kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der demographische Sinn der Familie aus der Sicht der koptischen Kirche 2. August 2010

Einsortiert unter: Spiritualität — Knecht Christi @ 02:06

{Beschreibung der wirtschafts- und sozialpolitischen Bevölkerungsbewegung}

“Jesus segnete und segnet die Ehe”


Was meint die Heilige Schrift zu der Thematik “Familie”?
Wenn wir über die Familie reden, sprechen wir über die Absicht Gottes mit dem ganzen Kosmos. In der Heiligen Schrift steht es geschrieben: “Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen” (Mk.10:6).  Gott schuf also die Menschen als sein Abbild, und zwar als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach zu ihnen: “Seid fruchtbar und vermehrt euch; bevölkert die Erde”! (Gen.1:27,28). Auch nach der Sintflut segnete Gott Noah und seine Söhne und sprach ebenso zu ihnen: “Seid fruchtbar, vermehrt euch, und bevölkert die Erde”! (Gen.9:1,7). Gott hatte es nie gewollt, dass wir ihn als Individuum erkennen, sondern als Familien. Der Beweis dafür war seine Menschwerdung.

Als er Fleisch nahm, um uns aus der Sünde und ihrer Knechtschaft freizukaufen, wurde er in einer Familie geboren.  Sicherlich konnte er alleine zu unserer Welt kommen, aber er suchte die rechtschaffenste Jungefrau der Erde und einen frommen Mann aus, und wuchs mit ihnen auch auf. Dadurch wollte Gott uns eine wichtige Lektion betreffend Familie erteilen, und wie sie relevant ist, um die Gesellschaft und die diversen Werte aufrecht zu erhalten.

Der Herr, Jesus Christus, gab Adam nur eine Eva. Und im Buch Genesis lesen wir, wie Gott, der Schöpfer, Eva beschrieb: “Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht” (Gen.2:18). Christus, der Herr, segnete die Ehe und bezeichnete sie als ein ewiger Bund der heiligen Liebe. Durch seine Heiligen Jünger und die Ehrwürdigen Apostel gründete er das Sakrament der Ehe als eines der sieben heiligen Sakramente, die als die Stützpfeiler der Kirche gelten.  Im Evangelium nach dem Apostel Matthäus sagte Jesus zu den Pharisäern: “Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen” (Mt.19:5,6). Während der Jahren seiner Verkündigung auf Erden ging Jesus, der Meister und der Menschensohn, nie zu irgendeiner Veranstaltung oder Feier, aber auf die Hochzeit in Kana, wo er durch die Fürbitte seiner Mutter sein erstes Zeichen vollendete, und dem frisch vermählten Brautpaar ein Geschenk machte und es segnete.

Das bedrohliche Problem und die vorgeschlagenen Lösungen: Seit nicht langer Zeit leiden etliche europäische Länder unter der Bedrohung, dass die Zahlen der Menschen zurückgehen, weil viele der Bürger sich keinen Nachwuchs wünschen, oder höchstens – wenn es sein muss – ein Kind. Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer war die Welt noch ziemlich heil, obwohl es wo anders auf der Welt Unruhen gab. In den 90gern gab es Höhen und Tiefen, was die Politik und die Wirtschaft anbelangt. Ende der 90iger fingen die Regierungen der europäischen Länder damit an, den Menschen auf die Einführung der neuen gemeinsamen Währung aufmerksam zu machen. Davor erschraken sich viele!  Nachher fingen so viele terroristischen Akten und Attentate an, die ganze Welt zu bedrohen und sie in ihrem Visier zu nehmen.

Nun möchten wir uns in die Lage unserer Bürger versetzen! Wovor hat der eine oder der andere Angst, eine Familie zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen? Was ist eigentlich der Kern ihrer Befürchtungen? Meines Erachtens handelt es sich hier bei dieser Problematik um andere Dinge außer Angst vor Not durch Geldmangel oder Arbeitslosigkeit. Die ursprünglichen Ursachen dafür sind nämlich: (1) Der Egoismus und die Egozentrik -     (2) Nachlässigkeit der moralischen Werte – (3) Die falsche Interpretation der Familie – (4) Die hohe Rate der Scheidung – (5) Mangelnde Kinderliebe und die liebevolle Erziehung.

