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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

In Saudi-Arabien bleiben die Frauen unsichtbar 12. August 2010

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 03:16

Eine US-Kolumnistin war zehn Tage in Saudi-Arabien. Statt einer Süßigkeit gab es im Hotel einen Ganzkörperschleier.

Urlaubszeit, Reisezeit! Wohin fährt beziehungsweise fliegt in diesen Wochen die aufgeklärte Amerikanerin? Nach Saudi-Arabien, versteht sich. Wohin denn auch sonst? In welchem anderen Land der Welt könnte eine allein reisende Frau erleben, dass ihr im Luxushotel kein Täfelchen Schokolade, kein Shampoofläschchen aufs Kopfkissen gelegt wird, sondern eine Abaja – das ist diese schicke schwarze Ganzkörperverhüllung samt Schleierkopftuch? Und wo, wenn nicht in Saudi-Arabien, hätte jene Reisende den anregenden Nervenkitzel, dass sie nach der Landung des Flugzeugs nicht weiß, ob sie das Flughafengebäude jemals wird verlassen können, weil sie ohne männlichen Aufpasser ja gar nicht auf die Straßen darf? Wenn der Majordomus ihres Hotels sie nicht abholt, muss die aufgeklärte Amerikanerin also bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf dem Flughafen ausharren, tut uns leid, da kann man leider nichts machen. Ein bisschen schwierig ist allerdings, an ein Visum für Saudi-Arabien zu kommen. Sogar für Familienangehörige von westlichen Diplomaten werden Visa nur mit Zähneknirschen erteilt. Die Behörden in dem islamischen Königreich, dessen Verfassung immer noch der Koran ist, fürchten offenbar den Kulturschock, der durch eine Invasion von französischen Mädchen in Miniröcken oder durch amerikanische College-Jungs mit Riesenjoints in der Hand ausgelöst werden könnte.

Donnerwetter vom amerikanischen Verbündeten: Immerhin sind die Tage passé, als es auf der offiziellen Webseite der saudischen Tourismusbehörde hieß, dass „Inhaber eines israelischen Reisepasses“, Leute mit israelischem Stempel im Pass sowie – falls das nicht ohnehin klar war – überhaupt Juden gar nicht erst versuchen sollten, ein Visum zu beantragen. Der amerikanische Verbündete hat ein kleines Donnerwetter veranstaltet, seither gibt sich Saudi-Arabien nach außen nicht mehr ganz so antisemitisch. Außerdem soll gerade eben der Chef des Mossad zu Besuch gewesen sein. Saudi-Arabien fürchtet sich vor der iranischen Bombe und hat Israel wohl schon mal vorsorglich logistische Unterstützung für einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen zugesichert. Doch dies nur nebenbei.

Saudi-Arabien ist ein Land, das seine Frauen „rechtlich, sexuell und bekleidungsmäßig bei lebendigem Leib begräbt“, stellt Maureen Dowd fest, die linksliberale Starkolumnistin der „New York Times“. Sie hat zehn Tage lang in der fundamentalistischen Wüste geurlaubt und hält nun in einem Reisebericht für „Vanity Fair“ fest, dass die auf Schritt und Tritt praktizierte Geschlechter-Apartheid auch ihre guten Seiten hat. „Du fühlst dich schuldig, weil du heute nicht gejoggt hast? Versuche es gar nicht erst! Du bist es leid, dir jede neue Ausstellung anzusehen? Du Glückliche – es gibt gar keine Kunstmuseen! Du kannst dich nicht entscheiden, welche genussvolle Behandlung du dir im Kurzentrum des Hotels angedeihen lassen sollst? Entspann dich – das Kurzentrum ist nur für Männer. Und du musst dir nie über deine Frisur Gedanken machen“.

