kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bahnhof Altenessen entwickelt sich zur Angstzone 27. August 2010

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 03:41

Essen: Schlägereien, Drogenhandel, verschüchterte Anwohner: Der Bahnhof Altenessen entwickelt sich zur Angstzone. Libanesische Jugendliche haben das Sagen, schaffen einen rechtsfreien Raum. Die Politik ist mehr als besorgt.


Ihre Einkäufe hat Johanna Utzmann früh erledigt. Abends traut sich die 79-Jährige nicht mehr auf die Straße. „Die kommen von hinten. Schon ist die Handtasche weg“, sagt sie. „Da kann man doch als alte Frau gar nichts mehr machen“. Die Angst ist nicht aus der Luft gegriffen, sagt Johanna Utzmann und zählt auf: Es fing an mit der gestohlenen Tageszeitung. 30 Mal war die weg – innerhalb von zwei Monaten. Neulich verschwanden aus dem Haus an der Hövelstraße drei Fahrräder. Dazu reihenweise Diebstähle und Schlägereien. „Früher ging die Polizei noch Streife“, sagt Utzmann, die seit 51 Jahren hier lebt. „Heute sieht man hier keinen Polizisten mehr“.

Polizei gibt sich gelassen: Die Massenschlägerei zwischen zwei libanesischen Familien am 21. Juli wollen SPD, CDU und Essener Bürgerbündnis (EBB) nächsten Dienstag bei der Sitzung der Bezirksvertretung zum Thema machen. Sie fürchten das Entstehen eines „rechtsfreien Raumes, in dem das staatliche Gewaltmonopol bedeutungslos geworden ist“.

Am Mittag des 21. Juli war es an der Altenessener Straße zu einer Massenschlägerei zwischen Angehörigen zweier libanesischer Familien gekommen: Selbst im Beisein der Polizei gingen sie aufeinander los. Ein 18-Jähriger wurde durch einen Messerstich schwer verletzt. Die Polizei berichtete am Abend: „Nur mit erheblichen Kräfteaufwand und Hinzuziehung der Familienoberhäupter und Vermittler gelang es, die Lage wieder zu beruhigen“. Die Polizei beobachtet den Konflikt aufmerksam, aber gelassen. „Aus polizeilicher Sicht ist das kein Problem“, sagt Polizeisprecher Ulrich Faßbender. „Die beiden Familien haben miteinander Geschäfte gemacht und sich darüber zerstritten. Für Außenstehende bedeutet diese Auseinandersetzung eigentlich keine Gefahr“. Das sehen Karlheinz Endruschat (SPD), Johannes Werner Schmidt (CDU) und Michael Schwambom (EBB) ganz anders. Die Bezirkspolitiker sprechen von „Angst und Wut“ unter den Anwohnern, die „erheblich in ihren Rechten beschränkt werden“. Das mag übertrieben sein. Klar ist aber: Die Seniorin wohnt mittendrin im Brennpunkt um den Altenessener Bahnhof, ein Viertel, das die Polizei inzwischen mit blutigen Fehden libanesischer Familien in Verbindung bringt. Auch die Politik ist alarmiert. SPD und CDU in der Bezirksvertretung warnen in nicht selbstverständlicher Einigkeit vor „rechtsfreien Räumen, in denen das staatliche Gewaltmonopol bedeutungslos geworden ist“. Kein schönes Gefühl sei das, sagt Johanna Utzmann.

Die Straßenbahn biegt quietschend in die Endhaltestelle ein: Um den Bahnhof herum dominiert Öde. Ein paar Pendler steigen hier von der S-Bahn in die U-Bahn um. Die Straßenbahn biegt quietschend in die Endhaltestelle ein. Viele Läden stehen leer. Frisör Diana wirbt in arabischer Schrift um Kunden. Ein großer Haufen Melonen blockiert den Bürgersteig. Daneben ein arabischer Imbiss, eine Spielhalle und ein Tattoo-Studio. Vor der Sparkasse steht ein Sicherheitsmann. Er lacht – immerhin.