(1) Der Egoismus und die Egozentrik: Es gibt seit Beginn der Welt Menschen, die nur an sich denken und nur ihren Vorteil suchen. Sie fixieren sich lediglich auf ihre Interessen und heiligen alle Mittel, um ihr Ziel zu erreichen. Aber heutzutage verbreitet sich der Begriff “Egoismus”, so dass er sich zur “Egozentrik” entwickelt. An und für sich sind die beiden Begriffe wie Schädlinge, die man bekämpfen sollte, um die Ernte davon zu retten. Es ist doch kein Geheimnis, dass die Nächstenliebe und die Zivilcourage total verschwommen oder sogar spurlos sind.

Viele Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehberichte behandelten dieses Thema und versuchten diesem Problem auf den Grund zu gehen. Wenn wir diese ansteckende Krankheit an die Wurzel packen, stellen wir fest, dass dieser Mensch sich nur in seinem eigenen Bann bewegt!  Was heißt das denn konkret? Der Egoist ist eigentlich einer, der nur für sich leben will. Er kann sich nur lieben und benutzt sogar  die anderen zu seinem Gewinn. Er ist mit sich allein beschäftigt und findet nur für eine Sache Zeit, die auf ihn Profit bringt. So ein Mensch betet sein Ego im Tempel der Hochmut an. Allmählich erreicht er irgendwann die schlimmste Phase, die “Egozentrik”. Aber warum machen solche Egoisten diese gravierenden Fehler gegen sich und ihre Gesellschaft?

Diese Personen kapseln sich vor lauter Angst vor den Menschen und der Zukunft ab. Sie fühlen sich nicht sicher vor den eventuellen Gefahren und ähneln den Hamstern und Raaben, die alles aus Habgier oder Sammellust an sich nehmen. Die meisten von ihnen haben schreckliche Erlebnisse in der Kindheit, die seelischen und psychischen Schaden hinterließen.  Viel aber sind “Opfer der Scheidung”. Nicht jedes Kind – wenn auch fast kein Kind – kann den Verlust einer der Elternteile hinnehmen. Denn der Vater schenkt Fürsorge und die Mutter überhäuft ihre Kinder mit Geborgenheit und Zärtlichkeit; die beiden zusammen spenden Gefühle, Sicherheit, Stabilität, Fröhlichkeit und am wichtigsten das ideale und gesunde Vorbild.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die meisten Menschen, die kinderlos bleiben möchten, nicht viel von Familie, Kinder und Hingabe halten. Sie betrachten jene Begriffe als Stolpersteine in ihrem Weg zum Erfolg. Ihre Karriere oder das selbst gebastelte Kartenhaus ist ihr ein und alles! Sie wollen durch ihren Erfolg so mächtig und lassen es nicht zu, dass jemand daran teilnimmt. Sie wollen nicht nur keine Kinder haben, sondern vernachlässigen ihre Eltern, die  in ihrem hohen Alter nur ein Haustier als Partner haben oder zum Altenheim geschoben werden müssen, wenn sie pflegebedürftig sind. Wir verlangen nicht, dass jeder ein Muster von Mutter Teresa sein sollte, aber wir wünschen, dass alle sich ein Beispiel an sie nimmt. Um ehrlich zu sein, sollen wir einen Halt machen und uns selbst die Frage stellen:
Wo sind die Hingabe, Selbstlosigkeit, Nächstenliebe und Aufopferung abgeblieben? Was können wir denn dafür tun, um sie wieder zum Leben zu erwecken?

