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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zermürbende Situation für Christen in Eritrea 7. September 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 04:21

Der Patriarch Antonios Abuna ist immer noch unter Hausarrest. Nach wie vor leiden 3000 Mitglieder von nicht registrierten Minderheitskirchen in Gefängnissen. CSI wiederholt deshalb die Forderung bei der Regierung von Eritrea, alle Religionsgefangenen frei zu lassen.


Im Januar dieses Jahres berichtete CSI von dem Schicksal des Ex-Patriarchen Abuna Antonios. Der mittlerweile 83-jährige Priester ist immer noch unter Hausarrest, weil er gegen die Verhaftung zweier seiner Kollegen protestierte, die mit ihrer attraktiven Jugendarbeit für den Staat scheinbar bedrohlich wurden. Außerdem sind immer noch 3000 Mitglieder von nicht registrierten Minderheitskirchen inhaftiert. Aus diesem Grund insistiert CSI bei der Regierung von Eritrea mit einem weiteren Protest.

Eiserne Unterdrückung: Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird in Eritrea massiv beschnitten, Kritik an der Regierung diktatorisch unterdrückt. Unabhängige Journalisten, Oppositionelle und Mitglieder von nicht eingetragenen Religionsgemeinschaften müssen mit massiven Repressalien rechnen. Die Regierung verfolgt systematisch jegliche Glaubensäußerung, und zwar in einem solchen Maße, dass das amerikanische Außenministerium das Land seit 2004 als “besonders problematisches Land“ in Bezug auf religiöse Freiheit führt.

Heikle Registrierung: Die Regierung erkennt seit 2002 offiziell nur den Islam (55%), die Koptisch-Orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die Evangelisch-Lutherische Kirche (zusammen 40%) als Glaubensgemeinschaften an. Jede dieser Glaubensgemeinschaften wird überwacht, wobei der Glaube strikt gemäß den Richtlinien des Staates praktiziert werden muss. Die vier genannten Religionsgruppen sind verpflichtet, dem Staat ihre religiösen Tätigkeiten und Überzeugungen vollumfänglich zu präsentieren. Alles, was der repressiven Regierung schaden könnte, wird verboten und unerbittlich verfolgt. Aus diesen Gründen muss sich jede Gruppierung staatlich registrieren lassen. Nur registrierte Gruppierungen haben das Recht, religiös aktiv zu sein.

Um überhaupt registriert zu werden, ist eine ausführliche Liste sämtlichen Besitzes notwendig. Weiter wird eine Mitgliederliste sowie persönliche Information zu den Leitern verlangt. Anzugeben sind auch die Ziele, Organisation und Ausrichtungen der Glaubensgemeinschaft. Ernüchternde Fakten belegen, dass seit dem Jahr 2002 kein einziger Antrag auf Registrierung bewilligt wurde. Religiöse Gemeinschaften, die die staatlichen Anforderungen aus Gewissensgründen nicht erfüllen können oder per Gesetz keine Chance haben, eine offizielle Registrierung zu erlangen, müssen sich zwangsläufig illegal treffen. Um ihren Glauben zu praktizieren, laufen sie also Gefahr, verfolgt und eingekerkert zu werden. {Quelle: CSI Deutschland}

 

3 Responses to “Zermürbende Situation für Christen in Eritrea”

  1. GottesAuge Says:

    Christenverfolgung weltweit
    Derzeit herrscht die größte Christenverfolgung aller Zeiten. Man schätzt, dass rund 100 Millionen Menschen in über 50 Ländern verfolgt werden, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen.

    Man könnte zugunsten dieser unschuldig gefangenen Christen etwas tun. In der folgenden PDF-Datei ist ein Protestbrief im Internet aufgeschaltet, den man zirkulieren und unterschreiben lassen kann. Senden Sie den Brief direkt an das Konsulat von Eritrea.

    PDF: http://www.portesouvertes.ch/de/petition-er01.pdf

  2. GottesAuge Says:

    Was haben sie getan?warum wozu denn
    Tausende von Christen in Haft

    Laut Angaben von Kirchenleitern aus Eritrea sollen derzeit rund 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Schiffscontainern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sein. Viele sitzen seit Monaten oder manche seit Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein.

