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Die Modernisierung Irans unter Schah Reza Pahlavi 18. September 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 03:39

Die Monarchistische Modernisierung Irans unter Shah Mohammed Reza Pahlavi – Voraussetzungen für den Wirtschaftsboom in Iran 1973 -1978


1923 zur Zeit der Machtübernahme durch Reza Khan, dem Begründer der Pahlavi Dynastie im Iran, zählte Iran zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Modernisierung und die gesellschaftliche Umstrukturierung Irans die Shah Reza Khan eingeleitet hatte, sollte von seinem Sohn Shah Mohammed Reza Pahlavi bis zu seinem Sturz erfolgreich fortgeführt werden.


“1907, 1945 und 1978 sind die tragischen Daten unserer neueren Geschichte. Heute kann ich frei und ehrlich gestehen, dass ohne Zweifel mein Hauptfehler war, dass ich ein altes Volk im Eilschritt der Unabhängigkeit und dem Wohlstand, der Kultur und dem Komfort zuführen wollte, kurz: der modernen Zivilisation. Ich wollte, solange wir noch über Erdöl verfügen, den Iran aufbauen, um ihn auch nach dem Versiegen der Ölquellen einen gehobenen Lebensstandard zu garantieren. Das war mein Ziel und ich musste mich beeilen, denn mir blieb nur wenig Zeit. Unbestreitbar hat die Erdöl-Lobby auf meinen Untergang hingearbeitet. Diese Lobby hat es nicht verkraftet, dass sie sich von mir die Politik des angemessenen Rohölpreises diktieren lassen mussten. Überdies weigerten sie sich, die mit der Neuverteilung der Reichtümer auf Industrie – und Entwicklungsländer zwangsläufig verbundenen Opfern auf sich zu nehmen. Die Erdölgesellschaften waren und sind die entschlossensten Gegner einer Entente von Nord und Süd. Aus diesem Grunde wählten sie auch den Iran zum Sündenbock und nicht Libyen oder irgendein anderes Erdöl-produzierendes Land.“ Shah in Mexiko 1979.

Die Strategie des Shahs growth first – redistribute later, war unbestreitbar die richtige Wirtschaftspolitik, wenn man ein schnelles Wachstum erzielen will und zum Ziel hat, dass die Abhängigkeit vom Erdölexport so schnell wie möglich beseitigt wird. Die Steigerung des Rohölpreises auf ein Niveau von 1,75 US $ (1971) auf 11,75 US $ pro Barrel, das durch den Shah 1973 in der OPEC durchgesetzt wurde, trug wesentlich zur Finanzierung der Industrialisierung Irans durch Importsubstitution bei und ist Hauptverantwortlich für den Boom der iranischen Wirtschaft in den 70er Jahren. Diese Entwicklung ermöglichte einen historischen Transfer von Wohlstand aus westlichen Industrienationen zu den erdölexportierenden Ländern und damit auch in Richtung Iran. Die Erträge aus dem Erdölexport stiegen bis 1974 auf 18,5 Mrd. US $ –ein Achtfaches gegenüber 1972. Iran hatte bis in die späten 70iger Jahre beeindruckende Wachstumsraten im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften in der MENA Region aufweisen können. Die Wachstumsraten Irans waren sogar höher als die der wohlhabenderen OECD Staaten.