(2) Nachlässigkeit  der moralischen Werte: Wie die menschlichen Werte zum Tode nah sind, neigen ebenso die moralischen Werte ihr Ende zu. Vielleicht liegt das an die falsche Interpretation der Freiheit und ihrer unendlichen vielen Bewegungen. Wenn ich den Papst Schenuda III an dieser Stelle zitieren darf! Seine Heiligkeit meint dazu: “Die Freiheit gemäß dem christlichen Glauben bedeutet einzig und allein, frei von der Sünde zu sein”. Durch die wahnsinnig schnellen Wellen der Entwicklung will der Mensch alles modernisieren und betrachtet alles, was auf seinem ursprünglichen Zustand bleibt, als altmodisch, unpassend oder sogar primitiv! Diese Kritik erntet auch besonderes die Kirche, die ihre Heilige Bibel und die überlieferte Kultur emporhebt und sich daran klammert. Die modernen Menschen fühlen sich in ihrer Freiheit gestört. Wir dürfen nicht die Konsequenzen und die Resultate des modernen Denkens außer Acht lassen. Alles ist durch die Technik und die neuen Entdeckungen sehr leicht zu erreichen und zu erwerben geworden! Wir leben eigentlich in der hektischen “Take a way” Zeit. Alles ist äußerst leicht und lässt die Menschen auch irgendwie oberflächlich denken.  Jeder darf tun und lassen, was ihm beliebt ist, ohne sich an Regel, Glauben, Kultur oder Werte zu binden, solange er sich nicht strafbar macht! Unserer Überzeugung nach werden die eine oder die andere Freiheitsbewegung sich als unakzeptabel oder ungeeignet erweisen, weil sie der Gesellschaft schaden.

Wir nennen unter anderem folgende von ihnen:
(A) Homosexualität.
(B) Freizügiger Umgang zwischen den beiden Geschlechtern, durch den wir junge Eltern mit 15 Jahren sehen.
(C) Missachtung der Familie und der Ehe, die als Laster und Hindernisse betrachtet werden.
Viele wollen erstmal eine Partnerschaft aber bitte schön auf “Kostprobe” oder “Schnuperkurs”. Es gibt sogar Menschen, die nicht heiraten wollen, um nicht mehr Steuer und andere Bezüge zu zahlen! Sie sind der Meinung: Warum soll ich für den Staat arbeiten gehen? Warum sollen Arme, Kranke, Obdachlosen, Alten, Waisen, Witwen oder Flüchtlinge mein Geld bekommen? Wozu brauche ich ein Stückpapier von der Kirche oder dem Standesamt? Das habe ich keineswegs zusammen fantasiert, sondern von vielen mit eigenen Ohren gehört!

Sehen Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, wie wir von dem Idealismus auf Egoismus abgerutscht sind? Merkwürdigerweise geschieht alles mit dem Segen der hoch gelobten Freiheit!  Sollen wir mit der Mehrheit rufen: “Es lebe die moderne Freiheit”? Oder die Mehrheit lieber auf den richtigen Pfad zur “nützlichen Freiheit” aufmerksam machen?

(3) Die falsche Interpretation der Familie: In unserer heutigen Gesellschaft leiden wir unter der Problematik der Rollen innerhalb der Familie! Mit höchster Gewissheit haben die Emanzipation und die hoch übertriebene Gleichberichtigung die Rollen in der Ehe beeinträchtigt.  Jeder Mitglied in einer Familie sollte eine gewisse Rolle spielen und sein Anteil an Verantwortung tragen. Er kann sogar die Schwächen seines Partners ergänzen und die Lücken seiner Nachlässigkeit stopfen.  Dieser Partner wird ein Segen für die ganze Familie und der Grund für das Dasein Gottes mitten unter allen.  Jeder Partner soll zunächst einmal seine Aufgaben erfüllen, bevor er nach seinen Rechten sucht. Deswegen muss die Familie auf einem starken Fundament gegründet werden. Dieses Fundament ist schlicht und ergreifend die Liebe.

