kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ein Mönch des Makarios-Klosters 16. September 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 06:01

Das Makarios-Kloster in der Sketischen Wüste (Wadi El-Natrun)


In der Nähe des Kilometersteins 92 an der Wüstenstraße von Kairo nach Alexandria liegt im Wadi Alnatron, in der alten Wüste Sketis, das Kloster des Heiligen Makarios. Es wurde 360 n. Chr. vom Heiligen Makarios dem Ägypter gegründet. Um in den Genuss seiner geistlichen Vaterschaft zu kommen, siedelten sich in seiner Nähe über viertausend Mönche an, die verschiedenster Herkunft waren: Ägypter, Griechen, Äthiopier, Armenier, Nubier, Asiaten, Palästinenser, Italiener, Gallier oder auch Spanier. Unter ihnen befanden sich Wissenschaftler und Philosophen, Angehörige der Aristokratie und einfache Fellachen, die Analphabeten waren. Vom vierten Jahrhundert bis heute war das Kloster immer von Mönchen bewohnt.

[Anmerkung der Schriftleitung: Der Bericht eines koptischen Mönchs aus dem ”reformierten“ Makarios-Kloster (Anschrift: Monastery of Saint Macarius, Wadi Alnatron, R. A. Egypt I Ägypten) erschien in: Irénikon, 51 (1978! 203-215. Obwohl er in seiner orientalischen Überschwänglichkeit nicht ganz unserem Geschmack entspricht, interessiert vielleicht sein Inhalt. – Der französische Text wurde von Fr. Makarios Hebler OSB übersetzt und von B. Schwank überarbeitet. Fr. Makarios macht darauf aufmerksam, daß zur Zeit zwei Mönche aus der Abtei Solesmes im Makarios-Kloster weilen, um Arabisch zu lernen und um sich mit dem Apophthegmata Patrum zu beschäftigen. Einer von ihnen ist Dom L. Regnault, der ”Les sentences des père du désert“ (Solesmes 1966, 1977, 1978) herausgegeben hat. Pater Matta El-Meskien hat in arabischer Sprache eine umfangreiche Studie über Geschichte und Archäologie des Makarios-Klosters veröffentlicht unter dem Titel: Das koptische Mönchtum zur Zeit des Heiligen Makarios, Kairo 1972, 880 Seiten. Eine genaue Analyse dieses Werks in französischer Sprache bietet Ashraf Iskander Sadek in: Le Monde Copte (1977) Nr. 4, S. 34-38. Zur neueren Bibliographie vgl. C. C. Waiters, Monastic Archeology in Egypt, Warminster 1974.]

1969 kam ein Dutzend Mönche unter der geistlichen Leitung von Pater Matta El-Meskien dorthin. Er erneuerte das Kloster, mehr geistig als baulich, vollständig. Die neuen Mönche hatten bis zu diesem Zeitpunkt schon ein gemeinsames, von der Welt vollkommen abgeschlossenes Leben in Höhlen der Wüste des Wadi El-Rayyân, etwa 50 Kilometer südlich des Faiyyum, geführt. Zehn Jahre lang lebten sie dort wie Einsiedler und im Geist der ersten Wüstenväter, genauso einfach und wie sie verzichtend auf alle Güter dieser Welt mit ihren Sorgen, mit derselben tiefen Erfahrung der Liebe Gottes und mit demselben restlosen Vertrauen auf die Vorsehung inmitten der schwierigen Bedingungen der Natur und der Gefahren der Wüste. So wurde dieser Zeitabschnitt im Leben der zwölf Mönche zur besten Gelegenheit, zusammenzuwachsen im Schmelztiegel der Liebe Gottes, eins zu werden in Christus im Geist des Evangeliums.

Diese Gruppe verließ 1969 das Wadi El-Rayyân, um entsprechend dem Auftrag des Patriarchen Cyrill VI. das Makarios-Kolster neu zu beleben. Der Patriarch empfing die Gruppe, segnete sie, versicherte ihr sein Gebet und erbat die Gnade für den geistlichen Vater, die Wüste wieder erblühen zu lassen und sie mit Tausenden von Einsiedlern neu zu bevölkern. Das Makarios-Kloster zählte damals nicht mehr als sechs alte Mönche, und die Gebäude drohten zusammenzustürzen. Dennoch empfing sie der Obere des Kolsters, Anba Michaîl, der zugleich Bischof von Assiout ist, sehr herzlich. Durch seinen Weitblick und seine Demut verstand er es, den neuen Mönchen ein günstiges Klima für die gewünschte Erneuerung zu schaffen. Heute, unter dem Patriarchen Schenuda III. (der sich persönlich um die Erneuerung der zwei Klöster von Anba Bischoy und Baramos gekümmert hat), zählt das Kloster Abu Makar nach zwölf Jahren unermüdlichen Einsatzes für den Wiederaufbau und die geistliche Erneuerung mehr als 85 Mönche. Die meisten hatten ein Universitätsstudium abgeschlossen und die verschiedensten Berufe ausgeübt, bevor sie ins Kloster eintraten. Sie waren Agronomen, Ärzte, Lehrer, Apotheker, Ingenieure usw. Alle leben eine große geistliche Einheit im Geist des Evangeliums, indem sie untereinander brüderliche Liebe üben und sich dem unaufhörlichen Herzensgebet hingeben. Sie alle leitet ein geistlicher Vater, der die Einheit des Geistes im Kloster wahrt. Die Erneuerung zeigt sich auch in einem gediegenen Offizium und anderen liturgischen Gebeten; denn die Mönche trachten danach, der Kirche -mehr durch die Praxis als durch eifriges Studium – den authentischen kirchlichen Geist der ersten Jahrhunderte zurückzugeben.