Jedoch war das Land auch mit einigen Schwächen behaftet. Eine Schwäche war die allgemeine ungenügende Zahl von Kaderleuten. Das führte Iran zeitweilig in eine Sackgasse. Aller Voraussicht nach hätten aber einige Jahren genügt, um diesen Mängeln entgegenzuwirken. Bis 1982 hätten 137 höhere Bildungsanstalten vier Jahrgänge von Technikern aller Art ausgebildet. Dann hätte sich Iran komplett verselbständigen können. Nach den Entwürfen der Regierung – durch Premierminister Dr. Amir Abbas Hoveyda und Dr. Amuzergan begonnen – sollte Iran unabhängiger werden vom ausländischem Know-how und gleichzeitig nicht nur Rohstoffe exportieren, sondern nach dem System des Wertzuwachses, mehr veredelte Produkte exportieren sollen. Es sah so aus, als ob Iran einen Wettlauf gegen die Zeit führte. Das rasante Wachstum Irans hat aber auch zu einem anderen Problem geführt, so beispielsweise zahlte die Regierung Irans allein 1975 1 Mrd. US $ für Schiffe, die nur darauf warten mussten, entladen zu werden, weil der Ausbau der Infrastruktur, mit dem rasanten Wachstum nicht schritthalten konnte.

Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer: Im Jahre 1963 war Artikel 4 der Weißen Revolution von Mohammad Reza Shah in Kraft getreten, der als eines der fortschrittlichsten Gesetze der Welt zu sehen ist: Die Unternehmer mussten mit den Vertretern der Arbeitnehmer oder den Gewerkschaften einen Kollektivvertrag abschließen, der diese proportional an der Produktion am Erwirtschafteten und am Defizitabbau beteiligte. Außerdem hatten die Arbeiter ein Recht auf ihren Anteil am Nettogewinn. Allein im Jahre 1976 haben 530.000 Arbeiter öffentlicher und privater Betriebe auf diese Weise ca. 12 Mrd. Rial bezogen (1,2 Mrd. Tuman = 150Mio EUR = einem heutigen Wert von etwa 750 Mio. EUR = 1415 EUR pro Arbeiter).

Im Zeitraum von 14 Jahren hatte sich die Summe des vom Arbeitnehmer bezogenen Nettogewinns ver128facht! Jedoch waren diese Anstrengungen nur der Anfang. Die Vorstellung einer demokratischen Gleichheit bezog eine wirtschaftliche Gleichheit mit ein. Dementsprechend mussten die Arbeiter Miteigentümer der Unternehmen werden, die ja auch dank ihrer Arbeit florierten. Im August 1975 wurde demnach ein Gesetz erlassen, die alle länger als 5 Jahre existierenden Privatbetriebe verpflichtete, 49% ihrer Aktien an ihre Arbeiter und Angestellten zu verkaufen. Dieser Grundsatz vollendete die Demokratie in der Wirtschaft und sollte zu einer Wende der industriellen, wirtschaftlichen und sozialen Evolution des Iran bis 1978 führen. Am Anfang gab es einen gewissen Widerstand. Aber schon nach einem Jahr gab die Mehrzahl der Direktoren, in deren Betrieben das Gesetz schon zur Anwendung gebracht hatten, zu:“ Wir haben noch nie so hohe Gewinne gemacht!“ Der Verkauf der Aktien von Staatsbetrieben – mit Ausnahme der Sektoren Kohle, Erdöl, Eisenbahn, Waffen-, Kupfer- und Stahlindustrie – war für den Oktober 1978 vorgesehen. Präzise, im September 1978 ereigneten sich gleichzeitig die gewalttätigen Demonstrationen gegen den Shah. Man beachte dass die professionellen Agitatoren und Propagandisten der linksgerichteten und von Moskau finanzierten Tudeh Partei und die militanten Kapitalisten, durch diese Reform entwaffnet worden wären: Iran war dabei zu beweisen, dass eine Solidarität zwischen Arbeitern, leitenden Angestellten und Eigentümern sehr wohl möglich war und Erfolg und Früchte brachte.

