kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vier Berichte über Verfolgung der Christen Indiens 25. August 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 01:44

Zerstörte Kirche in Orissa

US-Kommission für Religionsfreiheit fordert besseren Schutz von Minderheiten

Washington/Neu Delhi: Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit hat Indien auf eine Beobachtungsliste der Staaten gesetzt, in denen religiöse Minderheiten gefährdet sind. Man beobachte ein „beunruhigendes Anwachsen“ religiös motivierter Gewalt. Der indische Staat tue zu wenig, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Das US-Außenministerium wird aufgefordert, bei der indischen Regierung auf einen besseren Schutz religiöser Minderheiten zu drängen. Anlass sind schwere Ausschreitungen militanter Hindus gegen Christen und Muslime. Vor einem Jahr war vor allem im Bundesstaat Orissa eine Welle der Gewalt gegen Christen ausgebrochen, nachdem der extremistische Hindu-Führer Swami Laxmanananda Saraswati am 24. August ermordet worden war. Hindu-Extremisten machten Christen für die Bluttat verantwortlich. Bei Vergeltungsattacken wurden nach Angaben des Gesamtindischen Christenrats rund 200 Christen ermordet, 18.000 verletzt und 53.000 vertrieben. Im Jahr 2002 waren mehr als 1.000 Personen, meist Muslime, bei Unruhen im Bundesstaat Gujarat ums Leben gekommen, nachdem 60 Hindus bei einem Zugunglück starben. (www.ktah.net/idea)

Indien unter Beobachtung wegen religiös motivierter Gewalt

Indische Regierung: Justiz geht „Verirrungen“ nach: Von den 1,1 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82% Hindus, 12% Muslime und mindestens 3% Christen. Die Regierung in Neu Delhi reagierte mit Bedauern auf die Aufnahme des Landes auf die US-Beobachtungsliste. Der Sprecher des Außenministeriums, Vishnu Prakash, verwies darauf, dass sich Indien als multi-ethnischer und multi-religiöser Staat verstehe. „Verirrungen“ würden durch das unabhängige Rechtssystem behandelt. Auf der Beobachtungsliste der US-Kommission stehen ferner Ägypten (wegen Verfolgung der Kopten), Afghanistan, Indonesien, Kuba, Laos, Russland, Somalia, Tadschikistan, die Türkei, Venezuela und Weißrussland.

„Besonders Besorgnis erregende Staaten“: Die 1998 ins Leben gerufene Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte über Länder, in denen die Religionsfreiheit bedroht ist. Sie empfiehlt der US-Regierung, Sanktionen zu erlassen; die Regierung muss den Empfehlungen aber nicht folgen. Als „besonders Besorgnis erregende Staaten“ bezeichnet die Kommission in ihrem am 1. Mai veröffentlichten jüngsten Jahresbericht Birma, Nordkorea, Eritrea, Iran, Irak, Nigeria, Pakistan, die Volksrepublik China, Saudi-Arabien, Sudan, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam.


Indien: Zu wenig Hilfe für vertriebene Christen

„Kirche-in-Not-Experte“ Siebrecht: Die staatliche Hilfe für die vertriebenen Christen im ostindischen Bundesstaat Orissa ist immer noch unbefriedigend.

Indien (kath.net/KIN): Die staatliche Hilfe für die vertriebenen Christen im ostindischen Bundesstaat Orissa ist immer noch unbefriedigend. Das kritisiert die Indien-Expertin des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, Marie-Ange Siebrecht, im Vorfeld des Jahrestages der antichristlichen Unruhen hinduistischer Fanatiker in Orissa, die am 23. August 2008 begonnen hatten. Sie berichtet, inzwischen seien zwar die meisten der etwa fünfzigtausend Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückgekehrt, doch immer noch lebten über tausend Christen in Zeltlagern. Diese Lager wolle die Regierung nun zwar auflösen, das löse aber nicht die Probleme der Flüchtlinge. Denn die Christen wagten sich wegen Drohungen fundamentalistischer Hindus immer noch nicht zurück in ihre Dörfer.

Außerdem seien sie meist mittellos, da die ihnen von der Regierung versprochenen Entschädigungszahlungen vielfach ausgeblieben seien. Siebrecht stellt dazu fest: „In Indien sind die Christen als Minderheit leider nicht die Ersten, denen geholfen wird“.

Die Indien-Expertin von „Kirche in Not“ befürchtet nun, dass nationalistische Hindus den Jahrestag der Ausschreitungen am kommenden Sonntag dazu nutzen könnten, erneut gegen die Christen in Orissa vorzugehen. Sie schließe sich daher der Forderung örtlicher Kirchenvertreter an, dass die staatlichen Behörden religiöse Minderheiten besser schützen sollten. Siebrecht fordert, dass die Regierung des Bundesstaats Orissa endlich die Grundlagen dafür schaffen müsse, damit die Menschen ohne Angst in ihre Dörfer zurückkehren können.

Bei Angriffen nationalistischer Hindus auf fast dreihundert Dörfer im Bundesstaat Orissa vor einem Jahr waren mehr als hundert Menschen umgekommen, etwa fünfzigtausend Christen waren geflüchtet. Etwa viertausend Häuser und über sechzig Kirchen wurden während der Überfälle zerstört. Zu den Ausschreitungen war es gekommen, nachdem maoistische Rebellen einen Hindu-Führer ermordet hatten. Da die Täter nicht gefasst wurden, entlud sich die Wut der Massen an der wehrlosen christlichen Minderheit der Region.


Indien: ‚Volkstribunal’ wegen Christenverfolgung in Orissa

Eine Art „Wahrheitskommission“ soll Gewaltwelle im Jahr 2008 beleuchten

New Delhi (kath.net/KAP): Vor einem „Nationalen Volkstribunal“ in der indischen Hauptstadt New Delhi sollen die Gewalttaten verhandelt werden, denen im August und September 2008 zahlreiche Christen, vor allem Katholiken, im Bundesstaat Orissa ausgesetzt waren. Auslöser der Gewaltwelle war die Ermordung des rechtsgerichteten Hindu Swami Lakshmanananda Saraswati gewesen. Das Tribunal nahm am Sonntag (Ortszeit) seine dreitägige Arbeit auf.

Dieses Volkstribunal habe keine juristische Bedeutung, erklärte der katholische Priester und Menschenrechtler Arjay Singh im Gespräch mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Es handle sich eher um eine Art „Wahrheitskommission“, die bewusst machen solle, dass die betroffenen Menschen im Kandhamal Distrikt bisher keine Gerechtigkeit erfahren hätten. Die Mitglieder des Tribunals, darunter hochrangige pensionierte Richter, wollen Opfer und Zeugen der 43 grausamsten Fälle anhören. Aussagen wird auch eine katholische Ordensfrau, die von Hinduaktivisten vergewaltigt wurde. Veranstalter des Tribunals in New Delhi ist das „National Solidarity Forum“. Diesem Netzwerk gehören indische Menschenrechtsorganisationen, Akademiker, Künstler und Journalisten an. Nach Angaben auf der Webseite der katholischen Indischen Bischofskonferenz wurden bei den bis in den Oktober 2008 dauernden Ausschreitungen 70 Menschen, darunter drei protestantische und ein katholischer Pfarrer, ermordet. 315 christliche Dörfer wurden zerstört, mehr als 4.600 christliche Häuser niedergebrannt und mehr als 300 Kirchen, Gebetshäuser und Schulen devastiert.

 

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