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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Abenteuer Ruhrpott: Ein Leben zwischen Orient und Okzident 14. September 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 02:17

Heute ist Mittwoch. Markttag. Der Tag in der Woche, an dem etwas mehr los ist, im Herz von Gelsenkirchen-Hassel. Man kommt zusammen, redet miteinander über wichtige und unwichtige Dinge des Lebens. Irgendwann dann, am Stand mit den Blumen, stehen sie neben mir. Frauen, eingehüllt in schwarze Tüchern. Zu sehen ist nur das blasse Gesicht, das aus den Tüchern herausschaut. Die Tücher sind der so genannte „Tschador“, der vor allen Dingen im Iran getragen wird.

Der Rest der muslimischen Frauen auf dem Markt trägt Kopftuch oder Hidschab. Der „Koran“ hat den Frauen Freiheit gebracht, sagen muslimische Männer und Frauen mir oft. Und dass muslimische Männer ihre Frauen ehren. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Seit 4 Jahren lebe ich hier im Gelsenkirchener Norden. Als ich hier hinzog, glaubte ich zu wissen, worauf ich mich einlasse. Ich war auch mal einer, der daran geglaubt hat, dass „Multi-Kulti“ funktioniert und es hier ganz toll wird. Ein Ruhrpott-Abenteuer zwischen Orient und Okzident. Weit gefehlt. In Hassel, im Norden von Gelsenkirchen, gibt es drei „offizielle“ Moscheen. Das urbane Leben hier ist sehr stark durch Muslime geprägt. Das ist seit vielen Jahren so. Aber seit zwei Jahren etwa verändert sich hier alles. Viele Geschäfte wurden geschlossen. Schon bald werden sie von muslimischen Geschäftsleuten übernommen. Dasselbe gilt für Häuser die frei werden, oder Wohnungen. Die Grundstimmung in Hassel ist schlecht. Deswegen gehen viele Geschäftsleute, ziehen weg. Denn auch hier gibt es Unterdrückungen seitens der türkischen Community gegenüber den Deutschen. Vor allen Dingen in den Schulen. Aber auch auf der Straße. Dort wird die Abneigung gegen Juden und auch Christen auch schon mal recht deutlich zum Ausdruck gebracht.

Wir alle in Hassel geben uns Mühe, über dieses Dinge hinweg zu sehen, aufeinander zu zugehen. Veranstalten interreligiöse Gottesdienste und Feste. Doch es funktioniert nicht. Veranstaltet der Stadtteil ein „Straßenfest“, bleiben die Muslime meist weg. Veranstalten diese wiederum ein Straßen bzw. Gemeindefest, bleiben die „Deutschen“ weg. Interreligiöse Gottesdienste weisen ein Ungleichgewicht auf, wenn viele Christen und wenige Muslime den Worten von Pfarrer und Imam lauschen. Wie sollte es auch funktionieren, in einem Stadtteil in dem kleine Kinder täglich verschleiert in die Koranschule gehen. Später dann besuchen sie einen Kindergarten, in dem sie größtenteils unter sich sind, wie, wieder später, in der Schule auch. Kontakt zu „Deutschen“ wird zwar, meist oberflächlich, gepflegt, aber eigentlich braucht man den nicht, wofür auch? Hier in den Geschäften gibt es alles, was man braucht und, man spricht türkisch oder arabisch. Auch wenn zumindest die Mitarbeiter deutsch sprechen können.

Als nichtmuslimische Frau ist es hier gar nicht ratsam, nach Einbruch der Dunkelheit allein über die Straße zu laufen. Es ist dann nicht mehr sicher, wie man so schön sagt. Um nur mal ein Beispiel zu nennen, wenn meine Liebste mal allein abends vor die Tür geht, wird sie oft „angepöbelt“. Weil sie dunkle Haare hat, nennen muslimische Halbwüchsige sie „Sarah“.

Raubüberfälle. Einbrüche. Körperverletzungen. Meist steht in solchen Zeitungsmeldungen einen Hasseler Adresse. Tags und nachts geschieht so etwas. Wenn die Täter mal geschnappt werden, sind es meist Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn es nur um die Kriminalstatistik geht, müsste jeder Polizist in Gelsenkirchen Pro-NRW recht geben, was sie in Teilen auch tun, nur halt nicht öffentlich! Viele junge Männer aus dem Stadtteil haben den Gerichtssaal mehr als einmal von innen gesehen. Und sei es nur, weil ältere gegenüber jüngeren körperliche Züchtigungen getätigt haben, um diese zu „erziehen“. Eine harte Hand, die hier an einigen Stellen völlig normal ist.