Irans 5th Plan: Schon zwischen den Jahren 1968 – 1973 konnte der Beobachter über die erzielten Fortschritte nur staunen. Die internationale Presse ließ verlauten: „Iran verlässt endgültig den Kreis der unterentwickelten Länder“ Das Pro-Kopf Einkommen betrug 1974 jährlich 1.200 US $ je Einwohner; 1978 betrug es bereits 2.540 US $ und 1985 wird es voraussichtlich 4.500 US $ erreicht haben, meinte Howeida 1974; 1964 betrug es noch nicht einmal 300 US $. Die ehrgeizigen Pläne bezüglich der Ausstattung des Landes schienen verwirklicht werden zu können. Auch die National Iranian Oil Company NIOC hatte 1973 große Pläne umzusetzen. Die Anlagen der Insel Khark, die zu den größten der Welt zählen, wurden durch eine künstliche Insel Khark IV ergänzt, wo Tanker von 1 Mio. Tonnen Rohölfassungsvermögen in Rekordzeit betankt werden konnten. Die Weltbank bescheinigte dem Iran für den Zeitraum von 1960 –1977 eine durchschnittliche Wachstumsrate von 9,6 %. Eine Wachsumsrate die doppelt so hoch war wie die Wachstumsrate in vergleichbaren Ländern. Das Land hattee ein anhaltendes und beeindruckendes Wachstum der Wirtschaft erfahren. 1974 verkündete Dr. Amir Abbas Howeida, Wirtschaftsminister des Iran, dass das Land in 15 Jahren, abgesehen von den USA und der damaligen UDSSR, eine der großen 5 Wirtschaftsmächte der Welt sein wird. Diese Worte wurden damals vor der gesamten Weltpresse nicht als Ausdruck der Herausforderung oder einer Art Revenge, sondern als Selbstverständlichkeit ausgesprochen – eine simple Information. Im sog. 5. Plan 1973 – 1978 konnte eine beträchtliche Steigerung bis zu den festgelegten Zielgrößen erreicht werden. Die Investitionen erreichten 1978 einen Gesamtbetrag von 4700 Billionen Rial (ca. 70 Mrd. US $). Zwei Drittel davon wurden vom Staat, das restliche Drittel vom privaten Sektor bereitgestellt.

Damit wurde eine Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts um über 29,7 % gegenüber 1973 erreicht. Im Bauwesen wurden innerhalb dieser 5 Jahre weitere 800.000 Wohnungseinheiten im städtischen Bereich und zusätzlich 240.000 im ländlichen Bereich geschaffen. Zur Verbesserung der Infrastruktur, hatte man zur Ausweitung des Straßennetzes 1.730 km Autobahn, 2.400 km Hauptverkehrsstraßen (insgesamt 12.500 km), 3500 Straßen 2. Ordnung (insgesamt 15.500 km) von 1973 bis 1978 gebaut. Das Fassungsvermögen der Hafenanlagen wurde auf 29 Mio. Tonnen gesteigert, während gleichzeitig ein Ausbau der bestehenden Flughäfen durchgeführt wurde. In diesem 5-Jahres Abschnitt wurden weiter 1.670.000 neue Fernsprechanschlüsse (insgesamt 2.000.000) bereitgestellt. Die Fernschreibanschlüsse konnten von 600 auf 9000 erhöht werden, sowie ein lückenloses Rundfunknetz hergestellt werden. Auch der Lebensstandard stieg beträchtlich. Der Verbrauch an Erdöl im Inland stieg von 13,2 auf 29,6 Mio. m³, während Erdgas von 3 auf 9 Mio. m³ anstieg. Noch bedeutender war der Anstieg im Stromverbrauch der von 8,2 auf 32 Mrd. KW h zunahm, was eine Steigerung innerhalb von 5 Jahren um 400 % bedeutet.

