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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Flutkatastrophe in Südasien: Wo war Gott? 10. September 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 06:29

Es ist zur Tradition geworden: Nach einer Naturkatastrophe fragt man verzweifelt, wie Gott das Leiden der Menschen zulassen kann. Doch wird damit die richtige Frage gestellt?


Jahrelang galten die Strände des südasiatischen Raumes als Paradies für westliche Urlauber. Die auf der natürlichen Schönheit dieser Region aufgebaute Tourismusindustrie bescherte nicht nur den aus Europa und Amerika angereisten Besuchern Spaß und Erholung. Für manche Einheimische bedeutete sie auch Arbeit und einen Wohlstand, der sie von der Armut befreite. Der Ausbau der Bettenkapazität in den Urlaubsorten Südasiens schien Urlaubern und Gastgebern eine gewisse Sicherheit zu geben. Die Touristen konnten ihren Urlaub ungestört in Luxushotels verbringen, fernab des Alltagsstresses zu Hause und in ausreichendem Abstand zu dem wirtschaftlichen Mangel andernorts in ihrem Gastland. Der beständige Besucherstrom aus dem Westen sicherte einen kalkulierbaren Aufschwung für die heimische Wirtschaft. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, besagt das Sprichwort. Mit Anlagekapital, Risikobereitschaft, Technik und Fleiß scheinen dem Menschen keine Grenzen gesetzt zu sein. Eine einzige Naturkatastrophe reicht jedoch aus, um ein Urlaubsparadies als Scheinwelt zu entlarven und uns zu zeigen, wie klein und machtlos wir doch sind!

Dank der modernen Nachrichtentechnik konnten wir zu Hause in unseren beheizten Stuben das sich abzeichnende Ausmaß der Zerstörung im Fernsehen verfolgen, als am zweiten Weihnachtstag das stärkste Erdbeben seit 40 Jahren eine gewaltige Flutwelle auslöste, die über hunderttausend Menschen das Leben kostete und eine Million zu Obdachlosen machte. In so einer Situation wendet man sich, eine Erklärung suchend, an Geistliche. Unter den Suchenden sind dann oft auch Menschen, die sonst kaum nach Gott fragen, ihm aber gerne die Schuld geben, wenn unschuldige Menschen leiden müssen.

Sind wir Menschen gegenüber der Macht der Natur mit unserem Latein am Ende, wenden wir uns bei der Suche nach Erklärungen an eine „höhere Gewalt“. So ähneln wir unseren Vorfahren vor Jahrtausenden. Sie meinten, erzürnte Götter rächten sich an ihren Untertanen mittels Flutwellen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Heute wissen wir es aber besser: Wir sind nicht abergläubisch, sondern gebildet. Wir kennen die naturwissenschaftlichen Vorgänge und verstehen, daß es kein Gott ist, der z. B. bei einem Erdbeben die Erdmassen durcheinanderwirbelt, sondern tektonische Platten, die sich verschoben haben.

Daher lautet unsere Frage an Gott heute nicht, warum er das Unglück herbeiführte, sondern warum er es nicht verhinderte?

Ein gnädiger, aber untätiger Gott?

Der Tod unschuldiger Menschen – besonders von Kindern – ist für Atheisten ein zwingender Beweis, daß es keinen Gott geben kann. Nach der Bibel sind wir Menschen, die Erde, auf der wir leben, und das Universum insgesamt das Resultat der schöpferischen Tätigkeit Gottes. Atheisten fragen, warum dieser Gott das Leiden seiner Geschöpfe zuläßt. Wenn Gott gnädig ist, so argumentieren sie, wenn er die Liebe ist, wenn er barmherzig ist, dann kann er doch nicht wollen, daß seine Menschenkinder derart leiden, wie sie es bei Kriegen als Opfer von Verbrechen oder bei einer Naturkatastrophe erleben. Warum lässt Gott zu, daß unschuldige Kinder leiden und sterben? Am 26. Dezember 2004 sind unzählige Kinder ertrunken; viele sind durch den Tod ihrer Eltern zu Waisen geworden. Atheisten weisen in diesem Zusammenhang auf die Allmacht Gottes hin. Wenn Gott allmächtig ist, dann hat er auch die Macht, solche Dinge zu verhindern. Warum tut er es nicht? Warum unternimmt er nichts? Fühlt er sich nicht verantwortlich für das, was seinen Geschöpfen zustößt?