Welche Art von Liebe bräuchten wir eigentlich? Die wahre Liebe zwischen den Eheleuten ist ein Sinnbild für die Liebe Gottes zur Menschheit. Die Liebe beim Höchsten bedeutet das unbeschränkte Geben an allen. Als er seine Liebe zu Menschen verkörpern wollte, gab er sich selbst zum Opfer um uns. Genauso ist die Ehe ein bescheidenes Bild für Gottes Liebe gegenüber den Menschen. Denn in der Ehe opfert jeder sein ganzes Leben für den andern, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Die Arten der Liebe: Als die Heilige Schrift durch die Eingebung des Heiligen Geistes niedergeschrieben wurde, benutzte die griechische Philosophie drei Synonyme für das Wort “Liebe”.
{A} Eros: Das ist sehnsuchtsvolles sinnliches Verlangen oder die Geschlechterliebe innewohnendes Prinzip. Es kann auch als sinnliche Anziehung oder als durch Seele und Geist geadelte sinnliche Liebe bezeichnet werden. Diese Liebe also bezieht sich auf Lust, egoistisches Nehmen und genussvolle Leidenschaft und Begierde.
{B} Philio: Das ist eine tiefere Liebe als Eros und unterscheidet sich von ihr, weil sie Emotionen, Zuneigungen und edele Gefühle ausdrückt. Der Begriff “Philio” wird benutz, um auf Freundschaft, Kameradschaft oder tiefe Beziehungen hinzudeuten.
{C} Agape: Diese Art von Liebe ist die Höchste von allen, weil sie vom Willen und Veranlagung gesteuert wird. Sie wird mit Hingabe und Aufopferung im Einklang oder Zusammenhang gebracht, denn sie wird weder verändert noch vergehen, egal wie sich die Umstände verändern.

Nun würden wir gerne wissen, welches Wort der drei Worte die Bibel benutzte, um die Beziehung des Ehepaares zu beschreiben? Das Wort EROS wurde niemals im neuen Testament verwendet, obwohl es sehr gängig und häufig in den Büchern der Griechen war. Diese Liebe lehnte die Bibel ab, weil der Mensch sich täuscht, der diese Liebe auskostet. An und für sich hasst er sich, denn diese Liebe ist nur purer Egoismus; da sie nur nimmt und nichts zurückgibt. Sie ist vergängliche Lust und launische Begierde. So kriecht dieser Mensch in sein Schneckenhaus und entfremdet sich von Gottes Liebe, welche nichts anderes als die Nächstenliebe ist. Das ist doch die Hölle selbst!

Ein passendes Beispiel dafür entnehmen wir der Geschichte “Amnon und Tamar” aus dem zweiten Buch Samuel: “Hinterher empfand Amnon eine sehr große Abneigung gegen sie. Ja, der Hass, mit dem er sie nun hasste, war größer als die Liebe, mit der er sie geliebt hatte” (2Sam.15). Er hatte seine Halbschwester so sehr geliebt, aber sündhafte Liebe! Darum vergewaltigte er sie, anstatt sie zu heiraten, was zur damaligen Zeit noch keine Blutschande war.  Das Wort PHILIO wurde in etlichen Stellen in der Bibel als Symbol für warmherzige Gefühle verwendet (Joh.14:23 – 16:27).  Das Wort AGAPE zeigt auch dieselbe Bedeutung, aber im Vergleich zu Philio kommt es als indirekter Befehl vor (Imperativ). Z.B: “Liebt eure Feinde” (Mt.5:44). Denn das Wort Agape stützt sich auf den freien Willen und die persönliche Entscheidung. Dieses Wort wurde allerdings benutzt, um die Liebe des Mannes zu seiner Frau auszudrucken.  “Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst” (Eph.5:28) – “..,damit sie – die älteren Frauen – die jungen Frauen dazu anhalten können, ihre Männer und Kinder zu lieben” (Titus 2:4). Die “Agape – Liebe” ist der höchste Grad der Liebe, weil sie bedingungslos und endlos ist. Die Ausdauer der Liebe Gottes hängt einzig und allein von Gott selbst ab, und nicht vom Menschen, der diese Liebe empfängt. Gott liebt uns, weil er selber Liebe ist, und nicht weil der Mensch seine Liebe verdient. Darum ist jene Liebe umsonst und ohne erwartete Gegenleistung, gemäß der Bibel: “Aus Großmut sie wieder liebt” (Hosea 14:5). Gott hält treu seinen Bund der Liebe, auch wenn der Mensch diesen Bund bricht. Die Heilige Schrift widmet dieser Liebe ein ganzes Buch; nämlich das Buch “Hosea”. In diesem Buch fordert Gott diesen Propheten auf, sich eine Dirne zur Frau zu nehmen. Er sollte sie lieben und ihr treu bleiben, obwohl er weiß, dass sie die Ehe bricht. Seine Aufgabe bestand darin, sich abzumühen, sie zu sich zurückzugewinnen. Dies ist die Liebe des “Gekreuzigten”, der qualvoll am Kreuz seine Liebe dem treulosen Volk bewiesen hat.