Was mich in letzter Zeit sehr stark bewegt ist, dass ich an mir selbst eine Veränderung festgestellt habe. Schleichend entwickelt sich eine Abneigung gegen diese Menschen, die unsere Grundrechte nicht achten. Und das, obwohl ich viele von denen mag. Aber ich stelle auch fest, dass sie einfach zu wenig tun, um gänzlich in unserer deutschen Gesellschaft aufgenommen zu werden. Und viele von ihnen wollen das auch gar nicht. Egal ob sie jetzt einen deutschen Pass haben oder nicht, sie sind und bleiben Türken, Araber oder Libanesen.

Das alles macht nachdenklich, traurig. Gerade wenn man sieht, wie die Stadt sehr viel Geld investiert um diese Situation zu ändern. Bei Gesprächen mit den Menschen, die denselben Hintergrund haben, aber es geschafft haben sich zu integrieren, ohne ihre eigene Identität zu verlieren, höre ich immer raus, dass die ihre eigenen „Landsleute“ nicht verstehen. Eine sagte mal zu mir, dass sie schon versucht habe, über Gespräche etwas zu ändern, dass sie da nicht mehr rankommt. Denn sie sei schon zu westlich, zu „angepasst“, als dass diese Menschen auf sie hören würden. Die momentan laufende „Integrationsdebatte“ interessiert hier viele nicht. Ich bin mir fast sicher, dass ein Thilo Sarrazin durch Hassel laufen könnte, ohne Probleme zu bekommen. Denn entweder wird er nicht erkannt, weil hier ohnehin keiner eine Zeitung liest. Und wenn, dann ist es „Hürriyet“. Oder den Migranten hier ist es einfach scheißegal, was der sagt. So egal, wie Pro-NRW, die können hier in den Straßen und auch direkt vor türkischen Läden ihre „Propaganda-Plakate“ aufhängen, ohne dass einer der Betroffenen reagiert, während wir für deren rechte auf die Straße gehen. Überhaupt regen mich viele sehr scheinheilig geführte Diskussion zum Thema Islam ziemlich auf, denn schaut euch an, was da passiert. Während man als Christ in Deutschland vielfach belächelt, ja sogar gegängelt wird, soll auf einmal alles Muslimische und der Koran „ganz toll“ sein und das Essen „halal“, also rein? Und „wir“ haben die „Pflicht“, diese Menschen zu integrieren. Wir?

Wenn ich ins Ausland fahre, muss ich doch die Sitten und Gesetze des jeweiligen Landes achten. Und wenn ich dort leben möchte, umso mehr. Bevor jemand fragt, ja, ich war schon in der Türkei, in Tunesien oder Marokko. Abgesehen von Istanbul ist das alles nun mal arabisch/islamisch geprägt. Und jetzt sollen wir, weil einige nicht bereit sind sich anzupassen, ganze Stadtteile aufgeben? Also unsere Identität, die Deutsche oder meinetwegen auch Europäische, aufgeben, weil Deutschland ja ein „Einwanderungsland“ ist? Panislamismus im Kleinen zulassen, im eigenen Land, nur damit Ruhe herrscht?

Das ist paradox. Diese Menschen kommen ja vielfach gerade wegen dem, vermeintlichen, Reichtum hier hin, wegen der Demokratie und der Freiheit. Auch der der Religion. Ich erinnere mich an die Dokumentation über eine Schule in Gelsenkirchen, in der eine junge Muslimin sagte „Wenn alle Deutschen für einen Tag verschwinden, das würde nicht auffallen“. Schön zu hören, wenn man für all seine Anstrengungen den entsprechenden Dank bekommt! Und was sagt die Regierung dazu, natürlich dass „wir“ uns noch mehr anstrengen müssen. Dass „wir“ noch mehr Geld in integrative Projekte stecken müssen. Aber warum „wir“, warum nicht die Muslime, die dritte Säule des Islams, die Spenden, wäre doch zumindest mal eine finanzielle Quelle um all diese Projekte zu finanzieren, ein Ansatz?

Wohin eigentlich soll das führen, wenn die Formel hierzulande schon heißt „Christ = Pädophil“ und „Konservativ = Nazi“? Ich für meinen Teil bin weder rassistisch oder islamophob noch fremdenfeindlich. Trotzdem ist es schon so weit gekommen, dass ich meine Meinung nicht laut aussprechen darf. Das ist, so traurig das klingt, gefährlich.