Die Fragen des Atheisten sind keine Frechheit oder Provokation. Stattdessen sind sie ein Hinweis auf die einzige Quelle, an die wir uns wenden können, um eine Erklärung für das sonst Unerklärliche zu finden. Gibt es wirklich einen Schöpfergott? Sind wir Menschen das Resultat einer intelligenten Schöpfung, oder sind wir einem „blinden“ evolutionären Zufall zuzuschreiben? Gibt es keinen Gott, dann hat das menschliche Leben keinen höheren Sinn – dann gilt es, aus diesem Leben das Beste zu machen, denn es kommt kein zweites! Gibt es keinen Gott, dann „lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot“! (1. Korinther 15:32). Leider mündet diese Denkweise in die Hoffnungslosigkeit, wie Israels König Salomo schrieb: „Denn an den Gebildeten gibt es ebenso wenig wie an den Ungebildeten eine Erinnerung, die ewig währt, weil man schon in den Tagen, die bald kommen, beide vergessen wird. Wie ist es möglich, dass der Gebildete ebenso wie der Ungebildete sterben muss? Da verdross mich das Leben. Denn das Tun, das unter Sonne getan wurde, lastet auf mir als etwas Schlimmes. Denn es ist alles Windhauch und Luftgespinst“ (Kohelet 2:16-17).

Ist diese Welt wirklich Gottes Welt?

Diejenigen, die sonst kaum nach Gott fragen, ihm bei einer Naturkatastrophe aber die Schuld geben wollen, stellen die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Warum sollte Gott überhaupt eingreifen? Der zweifelnden Gesellschaft seiner Zeit hielt der Prophet Jesaja vor: „Seht her, die hand des Herrn ist nicht zu kurz, um zu helfen. Sein Ohr ist nicht schwerhörig, so dass er nicht hört. Nein, was zwischen euch und eurem Gott steht, das sind eure Vergehen. Eure Sünden verdecken sein Gesicht, so dass er euch nicht hört“ (Jesaja 59:1-2). Nun sollte keiner denken, daß damit die armen Opfer gemeint sind, die Ende Dezember in den Flutwellen des Indischen Ozeans starben. Jesaja hatte nicht bestimmte Einzelpersonen im Sinn, sondern die Gesellschaft insgesamt. Hätten wir nach Gott gerufen, wenn es diese Naturkatastrophe nicht gegeben hätte?

Sehen Sie, im Grunde genommen wollen wir nicht, daß sich Gott in unsere Welt einmischt – jedenfalls solange nicht, wie es uns gut geht. Trotz der wiederholten Diskussion unter Erziehern und Politikern über den Werteverfall in der Gesellschaft möchten wir Gottes Maßstäbe nicht wirklich anlegen. Vielen ist ein Gott für die Westentasche lieber, den man unbeachtet in der Tasche lassen kann, bis man ihn braucht. Gott lässt zu, daß wir ihn ablehnen bzw. ignorieren! Er lässt zu, daß wir ihn in unserer Welt nicht haben wollen. Die Rahmenbedingungen für die Welt, in der wir leben, legten unsere Ureltern im Garten Eden fest. Sie nutzten die Gelegenheit, die Gott ihnen gab, dazu, eine für uns alle verbindliche Grundsatzentscheidung zu treffen: Sie lehnten Gottes Verhaltensmaßstäbe ab. Stattdessen entschieden sie sich für den Weg der Selbstbestimmung über Gut und Böse. Mit dieser Grundhaltung entstand unsere heutige Gesellschaft. Die Ablehnung Gottes hat alle Lebensbereiche geprägt: Wirtschaft, Bildung, Medizin, Politik und sogar die Religion.

