kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Väter des Dschihad 9. September 2010

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 03:03

Erst seit wenigen Jahren wird der ältesten, einflussreichsten und größten politisch-islamischen Gruppierung, der Muslimbruderschaft, öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Und zwar vor allem deshalb, weil etliche Terror-Gruppen aus ihr hervorgingen. Auch Osama Bin Laden und die Todespiloten des 11. September 2001 waren ja Muslimbrüder. Für internationales Aufsehen sorgte im Juni 2007 die Machtergreifung des palästinensischen Arms der Bruderschaft, der Hamas, im Gaza-Streifen; seither herrscht dort ein totalitäres Regime.

Die Muslimbruderschaft verfügt heute weltweit über Zweigstellen in mehr als 70 Ländern, auch in Österreich. Sie organisierte laut dem Terrorexperten Olivier Guitta die gewalttätigen Proteste gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen. Unter ihrem Einfluss stehen unzählige Moscheen und Kulturvereine in Europa. Ein weiterer Grund für das wachsende Interesse an dieser Gruppierung ist der Umstand, dass sich als gemäßigt gebärdende islamische Ansprechpartner westlicher Politik aus den Reihen der Muslimbrüder kommen und enge Kontakte zu Terrororganisationen pflegen. US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama entließ Mazen Asbahi, seinen Koordinator für muslimische Angelegenheiten, als dessen Mitgliedschaft bei zwei Hauptorganisationen der US-Muslimbruderschaft bekannt wurde.

Karen Hughes, eine enge Beraterin von US-Präsident George Bush und ehemalige Staatssekretärin für öffentliche Angelegenheiten und Diplomatie, förderte mit etlichen Hunderttausend Dollar aus dem Staatsbudget US-Organisationen, die Verbindungen zu Hamas und Hisbollah haben. In Österreich durften bei den Imamkonferenzen wichtige Persönlichkeiten der Muslimbruderschaft, wie der deutsche Multifunktionär Ibrahim El-Zayat, nicht fehlen.

Der bescheidene Beginn: 1928 gründete der junge Arabischlehrer Hassan Al-Banna mit sechs Arbeitern im ägyptischen Dorf Ismailia die Muslimbruderschaft, eine auf den ersten Blick harmlose Gruppe, die islamische Bildung, karitative Hilfe, aber auch den Kampf gegen Frauenemanzipation und christliche Minderheiten zu ihren Anliegen machte. Die Muslimbrüder gründeten eine Abendschule, bauten mit Geldern der britischen Suez-Kanal-Gesellschaft eine Moschee als Hauptquartier und schufen – nach der Übersiedlung nach Kairo – eine Pfadfindergruppe, die regelmäßig Sportjugendlager veranstaltet, bei denen Jugendliche indoktriniert werden. Hamas-Gründer Ahmed Yassin verletzte sich in den fünfziger Jahren in einem solchen Lager bei einem Sprung ins Meer, und blieb fortan querschnittsgelähmt.

Politische Machtergreifung im Namen des Islam ist die ideologische Zielsetzung der Muslimbrüder: „Wir erkennen kein Herrschaftssystem an, das nicht auf dem Islam basiert und aus ihm stammt“, verkündete Al-Banna. „Wir wollen den muslimischen Menschen, dann die muslimische Familie, dann die muslimische Gesellschaft, dann die muslimische Regierung, und schließlich die muslimische Nation (gemeint ist die „Umma“, die weltumspannende islamische Gemeinschaft)“. Genau diesen Weg schlug später die „Hamas“ ein: Anfangs betrieben Muslimbrüder in Palästina Sozialarbeit, dann gründeten sie eine politische Partei und eine bewaffnete Organisation, um ihre Gegner zu bekämpfen.

Expansionsträume: Al-Banna träumte von der Vereinigung der islamischen Nationen zu einem einzigen Vaterland: „Das spanische Andalusien, der Balkan, Süditalien und die griechischen Inseln sind islamische Kolonien, die in den Schoß des Islam zurückkehren müssen.“ Am Ende „wollen wir alle Mächtigen für die Sache Allahs unterwerfen“. In der Anfangsphase verkehrten Muslimbrüder auch in der britischen Botschaft in Kairo, wo sie Informationen über säkular ausgerichtete Ägypter ablieferten. Ägypten war seit 1923 eine offiziell unabhängige Monarchie, die aber politisch noch immer von den Briten kontrolliert wurde. Die britische Kolonialpolitik und Ägyptens König Fuad I. stießen bei allen wichtigen parlamentarischen Parteien, ob bei der nationalistischen Wafd-Partei, den Vertretern des ägyptischen Säkularismus oder jenen des aufgeklärten Islam, auf Ablehnung. Folglich förderten die Engländer religiöse Vereinigungen und Königstreue, ganz besonders die Muslimbrüder.