Hinab in den Untergrund: Das Wegesystem ist weit verzweigt, dunkel, die Ecken nicht einsehbar. „Als Frau traut man sich schon mal gar nicht raus“, sagt eine Pendlerin. Ihr Mann weiß von Beleidigungen zu berichten: „Wer so kurze Haare hat, wie ich, wird als Nazi beschimpft“. Ihren Namen wollen beide nicht in der Zeitung lesen. Bloß nicht auffallen in Altenessen. Das andere Bild: Vor dem Bahnhof trägt ein anderes Pärchen seinen Ausländerhass zwischen all den Türken, Libanesen und Marokkanern ganz offen zur Schau: kahlgeschorener Schädel, einschlägig bekannte Kleidung, Pitbull. Streit zwischen Ausländern und Deutschen gebe es aber fast nie, versichert Naji, der vor einem Süßwarenladen raucht. Er wickelt einen halben Meter Draht von einer Rolle ab und hält ihn sich vor die Kehle. Sieht lebensgefährlich aus und soll es auch sein. „Das brauche ich, wenn’s Krieg gibt“, sagt der 48-jährige gebürtige Libanese. Krieg – der breche für ihn aus, wenn jemand Freunden oder Verwandten zu nahe kommt.

„Ich habe hier keine Angst“: Aus seinem Kiosk am U-Bahnhof hat Ali Demirci einen guten Blick aufs Geschehen. Der junge Kurde steht stolz vor ordentlich ausgerichteten Cola-Flaschen und Zeitschriften. Seit dreieinhalb Jahren sei er hier in Deutschland, sagt der 25-Jährige. Er hat sich eine Existenz aufgebaut, sei gerne Altenessener. „Ich habe hier keine Angst“, sagt er. Wer freundlich sei, werde genauso behandelt. Wenn aber einer am Kiosk Stress mache, der bekomme es auch mit seinen Freunden und Verwandten zu tun. „Dann gibt’s was auf die Fresse“. Die Polizei brauche man hier nicht, sagt Demirci. „Sowas machen wir unter uns aus“. Schon 60 Schlägereien habe er erlebt. Unbeteiligte hätten nichts zu befürchten gehabt. Das sei immer eine Sache unter Gruppen – Auge um Auge, Zahn um Zahn. Demirci erklärt, dass jede Kultur eben ihre eigenen Gesetze habe. Das sei auch gut so. Die Jugendlichen erzögen sich sogar untereinander: „Man sagt nicht zu einer alten Oma, dass sie sich verpissen soll“. Der freundliche Ali bietet dem Besucher zum Abschied einen Kaffee an.

Verfehlte Integration: Ursachensuche: Das Pendler-Paar sieht eine verfehlte Integrationspolitik der Stadt: „Wenn man 16 verschiedene Nationalitäten in einen Wohnblock stopft, passt das nicht“. Johanna Utzmann will festgestellt haben, dass die Stimmung vor 10 Jahren umkippte, als die U-Bahn nach Altenessen kam. Eine Lösung sieht Anwohner Dursun Alkan in Überwachungskameras. „Die fehlen am Bahnhof und in der U-Bahn“, sagt der 43-Jährige. „So etwas würde doch abschrecken“. Er fordert auch mehr Überwachungspersonal. Dann sei den Kriminellen doch schnell ihre Lebensgrundlage genommen.