(4) Die hohe Rate der Scheidung: Uns allen ist es bekannt durch die verschiedenen Mittel der Medien, dass die Quote der Scheidung so drastig  steigt. Manchmal liest man, dass sogar jede zweit Ehe geschieden wird.  Woran liegt es eigentlich, dass die Eheleute so oft an die Einreichung der Scheidung denken?

Dieses Verhalten ist ein Eindeutiger Hinweis darauf, dass die Diskussion zwischen den beiden Teile der Beziehung abwesend ist. Im Buch Jesaja lesen wir den Spruch des Herrn in seinem Rechtsstreit mit seinem Volk: “Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat”! (Jes.1:18). Das heißt: “Bringt eure Gründe und lasst uns darüber reden”. Die christliche Diskussion baut sich auf die Liebe und das Bemühen, die anderen besser und tiefer zu verstehen, um die Partnerschaft zu vertiefen und sie zu stärken. Wenn das gemeinsame Verständnis abhanden wird, heißt das folglich Isolation, Egoismus und die Furcht vor dem offenen Gespräch mit dem Partner, was zu Abkühlung der Zuneigung und Herausforderung führt. Die christliche Ehe ist nichts anderes als Freundschaft und Gemeinschaft, die auf gegenseitiges Verständnis und passende Verteilung der Verantwortungen gegründet werden muss. Der Mann und seine Frau vereinen sich und vergessen dabei das “Ich” und das “Du”, um das “Wir” zu erringen.

Diese Diskussion wird auch durch folgende Waffen vernichtet:
[A] Wutanfälle als Reaktion auf das Überschreiten einer verbotenen Zone. Die Explosion muss nicht durch lautes Geschrei vortreten. Sie kann aber zu Depression, Frigidität und körperlichen Krankheiten wie Diabetes führen.
[B] Die Tränen: Viele Frauen greifen zu dieser Waffe, obwohl sie damit erklären, dass sie dazu nicht fähig sind, ein Gespräch sachlich und ruhig zu führen. Die Ehefrau bettelt mit ihren Tränen  die Gunst ihres Gatten, damit er nachgibt, ohne Widerrede aber voller Nachsicht.  Aber dadurch schließt dieser Partner die Tür zur seelischen Vereinigung und zum besseren Verständnis.
[C] Die Kritik: Sie ist ein sicheres Mittel zur Vernichtung jegliches Gespräches. Durch die ununterbrochene Kritik gegen die Meinungen des Lebensgefährten wird er durcheinander gebracht, und daraufhin wird er aggressiv und starrsinnig.
[D] Das Schweigen: Viele der sensiblen Menschen verwenden diese Waffe, um den Partner damit zu bestrafen. Sie kapseln sich in ihrem Schneckenhaus ab, oder sie zeigen keine Bereitschaft, Gründe oder Lösungen zu besprechen.

