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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Nach 30 Jahren Wiedereröffnung von zwei syrisch-orthodoxen Kirchen in der Türkei 20. August 2010

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 00:45

Ankara: Hunderte von syrischen Christen kamen aus aller Welt, um gestern an der Neuweihe zweier Kirchen teilzunehmen. Nach 30 Jahren wurden zwei syrisch-orthodoxe Kirchen in Midyat Yemisli im Bezirk Mardin in der südöstlichen Türkei wiedereröffnet. Die Kirchen von Mor Esayo und Mor Kuryakus waren Ende der 70er Jahre durch die türkischen Behörden geschlossen worden. 72 syrisch-orthodoxe Familien finanzierten die Restaurierung und führten sie nun durch. Die Kirche Mor Esayo stammt aus dem 4. Jahrhundert, Mor Kuryakus aus dem 6. Jahrhundert. Die Weihe wurde durch Bischof Mor Timetheos Samule Aktas von Tur Abdin vorgenommen. Die syrisch-orthodoxe Kirche zählt heute in der Türkei nur mehr rund 5000 Gläubige.

An der Zeremonie nahm Tuma Celik, der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der Syrer in Europa teil. In seiner Ansprache sagte er: „Die Syrer, die fern ihrer Heimat leben, sind in ihrem Geist und Denken anwesend. Sie wollen zurückkehren und in ihrer Heimat begraben werden“. Gleichzeitig erinnerte er daran, daß die Syrer von der türkischen Verfassung nicht anerkannt sind und forderte eine entsprechende Änderung. Celik zeigte sich überzeugt, daß die Syrer zurückkehren und an Zahl schnell wieder wachsen würden, wenn die Regierung in Ankara auch in ihrer Gegend Infrastrukturen schaffen würde. (Quelle: Asianews).

Türkei erlaubt exklusiv Gottesdienst im Kloster Sumela

Die Ausübung des Kultes ist hier eigentlich verboten. Religiöse Aktivitäten werden als „Hindernis für den Fremdenverkehr“ betrachtet. Für den 15. August gibt es eine Ausnahmegenehmigung.

Trabzon (Kath.net/Zenit.org): Am 15. August dieses Jahres wird im Kloster Sumela ein Gottesdienst stattfinden. Dies ist eigentlich von den türkischen Behörden verboten, weil religiöse Aktivitäten als „Hindernis für den Fremdenverkehr“ betrachtet werden. Rund vier Kilomenter entfernt von Trabzon und ganz in der Nähe von Macka, einem hübschen, in mitten von Wäldern und Wiesen gelegenen Dorf, erhebt sich der 250 m hohe steile Felsen Karadag. Das Kloster Sumela schmiegt sich wie ein Adlernest an die Felswand, die über den Wiesen hinaufragt. Es wurde als Eremitage in der Nähe von Trabzon auf einem Felsen in 1.200 Höhe über dem Meeresspiegel errichtet und ist von großem historischem und künstlerischem Wert. Der Überlieferung nach wurde Sumela (auch Mutter Maria genannt) unter dem byzantinischen Kaiser Theodosius I. (375-395) von zwei Eremiten, Barnabas und Sophronio, in einer Felsenhöhle auf dem Karadag als Kirche gegründet. Damit wurden die ersten Grundsteine zu dem Kloster gelegt. Als sich später das Christentum unter Kaiser Justinian weiter ausbreitete, wurde die Sumela Kirche vergrößert.

Auf einer engen und hohen Treppe steigt man zum Kloster hinauf. Die Klosteranlage besteht aus einer in Felsen gehauenen Kirche, einigen Kapellen, der Küche, mehreren Mönchszellen, dem Gasthaus, der Bibliothek und einem Brunnen, dessen Wasser als wundertätig galt.

Hier befindet sich die Ikone der „Jungfrau vom schwarzen Berg“, die der Überlieferung nach dem Evangelisten Lukas gehört haben soll. Dieses Jahr, so ein Beobachter aus kirchlichen Kreisen in der Türkei, werde das Kloster nur einen Tag lang, am 15. August, für den Kult freigegeben, nachdem die türkischen Behörden feststellen mussten, dass der so genannte „religiöse Tourismus“ zunimmt, da seit dem Paulusjahr im vergangenen Jahr immer mehr Pilgerfahrten zu christlichen Stätten in der Türkei stattfinden. Man werde in Sumela einen Gottesdienst feiern können – so der Beobachter zum Fidesdienst – müsse jedoch die Zahl der Teilnehmer beschränken und das genaue Datum und die genaue Uhrzeit angeben. Der Gottesdienst finde auf dem Vorplatz des Klosters statt und es handele sich bei der Genehmigung ausdrücklich um eine „außerordentliche Erlaubnis“: „Diese ganz offensichtlichen Behinderung der Religionsfreiheit zeigt, wie schwer es christliche Gläubige in ihrem Alltag in der Türkei haben“, so der Beobachter abschließend.

