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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Zur Islamophobie-Diskussion in Frankreich – Teil 3 7. August 2010

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 01:06

Der Kampf im Internet


Sofort kamen im Blog enthusiastisch bejahende Reaktionen wie: „Bravo für diesen Artikel, Avraidire“! – „Wir haben in einem säkularen und gerechten Land wie Frankreich die Pflicht, die verbrecherische Ideologie des Koran und des Islam zu denunzieren. Misstrauen wir denen, die sich verteidigen, indem sie Kritik Islamophobie (ein Begriff, erfunden von einem Muslim) oder Rassismus nennen. Sie sind meist von sehr schlechtem Glauben“! Oder etwas ironisch: „Außerdem führt der Koran zu Alkoholophobie, obwohl die Medizin entdeckt hat, dass zwei Gläser Rotwein pro Tag ein guter Weg sind, um gesund zu bleiben! Diese menschenverachtende Religion ist ein Skandal überhaupt“!

Stark verbreitet ist auch die Undankbarkeitsargumentation: So Ton Père: „Die, die sich über den Rassismus der Franzosen beschwerden, sollen doch erklären, warum letztere Gastgeber für so viele Zuwanderer auf ihrem Boden sind, indem sie ihnen Asyl, Unterkunft, Wohnen und soziale Rechte geben, und vor allem, warum so viele kommen, um das zu genießen. Der Umzug in ein Land voll von rassistischem Hass wäre in der Tat entweder ein masochistisches Delirium oder ein Verlangen nach Eroberung“.

Andere widersprechen vehement der Logik von Avraidire. So schreibt S. Reboul: „Eine rationale Kritik am Islam wie am Christentum, als religiösen Ideologien, ist keine Phobie. Dies entgegen dem, was die islamischen Fundamentalisten (wie die christlichen Fundamentalisten) uns glauben machen wollen. Sie übernehmen ihre Sprache ohne Kohärenz. Im Gegensatz dazu sind alle Muslime im Allgemeinen blind als Feind abzulehnen, ob fundamentalistisch oder nicht, das ist Islamophobie, so wie sie selbst Phobie definieren. Man soll übrigens unterscheiden zwischen denjenigen, die eine irrationale und blinde Angst (und daher nicht kritische) vor Muslimen (gelebte Phobie) haben, und denjenigen, die diese Angst ausnutzen, ohne das Gefühl selbst zu haben (z. B. J.M. Le Pen) um die Ersten zu manipulieren (Demagogie)“.

Wenn Avraidire sich dann als Christ outet und schreibt: „Wir als Christen sind berufen, unseren Nächsten zu lieben. Dies bedeutet, dass wir Muslime lieben. Man soll Ideologie (Islam) nicht mit dem Einzelnen (Muslim) verwechseln“, dann bricht der Sturm los. So Firedog z. B.: „Pff, was auch immer! So, Du liebst die Muslime, aber nicht den Islam? Nun, ich liebe alle, außer Leuten wie Du, die Menschen mit einem von ihrem unterschiedlichen Glauben verunglimpfen. Machen Sie doch einen Artikel über Pädophilie in der christlichen Kirche, die Massaker im Namen des sogenannten Herrn der Christen Beginne damit DICH infrage zu stellen, bevor Du das bei anderen, unabhängig von ihrem Glauben, tust“! Und mit ironischem Hinweis auf die philologische Überlast des Artikels: Bastos: „Wirklich? Und das ist, wie Du deine Nächsten liebst? Mit dem Versuch, das Leiden einer ganzen Gemeinschaft zu ignorieren, Opfer von Vorurteilen und Diskriminierung auf Grund dessen, dass sie nicht das richtige Wort in Französisch zu benutzen wissen, um sich zu verteidigen“? Oder Shuker Princo: „Die Aussagen, die Sie in diesem Artikel machen, sind gerade gut genug, um die ordnungsgemäße Verwendung des Französisch durch die Französische Akademie zu bedienen“.

Und als Fazit der verworrenen Lage vielleicht COLR: „Der Artikel ist, was er ist: Wenn der Autor Christ ist, wie hier, ist das Missionierung gegen eine andere Religion; ist er ein Jude, so wird er als schmutziger Zionist behandelt werden; ist er laizistisch, dann wird man ihn fragen, warum er den Islam und nicht das Christentum angreift; ist er ein Muslim, wird ihm vorgeworfen werden, sich an den Westen verkauft zu haben, ein Verräter an seinen Brüder, ein Kollaborateur, ein Harki … zu sein. Also, egal was der Autor ist: Man wird ihm vorwerfen DIESEN Artikel geschrieben zu haben. Fazit: Es ist verboten, diese Art von Artikel über die „Islamophobie“ zu schreiben“.

