kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Haftbefehle gegen türkische Putschisten 5. August 2010

Filed under: Nachrichten — Knecht Christi @ 03:37

Ein türkisches Gericht hat gegen 102 mutmaßliche Putschisten Haftbefehl erlassen, darunter ehemalige hochrangige Armeeangehörige. Ihnen wird vorgeworfen, 2003 einen Staatsstreich gegen die islamisch geprägte Regierung von Ministerpräsident Erdogan geplant zu haben. Schon Anfang des Jahres waren etliche aktive oder pensionierte Militärs festgenommen, später aber wieder freigelassen worden. Am Montag wurde gegen knapp zweihundert Verdächtige Anklage erhoben. Die Beschuldigten sollen aus Angst vor einer Islamisierung des Landes Anschläge auf Moscheen und Provokationen gegen Griechenland geplant haben, um so die Türkei ins Chaos zu stürzen und einen Staatsstreich gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Die Militärs erklärten, es habe sich lediglich um Planspiele für Übungen gehandelt.

Euronews: Ihr müsst euch mit dieser Meldung begnügen. Viel lieber würden wir euch eine Meldung schreiben, die in etwa so lauten könnte: „In Deutschland und in den umliegenden Staaten hat man Haftbehfehl gegen 102 mutmaßliche hochrangige türkische Putschisten erlassen, die den islamischen Staatsstreich gegen die demokratische geprägte Regierungen Europas planten und unsere Gesellschaft ins Chaos stürzen wollten“. Aber darauf müssen wir noch eine Weile warten. Hoffentlich erwachen unsere verantwortlichen Politiker und Beamten noch rechtzeitig. http://de.euronews.net/2010/07/24/haftbefehle-gegen-102-mutmassliche-putschisten-in-der-tuerkei/

Politische Prozesse in der Türkei

Junge Welt: Anwalt wegen Kritik an Massaker und Soziologe wegen Unterstützung der Kurden vor Gericht. Unter dem zynischen Namen „Operation Rückkehr ins Leben“ wurde am 19. Dezember 2000 in der Türkei ein Massaker an politischen Gefangenen verübt.

Mindestens 29 Gefangene, die sich mit einem Hungerstreik gegen ihre Verlegung in F-Typ-Isolationsgefängnisse wehrten, wurden beim Sturm schwerbewaffneter Soldaten auf 20 Gefängnisse getötet, über 100 zum Teil schwerverletzt. Dieses Massaker wurde bis heute nicht aufgeklärt. Statt dessen muß sich am heutigen Mittwoch der bekannte linke Strafverteidiger Selcuk Kozagacli vor einem Strafgericht in Ankara wegen Beamtenbeleidigung verantworten. Darauf steht Haft von wenigstens einem Jahr. Offenbar soll der Präsident der Vereinigung Progressiver Juristen (CHD), der zahlreiche politische Gefangene anwaltlich vertritt, so zum Schweigen gebracht werden, weil er zehn Jahre nach dem Sturm auf die Gefängnisse weiterhin die Bestrafung der Verantwortlichen einfordert.

Kozagacli hatte über den damaligen Generaldirektor der Haftanstalten gesagt: „Das einzige, was Ali Suat Ertosun verdient hat, ist die Bank des Angeklagten“. Der Gefängnisdirektor war nach dem Angriff auf die politischen Gefangenen mit dem türkischen Verdienstorden ausgezeichnet und 2008 in den Obersten Rat der Richter und Staatsanwälte berufen worden. Zur Beobachtung des Prozesses gegen Kozagacli ist eine Delegation der „Europäischen Vereinigung von Juristinnen und Juristen für Demokratie und Menschenrechte in der Welt“ (EJDM), deren Mitgliedsorganisation die türkische CHD ist, mit Juristen aus Belgien, Italien und der Schweiz nach Ankara geflogen. Ebenfalls am Mittwoch steht in Istanbul der Soziologe Ismail Besikci vor Gericht wegen eines Artikels in der von der CHD herausgegebenen Zeitschrift Unser Zeitalter zum Thema „Nationale Selbstbestimmung und die Kurden“. http://www.jungewelt.de – Von Nick Brauns

Ausschreitungen in Anatolien

Bewaffnete Angreifer haben im Süden der Türkei mindestens drei Polizisten getötet. Eine Menschenmenge, die Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) des Attentats bezichtigte, griff darauf deren Parteibüro an. Die Polizei gab Warnschüsse in die Luft ab.

Bewaffnete haben Medienberichten zufolge im Süden der Türkei mindestens drei Polizisten getötet. Die Täter beschossen am Montag ein Polizeifahrzeug in Dortyol in der Provinz Hatay. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu gab es dabei drei Tote, der Fernsehsender NTV berichtete von vier Opfern. Zu dem Überfall bekannte sich zunächst niemand. Eine Menschenmenge, die Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich machte, griff laut NTV später das Büro einer prokurdischen Partei an. Die Polizei gab Warnschüsse in die Luft ab. Die PKK-Kämpfer haben in jüngster Zeit ihre Angriffe gegen die türkischen Sicherheitskräfte verstärkt. Sie werfen der Regierung in Ankara vor, nicht an einem Dialog interessiert zu sein. Seit 1984 sind der Gewalt rund 40.000 Menschen zum Opfer gefallen.

 

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