Trotzdem gibt es Hoffnung! Auch wenn Gott zulässt, daß die Menschen ihn aus ihrer Welt fernhalten, ist seine Arbeit mit ihnen längst nicht zu Ende. Seit dem Garten Eden lässt er uns einige tausend Jahre gewähren, um das Leben ohne ihn auszuprobieren. Nachdem die Menschheit genügend Zeit gehabt hat, die Früchte ihrer eigenen Wege zu erleben und zu erfahren, wie hoffnungslos das Leben ohne Gott ist, wird er uns helfen, einen neuen Weg einzuschlagen. Wir wissen, daß diese Botschaft den meisten Menschen seltsam vorkommt: Jesus Christus kehrt auf diese Erde zurück, um eine neue Weltordnung zu bringen, deren Mittelpunkt der Weg der Liebe zu Gott und zum Nächsten sein wird! Die Verheißung der Rückkehr Jesu ist in der Bibel klar erkennbar.

Die Prophezeiungen der Bibel stellen in zahlreichen Einzelheiten dar, was uns erwartet, wenn Gott im Leben der Menschen gegenwärtig sein wird – wenn diese Welt wirklich die Welt Gottes ist! Im Gegensatz zu dieser Zeit des Leidens ohne Gott geben uns diese Voraussagen Trost und Hoffnung: „Man tut nichts Böses mehr und begehr kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land ist von der Erkenntnis des Herrn erfüllt, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist“ (Jesaja 11:9). „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offenbarung 21:4). „Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand schreckt ihn auf. Ja, der Mud des Herrn der Heere hat gesprochen“ (Micha 4:4). Naturkatastrophen oder durch Menschenhand verursachte Unglücksfälle, die heute noch regelmäßig diese Erde heimsuchen, haben dann ein Ende. Kein Mensch wird mehr das Unheil zu fürchten brauchen. Die Menschen werden Gott kennen und ihn nicht nur dann, wenn sie ihn zu brauchen meinen, sondern täglich anrufen. {Gute Nachrichten – Von Paul Kieffer}

 

4 Responses to “Die Flutkatastrophe in Südasien: Wo war Gott?”

  1. GottesAuge Says:

    ..das Video passt auch hierher,nicht immer was wir sehen,stimmt.

  2. Kiley Says:

    Einmalig dieser Bericht Klasse Göttlich
    In meinem Umfeld habe ich auch sehr viele Freunde und Bekannte, die mit dem christlichen Glauben nichts am Hut haben. Es kommt immer wieder zu sehr interessanten Gesprächen über den Glauben. Doch noch immer beobachte ich ein entsprechendes Bild über den christlichen Glauben bei ihnen. Nämlich das Bild der Unfreiheit. Plump ausgesprochen: Sie denken, wenn sie zum Glauben kommen, wird ihnen alles verboten, was im Leben Spaß macht. Das beginnt bereits in der Frage nach dem Musikstil. Das geht (natürlich) weiter bei Kino und Video. Und auch beim Kleidungsstil wird nicht Halt gemacht. Das Erschreckende ist, dass selbst am Charakter gegängelt werden könnte
    Haben meine Freunde Recht? Oder bilden sie sich was ein? Sind das nur Ausflüchte, um ja etwas in der Hand zu haben, um sich nicht für Jesus zu entscheiden müssen, sondern neutral bleiben zu können? So wie ich die Dinge sehe, so ist sicherlich etwas von den Ausflüchten dabei. Doch leider haben sie in vielen Punkten auch Recht. Zu oft habe ich selber erleben müssen, wie Menschen, die zum Glauben gefunden haben, plötzlich mehr oder weniger eine Liste von Vorschriften erhalten haben. Und oft genug hatte ich Glaubensgeschwister hören müssen, die mir sagten, dass sie eher durch manche christliche Bücher Mut finden als durch die Bibel. Diese Glaubensgeschwister bewegten und bewegen sich teilweise noch in recht strengen bis gesetzlichen Gemeinden
    Machen wir uns nichts vor, solche Brüder und Schwestern gibt es, die den christlichen Glauben verzerren – und es dabei gut meinen. Die Frage ist vielmehr, ob der christliche Glaube tatsächlich die Freiheit bringt, nach der sich die meisten Menschen sehnen? Kenner der Bibel werden hier automatisch an Galater 5,1 denken, in dem festgehalten wird: “Zur Freiheit hat Christus uns befreit!” Auch wenn diese Aussage primär die Frage “Gesetz und Evangelium” behandelt, geht sie doch weiter – nämlich direkt hinein in das alltägliche Leben. Und tatsächlich berührt der Galaterbrief den tiefsten Punkt, den alle umtreibt (Christen wie Nicht-Christen): sich nicht knechten lassen und sich nicht gefangen nehmen lassen zu müssen. Auch nicht von sich selbst
    So gesehen hat Christus, also Jesus, tatsächlich ein Gesicht, das zur heutigen Freiheitserfahrung passt. Ja, gerade zu unserer heutigen Freiheitserfahrung. Doch das muss nur öfters und besser kommuniziert werden. Das “Bodenpersonal” ist menschlich, nur allzumenschlich, und gibt dem Ganzen das Gesicht des Christentums. Vielmehr gilt eben immer noch: Will ich jemanden kennen lernen, muss ich ihn persönlich kennen lernen. Nicht anders ist es mit Jesus, der uns zur Freiheit befreit hat

