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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Thilo Sarrazin: „blamiert haben sich andere“! 16. September 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 05:25

Plötzlich wimmelte es in den Talkshows von Musterbeispielen gelungener Integration, die man dreißig Jahre lang in der Medien-Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekommen hatte. Aber von Ehrenmorden und gekauften Bräuten redet niemand mehr.

Thilo Sarrazin hat der Demokratie in Deutschland nicht ganz freiwillig einen Dienst erwiesen. Kein Zweifel: Er hat mit seinen manchmal täppisch formulierten Thesen, seinen gewagten Statistiken und gezielten Tabu-Brüchen viel Missverständliches und auch Missverstandenes von sich gegeben, und nicht zu Unrecht wird er dafür geprügelt. Sarrazin gibt ja gern zu, dass er ein schlechter Schüler war; er ist auch im Alter kein Redner geworden, dem man einen Preis in dieser Kunst verleihen würde. Aber wer sich in der Debatte wirklich blamiert hat, ist nicht Sarrazin. Es ist die Front von Einser-Abiturienten, die in unzähligen Talkshows und Zeitungsartikeln angetreten ist, um Sarrazin den politisch korrekten Besinnungsaufsatz zum Thema „Integration“ einzubläuen. Selten hat man in Deutschland eine so lautstarke und parteiübergreifende Allianz von Wohlmeinenden gesehen – am Montag Beckmann, am Mittwoch Plasberg, am Donnerstag Maybrit Illner –, die sich in seltener Eintracht auf ein paar, zugegeben, überspitzte Formulierungen des Delinquenten stürzten, aber kein Wort zu dem von ihm benannten Missstand sagten: zu der missglückten Integration eines guten Teils muslimischer Einwanderer in Deutschland.

Plötzlich wimmelte es in den Talkshows von gut aussehenden, sprachgewandten Expertinnen mit muslimischem Hintergrund, von Musterbeispielen gelungener Integration, die man dreißig Jahre lang in der Medien-Öffentlichkeit nie zu Gesicht bekommen hatte. Leider fanden sie in ihrer Empörung über Sarrazin nicht die Zeit, auf die Tausende von gekauften Bräuten hinzuweisen, die im Wege der Familienzusammenführung jedes Jahr nach Deutschland gebracht werden und in orthodoxen türkischen und kurdischen Familien in einer Art Gefangenschaft leben. Gerade Berliner Politiker und Medienleute sollten die Chronik der Ehrenmorde kennen, denen muslimische Frauen, die diesem Schicksal entrinnen wollten, in dieser Stadt zum Opfer gefallen sind. Alle, bis hinauf zur Kanzlerin und zum Außenminister, waren derart bemüht, sich vor dem Ketzer Sarrazin zu bekreuzigen, dass das viele Richtige und Notwendige, was er in seinem Buch sagt, nur noch in der Floskel „Natürlich haben wir ein Integrationsproblem, aber so wie Sarrazin…“ verhandelt wurde.

Parallelgesellschaft der Politiker und Meinungsführer: Eine zweite Parallelgesellschaft zeigte sich da, die Parallelgesellschaft der Politiker und Meinungsführer, die ihre Kinder natürlich nicht auf Problemschulen mit 90 Prozent muslimischen Schülern schickt. Zu spät haben sie gemerkt, dass sie Sarrazin mit ihrer hysterischen Reaktion zu einem Volkshelden gemacht und die Kluft zwischen sich und einer Mehrheit, die nicht mehr schweigt, abermals vergrößert haben. Durch Sarrazins Erfolg verschreckt, fordern sie jetzt eine „schonungslose Debatte über Integration“ und beweisen damit erst einmal, dass sie das Thema jahrelang verschlafen hatten.

PS zum „jüdischen Intelligenz-Gen“: Der Begriff bezieht sich auf eine Arbeit von texanischen Professoren über eine auffällige Abweichung im Genpool von aschkenasischen Juden, die möglicherweise sowohl für seltene Krankheiten wie für außergewöhnliche Intelligenzleistungen verantwortlich ist. Die New York Times und andere haben darüber berichtet. Keiner kam auf die Idee, aus der Hypothese der Forscher einen Vorwurf von Rassismus oder gar von faschistischem Gedankengut abzuleiten. {Quelle: Frankfurter Rundschau}

 

6 Responses to “Thilo Sarrazin: „blamiert haben sich andere“!”

  1. ReiterRoman Says:

    Migration und Integration
    Sarrazin befürwortete eine mit Ausnahme von Hochqualifizierten restriktive Einwanderungspolitik und den Abbau von Transferleistungen. Heftige Reaktionen riefen Sarrazins Äußerungen zur Wirtschafts- und Migrationspolitik Berlins hervor, die im September 2009 in Lettre International publiziert worden waren. Darin bezeichnete er große Teile der arabischen und türkischen Einwanderer als weder integrationswillig noch integrationsfähig. Wörtlich äußerte er unter anderem

    Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. […] Integration ist eine Leistung dessen, der sich integriert. Jemanden, der nichts tut, muss ich auch nicht anerkennen. Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für 70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.

