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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Indonesien: Pastor und sein Assistent niedergestochen – Bedrohung der Christen “immer gefährlicher” 15. September 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 04:54

Jakarta: Eine achtköpfige Gruppe überfiel gestern den protestantischen Pastor Afian Sihombing, der eine christliche Gemeinde im östlichen Pondonk Bekasi in Indonesien leitete. Pastor Sihombing befindet sich mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Bei dem Überfall wurde auch sein Assistent Luspida Simanjutak verletzt. Er trug Schnittwunden im Gesicht, am Kopf und auf dem Rücken davon. Beide leiten die Huria Batak Kristen Protestant. Laut ersten Angaben seien die beiden angegriffen worden, weil sie nicht auf die Feier des Gottesdienstes im Freien verzichten wollten, die im Ort Ciketing Asem geplant war. Dagegen machten militante Moslems mobil. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu gewalttätigen Protesten islamistischer Gruppen gekommen. Der moslemische Imam Sugianto erklärte hingegen, daß keine religiösen Motive hinter der Tat stünden.

Ganz anderer Meinung sind Menschenrechtsaktivisten und die christlichen Gemeinschaften vor Ort. Todung Mulya Lubis, ein Rechtsanwalt und bekannter Menschenrechtsaktivist erklärte zum Attentat: “Dieser Angriff zielt eindeutig gegen die Religionsfreiheit ab. Er ist Teil einer ganzen Reihe von Gewalttaten, die gegen ein zentrales Fundament des indonesischen Staates gerichtet sind: Der Respekt vor dem religiösen Pluralismus.” Der Jesuit Pater Franz Magnis Suseno sagte: “Der Anschlag zeigt, daß die Indonesier im Unterschied zu früher beginnen, weniger tolerant zu sein”.

Rachland Nasik, ein anderer Menschenrechtsaktivist, fordert von der Regierung, “gegen jene vorzugehen, die sich der Religionsfreiheit widersetzen und die anderen Religionen und Glaubensrichtung auslöschen wollen. Diese extremistischen Sekten handeln nicht mehr nur auf lokaler Ebene, sondern beginnen auch auf gesamtstaatlicher Ebene Einfluss zu gewinnen, sogar auf die Regierung, in der einige Minister Gesetze gutheißen, die gegen den pluralistischen Geist unseres Landes gerichtet sind. Die Religionsfreiheit, eine der Säulen Indonesiens, befindet sich unter Beschuss. Die Bedrohung der Minderheiten nimmt immer gefährlichere Züge an”, so Rachland Nasik. Vor knapp drei Wochen erklärte Pastor Simanjutak in einem Gespräch mit Asianews, daß er entschlossen sei, seine Mission ohne Angst fortzusetzen, obwohl die Drohungen gegen Christen stark zugenommen hatten. Er betonte damals das Recht, den eigenen Kultus auch im Freien feiern zu können. (Quelle: Asia News)

 

One Response to “Indonesien: Pastor und sein Assistent niedergestochen – Bedrohung der Christen “immer gefährlicher””

  1. GottesAuge Says:

    Jeder Selbotmordattentäter zögert

    FURCHE: Können Selbstmordattentäter aufgehal-ten werden?
    WOLFGANG SCHMIDBAUER: Ja, wer so etwas plant, ist bis zum absoluten Vollzug aufhaltbar. Die Entwicklung von Terroristen ist ein Prozess, der gruppendynamischen und kulturellen Einflüs-sen unterliegt, daneben spielen Freundschafts- und Liebesbeziehungen eine große Rolle. Und dieser Prozess ist auf jeder Stufe umkehrbar. Es gibt ja auch ein großes Zögern in jedem Men-schen, so etwas zu tun. Da muss viel Druck aus-geübt werden, verinnerlichter oder äußerer Druck, um auf diese dramatische Weise suizidal zu wer-den. Wie bei anderen Selbstmördern hat man hier ebenfalls die Chance, jemanden aufzuhalten.
    FURCHE: Lassen sich Selbstmordattentäter cha-rakterisieren?
    SCHMIDBAUER: Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Selbstmordattentäter in ihrem Selbstwertge-fühl verletzte, gekränkte Menschen sind, die keine Vorbilder verinnerlichen konnten, wenig innerliche Struktur haben und deswegen für narzisstische Reaktionen verführbar sind.
    FURCHE: Warum fürchten Selbstmordattentäter den Tod nicht? ‚
    SCHMIDBAUER: Zur narzisstischen Dynamik gehört, dass die realen Grenzen aufgehoben sind – auch die Grenzen zwischen Leben und Tod. Jemand, der sich in einer starken narzisstischen Fantasie umbringt, hat nicht die Vorstellung, dass sein Leben damit beendet ist. Er lebt dann in den Erinnerungen weiter – er lebt anders weiter, er lebt besser weiter, erlöst vom Schmerz der Realität lebt er um vieles grandioser weiter.
    FURCHE: Spielt dabei eine Rolle, dass den Tä-tern ein Weiterleben im Paradies versprochen wird?
    SCHMIDBAUER: Das gehört für mich zur Gegen-propaganda: Als ob diese Menschen völlig ver-blendet wären und sich nur für ein fiktionales Pa-radies umbringen. Das ist nicht die wesentliche Seite der Motivation. Wichtiger ist die Fantasie, einen als unerträglich erlebten Zustand auf grandi-ose Weise zu beenden. Diese Menschen können sich selbst im Dienste einer idealisierten Sache auflösen. Das ist viel entscheidender als die Ge-schichte mit den Jungfrauen im Paradies, denn die würde eine viel reifere Psyche voraussetzen, die an Sexualität orientiert ist, sich über etwas freuen kann – das glaube ich nicht. Diese Täter haben kaum die Fähigkeit, sich des Lebens zu freuen, sich lustvoll zu orientieren.
    FURCHE: Welche Rolle spielen da die Medien?
    SCHMIDBAUER: Das ist ein ganz großes Dilem-ma: Wenn es die Berichte über den Terror nicht gäbe, dann gäbe es auch viel weniger Terroris-mus. Inzwischen haben die Terroristen erkannt, wie viel Aufmerksamkeit man durch Selbstmord-terrorismus erreichen kann. Wie eindrucksvoll das für die Welt ist, wenn sich Menschen für ihre politi-schen Ziele opfern.


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