  3. ReiterRoman Says:

    Endlich mal ein“ vernüftiger „Text für die Leute zum üben.

  4. Bazillus Says:

    Der Text ist sinnvoll. Aber machen wir uns nichts vor. Im Grunde fragt sich jeder für sich selbst, wenn ihn Unheil trifft, auch mich eingeschlossen, warum nur ich, wie konntest Du, Gott, das zulassen? Selbstverständlich bleibt nicht nur für Atheisten die Frage, wo bleibt Gottes Schutzengel, wenn Kindern überall auf der Welt Gewalt angetan wird, wo bleibt Gott, wenn Frauen überall auf der Welt Gewalt angetan wird, wo bleibt Gott, wenn in islamistischen Kreisen Knaben Gewalt angetan wird, usw. Die Frage ist immer präsent, auch für Gläubige. Die Frage wird immer präsent sein, solange wir Gott als den Schöpfer von Himmel und Erde ansehen oder eben für Menschen, die sich Atheisten nennen.

    Selbst Jesus sagt aus, dass wir immer Arme unter uns haben werden. Die Wehen der Erde sind immer präsent.

    Ich meine sogar, dass diese Fragen und Vorwürfe Gott gegenüber im Einzelfall legitim und durchaus berechtigt sind. Wo bleibt der Schutzengel des Kindes, wenn ein Schänder sich von den Geboten Gottes entfernt hat? Diese Frage bleibt. Das Kind kann nichts dafür. Es ist immer unschuldig. Wir trösten uns dann mit dem Hinweis, dass dieses Kind bei Gott in aller Seligkeit sein wird, was auch richtig ist. Jedoch wurde diesem Kind die Freiheit genommen, sein Leben zu gestalten, wie der Plan Gottes dieses vielleicht vorsah. Der Vorwurf gegen Gott wird erhalten bleiben, weil er die Möglichkeit gehabt hätte, diesem Kind in dieser Situation zu helfen, es aber nicht getan hat. Er hat nur zugesehen und war untätig.

    Letztlich gibt der Artikel jedoch die richtigen Antworten. Nicht Gott entfernt sich von uns, sondern wir von ihm und seinem angebotenen Lösungsweg, den Geboten, die für uns als Lebenshilfe gedacht und zu verstehen sind, nicht als Einschränkung der Freiheit. Unsere Vergehen sind es letztlich, die Opfer zurücklassen. Das Missverständnis vom strafenden Rache- und Zorngott ist es, das eine Religion wie der Islam noch heute seine Gläubigen zum Gebet zwingt und Unrecht zu Recht erklärt. Wir sind es, die sich von Gott entfernt haben, nicht Gott von uns. Das sollten wir bei allem Leid auf Erden berücksichtigen. Eine Spaß- und Fungesellschaft hat sich ebenfalls durch Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber von Gott entfernt bietet nur allzu häufig Betäubung vor den wahren Problemen der Welt. Diese Gesellschaft flieht förmlich vor Missständen jeglicher Art, vor Verfolgungstreiben in kommunistischen und islamischen Ländern, vor der Abtreibungs- und Euthanasieproblematik, vor der Welt der Pornographie und seiner Zwangswelt und lässt Gott einen guten Mann sein.

    Gott hat uns Menschen zu verantwortlichem Handeln hier auf Erden aufgerugen gegenüber Jedermann. Was jedoch ist daraus geworden, zumndest in den Ländern, die als reich gelten und in den LÄndern, deren Gläubige einem Glauben anhängen, der die Menschen versklavt und unfrei macht.


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