Der Wiederaufbau des Klosters: Der Wiederaufbau des Klosters, der von kompetenten Mönchen geplant und durchgeführt wurde, ist zu seinem Abschluss gelangt. Das Kloster umfasst mehr als 150 Zellen (die Zelle besteht aus einem Arbeits-, Schlaf- und Waschraum und einer Küche), ein großes Refektorium, in dem sich die Mönche einmal am Tag zu einem brüderlichen Agapemahl versammeln, eine neue Bibliothek von beachtenswerter Kapazität, ein großes Gästehaus mit mehreren Empfangsräumen und zahlreichen Einzelzimmern für Exerzitianten und durchreisende Gäste, nicht mitgezählt die vielen anderen Gebäude: Küche, Bäckerei, verschiedene Werkstätten, Landwirtschaftsgebäude usw. Diese neuen Gebäude nehmen mit 4 has eine Fläche ein, die sechsmal größer als die des alten Klosters ist. Auch die alten Teile des Klosters wurden restauriert. Diese heikle Aufgabe wurde unter Aufsicht der besten Archäologen des ”Service des Antiquités“ [Es handelt sich dabei um folgende Personen: Gamal Méhrez, Gamal Moukhtar, Abd El-Rahman Abd El-Tawâb, Zaki Iskandar und Dr. Grossmann (Deutschland)] durchgeführt. Die von den Mönchen auf dem Gebiet der Archäologie selbst erbrachte Arbeit wurde von den Experten sehr hoch geschätzt. Die Baudenkmäler wurden restauriert und befestigt. Alle aus neuerer Zeit stammenden und baufälligen Gebäudeteile wurden beseitigt, da sie nur die Restaurierung der historischen Teile verhinderten. Vor allem wurden die Latrinen entfernt, deren Abwässer eine Gefahr für den bestand der alten Gebäude bedeuteten.

Die landwirtschaftliche Entwicklung: Die ägyptische Regierung hat den Mönchen auf deren Wunsch rund um das Kloster 130 ha Wüste zu einem symbolischen Preis zur Verfügung gestellt, um den Wüstenboden zu verbessern, zu bebauen und ein Ausbildungszentrum für die Jugend zu errichten. Weitere 400 ha hat Präsident Sadat später als Geschenk hinzugefügt mit dem Ziel, die landwirtschaftlichen Aktivitäten zu fördern. Das Kloster hat dies mit Erfolg getan, was vom Präsidenten persönlich anlässlich eines Besuches festgestellt werden konnte. Berufsausbildung ist in den Bereichen Ackerbau und Agrarindustrie vorgesehen. Daneben sollen weitere technische Ausbildungsgänge angeboten werden. Die dazu nötigen Gebäude stehen bereits einen Kilometer nördlich vom Kloster entfernt. Große Stallungen für das Vieh sind gerade fertiggestellt worden. Das Kloster hofft auf weitere Hilfe und Unterstützung, um auch das Projekt für die Jugend verwirklichen zu können. Hier soll geistliche Tätigkeit und praktische Berufsarbeit eine enge Verbindung eingehen. Das Kloster baut weiterhin landwirtschaftliche Produkte an, die für den lokalen Verbrauch und für die Wirtschaft des Landes als Exportgüter von Bedeutung sind. Das Kloster hat inzwischen zahlreiche und verschiedene Versuche mit neuen Pflanzen, die zum ersten Mal in Ägypten angebaut wurden, durchgeführt.

Versuche wurden vor allem mit folgenden Produkten gemacht:
1. Futterüben: Aus der Bundesrepublik Deutschland importierte das Kloster Samen von der Futterrübensorte “Brigadier”. Die Pflanze fand in der ägyptischen Wüste einen geeigneten Boden und ein passendes Klima, so daß das Züchtungsergebnis hervorragend war: die Rüben wogen bis zu 25 kg bei einem Proteingehalt von 7% in den Wurzeln und 19% in den Blättern. Der Hektarertrag betrug ca 600t Rüben und 75t Blätter.

