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Abdel-Samad prophezeit Islam Untergang 16. September 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 04:52

Das Schweizer Fernsehen (SF) hat am 8. September in der juristischen Bibliothek des Münchner Rathauses ein Interview mit dem Politologen Hamed Abdel-Samad (Foto r.) geführt, der dem Islam den Untergang prophezeit. Abdel-Samad begründet darin seine schon gegenüber der WELT dargelegte These, der Islam biete für die Probleme der modernen Welt keine Lösungen und könne mit dieser auch nicht versöhnt werden. Eine Sichtweise, die üblicherweise mit dem Vorwurf des Rassismus gekontert wird.

Das Gefühl der moralischen Überlegenheit blockiere die islamische Geisteswelt, da Ideen der Ungläubigen von vornherein als nicht beachtenswert verworfen werden. Abdel-Samad geht aber noch weiter und widerspricht der Idee, der Islam habe in die Verbreitungsländer die Hochkultur gebracht. Vielmehr war es aus seiner Sicht die Offenheit der Muslime zwischen dem 7. und dem 11. Jahrhundert, die eine kulturelle Dominanz für diese Zeit erst ermöglichte und nicht der Islam selbst. Der Beitrag der beherrschten Völker wie der der Perser – und auch der Juden – zu dieser Kultur sei durch die Weltoffenheit möglich geworden. Die ersten wichtigen Städte des Wissens in der islamischen Welt hätten allesamt außerhalb der arabischen Welt gelegen.

Eine These, die in abgewandelter und radikalerer Form auch Ibn Warrak vertritt, der erklärt, die Hochkulturphase der islamischen Welt sei trotz und nicht wegen des Islams möglich gewesen. Genauso gut könne man der Inquisition auch die Leistungen Galileis anrechnen, wie man dem Islam die Hochkulturphase zurechnen könne. Bei der Migration betrachtet Abdel-Samad die Anspruchshaltung der Muslime als Wurzel der Probleme. Man benötige das Aufnahmeland, verachte es aber gleichzeitig innerlich. Zu Thilo Sarrazin befragt meint der Politologe, dieser habe zu 90% recht, aber seine Gegner würden sich auf die 10% konzentrieren, bei denen er ein „bisschen daneben liegt“. Wenn junge Muslime sich nicht bilden könnten, dann fielen sie dem Land zur Last, was keine Gesellschaft verkraften könne.

Wie PI bereits berichtete, schlägt Abdel-Samad vor, in eine postkoranische Phase einzutreten. Die Unantastbarkeit des Koran stehe einer wirklichen Reform im Wege. Ohne gegen den Koran zu polemisieren oder ohne ihn zu vernichten, müsse sich die islamische Welt von der Vorstellung trennen, dass dies Anweisungen Gottes für das 21. Jahrhundert sind. Man könne trotz der Hinwendung zur Vernunft in seinem Herzen auch gläubig bleiben, aber solle anderen damit nicht auf der Straße auf die Nerven gehen. Er sei kein Radikaler mehr. Es sei allerdings möglicherweise radikal, in der islamischen Welt, den Gedanken der Vernunft zu verbreiten. Während es im Westen möglicherweise ein Luxus geworden sei, ein Tabu zu brechen, sei dies in der islamischen Welt eine Notwendigkeit.

Man kann Hamed Abdel-Samad, der ein ehrlicher Sachwalter der Interessen beider Seiten ist, bei dieser Notwendigkeit nur Erfolg wünschen. Dieser Wunsch wird aber nicht von allen geteilt. Gegen den Autor wurde bereits eine Todesfatwa ausgesprochen.

Autor Abdel-Samad „Der Islam wird als Kultur untergehen“

Abdel-Samad ist vom Westen-Hasser zum Islamreformer geworden. Er rechnet mit seiner Religion ab: „Das islamische Haus stinkt“. Hamad Abdel-Samad wird in der muslimischen Welt für seine Thesen angefeindet. Hamad Abdel-Samad wurde 1972 als drittes von fünf Kindern in der Nähe von Kairo geboren. Sein Vater ist ein sunnitischer Imam. Im Alter von vier Jahren wurde Abdel-Samad von einem 15-Jährigen vergewaltigt. Als er elf Jahre alt war, wurde er noch einmal missbraucht, diesmal von einer Gruppe Jugendlicher. 1995 kam er im Alter von 23 Jahren als latenter Antisemit und Westen-Skeptiker nach Deutschland.

