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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gewaltwelle nach geplanter Koran-Verbrennung befürchtet 9. September 2010

Filed under: Aktuelle Nachrichten,Kirche — Knecht Christi @ 02:38

Eine kleine protestantische Gemeinde in den USA kündigt für den 11. September eine öffentliche Koranverbrennung an – Kritik von NATO und Kirchenvertretern


Gainesville (kath.net/idea/Zenit/red): Eine kleine protestantische Gemeinde in Florida, die rund 50 Mitglieder zählende unabhängige Gemeinde Dove World Outreach Center (Weltmissionszentrum Taube) in Gainesville, will am 11. September, dem neunten Jahrestag der islamistischen Anschläge auf das Welthandelszentrum in New York und das Pentagon in Washington, Exemplare des Korans öffentlich verbrennen. Der Termin birgt eine weitere Provokation: Am 11. September diesen Jahres feiern Muslime das Ende des Monats Ramadan mit einem Tag des Fastenbrechens.

Der Pastor der Gemeinde, Terry Jones, sagte, man wolle mit der Bücherverbrennung Muslimen eine Chance zur Bekehrung zum christlichen Glauben geben. Man hasse nicht die Muslime, sondern den Islam, der eine von Hass erfüllte Religion sei. Die Verbrennung ist zwischen 18 und 21 Uhr Ortszeit geplant, wie die „Welt“ meldet. Die geplante Aktion hat internationalen Protest hervorgerufen: Sie widerspreche dem christlichen Geist des Respekts gegenüber anderen Religionen und könnte weltweit eine Welle der Gewalt von erbosten Muslimen nach sich ziehen. Zu befürchten ist ferner, dass die Aktion zu Vergeltungsanschlägen auf die internationale Friedenstruppe ISAF in Afghanistan führt. Vor dieser Gefahr hat der Kommandeur der ISAF und US-Truppen im Land am Hindukusch, NATO-General David Petraeus, gewarnt. Dem Wall Street Journal sagte er, solche Aktionen spielten den Taliban und anderen muslimischen Extremisten in die Hand. In Afghanistan und Indonesien hat es bereits Demonstrationen mit Vergeltungsdrohungen gegeben.

Auch kirchliche Vertreter haben sich gegen die Aktion ausgesprochen. Erzbischof Lawrence Saldanha von Lahore, Pakistan, Vorsitzender der pakistanischen Bischofskonferenz, sagte gegenüber Fides: „Wir verurteilen diese Absicht und diese Kampagne scharf, weil sie dem Respekt gegenüber allen Religionen sowie unserer Lehre und unserem Glauben entgegensteht.” Auch Christenvertreter in Pakistan warnen, dass diese Aktion christliche Minderheiten in mehrheitlich islamischen Ländern schwer schädigen könne. Auch in Indien haben führende Religionsvertreter gemeinsam die Initiative „Koran-Verbrennen“ verurteilt, wie Zenit meldet. Mit Kardinal Oswald Gracias an der Spitze betonen indische Christen und Muslime „Frieden und Brüderlichkeit“, wie die Nachrichtenagentur AsiaNews berichtet. In Pressemitteilung betonte die Erzdiözese Mumbai, dass dies „umso schockierender sei, da eine solche Kampagne völlig im Widerspruch zu den Lehren von Jesus Christus“ stehe.

Von der geplanten Koranverbrennung haben sich in den USA muslimische Verbände sowie der ökumenisch ausgerichtete Nationale Kirchenrat und die Evangelische Allianz (NAE) distanziert, die rund 30 Millionen Evangelikale repräsentiert. Sie fordern eine Absage der Aktion. NAE-Präsident Leith Anderson (Washington) sagt: Die Bibel rufe dazu auf, nicht Böses mit Bösem zu vergelten, sondern „dem Guten nachzujagen – untereinander und gegen jedermann“ (1. Thessalonicher 5,15).

Vatikan entsetzt über geplante Koranverbrennung

Fundamentalistische Gruppe in Florida kündigte Aktion für Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 an

Vatikanstadt-Washington (kath.net/KAP): Der Vatikan hat eine angekündigte Koranverbrennung am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 durch eine fundamentalistische christliche Splittergruppe in den USA verurteilt. Die beklagenswerten Gewaltakte des 11. September rechtfertigten nicht eine „abscheuliche und schwerwiegende Geste gegen ein Buch, das einer religiösen Gemeinschaft heilig ist“, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog.

Aktivisten des „Dove World Outreach Center“ in Gainesville, Florida, haben den Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 zum „Internationalen Tag der Koran-Verbrennung“ erklärt: Demnach sollen am kommenden Samstag demonstrativ Koran-Exemplare angezündet werden. Das Center wolle der Opfer der Terroranschläge gedenken und dem radikalen Islam eine klare Absage erteilen, hatte Gemeindepastor Terry Jones dazu erklärt.

Jede Religion habe das Recht auf Respektierung und Schutz ihrer heiligen Bücher, ihrer Stätten und Gottesdienste sowie ihrer Symbole, hob der Vatikan-Rat am Mittwoch hervor. Die Würde jedes Menschen, der Anhänger dieser Religion ist, sowie auch seine Freiheit in religiösen Fragen müssten respektiert werden. Im Gedenken an die Terroranschläge des 11. September gilt es laut Dialograt vor allem, den Betroffenen Solidarität zu bekunden und tiefes Mitgefühl auszudrücken. Weiters sei jeder religiöse Führer sowie jeder einzelne aufgerufen, die scharfe Verurteilung aller Formen von Gewalt zu erneuern. Der Rat verwies auch auf entsprechende Aussagen von Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

 

2 Responses to “Gewaltwelle nach geplanter Koran-Verbrennung befürchtet”

  1. Bazillus Says:

    Abgesehen davon, dass niemand öffentlich interveniert, wenn in islamischen Kreisen Bibeln geschändet werden, halte ich diese Aktion auch für tadelnswert. Es ist niemandem gedient, den Koran als Ganzes zu verbrennen. Denn nicht alles ist schlecht, was in diesem Buch drinsteht. Leider fehlt auch hier die Differenzierung. Ich könnte noch verstehen, wenn dieser Pastor einzelne die Ungläubigen und Frauen diskriminierenden Verse des Korans, nach denen noch heute weltweit gehandelt wird, öffentlich vorlesen, eine noch heute gelebte Entsprechung z.B. eine Fatwa aus Arabien oder Ägypten vorlesen und diese verbrennen wüde, hätte mehr Symbolcharakter und würde öffentlich machen, warum der Koran zu kritisieren ist. Eine pauschale Verbrennung des Korans ist nur dazu geeignet, Öl ins Feuer zu gießen. Die Christen in islamischen LÄndern werden dies auszubaden haben. Will er das wirklich?

    Solche Aktionen verderben mehr als sie gutmachen.

  2. Frank Says:

    Am 11.September den Koran öffentlich zu verbrennen, ist reine Provokation und bringt Amerikaner in allen islamischen Ländern in Gefahr. Ich hoffe es gelingt noch diesen christlichen Spinner und seine Anhänger zu stoppen.


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