  2. Bazillus Says:

    Wenn Sarazin Recht hat, hat er Recht. Warum soll ein Einwohner irgendeines aufnehmenden Landes Mensche anerkennen, die sich nicht integrieren wollen, schwere Straftaten begehen, die aufnehmende Gesellschaft ablehnen und eine Extrawurst nach der anderen gebraten haben wollen, natürlich nur halal, sowie die Menschen der aufnehmenden Gesellschaft aufgrund ihres Seins beleidigen und verunglimpfen mit „Du Christ“, „Du Jude“, „Hurensohn“, „Schlampe“, „Kartoffel- und Schweinefleischfresser“, sich aber aus den Steuertöpfen des aufnehmenden Landes unterhalten lassen ohne jeglichen Dank und ohne Perspektive auf Änderung, sondern nur mit Anspruchsdenken an den so verhassten Aufnahmestaat ausgestattet.

    Es soll mir irgend jemand erklären, warum ich solche Menschen – politisch gesehen – in dem aufnehmenden Land behalten sollte? Ich sehe dafür keinen Grund.

    • ReiterRoman Says:

      Diese Gesellschaft-
      Nur das Geld zählt !
      Geld ist Mammon, ist Gott, Christus Religion, Menschlichkeit, Gemeinschaft, Leben, Liebe, Freundschaft,
      Glück, Geborgenheit, soziale Gerechtigkeit,
      Ungerechtigkeit, Freiheit, Unfreiheit, Zwang,
      Hass, Feindschaft, Gewalt, Krieg,
      und das alles in Einem!
      Von „HASTE WAS, BISTE WAS“ bis hin „WER WIRD MILLIONÄR“ werden die Menschen bewusst verschaukelt und ihnen vorgemacht, dass nur der „REICHTUM“ ein wirklich erstrebenswertes Leben ermöglicht.

      Und wenn das nicht alles zieht, dann werden die Menschen in einer ständigen Angstpsychose gehalten, und ihnen vorgemacht, es drohe die terroristische Gewalt durch einen fundamentalistischen Islam auch mit direkten Anschlägen in Deutschland und Europa. Sie werden nicht darüber informiert, warum eine solche Gefahr eigentlich latent schon immer vorhanden war und das diese Gefahr im eigentlichen Sinne nur von den praktizierten Weltbeherrschungsplänen einer Großmacht ausgeht, die keinerlei Gewissen entwickelt, wenn sie mit Lug und Trug Staaten und Länder mit Krieg überfällt, um ihre Weltmachtpläne durchzusetzen und ihren Auftraggebern des Kapitals immer mehr Maximalprofite zu sichern. Dabei begeben sich die Regierenden auch in diesem Staat auf die Position, eindeutige Kriegsverbrechen zu unterstützen und setzen wohl dabei auf die bewusste Massensuggestion ihrer Bürgerinnen und Bürger, aus die Verdummung und Ablenkung der Menschen voraus, wohl wissen und anwendend, dass weniger gebildete Menschen eben auch leichter zu regieren sind

      Reich sein oder ausgestoßen sein, das ist hier die Frage
      Und deshalb ist die Sucht nach Geld und Gut, die immerwährende Verdummung der Menschen mit dem Ziel, Geld und Gut als höchste Lebensinhalte zu wollen, danach zu streben und dafür auch alles zu geben und hinzunehmen, ein ganz entscheidender Teil des Wahnsinns in dieser Gesellschaft.

    • ReiterRoman Says:

      klar doch Sie erreichen doch in Europa ein herrlichees Ziel.