Wissenschaftliche Kontroverse: Die ganze Verworrenheit wurzelt wahrscheinlich darin, dass auch wissenschaftlich der Begriff und seine Entsprechungen in verschiedenen Sprachen und so auch in der französischen Sprache sehr umstritten sind. Der Gebrauch des Wortes ist relativ neu: Die erste Studie zum Thema erschien unter dem Titel Islamophobia: Fact not fiction, erst 1997 bei Runymede Trust, einem antirassistischen Zusammenschluss in Großbritannien. Laut der bekannten, laizistischen, französischen Journalistin und Essayistin Caroline Fourest wurde das Konzept der Islamophobie in Europa durch die Übersetzungen von englischen islamistischen Gruppen eingeführt. Nach seinem Erstgebrauch während der iranischen Revolution durch Ayatollah Khomeini, um die Gotteslästerung gegenüber dem Islam zu benennen, wurde der Begriff 1990 durch die islamistische Gruppe Al-Muhajiroun unter Leitung von Omar Bakri aufgegriffen, der aufrief zum Widerstand gegen die Islamophobie, und Muslime als „durch den Westen misshandelte Minderheiten“ charakterisierte. Erst danach wurde er durch moderate Muslime oder liberale Aktivisten und Antirassisten übernommen. Der französische Journalist Alain Gresh verneint jedoch diese Theorien der iranischen Mullahwurzel und weist unter anderem auf die Verwendung des Begriffs „islamophobe Raserei“ in Frankreich seit 1925 hin.

Heute wird dieser Begriff vor allem verwendet, um die spezifische Feindseligkeit gegenüber der Bevölkerung muslimischer Herkunft oder Religion zu beschreiben. Allerdings stellt diese einfache Definition ein Problem dar, denn wörtlich bedeutet Islamophobie nicht Angst vor Muslimen, sondern Angst vor einer bestimmten Religion, dem Islam. Je nach den alternativen Definitionen kann man so zwei Positionen unterscheiden: einerseits die Islamophobie der rassistischen Art („Muslim“ als ethnische Gruppen) oder als Fremdenfeindlichkeit (der Islam als Teil des „Fremden“) und andererseits als legitime Kritik an einem der religiösen Dogmenwerke. So kann der Begriff der Islamophobie aus verschiedenen Aspekten heraus kritisiert werden. Gegner weisen darauf hin, dass der Begriff die Kritik an einer Religion, mit der an ihren Anhängern vermischt. Andere kritisieren ihn unter Hinweis darauf, dass unter dem Begriff „Islam“ sich äußerst vielfältige Realitäten (religiösen Dogmen, Geografie, Menschen, etc.) verbergen und befürchten, dass Islamophobie den Weg zu reinen Rassismus ebnen kann.

Als eindeutige religiöse Kritik verstanden, wird die Islamophobie jedoch in vielen Kreisen akzeptiert. „Atheisme.Org“ z. B., eine Organisation die in radikaler Opposition zu allen Religionen steht, erklärt sich öffentlich zur Islamophobie, um so eine öffentliche Kontestationsbewegung gegen diese Religion zu schaffen, die nicht besser ist als die andere: „Der Begriff Islamophobie drückt nichts als Ekel und Ablehnung des Islam als Religion, als totalitäres Gesamtsystem des Denkens aus. Islamophobie ist die Ablehnung des Islam, nicht die Ablehnung von Muslimen oder die Ablehnung der Nordafrikaner“, sagt die Website atheisme.org: Pour le droit à la libre critique des religions. Für die Bewahrer der französischen Tradition der Aufklärung ist die Kritik der Religion natürlich legitim und muss innerhalb eines rechtlichen Rahmens möglich sein. Einige lehnen jedoch aus diesem Grund die Verwendung des Begriffs Islamophobie ab. Sie könnte letztendlich eine Zensur als Folge haben, die, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Diskriminierung, jegliche Kritik am Islam verbietet. Der Kampf soll sich nicht so sehr am Islam, sondern an religiösem Fundamentalismus überhaupt orientieren, wodurch die Debatte „für oder gegen den Islam“ oder „Ist der Islam gefährlich?“ vermieden werden kann. Für Caroline Fourest ist die Welt, von der die fundamentalistischen Muslime träumen, mit denen der fundamentalistischen Christen und Juden gleich. Die Kritik des Begriffs Islamophobie ist also ein Kampf gegen die Tendenzn die diese Fundamentalisten haben, um ihre Religion frei von Kritik zu halten und die sich insbesondere auf die Bekämpfung der Gotteslästerung stützen. Für Fourest und Fiammetta Venner, Gründer der Zeitschrift Prochoix, wurde das Wort „Islamophobie“ durch die Islamisten erdacht, um die antirassistische Debatte zugunsten ihres Kampfes gegen Gotteslästerung abzulenken. Es ist dringend notwendig, es nicht wieder zu verwenden, um erneut Rassismus und nicht die laizistische Kritik des Islams zu bekämpfen“.