1978 waren 33 % der Iraner bereits krankenversichert. Die Familien von 8,3 Mio. Iranern hatten eine Lebensversicherung. Durch Bewässerung wurden mittlerweile 4 Mio. ha Land anbaufähig gemacht (1972 waren es 3,5 Mio. ha). Die Waldbestände wurden auf 840.000 ha erhöht und 460.000 ha Land wurden neu nutzbar gemacht, davon 30 % durch agrar-industrielle Einheiten. Die Industrie zeigte von 1973 bis 1978 ein jährliches Wachstum von 17 %. Weiter wurden Fabrikanlagen die die meisten Verbrauchsgüter, Zubehörteile und Grundstoffe herstellen errichtet. Am Ende der Periode gehörte Iran in der Kupfererzeugung mit 300 Mrd. US $ zu den größten Erzeugern der Welt. Die Produktionssegmente Kohle, Blei, Zink und Chrom erreichten eine Wachstumsrate von 31 %. Im Bereich Erziehung wurden Investitionen von 4,7 % des Bruttoinlandsproduktes getätigt (gegenüber 1,5 % beim 4. Plan). Das Lehrpersonal wurde um 650.000 Lehrkräfte erhöht. 7,4 Mio. Iraner hatten zusätzlich lesen und schreiben gelernt. Im Bereich Tourismus war die Zahl der ausländischen Besucher 1978 auf 925.000 gestiegen (gegenüber 415.000 im Jahre 1973): Vom Tourismus lebten innerhalb Irans 7 Mio. Menschen und die Zahl der Betten in der Luxuskategorie lagen 1978 bei 21.950 (gegenüber 1973 6.250), in der Durchschnittskategorie 20.500 (gegenüber 9.000 1973). Seit 1974 befand sich Iran auf der vom Internationalen Währungsfond aufgestellten Liste der reichsten Länder der Welt auf Platz 10. Im Jahre 1978 betrug die Zahl der Schüler ca. 10 Mio. und die der inländischen Studenten 185.000, bei einer Bevölkerungszahl von ca. 37 Mio. Militärisch besaß Iran einer der schlagkräftigsten Armeen der Welt, ausgerüstet mit den modernsten Waffen aus den USA. In diesem Teil der Welt war Iran das einzige Land, das eine solche Militärmacht darstellte und somit in der Lage war „lokale Störungen“ zu verhindern. Der Liberalismus des Shahs in der Wirtschaft ist ein wesentliches Merkmal einer Demokratisierung der Wirtschaft um eine freie Marktwirtschaft überhaupt gewährleisten zu können. [Quelle der Zahlen: Kayhan Research associates IRAN 1978]

Der wirtschaftliche Niedergang Irans unter der islamischen Wirtschaftspolitik der Turko-arabischen Mullahs nach 1978

Aus der Präambel der Verfassung der Islamischen Republik Iran von Ayatollah Khomeini: {„Die Wirtschaft ist ein Mittel, aber kein Ziel. Bei der Festigung der ökonomischen Grundlagen geht es prinzipiell um die Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen während seines Reife- und Entwicklungsprozesses, aber nicht wie bei den anderen ökonomischen Systemen, um Zentralisierung und Akkumulation des Kapitals oder um Profitsucht, zumal die materialistischen Schulen die Wirtschaft als Selbstzweck betrachten, was auf dem Wege zur Entwicklung als Faktor der Zerstörung, Korruption und Verderbnis wirkt. Im Islam jedoch ist die Wirtschaft ein Mittel, und von einem Mittel erwartet man nur zweckmäßig für das Erreichen eines Zieles zu sein. Aus dieser Sicht besteht das islamische Wirtschaftsprogramm darin, die geeigneten Grundlagen zur Entfaltung der unterschiedlichen menschlichen Kreativität zu bereiten. Der islamische Staat hat infolgedessen die Aufgabe, für alle Bürger gleiche und angemessene Möglichkeiten zu sichern, Arbeit zu beschaffen und die notwendigen Bedürfnisse bei der Weiterführung des Entwicklungsprozesses zu befriedigen“}.