Ein paar Stunden später, Abend in Altenessen: Johanna Utzmann ist längst in der sicheren Wohnung. Junge Libanesen beherrschen das Umfeld des Bahnhofs. Sie lachen, schauen den Mädchen hinterher, klopfen Sprüche. Wer nicht hierher gehört, fällt sofort auf. Die jungen Männer laufen dem Fotografen hinterher, wollen aufs Foto, zeigen Muckis und Sonnenbrille. Zwei andere holen bereitwillig ein Tütchen mit einem weißen Pulver aus der Tasche, mutmaßlich Kokain. Keine Angst erwischt zu werden? „Hier doch nicht“. Und die Polizei? Zufall oder nicht: Gerade kommt ein Streifenwagen die Altenessener Straße herunter, biegt ab in den Palmbuschweg. {Quelle: Der Westen: Essen, 24.08.2010, Arne Poll}

 

3 Responses to “Bahnhof Altenessen entwickelt sich zur Angstzone”

  1. Bazillus Says:

    Ein anschauliches Beispiel dafü, wie sich eine Gegengesellschaft ihrer eigenen Regeln und Gesetze schafft, nämlich die des Rechts des Stärkeren. Das mag mitunter durchaus effektiv sein. Nur hat dies nichts mehr, nicht einmal mehr im Ansatz etwas mit dem Rechtsstaat zu tun, den doch hier alle Politiker aller Feigheitsparteien hier so proklamieren.

    Solche Viertel sind halt die Endstation, das Ziel und das Ergebnis verfehlter Integrations- und Einwanderungspolitik.

    Liebe Politiker: So wird die Zukunft unseres Landes bei Beibehaltung der demographischen Lage auf Dauer aussehen. Korruption, Recht des Stärkeren, Gewaltmonopol bei Gangs, die aller Streitigkeiten unter sich regeln und eine verlorene Polizei und Jusitz, die froh ist, wenn der Laden auch ohne sie irgendwie läuft.

    Wir können schon lange nicht mehr das wahre Sprichwort benutzten: „Wehret den Anfängen“. Denn diese Anfänge sind schon lange überschritten. Dank Eurer Feigheit, liebe Polit-Egoisten.

    Prost Mahlzeit

  2. Gottes Auge Says:

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    Kadhim Habib
    Die Ängste der arabisch-islamischen Welt

    Es geht nicht nur um Religion

    Dieser Prozess wird ihrer Ansicht nach allerdings von den Ländern angeführt, die eine neoliberale Politik verfolgen und die Errungenschaften der dritten industriellen Revolution – der Informations- und Kommunikationsrevolution – nicht zuletzt für die Ausbeutung und Marginalisierung der Länder der Dritten Welt benutzten.

    Chance oder Übergriff?

    Darum raten diese Stimmen den arabischen Ländern davon ab, sich am westlich dominierten Globalisierungsprozess zu beteiligen. Der wirtschaftliche und soziale Aufschwung sollte aus eigenen Kräften erreicht werden. Diese Sichtweise geniesst deutliche Zustimmung in breiten Schichten der arabischen Bevölkerung.

    Wohlgemerkt hat die arabische Linke keine Schwierigkeiten mit der Globalisierung, wenn es um den Säkularismus oder um die kulturelle und technologische Erneuerung geht. Einige sehen in dem Prozess auch keine Bedrohung für die kulturelle Identität.

    Die Kritik konzentriert sich auf die negativen wirtschaftlichen Folgen der Globalisierung für die arabischen Gesellschaften und auf die Konflikte und Widersprüche, die weltweit daraus entstehen. Manche Vertreter der Linken sehen sogar in der Globalisierung eine willkommene Gelegenheit, den wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung zu beschleunigen.

    Sie sind überzeugt, dass ihre Länder die Voraussetzungen hätten, die Herausforderung anzunehmen, wenn sie sich gegenseitig um Zusammenarbeit und Koordination bemühen würden. Als Beispiel für eine denkbare Entwicklung in diesem Sinn führen sie die asiatischen Tigerstaaten an.

    Die arabisch-nationalistischen Kräfte und die Islamisten dagegen sehen in der Globalisierung eine existenzielle Gefahr für nationale und religiöse Grundsätze, die auf keinen Fall angetastet werden dürfen.