 

4 Responses to “Zur Islamophobie-Diskussion in Frankreich – Teil 3”

  1. Bazillus Says:

    Wieder ein Beispiel für berechtigte Islamophobie: Die Taliban haben in Afghanistan Ärzte aus anderen Nationen, die dort den Augenkranken im Namen einer Hilfsorganisation helfen wollen, erschossen. Begründung: Sie spionierten im Auftrag der USA und missionierten als Christen.

    So einfach werden Menschenleben ausgelöscht, ohne Erbamen, ohne Verteidigungsmöglichkeiten mit einem rechtsstaatlichen Verfahren, zynisch und Menschen verachtend.

    Ich hoffe, die Zeitungen sind in Kürze voll mit islamischen Fatwen von Gelehrten der vier islamischen Rechtsschulen, die Terroristen allegemein, wenigstens abe diese Taliban aus ihrer Religion ausschließen und sie für „vogelfrei“ erklären.

    Aber Europa will ja mit den Taliban verhandeln, sie als offizielle Gesprächsparnter akzeptiern.

    • Patriot Says:

      Genau so ist es. Verhandeln mit Mördern. Doch hier ist es nicht anders. Nehmen wir die „selbst-ermordete“ Richterin Heisig. Deren Aussagen und auch ihr Buch. Sie sagt klipp und klar: 90% der kriminellen Handlungen gehen von Türken und Arabern aus. Also von Moslems. Von Ausführern des Islam. Doch die deutsche Justiz wagt nicht, darüber offen zu sprechen. Ängstlich versteckt und erschrocken, lassen sie die Täter schnell wieder frei. Bloss keinen Aufruhr gegen islamische Vertreter, in ihrer Majorität, Fr. Heisig wörtlich: „Türken“. An Grausamkeit und Brutalität unglaublich.
      Lesen Sie das Buch „Ende der Geduld“.
      Denken Sie daran: Fr. Heisig hat sich niemals selbst umgebracht. Sie wurde genau wegen dieser Courage der Offenheit ermordet.
      Die Staatsanwaltschaft weigert sich die Untersuchungsprotokolle zu veröffentlichen. Das ist noch nie vorher geschehen……..

  2. Patriot Says:

    Es ist stets das Gleiche. Kritik an katholischer Kirche oder auch Kopten, Christen allgemein, ist erlaubt. Keiner regt sich auf.
    Doch ein leises Wort gegen Islam und Koran, gegen Muslime, Moslems und all diese Richtungen, schon wird geschrien. Keine vernünftigen Argumente, nur geschrien und beleidigt.
    Diese dem Zeitgeist angepassten „Gutmenschen“ sind des selbstständigen Denkens nicht mehr fähig.
    Wer den Koran in seiner Original-Fassung kennt. Die Suren gelesen hat, der weiss wie radikal, Fremden-und Frauenfeindlich dieser Islam ist.
    Doch wer laut schreit, wird gehört. Auch wenn er den größten Wahnsinn vertritt. Statt mutig und couragiert nein zu sagen, können die deutschen „Politiker/innen“ nur noch saft- und kraftlos mit dem Kopf nicken.
    Zum Schaden der eigenen Kultur, Gesellschaft, Lebensart und des eigenen Volkes.
    Frankreich wird nun wach. Dort wird Tacheles geredet und wohl auch gehandelt.
    In Deutschland regiert immer noch der blanke volksfeindliche Wahnsinn.

  3. Isabella Says:

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