Nach der Machtübernahme der Mullahs sank das Pro-Kopf Einkommen von 1978 – 1980 um 35 %. Bis heute konnte das Pro-Kopf Einkommen von 1978 nicht mehr erreicht werden. Das Bruttoinlandsprodukt BIP sank bis 1980 um 24 %. In den Jahren 1988 lag das BIP um 13 % niedriger als 1978. Die Bevölkerungszahl stieg in derselben Zeit um 53 % (!). Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln war ein Hauptthema der islamischen Regierungen in Iran: Bis 1991 sind die Weizenimporte von 1,2 Mio. Tonnen auf 5,3 Mio. Tonnen gestiegen, während der Verbrauch von 5,9 Mio. Tonnen auf 10,6 Mio. Tonnen gestiegen ist. Die Inländische Weizenproduktion in 1989/90, die auch ein Indikator für die Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion ist, ist auf dem Wert von 1977 mit exakt 5,5 Mio. Tonnen, wie zur Zeit des Shahs gleich geblieben. Die Zahlen beweisen, dass durch die agrarpolitischen Maßnahmen der Islamischen Republik, sich die Versorgungslage verschlechtert hat und sich eine größere Abhängigkeit vom Ausland durch drastisch gestiegene Importe von Weizen ergeben hat. 13 Jahre Agrarpolitik der Islamischen Republik, konnten also nicht das Niveau der Weizenproduktion zu Zeiten des Shahs steigern, während sich die Bevölkerung im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt hat! [ Dissertation, Dipl. Kfm.: Mahdy Farhadian, „Der wirtschaftliche Wiederaufbau Irans –„Von Monarchistischer Modernisierung zu Sozio-Islamischen Liberalismus“ Universität Regensburg 2002].

Die Ölproduktion sank von 6 mbpd 1978 auf 0,8 mbpd in 1980. Der Ölpreis von 1978 in Höhe von 23 US $ pro Barrel (Inflationsbereinigt) konnte bis heute nicht mehr erreicht werden. Neben den geschilderten katastrophalen Ergebnissen der Mullahs hat deren Wirtschaftspolitik, die eigentlich einen eigenen Artikel verdient, auch zu einer nie dagewesen Staatsverschuldung geführt und viele andere Teilbereiche der iranischen Wirtschaft in die Katastrophe gestürzt. Vor allem die Subventionspolitik der Mullahs zeigt die Unfähigkeit, bis hin zu grenzenloser Dummheit, islamischer Wirtschaftspolitik: Nur ein Beispiel: Tausende iranischer Arbeiter hatten dagegen protestiert, dass man aus außenpolitischen Gründen tonnenweise Rohrzucker importiert und subventioniert und damit die eigene Zuckerindustrie vernichtet. {Quelle: von Tangsir – Von Amir Kabir}

= Bran the blessed schreibt: 17. September 2010 um 14:42 {Dieser Artikel ist wirklich erstaunlich. Danke wieder mal für diese Art von Information. Was mir aber nicht klar ist und wofür du vielleicht eine Erklärung liefern kannst, ist die durchwegs negative Bewertung der Schah-Herrschaft im Westen. Sogar in eher rechtsliberalen oder konservativen Blättern wird konsequent nur vom „Schah-Regime“ gesprochen und in Verbindung damit von Verbrechen des SAVAK. Wenn das, was du da oben schreibst, stimmt (und ich sehe keinen Grund, dir keinen Glauben zu schenken), dann wäre der Iran zu dieser Zeit ja eigentlich der feuchte Traum jedes ernsthaften Linken gewesen. Es gab und gibt in keinem anderen Land der Welt meines Wissens eine solche Demokratisierung der ökonomischen Sphäre, bei der die produzierenden Kräfte derartig an der Kapitalakkumulation partizipieren können. Oder habe ich hier jetzt etwas falsch verstanden und das war einfach nur ein besonders teuflischer Trick von einem unglaublich durchtriebenen Kapital-Monarchisten (vermutlich mit jüdischen Wurzeln…wegen durchtrieben und so. Man kennt das ja), der die arbeitende Bevölkerung mittels Wohlstand und Teilhabe in den Wahnsinn treiben wollte}?