    In dem Militärcamp MITIRE im Nordosten von Eritrea sind viele Gefangene aus religiösen Gründen inhaftiert; unter anderem Christen, die sich keiner staatlich erlaubten, und damit kontrollierten, Kirche anschließen wollen.

  3. GottesAuge Says:

    Christentum in Eritrea und Geschichte

    Die Geschichte des Christentums hat eine lange Tradition in Eritrea. Die Verbreitung des christlichen Glaubens setzte bereits im vierten Jahrhundert n. Chr. ein und steht eng mit Frumentius, einem ehemaligen Sklaven aus Syrien, in Verbindung. Der Legende zufolge gelangte dieser auf abenteuerlichem Weg als Sklave an den aksumitischen Hof, wurde kurze Zeit später vom damaligen König El Amida in Dienst genommen und zum Sekretär und Schatzmeister ernannt. Kurz vor seinem Tod schenkte der Kaiser ihm die Freiheit und gab ihm die Erlaubnis, das Land zu verlassen und in seine Heimat zurückzukehren.

    Doch die Witwe des Kaisers bat Frumentius zu bleiben, um sie bei der Regentschaft zu unterstützen. Frumentius sollte sich der Erziehung des jungen Thronfolgers annehmen und solange bleiben, bis der Prinz das entsprechende Alter für die Regierungsgeschäfte erreicht habe. Der junge Thronerbe, an dessen Erziehung Frumentius mitwirkte, war der spätere König Ezana, der zum bedeutendsten Herrscher Aksums aufsteigen sollte. Bereits zu dieser Zeit begann Frumentius die Verbreitung des Christentums zu betreiben, indem er christliche Kaufleute ermutigte, Kirchen und Kapellen im Land zu errichten. Dadurch gelang es dem Christentum erstmals Fuß in der Region zu fassen
    Als der junge Thronerbe älter wurde, reiste Frumentius nach Alexandria, das damals eines der bedeutendsten Zentren des Christentums war. Dort unterrichtete er den Patriarchen Athanasius von der Arbeit, die im Aksum-Reich im Dienste des Glaubens geleistet worden war. Athanasius, der von den Berichten des Frumentius tief beeindruckt war, weihte diesen daraufhin zum Priester und sandte ihn als Abuna (Bischof) zurück. Nach seiner Rückkehr aus Alexandria betrieb Frumentius, der von nun an als Abba Salama („Vater des Friedens“) in die Geschichte eingehen sollte, die systematische Christianisierung des Reiches und die Verbreitung des christlichen Glaubens in der Region. Im Jahr 330 n. Chr. gelang es Frumentius, seinen Ziehsohn, König Ezana, zum Christentum zu bekehren. Mit der Bekehrung des Königs stieg das Christentum zur Staatsreligion im Aksum-Reich auf
    Die von Frumentius gegründete Kirche verband sich als Reichskirche mit dem Königtum und konnte gestützt auf diese Macht die alte Staatsreligion vollständig zurückdrängen und auch das Judentum auf einige Gruppen am Rande des Reiches eingrenzen. Nach Armenien wurde Aksum zum zweitältesten christlichen Reich der Welt und das erste, das auf seine Münzen das christliche Kreuz prägen ließ. Aksum verstand sich fortan als Schutzmacht der südlichen Christenheit
    Ein Beleg hierfür sind die militärischen Interventionen in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts, welche die Aksumiten auf der arabischen Halbinsel unternahmen, um ihre bedrängten christlichen Glaubensbrüder zu beschützen. Über die Jahrhunderte gelang es der Orthodoxen Kirche ihre staatstragende Rolle beizubehalten und zu festigen. Vor allem im äthiopischen und eritreischen Hochland konnte die Kirche ihren Einfluss ausweiten und sich gesellschaftlich verankern. Die gesellschaftliche und politische Stellung der Kirche begann sich erst in den 1970er Jahren allmählich zu verändern, als in Folge der revolutionären Umwälzungen die Monarchie gestürzt wurde. Mit dem Zerfall der königlichen Regierung und der Etablierung der Militärjunta Mitte der 1970er Jahre verlor das Christentum seine Stellung als Staatsreligion. Die neuen Herrscher, die den äthiopischen Sozialismus propagierten, beschränkten in erheblichem Maße den Einfluss der Kirche. Sie verlor ihre Privilegien und musste im Zuge der Bodenreform all ihren Landbesitz an den Staat abtreten.


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