Die libanesische Regierungspartei „Zukunftsbewegung“ bedauert die christliche Abwanderung aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig ist sie über den zunehmenden schiitischen Einfluss besorgt.

Beirut (Kath.net/inn): Die libanesische Regierungspartei „Zukunftsbewegung“ hat Besorgnis über die christliche Abwanderung aus dem Nahen Osten geäußert. Gleichzeitig zeigte sie sich beunruhigt wegen der Zunahme des schiitischen Einflusses im Libanon.

Die Förderung der christlichen Präsenz sei ebenso sehr eine arabische und islamische wie eine christliche Aufgabe, sagte der Generalsekretär der Partei, Ahmad Hariri, am Montag vor Journalisten in Beirut. Die „Zukunftsbewegung“ unter Premierminister Sa´ad Hariri führt seit den Parlamentswahlen im Juni 2009 eine westlich orientierte Koalition im Libanon an.

Eugene Sensenig-Dabbus, Leiter der Abteilung für Politikwissenschaften an der libanesischen Notre-Dame-Universität, stellte fest: „Sunniten im Libanon, ebenso wie die drusische und die christliche Bevölkerung, sind besorgt über die Zunahme der schiitischen Bevölkerung. Christen werden nie mehr eine Mehrheit im Libanon erreichen, aber sie konkurrieren immer noch um die Macht“. Die wichtigsten Partner der Koalition seien Christen, sagte er laut einem Bericht der „Jerusalem Post“. Seit dem Ende des Bürgerkrieges 1990 hätten alle Bevölkerungsgruppen eine Fluchtbewegung aus dem Libanon erlebt. „Es gibt jedoch eine längere Geschichte der christlichen Flucht aus dem Libanon, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückgeht“. Durch jahrzehntelange Abwanderung und eine hohe Geburtenrate bei den Muslimen haben die Christen ihre Mehrheit im Libanon verloren.

Auf einem mehrtägigen Kongress hatte die Partei Statuten formuliert. Darin heißt es zur Abwanderung der Christen: „Der Kongress empfiehlt der Vatikan-Konferenz, eine besondere Konferenz zu organisieren, um diese Angelegenheit in Zusammenarbeit mit den Kirchen der Region zu diskutieren. Er betont die Bedeutung der nationalen, konstruktiven und kulturellen Rolle arabischer Christen beim Aufbau einer besseren Zukunft für sich selbst und ihre Partner, Muslime eingeschlossen, um nationale Einheit und Koexistenz zu fördern“. Wichtige Punkte seien eine islamisch-christliche Partnerschaft und ziviler Friede. Der Libanon hat derzeit etwa vier Millionen Einwohner. Da seit 1932 kein Zensus mehr erhoben wurde, sind alle Angaben geschätzt.

 

One Response to “Nach 30 Jahren Wiedereröffnung von zwei syrisch-orthodoxen Kirchen in der Türkei”

  1. Bazillus Says:

    Wir sollten diese insgesamt positiven Nachrichten mit Vorsicht genießen. Die Türkei ist mit Herrn Erdogan an der Spitze ein christenfeindlicher Staat, der nur die Devisen im Auge, solche zögerlichen Schritte in die richtige Richtung unternimmt. Allein die Praxis der „außerordentlichen Erlaubnis“ zeigt doch wie es um die gelebte Religiionsfreiheit bestellt ist. Die Erlaubnis entspricht dem islamischen Rechtssystem: Islam herrscht, er wird nicht beherrscht.

    Der Islam muss alles unter Kontrolle halten, sonst ist er nicht der Islam.

    Letztlich sollten diese zarten Pflänzchen über die erlaubten Kirchen und erlaubten Gottesdienste nicht durch übermäßige Kritik begleitet werden.
    Sie sind vielleicht erste zaghafte Zeichen in die richtige Richtung.

    Wir können nur hoffen und beten, dass diese Richtung beibehalten wird.


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