2. Zuckerrüben: Ebenfalls aus der Bundesrepublik Deutschland bezog das Kloster Zuckerrübensamen. Die Rüben enthalten den sehr hohen Zuckeranteil von 20% des Rübengewichts; der Hektarertrag erreichte über 400t Rüben mit einer Zuckerausbeute von ca 80t.
3. Getrocknete Feigen: Erstmals in Ägypten angebaut wurden Feigen einer Züchtung der University of Kalifornien. Mit insgesamt 8 Sorten wurden Versuche gemacht, um die für Ägypten geeigneteste Sorte festzustellen. Es handelt sich dabei um Feigen, die getrocknet werden können, während sonst in Ägypten nur Feigen für den unmittelbaren Verzehr angebaut werden.
4. Melonen: Dem Kloster ist es gelungen, neue Melonensorten zu züchten: die “Charentais”, “Cantaloupe” und “Ogen”. Im Verhältnis zu den in Europa und Amerika angebauten Melonen zeichnen sich diese Sorten besonders durch ihre Größe, reiche Erntemenge, guten Geschmack und starkes Aroma aus.

Viehzucht: Das Kloster importierte aus der Bundesrepublik Deutschland friesische Kühe und bekam weitere 10 Kühe der Rasse “Braun Swiss” aus der Schweiz. Eine Zucht lokaler Rassen wurde auch für Kreuzungsversuche eingesetzt, um bessere Rassen zu erhalten und dadurch ebenfalls einen Beitrag zur Ernährungssteigerung Ägyptens zu leisten. Viele internationale Experten haben die verschiedenen landwirtschaftlichen Versuche des Klosters mit Interesse verfolgt und unterstützt. Jedoch ist das Kloster auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen, um diese und andere Versuche zu einem guten Abschluss zu bringen. Unterstützung ist vor allem deshalb notwendig, weil die Investitionsaufwendungen bei all diesen Projekten sehr hoch sind, bis ein entsprechender Ertrag die Finanzierung sichern kann.

Kulturell-religiöse Aktivitäten: Das Kloster verfügt über eine moderne deutsche Druckmaschine sowie über eine Lichtsetzmaschine. Für die Jugend und die freiwilligen Katecheten wird eine monatliche Zeitschrift herausgegeben. Die Predigten werden auf Kassetten aufgenommen und Interessenten zur Verfügung gestellt. Um dem Bedarf unserer Zeit an geistlichen Büchern nachzukommen, wurden im Kloster in den letzten Jahren über 60 Bücher verfasst und gedruckt. Einige davon wurden in andere Sprachen übersetzt und ins Ausland versandt, wo sie auf großes Interesse stoßen. Außerdem werden Zeitschriften, Drucksachen und kulturell-geistliche Bücher mit anderen Klöstern in Europa und Amerika regelmäßig ausgetauscht. Seit zwei Jahren erlernen die Mönche die deutsche Sprache mit Hilfe des Goethe-Instituts in Kairo, sowie die altgriechische und die hebräische Sprache mit Hilfe von Fachlehrern. Gleichzeitig bemühen sich die Mönche, ihre englischen und französischen Sprachkenntnisse zu verbessern.

Unsere finanzielle Lage: Bis heute haben wir fast 3.5 Millionen ägyptische Pfund ausgegeben, ohne jemals einen Fonds gehabt zu haben noch irgendeine feste Einnahmequelle. Das Kloster besitzt Bankkonto, sammelt keine Gaben und wird von keiner Organisation subventioniert. Es verkündet nicht laut seine Geldsorgen, sondern spricht davon nur vor dem Herrn in einem gemeinsamen Gebet in diesem Sinn. Und das Geld kommt uns in Form von täglichen Spenden zu gerade in dem Maße, wie wir es benötigen. Das geschieht oft auf wunderbare Weise, die es uns nicht erlaubt, daran zu zweifeln, daß Gott sich dieses großen Unternehmens im geistlichen und im materiellen Bereich annimmt.

Aufnahmebedingungen und Klosterregel: Die einzige Aufnahmebedingung für einen neuen Kandidaten ist, wie der geistliche Vater es ausdrückt, „daß er in Liebe zu Gott wein Herz schlagen spurte, und wäre es auch nur ein einziges Mal gewesen“. Denn die Liebe des Herrn hat uns zusammengeführt, und sie hört nicht auf, unser Gemeinschaftsleben Tag für Tag zu lenken. Wir haben nur diese Regel und nur dieses Ziel: uns immer dem Willen Gottes unterwerfen aus Liebe zu Ihm. Dieser göttliche Wille ist uns im Wort der Heiligen Schrift dargelegt. Daher besteht auch unsere Hauptbeschäftigung darin, dauernd das Wort Gottes, sei es des Alten oder des Neuen Testaments, zu verinnerlichen [Im Originaltext: ”wiederzukäuen“]. Hier liegt der Ursprung unserer Dynamik, unseres von Gott erneuerten ”Durstes“ und unserer wachsenden Liebe zu den Menschen.

Die Liebe ist die einzige Regel des Klosters, eine Liebe, die keine Bedingungen stellt, grenzenlos ist und uns vom Kreuz geoffenbart wurde. Diese Liebe ist zugleich Antrieb und Ziel all unserer Handlungen, unserer Anstrengungen und all unserer Opfer. Der Großteil der Mönche ist in der Erfahrung der göttlichen Liebe bereits weit fortgeschritten.