    Sie stimmen mit der arabischen Linken überein, wo es um Ausbeutung, Marginalisierung der Gesellschaften in den Entwicklungsländern und ihre Unterwerfung unter die Politik und die Interessen der westlichen Wirtschaftswelt geht. Es sei noch darauf hingewiesen, dass einige arabische Nationalisten durchaus Laizisten sind.

    Aus ihrer Sicht und aus derjenigen der Islamisten erscheint die Globalisierung als direkte Verlängerung von Konflikten aus der Vergangenheit – angefangen bei den Kreuzzügen via die direkte oder indirekte kolonialistische Machtausübung über die arabischen Länder im 19. und 20. Jahrhundert bis hin zu der als feindselig wahrgenommenen Politik, welche die westlichen Länder heute – etwa im Falle der Palästinenserfrage oder des Embargos gegen den Irak – gegenüber der arabischen Welt verfolgen.

    Ein Grossteil der arabischen Bevölkerung betrachtet die Globalisierung aus diesem Blickwinkel. Für sie handelt es sich nicht um eine neutrale wirtschaftliche Entwicklung, sondern um ein westliches Projekt, das die Konfrontation mit der Welt und dem Wertesystem des Islam und deren Zerstörung sucht.

    Die arabische Welt besteht aus 22 Staaten (ohne Palästina), die auf Asien und Afrika verteilt sind. Die meisten der ungefähr 285 Millionen Einwohner gehören dem islamischen Glauben an.

    Alle arabischen Länder erlebten verschiedene Formen der europäischen kolonialen Hegemonie; erst in der Zeit zwischen den Weltkriegen oder nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlangten sie nach einem mühsamen und opferreichen Kampf die politische Unabhängigkeit.

    Kolonialzeit und Befreiungskampf hinterliessen Spuren in der Erinnerung, im Leben und im Denken der Menschen und beeinflussen bis heute ihr Verhältnis zu den Völkern des Westens.

    Stagnierende Entwicklung

    Trotz den entwicklungspolitischen Bemühungen der vergangenen Jahrzehnte zählen praktisch alle arabischen Länder weiterhin zu den Entwicklungsländern. Die Ökonomien sind rückständig und instabil. Es existieren weiterhin Reste von patriarchalen und feudalistischen Beziehungen, welche die Entwicklung zeitgemässer Produktionsverhältnisse und einer modernen Zivilgesellschaft behindern.

    Sie stehen auch dem notwendigen Prozess der Aufklärung im Weg, der in Europa vor Jahrhunderten bereits stattgefunden hat. Während die arabische Welt noch nicht einmal ihre erste industrielle Revolution verwirklicht hat, durchläuft der Westen die dritte Phase der industriellen Revolution.

    Das ist ein deutlicher Ausdruck für die zivilisatorische und technologische Kluft, welche die westliche von der arabisch- islamischen Welt trennt. Die nationalen arabischen Ökonomien sind verstümmelt und von überholten Strukturen geprägt, egal, ob es sich um Agrar- oder Erdölwirtschaften handelt. Die Industrien sind unterentwickelt.

    Das zeigt sich besonders deutlich in der weitgehenden Abhängigkeit von Importgütern, die nötig sind, um einen Grossteil der eigenen Bedürfnisse zu decken. Hinzu kommen andere Probleme, wie zum Beispiel der Analphabetismus, der auf dem Land und unter Frauen sehr stark verbreitet ist.

    Die Kapazitäten dieser Länder werden im besseren Fall von Regierungen kontrolliert, die sich scheindemokratisch geben, wie zum Beispiel in Ägypten, Marokko und Jordanien. Anderswo – etwa im Irak, im Sudan, in Libyen, Saudiarabien, Tunesien oder Algerien – werden Demokratie und Menschenrechte ausser Kraft gesetzt.

