kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Kehrseite der mangelnden Integrationsbereitschaft 7. September 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 03:23

Die Moslems, die sich in die häufig beschworene laizistische Wertegemeinschaft des Grundgesetzes integrieren sollen, erleben eine Gesellschaft, die aus ihrer Sicht gottfern und unmoralisch ist. Ein Gastkommentar von Dr. Hubert Gindert.

Kaufering (kath.net): In der Auseinandersetzung um den Buchautor Thilo Sarrazin geht es nicht um sein Welt- oder Menschenbild oder um seine erbbiologischen Ansichten, sondern um die geringe Integrationsbereitschaft der muslimischen Immigranten. Alles andere sind Ablenkungsmanöver und Nebenkriegsschauplätze. Der Mainzer Medienforscher Professor Hans Mathias Kepplinger sagt dazu: „Im Kern geht es um das Selbstwertgefühl der linksliberalen Minderheit der Bevölkerung, die lange an die multikulturelle Gesellschaft geglaubt hat. Sie steht, wenn man die Probleme des Landes mit seinen Muslimen ernst nimmt, vor den Trümmern ihres Weltbildes, das sie gegen einen informierten Kritiker verteidigt (Tagespost 2.9.10). Die Menschen in Deutschland sind in hohem Maß verunsichert und fühlen sich vom „parteiübergreifenden Versagen“ der Politiker im Stich gelassen. Daraus resultiert die große Zustimmung, die Sarrazin aus der Bevölkerung bekommt.

In der Podiumsdiskussion „Hart aber fair“ vom 1. September richteten sich die Argumente, als das Thema Integration nicht mehr weggedrückt werden konnte, auf die Verbesserung der Sprachfähigkeit der Einwanderer als Allheilmittel. Die israelische Einwanderungspolitik wurde als Erfolgsmodell genannt. Sie verpflichtet jeden, der israelischer Bürger mit allen sozialen Anspruchsrechten werden will, zu einem sechsmonatigen Intensivsprachkurs.

Der Erfolg erklärt sich aber nicht allein durch den Sprachkurs. Er hat eine zusätzliche Ursache, die aber verschwiegen wurde: Alle Einwanderer, ob sie aus Osteuropa, Afrika oder anderswo her kommen, verbinden mit den jüdischen Mitbürgern in Israel die gemeinsamen Wurzeln und der jüdische Glaube, ob er praktiziert wird oder nicht. Diese gemeinsame Identität und Wertegemeinschaft ist wesentliche Ursache der geglückten Integration.

Die Moslems, die nach Deutschland kommen, treffen auf Menschen, die ihre christliche Identität und kulturelle Prägung weithin verloren haben. Da den Deutschen die christlich geprägte Kultur kaum verteidigungswert erscheint, treten sie auch nicht missionarisch dafür ein.

Die Moslems, die sich in die häufig beschworene laizistische Wertegemeinschaft des Grundgesetzes integrieren sollen, erleben eine Gesellschaft, die aus ihrer Sicht gottfern und unmoralisch ist. Sie sehen, wie die in der Verfassung aufgeführten Werte, z. B. der Schutz des Lebens, die besondere Stellung von Ehe und Familie, immer mehr ausgehöhlt werden und wie Gott aus dem öffentlichen Leben verdrängt wird. Von einer solchen Gesellschaft geht keine Faszination auf sie aus. Die Integrationsbereitschaft der Moslems ist tatsächlich gering. Das ist aber auch eine Anfrage an die Christen in unserem Land.

Professor Dr. Hubert Gindert ist Initiator und Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken und Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift Der Fels.

700 Tage in Bagdad

Die libanesische Journalistin Laura Macdissi schildert, wie sie nach dem Sturz Saddams fast zwei Jahre lang im Irak lebte und für die UNO arbeitete.

Augsburg (kath.net/Sankt Ulrich Verlag): „Wozu machen wir das eigentlich?“, fragt Dave seine Kollegin Laura auf dem Weg nach Bagdad, um ihren Dienst bei den Vereinten Nationen anzutreten. „In ein paar Stunden sind wir mitten im Kriegsgebiet. Hast du keine Angst“? „Ich bin eher neugierig als ängstlich“, sagt Laura. Sie denkt dabei an alles, was sie an Bagdad so fasziniert. „Die Wiege der Menschheit, die Stadt der Kalifen, der Stolz der Menschen, Mesopotamien, wo uralte Zivilisationen entstanden sind“.