Der geistliche Vater (62 Jahre) ist der Vater der ganzen Kommunität und zugleich der eines jeden einzelnen Mönches. Er hat 33 Jahre Erfahrung im klösterlichen Leben. Er hilft einem jeden von uns, den Plan Gottes für das eigene Leben zu entdecken. Er ist es, der unter uns die Stelle einer Mönchsregel vertritt. Er ist eine lebendige Regel, die sich jedem Fall anpasst, jedem Mönch, jeder besonderen Berufung und die nicht aufhört, sich zu erneuern und Fortschritte zu machen mit jedem Mönch auf dem Weg, der zu Gott führt. In der Tat, der geistliche Vater muss sich selbst immer wieder innerlich erneuern; und diese Erneuerung wirkt sich dann auf die ganze Kommunität aus. Uns leiten keine vorgefassten Prinzipien, sondern der Geist Gottes in uns und vor allem im geistlichen Vater führt uns: ”Wo der Geist des Herrn ist, dort ist Freiheit “ (2Kor3, 17). Das Ziel des geistlichen Vaters ist, daß er selbst zuerst dem Geist Gottes und den göttlichen Eingebungen in seinem Innern entsprechend lebt und dann immer übereinstimmend mit der Tradition der ersten Väter der Kirche und des monastischen Lebens. Er überlässt es dem Herrn, seinen geistlichen Söhnen durch eine besondere Gnade seine eigene, geistliche Erfahrung zu vermitteln, damit auch sie in der inneren Freiheit des Geistes leben können. Darum achtet er darauf, niemandem seine eigene Persönlichkeit aufzuzwingen, sondern lässt jeden sich frei intfalten je nach seiner Berufung und nach seinem Charakter. So wird der Beobachter leicht sowohl die Einheit des Geistes unter den Mönchen erleben als auch die einzelnen Charaktere. Unter uns sind auf diese Weise geistliche Menschen herangereift, die Gotteserfahrung besitzen und es verstehen, sich spontan vom inneren Licht des Geistes leiten zu lassen. Ohne Zweifel hat unsere heutige Welt solche Menschen am nötigsten. Wir kennen kein Buß- und Strafreglement, denn die Liebe erweist sich wirksamer als jede Art von Strafe. Die Einsicht, auf dieser Erde Fremdlinge zu sein, erleichtert es uns, einander untertan zu sein aus Liebe zu Christus.

Der Tageslauf eines Mönches: Wir haben keinen genau festgelegten Tagesplan. Beim größten Teil des Tages bleibt es der klugen Maßhaltung des Mönches überlassen, wie er ihn, nach dem Rat des geistlichen Vaters, nützt. Allerdings weckt uns ein erstes Glockenzeichen um 2 Uhr zum persönlichen Gebet. Jeder betet auf seiner Zelle die Psalmen für die Nachtmitte, die Metanien [Es handelt sich dabei um eine Bußübung, die an Umkehr (metάávoiα) erinnern soll und sich in einer tiefen Verbeugung ausdrückt, bei der man spricht: Herr, sei mir Sünder gnädig. Anm. D. Übers.] und persönliche Gebete. Ein zweites Glockenzeichen ruft uns um 3 Uhr in die Kirche zusammen, um gemeinsam in koptischer Sprache das Gotteslob der Nachtmitte zu singen. Vor allem sind das biblische Cantica (Ex 15; Ps:135; Dan:3, Ps:148-150), die das Lob des Schöpfers und Retters besingen. Das ist der schönste Augenblick unseres klösterlichen Tageslaufes. Wir bemühen uns, unseren liturgischen Gesang möglichst gut auszuführen. Es helfen uns dabei die angesehensten Kantoren der koptischen Kirche. So ist unser Gesang sehr harmonisch geworden, und unsere Stimmen vereinigen sich als Ausdruck unserer Einheit der Herzen. Wir loben den Herrn aus einem Munde und einem Herzen (vgl. Röm 15, 6). Alle Mönche sind sich dessen bewusst, daß sie durch die Teilnahme am Gotteslob und an der gemeinsamen Mahlzeit täglich die Herrlichkeiten des kommenden Gottesreiches im Voraus verkosten. Gegen 6 Uhr beschließen wir diese Morgenfeier mit der prim.

Einheit von Arbeit und Gebet: Nach der Prim begibt sich jeder an seine Arbeit, die ihm der geistliche Vater aufgetragen hat. Sie entspricht meist dem Beruf, den der Betreffende vorher in der Welt ausgeübt hat. Der Mönch beginnt seine Arbeit in der Atmosphäre des Gotteslobes, dem er sich vorher einige Stunden in der Kirche gewidmet hat. So verkostet er das Geheimnis der Einheit von Arbeit und Gotteslob. Wenn der Mönch dabei durchhält, verwandelt sich seine Arbeit unter seinen Händen: Müdigkeit, Anstrengung und Verwünschung der Arbeit (”Du sollst dein Brot im Schweiße deines Angesichtes essen“) werden zu einem ununterbrochenen Gotteslob und wandeln sich in brüderliche Liebe.

