführt wird. Auf diese Art wird das Volk manipuliert, sodass man ständig im Dunkeln tappt. Während des Sechs-Tage-Krieges von 1967 war die Berichterstattung in jeder Hinsicht eine Schande. Denn während die ägyptische Armee niedergeschmettert wurde, berichteten die Medien (vor allem der Hörfunk) vom Gegenteil. Und während die Menschen auf den Straßen im Siegesrausch tanzten, wurden sie damit überrascht, dass ihr brüllender Nasser alle seine Zähne verlor. Nasser verkündete seinen vorgetäuschten Rücktritt, um die Wut der sprachlosen Ägypter einzudämmen. Bei jeder Naturkatastrophe oder irgendeinem Problem hören wir Radio Israel oder Monte Carlo, um die Wahrheit zu erfahren, vor allem wenn es uns Kopten betrifft. Was nicht totgeschwiegen wird, sind die Nachrichten über Palästina, Afghanistan, den Irak und wo sonst die Moslems leben, damit die Moslems sich mit dem Dschihad gegen die Ungläubigen beschäftigen und von den zahlreichen Problemen in ihrem eigenen Land abgelenkt werden. Und wo man das Computerprogramm Photoshop erwähnt, übersieht man die Fälschung des Bildes von Frau Kamilia Zakher nicht, die im Juli 2010 entführt wurde. Der Sicherheitsdienst braucht wie immer Unruhen auf Kosten der Kopten vor den bevorstehenden Wahlen. Und das Szenario nimmt seinen Lauf. In den letzen Tagen verunglückten zwei Öltanker in Assuan. Man erfuhr nur durch die internationalen Medien davon. Mubarak vergisst, dass die Welt zu einem winzigen Dorf wurde.

 

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