Im Büro in der Grünen Zone hält Laura jeden Morgen den Atem an und hofft, dass ihre irakischen Mitarbeiter es schaffen, heil zur Arbeit zu kommen. Bei Aufträgen in gefährlicher Umgebung kommt sie der Gewalt trotz minutiöser Sicherheitsvorkehrungen sehr nahe. Der Kontakt zu den Politikern ist intensiv. Deren Machthunger wirkt unersättlich. Darüber hinaus kommen viele Flüchtlinge zurück und suchen ihren Platz im neuen Irak, wo die reichen Ölfunde Ziel der Interessen aller sind – die langen Schatten der USA, Irans und der Türkei fallen auf das Spielbrett. Die Situation ist komplex: Rivalitäten zwischen verschiedenen Parteien und Religionsgruppen bestimmen den politischen Alltag im Irak nach dem Sturz Saddams, Rivalitäten, denen die Amerikaner zunehmend hilflos gegenüber stehen. Der UNO wiederum sind oft die Hände gebunden.

Laura Macdissi schildert nicht nur ihre Erlebnisse in Bagdad, sondern analysiert auch Hintergründe eines zerrissenen Landes. Fast zwei Jahre lang hat die libanesische Journalistin in Bagdad gelebt und dort für die UNO gearbeitet. „700 Tage in Bagdad“ ist ein Polit-Krimi, der eine Vielzahl interessanter Fakten aus arabischer Perspektive vermittelt und in persönlichem Stil gehalten ist, indem die Autorin auch ihr Privatleben in ihre Schilderungen einfließen lässt. {Laura Macdissi – 700 Tage in Bagdad – Eine Journalistin zwischen Panzern und Palästen – Sankt Ulrich Verlag}

 

2 Responses to “Die Kehrseite der mangelnden Integrationsbereitschaft”

  1. angel03 Says:

    Das Christentum in Europa wird wieder verstärkt werden. Da bin ich ganz sicher, schon allein die vielen Moslems fördern die Beschäftigung mit der eigenen Religion.
    Haben es so schön hier und könnten dafür so dankbar sein.
    Gehe seit ein paar Wochen wieder regelmäßig zur Kirche.
    Ist wunder-, wunderschön.
    Den meisten Menschen hier ist leider gar nicht bewusst, wie sehr ihre Kultur im Christentum fußt.
    Das wird bestimmt wieder bewusster.
    In den USA ist dieser Prozess schon im Gange, dann dauert es bei uns auch nicht mehr lange.

  2. Bazillus Says:

    In Einem hat die verehrte Vorkommentatorin Recht: Für Einzelne wird dies sicher der Fall sein. Gott kann aus Negativem Gutes erwecken. So war es auch bei mir.

    Diese Erkenntnisse habe ich für mich persönlich durch das Lesen und die persönliche Auseinandersetzung mit diesen die Ungläubigen und Frauen ausgrenzenden und diesen gegenüber recht feindlich gesonnenen „göttlichen“ Versen des Korans gezogen. Denn diese Verse haben mich dazu gezwungen, Stellung zu meinem ureigenen katholisch-christlichen Glauben zu beziehen. Ich danke deshalb Jesus, dem Heiligen Geist und auch Gottvater als dem Dreieinigem Gott, der mir diese Erkenntnis, die verschüttet war, wieder intensiv und auch irgendwie für mich erneuernd offenbart hat. Und so wirkt Gott für mich aus selbst noch so negativen Versen von mir fremden Religionen sogar Gutes.

    Bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem Koran (Im Vorwort habe ich gelesen, dass alles, was im Koran niedergeschrieben sei, direkten göttlichen Ursprungs sei) habe ich gespürt, welche göttliche Perle wir in Jesus, der uns die christliche Sicht auf den Dreieinen Gott erst nahe gebracht hat, haben. Wenn das, was an ausgrenzenden Worten, die Worte Gottes sein sollen, kann ich mich nur frustriert abwenden.

    Der Koran reicht in seinem Gottes- und Menschenbild niemals an den Schatz des NT als Krönung des AT heran.
    Der Koran lebt von Trennung und Herabsetzung:
    Mann – Frau
    Gott – Mensch als Knecht und Wurm
    Gläubiger – Ungläubiger
    In diesen drei wichtigen religiösen Bereichen kennt der Islam nur alles oder nichts.

    Das NT lebt von Nächstenliebe zu allen, somit auch zu Gott, zu Frauen, zu Ungläubigen, ja selbst zu Schuldigen. Vergebung ist das Zauberwort, auch wenn ich nicht alle Aussprüche und Sätze des NT unterschreiben könnte, so spüre ich doch dort ein Ernstgenommensein, eine Liebe, die ich im Koran nie gefunden habe.


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