Alle Arbeiten werden so in eine einzige geistliche Aktivität umgewandelt, seien es die Arbeiten auf den Bauplätzen, in den Maschinenräumen, in der Schreinerei oder Schmiede, sei es in den Plantagen oder in der Landwirtschaft, sei es im Gastflügel oder in der Infirmerie, oder sei es auch nur in der riesigen Klosterküche. [Vgl. Sach 14, 20-21: ”Und die Töpfe im Tempel des Herrn stehen gleich Opferschalen vor dem Altar. Jeder Topf in Jerusalem und in Juda wird heiliger Besitz für den Herrn der Heerscharen sein, nahen werden alle, die zum Opfer bereit sind, sie werden davon nehmen und damit kochen“. So wird die alltäglichste Arbeit, die Arbeit in der Küche, zu einem heiligen Werk und das ganze Kloster zum Tempel des Herrn. Leben wir nicht bereits in der messianischen Zeit, die Sacharja verkündet hat?] Diese trägt die Sorge für unsere fast 200 Arbeiter, sowie für unsere Gäste, die in normalen Zeiten etwa 50, aber an Feiertagen auch mehrere Hundert sein können. Einige Mönche besorgen die Krankenabteilung des Klosters, ein Zahnarzt und Apotheker. Sie helfen uns Mönchen, Arbeitern [Alle unsere Arbeiter haben zusätzlich zu ihrem Gehalt freie Unterkunft, freie Kost und Kleidung und sind kostenlos sozialversichert. Wir garantieren ihnen gleichfalls religiöse und moralische Orientierung und berufliche Weiterbildung.] und Besuchern mit jeder Art medizinischer Hilfe und Medikamenten.

Mit aufmerksamem Blick überschaut der geistliche Vater alle Arbeiten. Er hat große Erfahrung in den verschiedenen Berufszweigen und in der Leitung unserer Arbeiter. Immer wieder gibt or Ratschläge und Anweisungen, was zu tun ist; indem er zunächst nur Fehler im Verhalten bei der Arbeit korrigiert, deckt er schließlich auch Fehler der Seele auf. Das tätige Leben wird auf diese Weise für den Mönch zur unersetzbaren Gelegenheit, sich zu formen, Fortschritte zu machen und in die Praxis umzusetzen, was man an geistlichen Prinzipien gelernt hat. Man lernt gewissenhaft auf seine Fehler zu achten und sich zu bessern. Der geistliche Vater wählt die Arbeit aus, oft eine zermürbende Arbeit, um dadurch die Schwächen der Seele aufzuspüren und sie psychisch und geistlich zu heilen. Trotzdem meinen wir nicht, die Arbeit an sich und ihr Gelingen interessiere den geistlichen Vater überhaupt nicht; nur gilt sein eigentliches Interesse immer der Integrität der Seele, ihrem Wachsen und Reifen.

Wir trennen niemals den materiellen Bereich vom spirituellen. Unser ganzes Leben, selbst bis in die materiellsten Einzelheiten hinein, muss auf den geistlichen Fortschritt eines Mönches und der Kommunität hinzielen, zum Lob Gottes, ”zur Vollendung der Heiligen, zur Aufbauung des Leibes Christi“ (Eph 4, 12). Wir sind der festen Überzeugung, daß wir durch all die kleinen Dinge, die wir hier auf der Erde tun, unserer himmlischen Berufung entsprechen. Die Einheit unseres Lebens im Umgang mit materiellen und mit geistlichen Dingen ist ein sehr wichtiger Grundsatz unserer Spiritualität. Deshalb ist die Aufgabe des geistlichen Vaters nicht auf das innere Leben beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf das äußere Leben, sei es psychologisch oder körperlich, eben bis ins kleinste Detail. Deshalb haben wir auch keinen strikten Stundenplan, der die Zeiten des Gebetes von den Zeiten der Arbeit trennt. Was auch immer unserer verschiedenen Aufgaben im Laufe des Tages sein mögen, wir alle haben die gleiche und eine einzige Verpflichtung, der wir uns ohne Unterlass hingeben, sei es bei der Arbeit, in der Zelle oder in der Kirche: Wir bringen uns ganz dem Herrn dar aus Liebe, indem wir unsere Herzen in einem unaufhörlichen Gebet erheben und dauernd im Frieden Christi leben, der alle Vernunft übersteigt 9vgl. Phil 4, 7), selbst unter den härtesten Umständen unserer Arbeit. Ein Besucher, der die Mönche bei der Arbeit beobachtet, wird kaum einen erfahrenen Mönch von einem Anfänger oder einen Oberen von einem einfachen Mönch unterscheiden können. Die Arbeit ist es gerade, die sie eint auf solche Art von innigster Liebe und wirklicher Demut. Ihre Beschäftigungen sind aufeinander abgestimmt, und sie tauschen ihre Aufgaben untereinander aus, gleichgültig, ob es große oder kleine Arbeiten sind.