Ömer, ein guter Bekannter, lebt seit Anfang der 70’er Jahre in Deutschland. Ömer lebt seit vielen Jahren mit einer deutschen Frau zusammen. Die beiden haben zwei Kinder. Er kam mit dem Abitur in der Tasche, wollte damals eigentlich Lehramt studieren. Das ging aber in den 70’ern nicht. Er machte eine Ausbildung zum Schlosser. Auf dem Pütt. Seit einigen Jahren ist Ömer selbstständig. Zum Thema „Integration“ hat er seine ganz eigene Meinung, er sagt, dass diejenigen die die „Integration“ strikt verweigern, dieses Land auch wieder verlassen sollten. Er, als Türke, darf das sagen! Grundsätzlich kann man sagen, dass früher tatsächlich alles besser war. Früher hatten wir noch die Kohle und Stahl Industrie. Deutsche, Italiener, Polen, Türken, Jugoslawen usw. arbeiteten zusammen „unter Tage“. Sie waren aufeinander angewiesen. Zumindest unten, in der Grube. Da waren sie Kumpel. Auch im übertragenen Sinne. Jeder musste auf den anderen aufpassen, das hat die Menschen zusammengeschweißt. Mit dem Ende der großen Stahl und Kohleindustrie haben wir es verpasst, diesen Zusammenhalt auch weiter zu tragen und mit in die Zukunft zu nehmen. Die Zeit der Kumpel ist vorbei. Jetzt haben wir das Zeitalter des Nebeneinanders. Im besten Fall.

In sterbenden Stadteilen blieben meist die Türken, die muslimischen Mitbürger zurück, oft arbeitslos, oft hoffnungslos. Die Regierung hat jahrzehntelang dabei zugesehen, wie sich z.B. in Berlin Neukölln, Duisburg Marxloh oder halt Hassel eine Parallelgesellschaft entwickelt, die von deutschem Recht oder deutscher Kultur nur sehr wenig hält. Dazwischen leben nur noch Hartz IV Empfänger. Und die Alten. Die gehen nicht mehr. Die halten durch. Die geblieben sind, stammen oft selbst aus bildungsfernen Schichten. Das zumindest verbindet sie mit vielen Migranten. Kultur, das ist hier ein gutes Essen, der kleine Garten, die Religion. Intellektuelles Leben geht nur von ein paar wenigen Einrichtungen aus. Und deren Aktionsradius ist einfach begrenzt.

Jetzt sollen wir, also wir Bürger, gefälligst mal ein wenig toleranter sein und das kitten, was die Politiker in Jahrzehnten versaut haben. Weil sie weggeschaut haben. Weil sie die unangenehmen Diskussionen nicht führen wollten. Dabei sind sie heute noch viel schlimmer. Politische Extreme konnten sich nur ausbilden, weil die Probleme nicht auf den Tisch kamen. Der Protest der Menschen formierte sich in Gruppierungen wie Pro NRW. Es wird nicht funktionieren, der echte Austausch, das sich befruchtende Miteinander. Da bin ich mir sicher. Ich selbst werde bald aus dem Hassel wegziehen. Nicht nur weil ich eine neue Bleibe brauche. Nein. Auch weil ich einfach Abstand brauche von diesem tollen multikulturellem Leben hier. Vom Schmelztiegel, der ein Pulverfass ist. Denn auf Dauer ist das einfach zu heiß. {Quelle: http://www.ruhrbarone.de – Von unserem Gastautor Malte Trösken}

 

3 Responses to “Abenteuer Ruhrpott: Ein Leben zwischen Orient und Okzident”

  1. Bazillus Says:

    Ein realistischer Bericht über das misslungene Experiment „Mulitkulti“. Multikulti klappt auch, wenn da nicht der Islam wäre. Diese Komponente haben unsere linksgrünenrotschwarzgelben Integrationsversager der Politik nicht oder zu wenig berücksichtigt.