Während seines Politik-Studiums in Augsburg setzte ein Wandlungsprozess ein. Seine Metamorphose vom Westen-Hasser zum liberalen Islamreformer sowie seine problematische Kindheit verarbeitete Abdel-Samad in seinem autobiografischen Buch „Mein Abschied vom Himmel“ (2009), der ihm ein religiöses Rechtsgutachten (Fatwa) in seiner Heimat einbrachte und ihm Polizeischutz bescherte. Er arbeitete für die Unesco, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft in Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität in München. Sein zweites Buch „Der Untergang der islamischen Welt“ kommt in die deutschen Buchläden (Droemer, 240 Seiten, 18 Euro). Abdel-Samad ist verheiratet mit Connie, deren Mutter Japanerin und deren Vater Däne ist. Das Ehepaar lebt in München.

Hamed Abdel-Samad spricht leise, bedächtig. Der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler ist kein lauter Aufklärer, kein Krawallmacher. Er ist mehr Philosoph, denkt die Dinge vom Ende her und kommt zu einer vernichtenden Bilanz über die Welt, der er selbst entstammt:
Der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen. Die islamische Welt habe ihr kulturelles und zivilisatorisches Konto überzogen und lebe sträflich über ihre Verhältnisse. Mit seiner schonungslosen Analyse hat er viele neue Freunde gewonnen – aber noch mehr alte verloren. Der 38-jährige, der als einer der profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum gilt, wurde von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere in die Deutsche Islam Konferenz berufen.
{WELT ONLINE – Von Dietrich Alexander}

 

2 Responses to “Abdel-Samad prophezeit Islam Untergang”

  1. Bazillus Says:

    Der Schlüsselsatz schlechthin „…Bei der Migration betrachtet Abdel-Samad die Anspruchshaltung der Muslime als Wurzel der Probleme. Man benötige das Aufnahmeland, verachte es aber gleichzeitig innerlich.“

    Das ist auch die Wurzel allen Übels in der Sache Integration und letztlich die des Islams selbst. Durch Eroberung fällt immer Fremdwissen in die Erobererhände. Sich dann mit fremden Federn zu schmücken ist kein guter Stil.

  2. Bazillus Says:

    Eine sympathische Einstellung, allerdings Wunschdenken. Nur den Koran hinter sich zu lassen, dürfte wohl eine utopische Vorstellung sein. Das Verständnis des wörtlich zu nehmenden Wortes Gottes als Inhalt des Korans ist im Islam so verankert, dass eine auch nur ansatzweise Lockerung kaum möglich erscheint.

    Ja, Religion und Vernunft sollten eineiige Zwillinge werden und gemeinschaftlich verkündet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Religion nicht zu Opium des Volkes mutiert. Das Gottesbild ist dabei entscheidend.

    Bete ich einen fordernden Rachegott an, wie den des Islams, wird der Gewalt auch in Zukunft eine gewichte Rolle zukommen, weil Rachedenken und Gewaltanwendung von diesem Gott ausdrücklich legitimiert wird.
    Bete ich einen allliebenden Gott an, der den Maßstab Jesu, nämlich der Vollkommenheit, erfüllt, sind die Chancen auf Frieden ungleich größer, weil Rachedenken ausgeschlossen wird und zur Ursünde erklärt wird.

    Diese beiden Gottesbilder stehen sich unversöhnlich gegenüber. Jesus war friedlich, der Prophet des Islams war das Gegenteil.

    Kriege wurden im Christentum geführt, im Gegensatz zu Jesu Forderung. Kriege wurden und werden im Islam geführt, weil der Gott des Koran dieses fordert und legitimiert.

    Leider liegen die Dinge so klar und eindeutig.


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