Für Frauen alles verboten, außer Rauchen: Im Übrigen gibt es auch noch andere Vergnügungen: Saudi-Arabien ist, wie Maureen Dowd herausfand, wohl das einzige Land der Welt, im dem drinnen noch geraucht werden darf. Sie entschied sich für eine „Churchill’s Cabinet“ für 180 Riyal mit „lieblichen Leder- und Sahne-Noten, Spuren von Kaffee, Zitrus und Gewürz“. Und sie begann den Tag mit saudischem Champagner, einem sacharinsüßen Apfelsaftgesöff. Dann gibt es auch noch das Sportprogramm: Die aufgeklärte Amerikanerin betritt, sagen wir die für Männer reservierte, Sektion des örtlichen McDonald’s, oder genauer: Sie versucht, diesen zu betreten – der Hausmeister benötigt nur zwei Sekunden, um die Eingangstür mit einem Besen zu versperren. Dieses Spiel lässt sich an vielen Orten spielen: Wer ist schneller – ich oder der diensthabende Zerberus? Aufpassen muss man allerdings, dass die Abaja, die oben erwähnte schwarze Ganzkörperverhüllung für Frauen, sich dabei nicht in der Rolltreppe verfängt: Es sind schon Frauen dabei zu Tode gewürgt worden. Die „Mutawa“, die saudische Religionspolizei, soll allerdings liberaler geworden sein, seit sie 2002 Mädchen wieder in eine brennende Schule zurückprügelte, weil sie nicht korrekt islamisch gekleidet waren: 15 Mädchen kamen dabei elend in den Flammen um.

Der amerikanische Mann geht auf den Schießplatz: Maureen Dowd fand am Schluss heraus, dass es in Saudi-Arabien einen Ort gibt, den der Arm des islamischen Gesetzes nicht erreicht. Er heißt Durrat Al-Arus, liegt am Roten Meer und ist ausschließlich für Touristen und reiche saudische Prinzen reserviert. Hier dürfen Frauen sogar Auto fahren! Sie können die Abaja weit von sich werfen, eine Yacht besteigen und mit einer Schnorchelmaske im Meer tauchen gehen. Im Rest von Saudi-Arabien führt solches Benehmen ganz schnell auf den Deera Square, im Volksmund auch „Kopf-ab-Platz“ genannt, in dessen Mitte es einen großen Abfluss gibt – angeblich für den Regen. Dabei regnet es in Saudi-Arabien so gut wie nie. Das war also der Abenteuerurlaub für aufgeklärte Amerikanerinnen. Was treibt unterdessen ihr männliches Gegenüber? Er fliegt nirgendwohin, bleibt zu Hause und geht auf den Schießplatz. Der zweite Verfassungszusatz garantiert bekanntlich jedem amerikanischen Bürger sowie jedem Einwanderer, der sich legal in den USA aufhält, das Recht, Waffen zu tragen. Was das im Einzelnen bedeutet, regeln die Gesetze der einzelnen Bundesstaaten. In zwei von ihnen – Wisconsin und Illinois – ist es strikt verboten, eine Waffe verdeckt mit sich herumzutragen. 29 andere Bundesstaaten räumen dieses Recht nur Besitzern eines Erlaubnisscheins ein, den man sich aber problemlos besorgen kann, wenn man nicht geisteskrank oder vorbestraft ist und ein Waffentraining absolviert hat. In einem einzigen amerikanischen Bundesstaat ist überhaupt nichts geregelt. Jeder ab 16 kann, jeder darf, ob er nun Bürger jenes Bundesstaates ist oder nicht. Nein, nicht Texas. Wir sprechen von Vermont. Wer hätte das gedacht? (Quelle: Welt.online – von Hannes Stein).

{Wie sich muslimische Frauen verhüllen: Die Kleidungsvorschriften des Korans sind unterschiedlich auslegbar. So muss zwischen Schleier und Verschleierung unterschieden werden. Teilweise wird darunter nur die Bedeckung des Haares verstanden, teilweise aber auch die komplette Verhüllung des Körpers. Welt Online stellt vier Arten vor: Der Hijab bedeckt nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper – wie hier bei den shiitischen Mädchen im Libanon. Anders ist es beim arabischen Nikab, einem Gesichtsschleier. Er wird meist in Verbindung mit einem schwarzen Gewand getragen, wie zum Beispiel dem Tschador. Diese Möglichkeit der Verschleierung besteht aus einem großen, oft dunklen Tuch in Form eines Halbkreises. Der Umhang wird um Kopf und Körper gewunden. Die komplette Verschleierung wird als Burka bezeichnet. In das große Stofftuch ist eine flache Kappe vernäht. Im Bereich der Augen befindet sich nur ein Sichtfenster, in dem eine Art Gitter aus Stoff oder Rosshaar eingesetzt ist}.