Amir Kabir schreibt: 17. September 2010 um 15:26  {Lieber Herr Bran the blessed! Dies schlüssig zu beantworten wird mindestens weitere 10 Artikel erfordern, aber ich werde versuchen die wichtigsten Punkte hier zu nennen:
1. Der Shah hatte innenpolitisch viele Feinde. Die Umstrukturierung der iranischen Gesellschaft, d.h aus einer unterentwickelten Feudalgesellschaft, als Hinterlassenschaft der türkischen Qajaren, einen modernen Staat zu bauen erforderte drakonische Maßnahmen. Eine dieser ist die „weiße Revolution“ allen voran die Landreform und dann gleich die Stärkung der Rechte der Frauen. Diese Reformen führten dazu, dass der Klerus und die türkische Elite der Qajaren ihre unermesslich großen Länderein auf iranische Bauern verteilen mussten und wir reden hier nicht über ein paar tausend qm sondern über Länderein in der Größe ganzer Bundesländer mit dem iranischen Volk als Leibeigene darauf. Das führte zu enormen finanziellen Einbussen des islamischen Klerus und der einst herrschenden türkischen Qajarendynastie. Das Verbot der Polygamie und die Stärkung der Rechte der Frauen war in den sexkranken Moslemhirnen wie ein Dorn im Auge. Die alte Elite Irans und der Klerus wurden so erbitterte Feinde gegen den Shah. Die ersten iranischen Studenten die ins Ausland zum Studieren gingen waren Nachkömmlinge dieser Elite und verbreiteten ihre Lügen unter den deutschen, amerikanischen etc. Linken, die sich dann mit den Bastarden dieser Blutsaugerelite verbündeten.
2. Auf Grund der Erdölvorkommen in Iran hatten die Großmächte schon lange ein Auge auf Iran geworfen – auch hier bedarf es noch einiger Artikel- das gilt für Nazideutschland genauso, wie für Russland, England und später die USA. Um Einfluss auf die Politik im Iran zu nehmen finanzierte Moskau die linksgerichtete Tudeh Partei und England die Nationale Front. Beide Parteien agierten also im Interesse fremder Mächte!
3. Der überwiegende Teil des iranischen Volkes musste erst einmal alphabetisiert werden. Ein Volk das ungebildet ist und kaum Möglichkeiten hat, sich derart Wissen anzueignen um überhaupt beurteilen zu können was richtig und was falsch ist, gerät leicht in die Fänge von Häschern.
4. In den Westlichen Nationen würde und wird die Politik von den Erdölkonzernen gemacht, die im Hintergrund agieren und die Politik des Westens bezüglich der erdölexportierenden Länder maßgeblich beeinflussen. Hierzu empfehle ich dringend das Buch von F. William Engdahl, A century of war, mit der Ölwaffe zur Weltmacht. Besonders Großbritannien und auch die USA bauten Fronten gegen den Shah auf, derer sie sich immer dann bedienen konnten, wenn seine Politik von der ihren abwich, d.h. die Geheimdienste organisierten und finanzierten Studentendemonstrationen und beeinflussten Organisationen wie AI und verbreiteten zusammen mit den iranischen Linken und den iranischen Moslems Lügen über den Shah.

Mit der Ölkrise 1973 war das Schicksal des Shah besiegelt. Alle diese Antiiraner vereinten sich zum Sturz des Shah. Allein schon die Behauptung der Shah sei ein Diktator gewesen zeigt, dass die Arschlöcher die das behaupten nicht einmal wissen was eine Diktatur überhaupt ist – nachzulesen ganz einfach bei wikipedia- Iran war zu Zeiten des Shahs eine parlamentarische Monarchie, in der der Shah verfassungskonform regierte, im Gegensatz zu dem türkischen Hund Mossadeq. Der Shah regierte nicht diktatorisch auch nicht demokratisch, sondern autokratisch und das stand ihm zu. Er wusste ein unaufgeklärtes Volk muss erst an die Demokratie herangeführt werden. Der Anfang war die Demokratisierung in der Wirtschaft, weitere Reformen sollten folgen}.