  3. ReiterRoman Says:

    Dazu die Einigung zum ja

    Gemeinsame Verantwortung für eine offene und demokratische Gesellschaft Bahman Nirumand hat auf die unsägliche Spiegel-Story über die „gefährlichen Fremden“ und das „Scheitern der Multikulturellen Gesellschaft“ geantwortet, in Deutschland gebe es inzwischen eine 40 Jahre alte gemeinsame Geschichte des Zusammenlebens. 40 Jahre Zusammenleben, das heißt auch, 40 Jahre gegenseitige Beeinflussung. Eine deutsche Gesellschaft gibt es nicht mehr! Die Verantwortung für die Probleme der Jugend, deutsche und nichtdeutsche, tragen wir gemeinsam. Die gemeinsam aufgebaute offene demokratische Gesellschaft, so Nirumand weiter, sei nicht mehr auf Toleranz der Mehrheit gegenüber der Minderheit angewiesen. Gefordert sei die Bereitschaft, permanent mit Konflikten umzugehen und sie gemeinsam zu lösen. Die bisherige Politik, die darauf ausgerichtet war, Menschen unterschiedlicher Herkunft in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, sei allmählich vorbei. Gefragt sei jetzt – ganz im Sinne Ulrich Becks übrigens – eine Weiterentwicklung der modernen demokratischen Gesellschaft. „Auf diesem Weg gibt es keine Trennung von Deutschen und Ausländern. Diesen Weg müssen wir weiter gemeinsam gehen

  4. ReiterRoman Says:

    Des-)Integration, Parallelgesellschaft und politische Freiheit
    Noch einmal zurück zu Heitmeyers Erklärungsansatz. Wie schon bei der Ursachenforschung rechtsradikaler und ausländerfeindlicher Gewalt stellt der Bielefelder Soziologe das „Desintegrations-Theorem“ in den Mittelpunkt seiner Überlegungen.31 Es beschreibt Auflösungsprozesse von Beziehungen und Lebenszusammenhängen, Auflösungsprozesse der faktischen Teilnahme an gesellschaftlichen Institutionen und Auflösungsprozesse der Verständigung über gemeinsame Wert- und Normenvorstellungen. Heitmeyer beschreibt die Entwicklung der Moderne als Negativ-Spirale: Je mehr Freiheit, desto weniger Gleichheit; je mehr Gleichheit, desto mehr Konkurrenz; je mehr Konkurrenz, desto weniger Solidarität; je weniger Solidarität, desto mehr Vereinzelung; je mehr Vereinzelung, desto weniger soziale Einbindung; je weniger soziale Einbindung, desto mehr rücksichtslose Durchsetzung.“32 An anderer Stelle prophezeit Heitmeyer, daß Desintegration zum Schlüsselbegriff zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklungen avancieren werde. Zu Recht ist dagegen eingewandt worden, daß das Maß an Desintegration im einzelnen nicht zu fassen sei und Jugendliche doch sehr unterschiedlich auf gesellschaftliche Krisen und persönliche Problemlagen reagierten. Ob Heitmeyers Desintegrationstheorem nun durch den Rückgriff auf Durkheims Begriff der „Anomie“ in der modernen Gesellschaft untermauert werden kann, bleibt abzuwarten. Ulrich Beck wirft übrigens in Die Kinder der Freiheit“ jüngst genau die gleichen Fragen wie Heitmeyer auf: Was hält die Moderne eigentlich zusammen? Welche Bindungen stiftet das Auflösungszeitalter?“ Und er macht auch gleich seine Skepsis deutlich gegen die Notwendigkeit und Möglichkeit von Integration“ in der modernen Gesellschaft. Allein die Suche nach dem „wie“ der Integration zeige eine Parteilichkeit für ein veraltetes, auf (abrufbaren) Konsens gegründetes Gesellschaftsmodell.35 Die Symptome der sogenannten „Egogesellschaft“ könnten Becks Ansicht nach nicht durch weniger, sondern müßten durch mehr, durch politische Freiheit bekämpft werden.36 Seine Hoffnung ist es, daß an die Stelle einer Welt traditioneller Sicherheiten „die demokratische Kultur eines rechtlich sanktionierten Individualismus für alle“ steht. Statt der bisherigen Integrationsmittel Religion, Kriege, Wohlstand und Wahlen, entwickeln sich für Ulrich Beck nun „politische Freiheit“, „Citizenship“ und „Selbstorganisation der Individuen“ zu Schlüsselbegriffen. Soviel zu der Kontroverse, aus welcher Sichtweise die gesellschaftlichen Ambivalenzen zu bewerten sind. Dies ist aber hier nicht das Thema

    die Multikulti-Gesellschaft ist nicht gescheitert, die Frage aber, wie die Entwicklung zu „Parallelgesellschaften“ aufgehalten werden kann, bleibt für ihn offen.


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