    Die Tatsache, dass solche Regime für ihre demokratiefeindliche Politik nicht selten die Unterstützung des Westens und des ehemaligen Ostblocks fanden, rief bei der Bevölkerung Misstrauen und eine besondere Feindschaft gegenüber Europa und den USA hervor.

    Ausserdem stützte sich der Westen, als es um den Kampf gegen das sozialistische Lager und gegen die kommunistischen Parteien ging, gelegentlich auch auf eben jene rückwärts gewandten und fanatischen religiösen Kräfte, die heute als Exponenten des west-östlichen Kulturkonflikts wahrgenommen werden.

    Während die arabischen Länder nur ein sehr niedriges wirtschaftliches Wachstum aufweisen, bleibt das Bevölkerungswachstum hoch; es schwankt zwischen 2,5 und 3,2 Prozent pro Jahr.

    Alle Länder sind auch von einer ununterbrochenen Landflucht betroffen – nicht weil es in der Stadt mehr Arbeitsmöglichkeiten gäbe, sondern weil die Menschen dem Elend und der verdeckten Arbeitslosigkeit in den ländlichen Regionen zu entkommen versuchen.

    Das führt zu einer Bevölkerungsexplosion in den Städten und zum Anwachsen der semiproletarischen oder marginalisierten Gruppen in den Elendsgürteln um die Städte. Ein weiteres Phänomen ist die Ausdünnung der Mittelschicht. Die Kluft zwischen der reichen Minderheit, die immer reicher wird, und der immer grösser werdenden Zahl der Armen verbreitert sich.

    Für all dies gibt die Bevölkerung dieser Länder nicht allein den eigenen Politikern Schuld, sondern auch dem Westen, der die korrupten Regierungen unterstützt und eine Politik betreibt, die gegen die Interessen der sozial Schwächeren gerichtet ist.

    Unter diesen Umständen ist es kaum verwunderlich, dass grosse Teile der arabischen Bevölkerung keine positiven Erwartungen an den Westen haben. In der Globalisierung sehen sie eine neue Form der Ausbeutung ihrer Ressourcen und der Unterwerfung unter den Westen.

    Feindliche Übernahme?

    Aus solcher Sicht fällt das Urteil über die Globalisierung vorläufig eindeutig negativ aus. Sie praktiziert eine erbarmungslose Einmischung, um die „absolute Freiheit“ aufzuzwingen. Diese Freiheit aber ist einseitig.

    Sie kommt nur dem Fluss des Kapitals, dem Handelsaustausch, der Aufhebung der Zollschranken und anderen Wirtschaftsreformen zugute, damit die Ökonomien der verschiedenen Länder an die Bedürfnisse der multinationalen Konzerne angepasst werden können, ohne dass auf die Verhältnisse dieser Länder und ihre Probleme Rücksicht genommen werden muss.

    Und dieselben Nationen, die von günstigen Wirtschaftsstandorten in der Dritten Welt profitieren, verschliessen ihre Grenzen vor Arbeitsmigranten – sofern es sich nicht gerade um hoch qualifizierte Fachkräfte handelt. Die Globalisierung droht die Aufgaben des Staates zu verändern und ihn in einen reinen Verwaltungsapparat zu verwandeln, dessen Aufgabe sich auf die Sicherung der Grundlagen für die Aktivitäten der Privatwirtschaft und der Gewinne dieses Sektors beschränkt.

    Darüber hinaus werden dem Staat weiterhin seine militärische, sicherheitspolitische Rolle und das Gewaltmonopol belassen – auch mit der Option der Unterdrückung, um die Sicherheit und die Stabilität zu gewährleisten, welche für ausländische Investoren unerlässlich sind. Hierin verletzt die Globalisierung die Regeln der Demokratie, auf die sie selber angewiesen ist.

    Auch wenn die Globalisierung die Entstehung einer globalen Auffassung von Demokratie und Menschenrechten, vom Umgang mit Umwelt und Ressourcen erlaubt, werden die praktisch vorhandenen Möglichkeiten nur schwerlich zugunsten aller Menschen eingesetzt.

