kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Älteste Kirche in Minya ist eine Ruine und zum Teil ein Müllplatz 17. August 2010

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 02:38

Prophet Johannes, der Täufer - Koptisches Museum zu Kairo

Anhand der Recherche der Aktivisten von „Free Copts“ weigert sich der Gouverneur Ahmad Diyaa Aldin, eine uralte Kirche wiederherstellen zu lassen. Die Kirche wurde vor über 200 Jahren in dem Dorf „Scheich Tamay“ (Distrikt Abu Korkas – Bundesland Minya) auf den Namen des Propheten Johannes, des Täufers, gebaut. Ihre Mauer und einige Wände waren mit Ton gebaut. Daher wurde sie vor etwa 50 Jahren durch Monsun zerstört. Laut der Äußerung eines Mitglieds des Kirchenrates, welche er bei einem Telefonat mit Mariam Ragy tätigte, schlugen alle Bemühungen fehl, diese Kirche wiederaufzubauen. Seltsamerweise hat ein Moslem ein Drittel der Baufläche mit Gewalt an sich gerissen, welche er in einen Müllplatz verwandelte. Obwohl er keine Papiere besitzt, die auf irgendeine Weise beweisen, dass er dieses Grundstück gekauft hätte, darf er bis jetzt bleiben. Die Kopten dieses Dorfs bilden ein Drittel der Bewohner und sind über 1500 Seelen, die gerne ihre Erlösung in der Kirche suchen.

Die nahliegende Kirche liegt 15 Km. entfernt von diesem Dorf. Sie trägt den Namen des Heiligen  Georg und befindet sich in dem Dorf „Etlidem“. Man muss auf die Fähre lange warten, die nicht regelmäßig fährt, um zu der Kirche des Heiligen Georg gehen zu können. Wenn ich über die Christenverfolgung in den islamischen Ländern berichte, werde ich getröstet, weil ich mir dann sagen: „Nicht nur uns Kopten wird verboten, eine Kirche zu bauen oder zu renovieren“! Es gehört zur Politik Ägyptens, dass der Kirchenbau erschwert und unmöglich gemacht wird. Trotzdem übertreiben viele, wenn nicht alle, Gouverneure, wenn die Kopten darum bitten, eine Kirche zu bauen oder wie bei dieser Kirche oder vielen anderen Beispielen zu renovieren oder wiederaufzubauen. Einer dieser Gouverneure ist Ahmad Diyaa Aldin von Minya. Bis jetzt weigert er sich, den Kopten die Baugenehmigung für die neue Diözese zu erteilen, obwohl sie seit dreieinhalb Jahren darum bitten. Nachdem er die Bedingung stellte, die alte Diözese komplett zu beseitigen, um sein OK zu geben, stoppte er die Bauarbeiten, weil Bischof Agathon ein Gebäude, in dem er wohnt und arbeitet, und die Toiletten behielt. Der wahabitische Gouverneur argumentierte, dass es unmöglich ist, zwei Kirchen gleichzeitig zu haben. Währenddessen hat er eine Moschee in der Nähe der Diözese eröffnet, welche den Staat sechs Millionen Pfund kostete, ohne darauf zu bestehen, dass die andere Moschee beseitigt werden muss, die Katzensprung davon entfernt liegt. Hingegen erhalten die Kopten von Ägypten keinen müden Cent, wenn sie eine Kirche bauen.

Damit der verehrte Leser sich vorstellen kann, welches Ausmaß die Koptenverfolgung in Ägypten erreichte, erwähne ich die Zahl der Bischöfe in diesem Bundesland, welches seine Heiligkeit Papst Schenuda in fünf Diözesen aufteilte: Abu Korkas – Bischof Basilios / Malawy – Bischof Demitrious /  Aledwa – Bischof Agathon / Der Mewas – Bischof Aghapios /  Bani Mazar – Bischof Athanasius. Keiner von ihnen hat es je geschafft, diese Kirche zu bauen und den Kopten die Strapazen zu ersparen, wenn sie so einen langen Weg zurücklegen müssen, um an Eucharistie teilnehmen zu können. Dieses Problem hat jeder Bischof in Ägypten, der nicht weiß, was er mit den zunehmenden Zahlen der Gläubigen machen soll. Wir sind keine Gastarbeiter oder Migranten, sondern die Ur-Einwohner dieses Landes, welches ein koptisches Land war, bevor die Araber im siebten Jahrhundert Ägypten eroberten. Als Lösung für diese Misere beten die meisten Kopten in solchen Dörfern in Wohnungen. Dabei muss ich mich an Länder wie China, den Iran, Nordkorea, Marokko oder sogar Saudi Arabien erinnern. Denn die Christen in solchen Dörfern beten in Hauskrichen, welche auch von den ägyptischen Behörden zerstört werden, nachdem ihre Besitzer eingesperrt und gefoltert wurden.

