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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

ElBaradei holt Muslimbrüder und Linke ins Boot 2. September 2010

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 03:29

Logo der Moslembrüder: Sure Alanfaal - die Beute: 60

ElBaradei: „Das ägyptische Volk ist bereit für den Wandel“


Kairo: Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei hat sich für seine Reformkampagne in Ägypten die Unterstützung der offiziell verbotenen Muslimbrüder und mehrerer linker Gruppierungen gesichert. Der neue Hoffnungsträger der Opposition und frühere Chef der Internationalen Atomenergieorganisation sagte am Dienstagabend nach einem Treffen mit Oppositionellen aus dem linken Lager in Kairo: „Nach meinen Zusammenkünften mit Bürgern und meinen Gesprächen mit den Angehörigen der verschiedenen politischen Gruppen bin ich mehr denn je überzeugt, dass das ägyptische Volk bereit für den Wandel ist“. Sowohl die linken Aktivisten als auch die Muslimbrüder, mit denen er sich am vergangenen Samstag getroffen hatte, wollen sich an einer von ihm für die kommenden Monate geplanten Unterschriftenaktion für Reformen beteiligen.

Korruption und Angst als Markenzeichen Mubaraks:
Der 67-jährige Friedensnobelpreisträger wirft dem seit 1981 herrschenden Staatschef Hosni Mubarak vor, dass Korruption, Amtsmissbrauch und Angst die Markenzeichen seines Regimes seien. Armut, mangelnde Bildung, wirtschaftlicher Niedergang und soziale Spannungen zwischen Muslimen und Christen seien die größten Probleme des Landes. Dem Westen hält ElBaradei vor, durch seine Unterstützung für autoritäre Regime im Nahen Osten den islamischen Extremismus zu fördern. Er hat zu Verfassungsänderungen aufgerufen, um „ein demokratisches Regierungssystem einzuführen, das soziale Gerechtigkeit gewährleistet“. Der nach 27 Jahren im Ausland heimgekehrte Ex-IAEO-Chef hat sich mit Vertretern aller wichtigen Oppositionsgruppen auf eine Plattform mit der Bezeichnung „Nationale Versammlung für den Wandel“ verständigt. Diese will das Volk für eine Verfassungsänderung mobilisieren, um die Kandidatur ElBaradeis bei den Präsidentschaftswahlen 2011 zu ermöglichen.

Parteilose sollen kandidieren dürfen: Zu den von ElBaradei und seinen Mitstreitern formulierten sieben Forderungen gehört eine Verfassungsänderung, die Parteilosen die Möglichkeit zur Kandidatur gibt. Außerdem sollen internationale Wahlbeobachter zugelassen werden, und kein Präsident soll länger im Amt bleiben dürfen als zwölf Jahre. Nach den jüngsten Oppositionsprotesten in Kairo waren Dutzende von Regierungsgegnern festgenommen worden. Der Vorsitzende der oppositionellen Ghad-Partei, Ayman Nour, kündigte sein Antreten bei der Präsidentenwahl 2011 an. Er warf Mubarak vor, „alles zu blockieren“, um seinem Sohn Gamal die Nachfolge zu sichern. Mubarak hatte Nour unter dem Druck der USA freilassen müssen. Der Staatschef geht rigoros gegen seine Kritiker vor, zahlreiche Anhänger der Ghad-Partei und Gewerkschafter wurden eingesperrt. Ayman Nour hatte bei der ersten ägyptischen Präsidentenwahl mit mehreren Kandidaten im September 2005 nach offiziellen Angaben 7,6 Prozent der Stimmen erhalten, Mubarak 88,6 Prozent. Drei Monate später wurde Nour zu fünf Jahren Haft verurteilt, nachdem ihm vorgeworfen worden war, Unterschriften für seine Registrierung gefälscht zu haben. http://derstandard.at

Muslimbrüder im Visier Mubaraks

In Ägypten kam es bei Parlamentswahl zu Zwischenfällen

Kairo: Begleitet von Beschwerden der Opposition, hat in Ägypten am Dienstag die Wahl zur zweiten Kammer des Parlaments begonnen. Die Wähler waren aufgerufen, 88 der insgesamt 264 Sitze des Shura-Rates neu zu besetzen. Der Rat spielt im Gesetzgebungsprozess im Vergleich zur ersten Kammer des Parlaments eine untergeordnete Rolle, deshalb ist die Wahlbeteiligung traditionell niedriger ist als bei der Parlamentswahl. Traditionell kommt es bei Wahlen in Ägypten aber auch zu Konflikten zwischen der Staatsmacht – repräsentiert von Präsident Hosni Mubarak – und den Muslimbrüdern. Am Dienstag nahm die Polizei in der nördlichen Provinz Al-Buhaira sechs Anhänger eines Muslimbruders fest.

Die Muslimbruderschaft, die eine „Islamisierung des Staates mit friedlichen Mitteln“ anstrebt, ist in Ägypten offiziell verboten. Zahlreiche Mitglieder sitzen im Gefängnis. Im Shura-Rat ist sie derzeit nicht vertreten. In der ersten Kammer des Parlaments, wo ihre Mitglieder als „Unabhängige“ auftreten, stellt sie mit 88 Abgeordneten allerdings die größte Fraktion der Opposition. Gegründet wurde die Muslimbruderschaft 1928 von dem Volksschullehrer Hassan Al-Banna nach der Devise: „Allah ist unser Ziel, der Koran ist unsere Verfassung“. 1954 wurde die Organisation unter dem Militärregime verboten, zahlreiche Führer zum Tode verurteilt. Danach wurde sie aber wieder vorübergehend legalisiert. Nach der Ermordung des Präsidenten Anwar Al-Sadat 1981 ging dessen Nachfolger Mubarak mit aller Härte gegen die Muslimbrüder vor. http://www.wienerzeitung.at

 

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