    Einige Völker haben die Erfahrung gemacht, dass der Westen die Menschenrechte lediglich als Rechtfertigung für die Einmischung in innere Angelegenheiten anführt, solange dies eigenen Interessen dienlich ist. – Die Globalisierung bietet zweifellos ein modernes Lebensprojekt, das den neuen technologischen Entwicklungen entspricht und sich von der Vergangenheit und gegenwärtigen Zuständen unterscheidet.

    Aber sie befindet sich am Anfang ihrer Entwicklung. Das Neue, das sie bringt, ist imstande, Werte, Gewohnheiten und alte Gebräuche, die nicht mit der Zeit mithalten können, zu verdrängen – nicht nur in den arabischen und islamischen Gesellschaften, sondern überall. Aber diese moderne Welt-Kultur wird ihre Besonderheit trotzdem auf dem Boden der Wirklichkeit jedes Landes entfalten müssen.

  3. Gottes Auge Says:

    Feindliche Übernahme?

    Aus solcher Sicht fällt das Urteil über die Globalisierung vorläufig eindeutig negativ aus. Sie praktiziert eine erbarmungslose Einmischung, um die „absolute Freiheit“ aufzuzwingen. Diese Freiheit aber ist einseitig.

    Sie kommt nur dem Fluss des Kapitals, dem Handelsaustausch, der Aufhebung der Zollschranken und anderen Wirtschaftsreformen zugute, damit die Ökonomien der verschiedenen Länder an die Bedürfnisse der multinationalen Konzerne angepasst werden können, ohne dass auf die Verhältnisse dieser Länder und ihre Probleme Rücksicht genommen werden muss.

    Und dieselben Nationen, die von günstigen Wirtschaftsstandorten in der Dritten Welt profitieren, verschliessen ihre Grenzen vor Arbeitsmigranten – sofern es sich nicht gerade um hoch qualifizierte Fachkräfte handelt. Die Globalisierung droht die Aufgaben des Staates zu verändern und ihn in einen reinen Verwaltungsapparat zu verwandeln, dessen Aufgabe sich auf die Sicherung der Grundlagen für die Aktivitäten der Privatwirtschaft und der Gewinne dieses Sektors beschränkt.

    Darüber hinaus werden dem Staat weiterhin seine militärische, sicherheitspolitische Rolle und das Gewaltmonopol belassen – auch mit der Option der Unterdrückung, um die Sicherheit und die Stabilität zu gewährleisten, welche für ausländische Investoren unerlässlich sind. Hierin verletzt die Globalisierung die Regeln der Demokratie, auf die sie selber angewiesen ist.

    Auch wenn die Globalisierung die Entstehung einer globalen Auffassung von Demokratie und Menschenrechten, vom Umgang mit Umwelt und Ressourcen erlaubt, werden die praktisch vorhandenen Möglichkeiten nur schwerlich zugunsten aller Menschen eingesetzt.

    Einige Völker haben die Erfahrung gemacht, dass der Westen die Menschenrechte lediglich als Rechtfertigung für die Einmischung in innere Angelegenheiten anführt, solange dies eigenen Interessen dienlich ist. – Die Globalisierung bietet zweifellos ein modernes Lebensprojekt, das den neuen technologischen Entwicklungen entspricht und sich von der Vergangenheit und gegenwärtigen Zuständen unterscheidet.

    Aber sie befindet sich am Anfang ihrer Entwicklung. Das Neue, das sie bringt, ist imstande, Werte, Gewohnheiten und alte Gebräuche, die nicht mit der Zeit mithalten können, zu verdrängen – nicht nur in den arabischen und islamischen Gesellschaften, sondern überall. Aber diese moderne Welt-Kultur wird ihre Besonderheit trotzdem auf dem Boden der Wirklichkeit jedes Landes entfalten müssen


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