Der Islam kann den Christen die Religionsfreiheit nicht bieten, weil er ganz genau weiß, dass dies sein Ende bedeuten wird. Der Beweis dafür sind die aktuellen Zahle der Konvertiten.

 

4 Responses to “Älteste Kirche in Minya ist eine Ruine und zum Teil ein Müllplatz”

  1. herzberge Says:

    Wenn der Herr sie nicht bewahrt hat… dann sollten die Menschen es erkennen und ihren Götzendienst verwerfen. Der TEmpel GOttes sind die Gläubigen, in denen JESUS, der HErr wohnt! Euer totes Gestein ist … totes Gestein! Lasst ab davon!

  2. Gottes Auge Says:

    Das Wort „Kirche“ kommt von dem griechischen Wort „kyriakon“. Wörtlich übersetzt heißt es: „das zum Herrn gehörende“, „das zum Kyrios, d.h. zu Gott gehörende“. Das entscheidende Nomen fehlt, es lautet z.B. Gebäude! Im damaligen Sprachgebrauch hatte sich das so entwickelt. „Kirche“ bezeichnete in der Ursprungsbedeutung also „das zum Herrn gehörende Gebäude“, das so genannte „Gotteshaus“.

    1. Kirche als der Leib Jesu, die Gemeinschaft der Christen, sowohl lokal als auch universal.

    2. Kirche im Sinne von Organisation der Einzelgemeinden – in ihr ist die Gemeinde die kleinste organisatorische Einheit. der Kirche.

    3. Kirche als eine bestimmte Konfession oder Denomination, die sich als christliche Glaubensgemeinschaft zu einer festen Organisationsform zusammengeschlossen hat.

    4. Kirche als Gebäude, das im Besitz Gottes ist, bzw. Gott geweiht ist.

    5. Kirche als Versammlung der Glieder einer christlichen Organisation.

    6. Kirche als christlicher Gottesdienst mit Liturgie, bzw. festen Programmablauf.

    Wenn vom Haus Gottes in der griechischen Bibelübersetzung geschrieben ist, dann steht dort immer das griechische Wort „oikos“ so z.B. in:

    Mt.12,4; Mk. 2,26; Lik.6,4 – „David trat hinein in das Haus Gottes“ (oikos)

    Mt.21,13; Mk. 11,17; Luk.19,46 – „mein Haus soll ein Bethaus genannt werden“ (oikos)

    Joh. 2,16 – „macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus“.

    Apg. 7, 47; 49 – „was für ein Haus wollt ihr mir bauen“

    Gal. 6,10 – „… das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens.“

    Eph.2,19 Gottes Hausgenossen (oikiakos)

    1.Tim. 3,15 – im Hause Gottes (oikos)

    Hebr. 3,6 – „Christus, als Sohn über sein Haus (oikos), sein Haus sind wir“

    Hebr.10,21 – „als Priester über das Haus Gottes“ (oikos)

    7. Schlussfolgerungen für heute

    Das Haus, das Gott für seine Gegenwart benötigt sind die Menschen. Wo sich diese Menschen aufhalten ist zweitrangig. Da wir als zivilisierte Menschen meist in Wohnungen oder Häusern als Familien leben, werden wir uns auch dort als Gemeinde treffen. Aber nicht das Gebäude ist wichtig, sondern die Menschen. Im Zusammenhang mit den Worten Kirche und Gemeinde im neuen Testament sehen wir nun zwei zentrale Begriffe:

    1. Die Versammlung („Herausgerufene “) der Bürger des Volkes Gottes im Sinne von ecclesia

    2. Das Haus Gottes als Familie, Haushalt, Geschlecht im Sinne von oikos

    3. Im NT begegnen wir diesen Begriffen immer wieder in einer Kombination von beiden:

    Die Gemeinde im Haus der, des …. (ecclesia oikos)

    Zwei Beispiele:

    „Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus …. und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos)“ – Röm. 16,3.5 / 1.Kor.16,19 „Grüßt die Brüder in Laodicea und Nympha und die Gemeinde (ekklesia) in ihrem Haus (oikos)“ – Kol. 4,15

    8. 28 Beispiele für die für „ecclesia oikos“ (Hausgemeinde) aus dem neuen Testament

    – brachen zu Hause (Jerusalem) das Brot, nahmen Speise mit Jubel … (Apg.2,46)

    – sie lehrten jeden Tag im Tempel und in den Häusern in Jerusalem …. (Apg.5,42)

    – Saulus ging überall in die Häuser und verwüstete die Gemeinde (Apg.8,3)

    – das Haus der Maria, der Mutter des Johannes Markus in Jerusalem (Apg.12,12)