 

One Response to “In Saudi-Arabien bleiben die Frauen unsichtbar”

  1. Bazillus Says:

    Warum lassen sich Frauen weltweit so eine Behandlung gefallen? Die Männer behalten klaren Blick draußen und dürfen alles machen. Die Frauen sind draußen als Persönlichkeit gar nicht mehr zu erkennen. Sie sind wie wandelnde unbeklebte Litfasssäulen, gar nicht vorhanden. Wie dressiert und verbogen muss die Persönlichkeit und die Würde von weiblichen Menschen sein, dass sie sich so etwas gefallen lassen. Keine Hinterfragung, keine Kritik, kein natürlicher Freiheitsdrang, mal etwas anderes draußen machen zu dürfen, was Männer erlauben? Dieses geistige „Einstielen“ des weiblichen Gehorsams hat schon seinen Sinn. Frauen wird somit auch die Meinungsbildung erschwert. Wer nur gehorcht, hat es nicht gelernt, seine Bedürfnisse artikulien zu können oder zu wollen. Diese Frauen werden dann halt verheiratet mit Männern, die auch verheiratet werden. Fremdbestimmung von Koran wegen.

    Das sind aber die vorbildlichen Gläubigen des Islams. Gehorsam allem Männlichem gegenüber bis ins kleinste Detail.

    Dabei will ich nicht verhehlen, dass die westliche Lebensart der Nudisten und der leicht bekleideten Damen auch nicht dem christlichen Ideal entspricht.

    Muslime argumentieren gern, dass die Frauen in der westlichen Welt durch Prostitution und Pornographie versklavt werden. Damit haben sie sogar Recht. Das ist auch meine Meinung. Es ist aber Konsens, dass dieses Verhalten weder vom Christentum noch von irgendeiner anderen Religion gebilligt wird. Das ist eindeutig atheistische Lebensweise. Und jeder Zwang wird von der Justiz verfolgt, so sie denn Kenntnis davon erlangt. Prostitution und Pornographie ist aus christlicher wie auch aus islamischer Sicht selbstverständlich abzulehnen.

    Im islamischen Bereich meint man Frauen dadurch schützen zu wollen, dass das Heiratsalter herabgesetzt wird und Kinderehen sowie arrangierte bis hin zu Zwangsehen zulässig sind. Ist das kein Zwang, der sogar religiös begründet ist und letztlich in die eheliche Prostitution führt? Die Mädels sind auch nicht besser dran. Minutenehen im schiitischen Bereich sind auch an der Tagesordnung. Welche Heuchelei. Diese wird sogar religiös gerechtfertigt. Wer solche Handhabungen religiös rechtfertigt, ist m. E. vom Schuldempfinden her noch tiefer gesunken als Atheisten, die den Menschen zum Maßstab allen Lebens machen und somit das Prinzip des Rechts des Stärkeren zumindest theortisch wie auch praktisch rechtfertigen könnten, wenn sie es wollen, weil sie keinen Gott anerkennen. Sie selbst sind letztlich die höchste Entscheidungsinstanz im Diesseits, Jenseits gibt es bei ihnen ja nicht. Die religiöse Rechtsfertigung beleidigt m. E. Gott persönlich, den Schöpfer aller Dinge. Darüber sollten sich Muslime einmal Gedanken machen, was dekadenter ist, ehelicher Zwang für beide Geschlechter nach Bezahlung der Morgengabe, wie der Koran so schön zum Ausdruck bringt als Geschäftsabschluss unter göttlicher Rechtfertigung oder menschliche Abgründe der westlichen Welt. Unmenschlich ist nämlich beides.


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