Bran the blessed schreibt: 17. September 2010 um 15:52 {Die Bezeichnung „lieber Herr Bran…“ ist meines Erachtens ein wenig übertrieben. Aber ich bitte dafür um Entschuldigung, wenn mein Geduzte falsch angekommen ist. Ich habe nicht richtig nachgeschaut und gedacht, dass der Artikel von Tangsir verfasst wurde. Wenn es nicht allzu sehr stört, bleibe ich allerdings beim Du. Für die Antwort kann ich mich nur bedanken, ich fand sie als Ergänzung zu deinem Artikel sehr informativ und interessant. Ich bin gespannt auf weitere Artikel zu dem Iran und der jüngeren Zeitgeschichte aus deiner Tastatur. Ich finde übrigens die Demokratisierung der Wirtschaft eine bemerkenswerte Maßnahme. Wir Westler haben ja eine Demokratie auf politischer Ebene (jedenfalls wird uns das so verkauft…man könnte über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage streiten), aber die Wirtschaft ist hiervon gänzlich unberührt. Autokraten mit solchen Ideen find ich persönlich nicht gerade die schlechteste aller politischen Lösungen, aber mich fragt ja recht selten jemand}. {Quelle: tangsir2569.wordpress.com}

 

5 Responses to “Die Modernisierung Irans unter Schah Reza Pahlavi”

  1. Bazillus Says:

    Der Bericht ist für mich neu. Die Hintergründe des Schahregimes. In den Zeitungen des Westens wurde der Schah insbesondere von den Linken angegriffen und kein gutes Haar an ihm gelassen. Er wurde wie ein killender Despot dargestellt. Alle glaubten den Medien.

    Nun ja, die Nachfolger des Schahs haben nach dessen Sturz ja ganze Arbeit geleistet. Ein Hoch auf die politische Blindheit unserer politischen Eliten, die dem Iran mit dem Sturz des Schahs nun wahrlich keinen Gefallen getan haben.

    • Klaus Says:

      Die Geheimpolizei des Schahs hat sich aber auch nicht grade mit Ruhm bekleckert, andererseits muss ich sagen dass der Schah den Iran wirklich voran gebracht hat, die Mullahs haben die Iraner wieder ins Mittelalter gestürzt.

  2. Faris Says:

    Meiner Meinung nach geht es für den Iran seit der Islamischen Revolution nur noch Berg ab. Ein neuer Revolutionär muss her.

  3. Poker Babe Says:

    Als der Schah noch an der Macht war, gab es noch Hoffnung für das Land. Natürlich ist bei keiner Regierung alles ohne Tadel. Aber wenn man sich anschaut, was heute los ist, dann hat man das Gefühl, man ist im finstersten Mittelalter.

    • K@mmerjäger Says:

      Ich war selbst 1976 im Iran u.kenne ihn auch noch
      von den früheren Schah Zeiten.Es war ein ’ne gute
      Zeit damals für die Iraner, kein Zweifel! Natürlich war
      Reza Palehvi auch ein Schlawiner in die eigene Tasche
      (wie JEDER der Macht hat!) aber im Vergleich zu DEM
      was mit diesem Kinder- u.Ziegenfi…er Khomeini ins
      persische Land kam, war der Schah gerademal ein
      Heiliger! Viele meiner damaligen Studenten-Freunde
      die diese „sozialistische“ u.“demokratische“ Revolution
      (siehe: Nordafrika!) wollten – sind wohl kurz danach an
      „Altersschwäche“ gestorben, will sagen: verschwanden
      spurlos!!! . . . . Seitdem weiß ich was Islam bedeutet!


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