Auch in anderen arabischen Staaten unter britischer Herrschaft konnten die Muslimbrüder später problemlos politische Parteien gründen. Heute befindet sich ihre offizielle europäische Zentrale in England. Hassan Al-Banna unterstützte auch den Vorschlag, König Fuad zum neuen Kalifen über alle islamischen Länder zu machen. Diese unrealistische Idee, als deren Urheber die Engländer galten, welche auf diese Weise ihre Kontrolle über die ganze arabische Welt ausdehnen wollten, wurde allerdings fast durchwegs abgelehnt. Als ein Rechtsgelehrter der Al-Azhar-Universität, Ali Abd Al-Raziq, erklärte, ein Kalifat sei prinzipiell nicht der Wille Gottes, wurde er auf Initiative von Al-Bannas Lehrer Raschid Rida entlassen. Verhängnisvoll wirkte sich Al-Bannas Neuinterpretation des Begriffs „Dschihad“ aus, der ursprünglich sowohl geistige Anstrengung zur Verbreitung des Islam wie auch Kampfmittel des Kalifen im Krieg gegen feindliche Soldaten bedeutet hatte. Erst Al-Bannas weit verbreiteter Dschihad-Essay schuf die ideologische Grundlage für hinterhältige Terroranschläge gegen Zivilisten, Nicht-Muslime und deren Helfer. Selbstmordattentate, so Al-Banna, seien ein altes, ehrenwertes Mittel zum Sieg. Das Motto der Muslimbrüder lautet: „Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Dschihad ist unser Weg. Sterben auf dem Wege Allahs ist unsere größte Hoffnung“.

„Nieder mit den Juden“: Aufgrund der immer heftigeren Kämpfe mit jüdischen Siedlern wurde dann Palästina das bevorzugte Aufmarschgebiet des Dschihad. Ein von al-Banna gegründetes Studentenkomitee organisierte ab 1936 Demonstrationen mit Parolen wie „Nieder mit den Juden“ und „Juden raus aus Ägypten und Palästina“ . Muslimbrüder riefen in Moscheen, gegen den Willen der Imame, zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Im Oktober 1938 initiierten sie in Kairo die „Islamische Parlamentarierkonferenz zur Verteidigung Palästinas“, bei der sie arabische Übersetzungen von „Mein Kampf“ und „Die Protokolle der Weisen von Zion“ verteilten. Die Mitgliederzahl der Organisation stieg in den Jahren von 1936 bis 1938 von 800 auf mehrere Tausend an. So wurde die Muslimbruderschaft zur Mutter des politischen Islam und zur ersten politisch-islamischen Massenbewegung. Bis heute benützt sie den Nahostkonflikt als Hauptmotor für ihre Mobilisierung neuer Mitstreiter. Die Charta der Hamas erklärt den „Juden“ den Kampf und behauptet, die „Protokolle der Weisen von Zion“ enthielten den zionistischen Plan zur Erlangung der Weltherrschaft mit Unterstützung von Freimaurern und Rotary-Klubs. Und nur die Herrschaft des Islam könnte diesen Drang zur Welteroberung stoppen.

Der ehemalige Europa-Sprecher der Muslimbrüder, Kamal Helbawy, bezeichnete 1992 „den palästinensischen Rechtsstreit“ als „Kampf zwischen zwei Führungen, einer satanischen, geleitet von den Juden und ihren Mitverschwörern, und einer religiösen, getragen von der Hamas“. Und er erklärte: „Hassan al-Banna versuchte einst, 70.000 Kämpfer heranzubilden, und begann mit einer Truppe von 10.000 Kämpfern. Heute wurden die Palästinenser zu hart kämpfenden Armeekorps. Lasst uns diese großartige Nation unterstützen“. Der einflussreichste Führer der Bruderschaft ist heute Scheich Yusuf al-Quaradawi, ein Islamgelehrter der Muslimbrüder, dessen Schulbuch übrigens in Österreich verwendet wurde. Er ruft zu Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten auf und propagierte das Martyrium im Irak. Er versprach allen „Märtyrern“ das Paradies, sehr zum Ärger irakischer Islam-Gelehrter.

 

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