Die gemeinsame Mahlzeit und die verschiedensten klösterlichen Zusammenkünfte: Gegen Mittag versammeln wir uns im Refektorium, um hier die Non mit ihren zwölf Psalmen zu singen. Darauf folgt die einzige gemeinsame Mahlzeit am Tag. Während des Essens wird uns aus den Vätersprüchen vorgelesen. Die Abendmahlzeit, eventuelle auch ein Frühstück (für Schwache und Kranke) werden in der Zelle eingenommen. Den Zeitpunkt und die Quantität gibt der geistliche Vater an je nach der Kraft zum Fasten, die der einzelne hat, und je nach den körperlichen Anstrengungen, die von ihm verlangt werden. So legt das gemeinsame Leben dem persönlichen Leben des Mönches keine Fesseln an. Von Zeit zu Zeit ruft uns der geistliche Vater zu einer geistlichen Unterweisung in der Kirche zusammen. Doch diese Versammlung findet nicht regelmäßig statt; sie bewahrt ihren Charakter einer freien und gelegentlichen Angelegenheit, die von der dem geistlichen Vater je nach den Bedürfnissen der Gemeinschaft gegebenen Inspiration abhängt. Jeden Sonntagabend kommen wir zusammen zu spontanem Beten; dabei bringt jeder ganz frei zum Ausdruck, wovon er erfüllt ist. Dabei ist gleichzeitig eine Gelegenheit, all die geistigen und materiellen Nöte unserer Gemeinschaft vor den Herrn zu tragen. Wir halten die Gebetsversammlung für sehr wichtig, um in unserer Kommunität „die Einheit des Geistes“ (vgl. Eph 4,3) zu wahren.

Die Eucharistiefeier: Nach der Tradition der Wüstenväter haben wir nur einmal in der Woche, am Sonntagmorgen, eine Eucharistiefeier. Sie beginnt mit dem Offizium der Laudes um 2 Uhr und endet gegen 8 Uhr; dann folgt ein Agapemahl. Durch diese Feier der Eucharistie wird bei uns aus einer einfachen Ansammlung von Menschen der Leib Christi. Deshalb kann die Messe für uns weder das Gebet eines einzelnen noch irgendeines Teiles der Kommunität sein, sondern sie ist ihrem Wesen nach die Versammlung der ganzen Gemeinschaft, vereint als Kirche, um das geschlachtete Lamm, um das Hochzeitsmahl zu feiern (vgl. Offb 19,9).

Die Bedeutung des Einsiedlerideals in unserem Leben: Wir leben zwar in einer Gemeinschaft, aber wir glauben, daß die volle Entfaltung der monastischen Berufung sich erst in der Einsamkeit der Wüste vollzieht. Sobald ein Mönch allein leben kann, rät ihm der geistliche Vater, in die Wüste zu gehen, um dort als Einsiedler, meist in einer ausgehauenen Grotte im Gebirge zu leben. Auch schon vor einem definitiven Einsiedlerleben kann der geistliche Vater einem bestimmten Mönch gestatten, die Gnade des Einsiedlerlebens für eine bestimmte Zeit in einer Grotte oder in der eigenen Zelle auszukosten.

Unsere Berufung im Hinblick auf die Welt: Das Kloster empfängt eine große Zahl von Besuchern aus Ägypten und vom Ausland, manchmal bis zu tausend Besucher an einem Tag. Die Mehrzahl sucht bei uns den Segen dieses durch Tränen und Gebete von Generationen von Heiligen geweihten ortes, von Heiligen, deren Namen in der ganzen Welt berühmt sind. Wer hat noch nie reden hören von einem heiligen Makarios dem Großen, von Makarios aus Alexandria, von Johannes dem Kleinen, von Paphnutius und Isidor, Arsenius und Moses dem Schwarzen, von Poimen und Sisoës, von Isaias dem Sketen, von Serapion und all den anderen? Das Kloster stellt für die Besucher Mönche ab, die bereit sind, sie anzuhören, auf ihre Fragen zu antworten und sie im geistlichen Leben zu führen. Viele unserer Besucher vergessen alle ihre Sorgen und ihre Problem, sobald sie das Kloster betreten. Die große geistliche Freude, die sie an diesem gesegneten Ort gewinnen, macht, daß sie alles hinter sich lassen, was sie traurig stimmte. Besonders in den Sommerferien gewährt das Kloster jungen Menschen einige Tage der Stille und Sammlung in unserer Mitte. Dabei garantieren wir ihnen geistliche Ausrichtung und gesellschaftliche Orientierung, ohne sie indes ans Kloster zu binden oder ihrem Leben einen mönchischen Zug zu geben. Vorzug haben die Priester, die für den Dienst in der Kirche bestellten Laien und die Katecheten der Sonntagsschulen, die ihr Leben noch besser für den Dienst des Herrn auf den verschiedenen Gebieten des Apostolats bereiten wollen.