    Der Bericht ist so realitisch-deprimierend! Soll das etwa die Zukunft Deutschlands sein? Eine islamische Monotkultur? In unserer Gemeinde sehe ich in Schulen auch immer das gleiche Bild. Türkische Schüler leben neben den deutschen Schülern sei es in Grundschulen oder Berufsbildenden Schulen. Ich sehe die Schülerinnen und Schüler immer auf dem Nachhauseweg von der Schule kommend. Kaum gehen deutsche und türkische Schüler miteinander nach Hause. Im Großen bilden sie getrennte Gruppen. Das ist die Flagge des Nebeneinanderherlebens, nicht des Miteinanderlebens. Jeder für sich. So kann keine Gemeinschaft entstehen. Wenn selbst schon die junge Generation diese Trennung durchführt. Woran liegt das? Haben viele Türken schlechte Erfahrungen mit Deutschen gemacht oder umgekehrt?

    Ich sehe mich in diesem Bild immer an das sinngemäße Wort des Koran erinnert, welches dort mehrfach verkündet wird:
    Du sollst als Gläubiger keine Freunde unter den Juden und Christen nehmen. Wenn dies durch die Religion vorgeschrieben auch bereits hier von jungen Leuten gelebt wird, dann gibt es für Deutschland keine gute Zunkunft.

    Höchste Zeit, dass der Koran nicht nur aus theologisch-wahrer, sondern auch aus politischer Sicht kritisch hinterfragt wird. Es ist eben die von der islamischen Religion und daraus folgend die Trennungskultur, der diese Menschen hier folgen. Es beginnt mit dem Austausch von Butterbroten, der nicht stattfinden kann, weil das „deutsche“ Butterbrot ja haram sein könnte, setzt sich fort über die fehlende Geburtstagsfeier, zu der Deutsche nicht eingeladen werden, setzt sich fort über die Kopftücher in der Schule, die die Mädchen bereits als für sich lebende Gruppe ausweisen, die sich abschotten wollen, setzt sich fort über den getrennten Sport- und Schwimmunterricht, setzt sich fort über den Klassenausflug, den muslimische Schülerinnen vielfach nicht mitmachen dürfen, setzt sich fort über das Begehren von Muslimen, die Kantinen nach halal und haram aufzuteilen.

    Der Islam wird hier wahrgenommen als eine Religion der Ausgrenzung, Abschottung und Trennung. Das wiederum hat etwas damit zu tun, dass der Prophet selbst und somit sein erfundener Gott die strikte Trennung vorgenommen hat zwischen Gläubigen und Ungläubigen, zwischen Männern und Frauen, zwischen freien Muslimen und Sklaven. Wenn eine Religion sich auf die Trennung der Menschen in allem stützt, ist sie nicht kompatibel mit der demokratischen Grundordnung der BRD. So einfach ist das. Was im Kleinen in der Schule begründet wird, kann sich im Berufsleben fortsetzen.

  2. angel03 Says:

    Ich glaube, unsere Aufgabe als Christen und Menschen ist es, diese Menschen ans Licht zu führen und von ihrer schlimmen Religion zu befreien.
    Es wird nicht leicht. Lässt man sie alleine, machen sie sie selbst kaputt. Es ist eine zerstörerische Religion.
    Viele von ihnen sind schon verloren, denn sie sind als Menschen nach wie vor frei.
    Jeder von ihnen hat die Möglichkeit zu konvertieren und sich vom Islam abzuwenden.
    Sie sind sich ihrer eigenen Verantwortung nur nicht bewusst. Ist es doch zu leicht, sich hinter der Umma zu verstecken.
    Hoffe, dass Gott sie irgendwann erreicht. Sei es durch sie selber oder durch das Umfeld.
    Es tut mir so Leid.

  3. Bazillus Says:

    Liebe/r Vorkommentator/in.
    Fragen Sie da mal den modernen Stadtpfarrer beider Konfessionen hier in Deutschland oder Österreich. Da werden Sie auf taube Ohren stoßen. Denn der Islam ist in deren Denken ja gleichwertig. In synkretistischem Verharren sind sie der Meinung und verraten damit Jesus Christus, dem es nachzufolgen gilt. Missonsgedanken werden als fundamentalistisch abgelehnt.

    Ich glaube nicht, dass Muslime, die in ihrer Religion religiös aufgewachsen sind, so frei sind, dass sie sich vorurteilsfrei mit anderen Religionen, insbesondere mit dem Christentum und Judentum als in deren Augen minderwertige Religionen auseinandersetzen können. Diejenigen, die das können, haben sich die Freiheit bewahrt und sind eher als säkular einzustufen.

    Ich bete für die Muslime, dass der Heilige Geist sie erleuchten möge und sie den Lehren Jesu öffnen. Sie werden dabei nur gewinnen.


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