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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Burkaverbot und Grundgesetz – Lüftet den Schleier 17. August 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 02:05

Die Religionsfreiheit allein mag die Vollverschleierung von Frauen erlauben. Aber das Grundgesetz besteht aus mehr Artikeln, die alle zusammen die Burka in einer modernen westlichen Gesellschaft nicht zulassen. Ein Plädoyer für die Komplexität der Freiheit.

Ein Gegeneinander von islamischer und christlicher Welt wurde zum ersten Mal während des 2. Golfkrieges 1991 wahrgenommen. Damals versinnbildlichten George Bush und Saddam Hussein die beiden kulturell-religiösen Pole, Huntington rief den Kampf der Kulturen aus. Damals war ich schon der Ansicht, dass in einer globalisierten Welt der Antisemitismus nicht wieder aufleben darf. Ich glaubte wie so viele, dass der Weg des interreligiösen Dialogs einer des Friedens, der Verständigung und des Ausgleichs sei.

Religionsfreiheit in Deutschland: Aber der interreligiöse Dialog, der nur zwischen Universitätsprofessoren, an evangelischen Akademien und zwischen Islamexperten und Theologen stattfindet, reicht überhaupt nicht aus, weil wir eine viel umfassendere Antwort auf religiös aufgeladene Konfrontationen brauchen. Wir benötigen friedenspolitische, geostrategische und historische Kenntnisse. Ich versuchte damals, bei den Demonstrationen gegen den 2. Golfkrieg und im Europaparlament mit der parteiübergreifenden Fraueninitiative Sheherezade gegen den Krieg, mich auch gleichzeitig klar gegen Saddam Hussein zu positionieren. Bereits damals versuchte ich, eine politische Position zu finden, die die Anerkennung des Staates Israel, seine Existenz und seine Zukunftsperspektiven mit dieser Ablehnung des Krieges verbindet.

Hier kommen wir von der Weltpolitik in die sogenannten Problembezirke: Man kann die Frage der Integration der muslimischen Migranten nicht von der Frage des Antisemitismus und der Misogynie vieler muslimischer Migranten abtrennen. Beide gehören zusammen. Ein Problem ist, dass das deutsche Verständnis von Religionsfreiheit eines ist, das gut zu den Zeugen Jehovas, den Juden und allen, die nicht “deutsche Christen” waren, passte. Der Artikel der Religionsfreiheit wurde infolgedessen ins Grundgesetz geschrieben, um die Schwachen und die Friedfertigen zu schützen. Inzwischen wird Religionsfreiheit in der deutschen Debatte aber zu häufig absolut gesetzt und von den anderen Grundrechten abgekoppelt. Es ist nicht den Traditionen des Grundgesetzes und der europäischen Aufklärung und Demokratie entsprechend, wenn die Religionsfreiheit jetzt über die anderen Freiheiten erhoben wird und einige intellektuelle Frauen meinen, die Burka verteidigen zu müssen. Nach dem Motto: “Das ist ja nur der Westen, der Angst vor dem Islam hat. Die armen Frauen würden zu Hause eingesperrt, wenn man die Burka auf der Straße verbietet, weil sie dummerweise mit einem Mann verheiratet sind, der sie dazu zwingt, die Burka zu tragen”. Das ist ein Verfall der Diskussions- und Denkkultur, die kohärent und auch in komplexen Zusammenhängen denken muss. Es muss daran erinnert werden, dass bis in die 70er Plakate und Filme de facto als “blasphemisch” zensiert wurden. Soll das Rad wirklich dorthin zurückgedreht werden?

Ein Zusammenhang von Freiheiten: Das Grundgesetz ist eine Komplexität von Freiheiten und Pflichten, individuellen Rechten, aber auch von sozialen Rechten, und es versucht, diese in einen Gesamtzusammenhang zu setzen. Beispielsweise sind die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Versammlungsfreiheit, die Meinungs-, Wissenschafts- und die Kunstfreiheit wichtigere grundgesetzlich garantierte Rechte. In diesem Zusammenhang ist die Religionsfreiheit nicht als Freiheit für fundamentalistische Evangelikale, holocaustleugnende Katholiken oder djihadistische Muslime, sondern nur im Zusammenhang mit der Geschlechtergleichberechtigung, der Meinungs-, Wissenschafts- und Kunstfreiheit denkbar {von Eva Quistorp – The European}.

 

One Response to “Burkaverbot und Grundgesetz – Lüftet den Schleier”

  1. Bazillus Says:

    Die Artikelverfasserin hat Recht. Bei Schaffung des Grundgesetzes ging es in dem Artikel der Religionsfreiheit nur um echte Religionen ohne politischen Anspruch, die vom Grunde her religiös-friedliche Grundsätze vertraten.

    Da der Islam jedoch eine Religion mit politischem Herrschaftsanspruch, also ein politisches Religionssystem darstellt, welches in das Leben eines jeden Muslims hineinreicht und mit eigener Gesetzgebung ausgestattet ist, haben nicht nur Theologen einen Dialog zu führen. Den führen sie auch denkbar schlecht, nicht auf gleicher Augenhöhe. Sie lassen dem Islam grundsätzlich den Vortritt, warum, bleibt wohl ein Geheimnis. Hier sind nicht nur diese gefragt, sondern gerade auch Politiker und Verfassungsrichter, die unser Grundgesetz und die darauf aufbauenden Straf- und Zivilgesetze dem islamischen Polit- und Rechtssystem gegenüberzustellen und in die Schranken zugunsten der hiesigen Gesetze zu weisen haben. Wer dem Islam mit seinen speziellen politischen Ansprüchen nur mit dem Recht auf Religionsfreiheit begegnen will, begibt sich aufs Glatteis und wird ein Desaster erleben, welches letztlich bei den gegebenen demographischen Verhältnissen verbunden mit falscher Einwanderungspolitik zur Abschaffung der Demokratie, der allgemeinen Menschenrechte und zur Einführung der ausgrenzenden Mehrklassen-Scharia führen wird. Das passiert nicht sogleich von heute auf morgen. Die Politik hat da nicht in Wahlperioden zu denken, sondern in langen Zeiträumen. Selbstzerfleischende Parteipolitik darf da keine Rolle spielen.


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