Durch die zahlreichen Schriften seines geistlichen Vaters (mehr als 40 Bücher und 200 Artikel) [Von den Publikationen des P. Matta el Meskin in westlichen Sprachen seien erwähnt (außer La Pentecôte in: Irénikon 1977, S. 5-45): L’Unité Chrétienne, zuerst erschienen in: Vers L’Unité Chrétienne, XXII (1969), S. 54-58, dann in : Le Monde Copte I (1977), S. 13-18, schließlich als Faszikel publiziert im Italienische: L’Unità Cristiana, in: lettere 70, Februar 1970, Bergamo.] spielt das Kloster eine wichtige Rolle im geistigen Erwachen der koptischen Kirche. Wir geben auch die monatliche Zeitschrift ”St. Mark“ Heraus, die sich vor allem an die Jugend richtet. Zahlreiche auf Tonband gesprochene Vorträge des geistlichen Vaters zirkulieren unter den Kopten, in Ägypten und im Ausland. Das Kloster hat jetzt eine moderne Druckerei eingerichtet. Dadurch ist es jetzt leichter, die eigenen Manuskripte entweder in arabischer oder in einer ausländischen Sprache zu veröffentlichen. Die wenigen bisher in europäische Sprachen übersetzten Artikel fanden vielerorts begeisterte Aufnahme.

Das Kloster zeichnet sich aus durch Offenheit gegenüber allen Menschen, ganz gleich, welchem religiösen Bekenntnis sie angehören. Alle Gäste, die bei uns vorbeikommen, empfangen wir mit Freude, Bereitwilligkeit und Herzlichkeit. Es spielt dabei keine Rolle, welche religiöse Überzeugung sie haben. Wir tun das nicht aus einem falschen Opportunismus, sondern aus wirklicher Liebe und ohne Heuchelei (vgl. Röm 12, 9) gegenüber allen Menschen. Wir sind die Freunde aller unserer Besucher, und wir sind bereit, ihnen unser ganzes Herz und unsere ganze Freundschaft zu schenken.

Das Kloster hat spirituelle, kulturelle und monastische Kontakte mit verschiedenen Klöstern im Ausland, so mit Chevetogne in Belgien, mit der Abtei Solesmes und dem Kloster der Verklärung in Frankreich, mit Deir El-Harf im Libanon, mit dem Monastery of Incarnation in Englant usw. Mehrere Mönche aus diesen Klöstern waren schon kurz oder länger bei uns zu Besuch. Das Kloster unterhält gute Beziehungen zu den verschiedenen Abteilungen der Ägyptischen Regierung. Man weiß wir alle unseren Militärdienst geleistet haben, und unter uns gibt es eine große Anzahl von Offizieren und Soldaten. Man schätzt vor allem die politische Einstellung von P. Matta El-Meskien, die sich durch ihre Integrität, Humanität und Ernsthaftigkeit auszeichnet. In seinem Buch” Kirche und Staat “ fordert er, die Politik vollständig von der Religion zu trennen: ”Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. “ In anderen Schriften, wie zum Beispiel “Das sektiererische Leben und der Fanatismus”, wendet er sich gegen Minderheiten, die sich in sich selbst verschließen und andere verachten.

Der Mönch ist sich seiner ernsten Verantwortung bewusst angesichts einer sündigen Welt, einer geteilten und dekadenten Kirche, einer Jugend, die sich immer mehr von Gott entfernt. Er betrachtet sich als ein Repräsentant der leidenden Welt vor Gott. So bringt er sich jeden tag als Opfer dar, vereint mit Opher Christi und für das Heil der Welt. Ebenso vervollkommnen alle Mönche ihre Bildung durch ernsthaftes Studium, vorausgesetzt, daß das nicht ihrer Berufung widerspricht.

Unser monastisches Leben und die Einheit der Kirche: Unser Kloster lebt die Einheit der Kirche voll im Geist und in der Wahrheit, und es hofft, daß diese Einheit auch einmal dem Buchstaben und der Hierarchie nach Wirklichkeit wird. Aufgrund unserer Offenheit des Herzens und des Geistes gegenüber allen Menschen, unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis, ist es uns möglich, uns wiederzufinden im anderen oder vielmehr in jedem anderen Christus zu begegnen. Die christliche Einheit bedeutet für uns, in Christus aus Liebe zusammenzuleben. Die Barrieren fallen von selbst, und die Unterschiede verschwinden. Es bleibt nur Christus als der Alleinige, der uns in seiner heiligen Person vereinigt.

Die theologische Auseinandersetzung muss geführt werden, aber wir überlassen das kompetenten Fachleuten. Was uns betrifft, so glauben wir, daß die Einheit der Kirche in Christus existiert, und das bedeutet konsequenterweise: in dem Maße, in dem wir uns in Christus vereinen, werden wir in Ihm die Fülle der Einheit entdecken. „Wenn jemand in Christus ist, ist er eine neue Schöpfung“ (2 Kor 5, 17). In dieser neuen Schöpfung gibt es nur noch den „einen neuen Menschen“ (Eph 2, 15). Obwohl wir unseren orthodoxen Glauben leben und uns seiner ganzen Wahrheit und seines ganzen geistigen Reichtums bewusst sind, wissen wir doch, daß es in Christus „keine Frage mehre ist, ob Grieche oder Jude, Beschneidung oder Unbeschnittensein, Barbar oder Skythe, Sklave oder Freier; sondern alles und in allem Christus“ (Kol.3:11). In dieser inneren Zerrissenheit möchten wir am Liebsten täglich sterben für die Wiedervereinigung der Kirchen.