    – Paulus im Haus des Judas und der Jünger in Damaskus (Apg.9,11-19)

    – Petrus bei Kornelius und seinem ganzen Haus in Cäsarea (Apg.10,25-48)

    – im Haus des Philippus in Cäsarea (Apg.21,11)

    – im Haus der Lydia in Philippi (Apg.16,15)

    – der Kerkermeister von Philippi in seinem Haus (Apg.16,31-34)

    – im Hause des gottesfürchtigen Titius Justus in Korinth (Apg.18,7)

    – Krispus und sein Haus in Korinth (Apg.18,8)

    – das Haus des Stefanas in Korinth (1.Kor.1.16; 16,15)

    – die Hausgemeinde im Vorort Kenchräa am Hafen von Korinth (Röm.16.1)

    – die Gemeinde im Haus von Priska und Aquila in Korinth (Röm.16.3-5/ 1.Kor.16.19)

    – Gajus und die Gemeinde in seinem Haus in Korinth (Röm.16,23)

    – die Hausgenossen der Chloe in Korinth (1.Kor.1.11)

    – die vom Haus des Aristobul in Rom (Röm.16,10)

    – die vom Haus des Narzissus, die im Herrn sind, in Rom (Röm.16.11)

    – … Hermas und die Brüder bei ihnen in Rom (Röm.16,14)

    – … und Olympas und alle Heiligen bei ihnen in Rom (Röm.16,15)

    – die aus des Kaisers Haus in Rom (Phil.4,22)

    – Paulus in seinem eigenen Haus in Rom (Apg. 28,30-31)

    – Philemon und die Gemeinde in seinem Hause in Kolossä (Philemon.1,2)

    – die Brüder in Laodicea und Nympha und die Gemeinde in ihrem Haus (Kol.4,15)

    – Paulus hatte öffentlich und in den Häusern in Ephesus gelehrt (Apg.20,20)

    – das Haus des Onesiphorus in Ephesus (2.Tim.1,16-18/ 4,19)

  3. Bazillus Says:

    Laut dem Vorkommentator Herzberge ist also die Handlungsweise, eine Kirche in einen Müllplatz zu verwandeln richtig? Kennen Sie das NT nicht, in dem berichtet wird, dass Jesus den jüdischen Tempel, sogar nur den Vorhof desselben, von Verkäufern reinigte. Wie der Vorkommentator Auge Gottes so ausführlich schreibt, scheint das Haus bei der Verkündigung des Evangeliums eine zentrale Rolle zu spielen. Jesus hat ein Haus des Gebetes, einen jüdischen Tempel aus Stein, völlig atypisch sogar mit Gewalt (ich meine mich erinnern zu können, dass frühere Übersetzungen vom Haus des Vaters sprachen) verteidigt. Die Bundeslade war letztlich auch ein Gefäß aus Material, welches die in Stein gehauenen Gebote Gottes enthalten sollten.

    Wir sind materielle Menschen, die in Häusern oder Hütten leben. Sie können nicht hingehen und den Menschen mit geisterhaften Wesen gleichstellen, die in ihrer Existenz ohne Material auskommen.

    In diesem Artikel geht es um den Umgang mit christlichen Symbolen durch Muslime. In einer Kirche wird auch der Leib Christi aufbewahrt (ich weiß nicht, ob das in der koptischen Kirche ähnlich ist wie in der katholischen) Die Kirche aus Stein kann den Christen das Gefühl von religiöser Heimat vermitteln.

    Selbst Steine hat Gott geschaffen. Auch Steine vermögen Heimatgefühle zu erwecken, sie gehören zum Menschsein dazu. Jesus ruft auf, Häuser nicht auf Sand, sondern auf Stein zu bauen. Jesus selbst hat in einem Steinhaus = Tempel Gottesdienst gefeiert und gepredigt.

    Ein Steinhaus ist der Garant für die sicherste Wohnweise eines Menschen, eben weil er aus Material geschaffen ist. Selbstverständlich ist der Leib das Gefäß der Seele und der Geist ist nach christlichem Verständnis rein zu halten. Aber den Christen, die in Kirchen ihren Gottesdienst feiern und feiern wollen, Götzendienst zu unterstellen, ist schon sehr gewagt. Es komt doch immer auf die geistige Einstellung an, wie ich in einer Kirche bete. Eine Kirche ist die Heimat, das geistige Zentrum einer Gemeinde, wenn sie sich religiös frei entfalten kann und darf.

    Und genau das wird ihnen im obigen Artikel eindeutig verwehrt. Und das ist die schlechte Botschaft und das schlechte Tun, die Muslime an die Christen senden und leben.

  4. Gottes Auge Says:

    nd wieviele Menschen fanden in nöten Zuflucht in Kirchen.


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