Wir haben im monastischen Leben den besten Weg gefunden, zur Einheit Christi zu gelangen und folglich die beste Art, diese neue Schöpfung zu verwirklichen, die Menschen jeder Nation, jeden Volkes und jeder Sprache (vgl. Offb.7:9) in der Einheit des Geistes und Herzens zusammenführt. Von Anfang an war das sehr klar im Mönchsleben der Sketis. Das besondere Charisma des heiligen Makarios war es, durch väterliche Liebe Menschen verschiedenster Charaktere, verschiedenster sozialer Unterschiede und verschiedenster Rassen zusammenzuführen. Unter seinen geistlichen Söhnen konnte man den heiligen Moses den Schwarzen, einen alten nubischen Straßenräuber neben dem Heiligen Arsenius, den ausgeglichenen römischen Philosophen und Erzieher der Kinder des Kaisers, ägyptische Fellachen, Analphabeten, neben den heiligen Königssöhnen Maximus und Dometius finden. Sie alle lebten in der größten geistlichen Harmonie dank der großen Liebe, die den heiligen Makarios antrieb und die er an seine Zeitgenossen und durch sie an seine geistige Nachkommenschaft weitergab bis in unserer Tage.

Wir hoffen, daß die Sketische Wüste wieder ein Ort der beispielhaften Verwirklichung eines guten Einverständnisses, der Wiedervereinigung und der Einheit in Jesus Christus für alle Völker der Erde wird.

 

2 Responses to “Ein Mönch des Makarios-Klosters”

  1. ReiterRoman Says:

    Aus Menschenhand erschaffen und durch Menschenhand gepeinigt der verhassten Moslemen.Weret Ihr keine Menschen nur Tiere wehret Ihr froh ein Mensch reichte Euch Futter und Trank.

    Schikanen seit dreizehn Jahren
    Pater Paulus: «Alles, was wir wollen, ist in Ruhe zu Gott beten. Wir waren Beamte, leisteten den Wehrdienst und bezahlten die verlangten Steuern. Unsere Vorfahren und wir sind ägyptische Staatsbürger. Warum werden wir verfolgt?» Die Baugesuche wurden abgelehnt. «Als wir Baumaterial ins Kloster transportieren liessen, sah der ägyptische Staat rot.» Schon im Februar seien Lastwagen beschlagnahmt und ihre Fahrer in Haft genommen worden. «Die Baumaterialien sahen wir nie wieder und die Mönche werden weiter von allen Seiten gestört.

    Die Schikanen halten laut dem Bericht seit Jahren an: Ein Geschäftsmann, der den Mönchen Proviant bringen wollte, wurde von den Beamten der Umweltbehörde gestoppt. Als er darauf bestand, den Mönchen die Lebensmittel zu bringen, zerrten sie ihn zur Polizeistation! Er wurde bezichtigt, den Islam beleidigt zu haben, und drei Tage festgehalten. Als er den Bus nach sieben Tagen wieder erhielt, waren die Lebensmittel verfault und von Würmern zerfressen… Ein anderer Vorfall: «Kopten, die dem Kloster weisse Blocksteine spendeten, wurden zu 6000 Pfund Bussgeld verdonnert und ihre Führerscheine für ganze sechs Monate entzogen».

    Gleiche Rechte für Kopten
    Laut Pater Paulus steht das Kloster auf eigenen Füssen. «Wie eine Moschee nach der anderen überall in Ägypten gebaut wird, problemlos und auf Kosten des Staats, der auch von den Kopten Steuer kassiert, sollte es möglich sein, Kirchen und Klöster zu bauen oder zu renovieren.» Die Mönche des Makarios-Kloster fordern ein Ende der Diskriminierung von Christen in Ägypten, wo Medien und Politiker «oft von der religiösen Einheit und demselben Bürgerrecht für alle reden». Muslimische Extremisten, die Christen ermordet hätten, müssten zur Rechenschaft gezogen werden. «Wir verlassen uns auf Christus und wenden uns an seine Gerechtigkeit.

  2. ReiterRoman Says:

    Das Grabmal von Erzbischof Makarios III
    „Das Herz Zyperns schlägt nicht mehr“, vermeldete der zyprische Rundfunk nach Makarios‘ Tod am 3. August 1977. Mehr als ein halbes Dutzend Mordanschläge waren auf ihn verübt worden, gestorben ist er dann aber doch um 5 Uhr morgens friedlich in seinem Bett. Beerdigt wurde er zwei Kilometer vom Kloster Kýkko auf dem Hügel Throni tis Panagías („Throne der Maria“). Es war der Wunsch des verstorbenen Erzbischofs, dort mit dieser Traumaussicht auf seine geliebte Insel Zypern begraben zu werden.

    Erzbischof Makarios Werdegang als Geistlicher begann im Kýkko-Kloster und hier endete er auch. Neben seinem Grab stehen einige der zyprischen „Wunschbäume“, von denen in diesem Buch mehrfach zu lesen ist.


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