Die Haltung der koptischen Kirche bezüglich der Scheidung ist gemäß dem Gebot Gottes sonnenklar. Bei seiner historischen Bergpredigt erwähnte Jesus, der Meister und der Gesetzgeber, die Ehescheidung und fällte sein Urteil.  Er sagte: “Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus” (Mt.5:22). Dazu fügte der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther hin: “Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen. Wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann, und der Mann darf die Frau nicht verstoßen” (1Kor.7:10).  Wie es aus diesen Versen klar ist, wird die Ehe kirchlich geschieden, wenn einer von den Eheleuten Ehebruch begeht. Bei manchen Fällen braucht die koptische Kirche Zeit zum Studieren, weil sie die Rolle eines Vermittlers spielt. Falls bei der Eheschließung Betrug nachgewiesen wird, muss die Ehe annulliert werden. Sie kann auch für nichtig erklärt werden, wenn Impotenz, Frigidität, Geschlechtskrankheiten oder vorgetäuschte Jungfräulichkeiten nachgewiesen werden. Sogar bei den schlimmsten Fällen lässt die Kirche die beiden Parteien zur Beratung kommen, weil der Herr sagt: “Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen” (Mk.10:9). Die Scheidung aber ist ein sehr komplizierter Prozess, weil sie verheerende Konsequenzen mit sich bringt. Die geschiedenen Ehepaare trösten sich und verarbeiten mit der Zeit die Kummer der Trennung, aber was ist mit den Kindern?  Sie sind die wirklichen Opfer, die die ganze Rechnung begleichen und in den Fehlern der Eltern baden müssen. Sie tragen durch so eine unvergessliche Misere seelische Schäden und werden ihr ganzes Leben diesen Alptraum mit sich herumschleppen. Die schlimmste Befürchtung, dass sie auch aufgrund ihrer unverarbeiteten Horrorgeschichten denselben Fehler begehen; nämlich eheliches Versagen! Wie kommt man denn aus diesem Teufelskreis? Sollen wir Psychiater und Seelsorger dieses Werk übernehmen lassen? Oder auch die Politiker und die Staaten?

( 5 ) Kinderliebe und die liebevolle Erziehung: Als ich noch ein Knabe war, habe ich das Bild so geliebt, wo darauf zu sehen war, wie Jesus die Kinder umarmt und sie auf seinem Schoß sitzen lässt. Dieses Bild gab mir als ein Bub mit fünf Jahren ein zuversichtliches Gefühl, dass Jesus mich und alle Kinder lieb hat. In der Sonntagsschule lernte ich seine Aussage zu seinen Jüngern auswendig: “Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. Dann legte er ihnen die Hände auf” (Mt.19:14).Wir sollen den Kindern viel Liebe, Zeit, Geborgenheit, Wärme und ein aufrichtiges Vorbild gönnen. Das durchschnittliche normale Kind braucht all diese Sachen innerhalb eines glücklichen Zuhauses. Von der Gesellschaft und ihrer verschiedenen Institutionen bekommt das Kind Grundlagen, Disziplinen und Prinzipien. All das gestaltet seine Erziehung. Die Familie erzieht das Kind definitiv nicht allein. Darum sollen wir darauf gut aufpassen, dass unsere Medien, Schulen und die für diesen Bereich Verantwortlichen wachsam bleiben, und dass ihnen keine Fehler unterlaufen. Jedes Kind ist ein Geschenk des Himmels, aber auch ein Talent, über das man Rechenschaft ablegen muss. Die Kinder sind die Erwachsene von Morgen! Darum müssen wir uns um sie kümmern und ihnen alles, was wir geben können, widmen, um eine aufblühende Zukunft genießen zu dürfen.

Viele wollen keine Kinder haben, weil sie nur Angst davor haben! Vor Versäumen einer Beförderung, die für ihre Karriere relevant ist; vor dem Verlust des Arbeitsplatz nach einer Babypause trotz des Mutterschutzes; vor den hohen Rechnungen, die ein Kind mit sich bringt; oder vor der Einsamkeit und der Überförderung, weil die Mutter keine Unterstützung von der Familie bekommt, obwohl wir fast genug Kindergärten haben! Wie Sie sehen, würden viele Paare Kinder haben möchten, wenn diese Ängste aus ihrem Weg beseitigt werden könnte!
Könnten wir ihnen dabei unter die Arme greifen?

Die Gefahr und ihre Folge: Wegen all diesen angeführten Gründen steht das vereinte Europa vor einer gehörigen Gefahr; nämlich dem Sinken der Geburtenzahl. Viele hängen das Problem an die große Glocke und sprechen von einem katastrophalen Aussterben! Unfug! Wir haben durch die zwei Weltkriege gelernt, dass der Mensch dazu fähig ist, alle Schwierigkeiten zu meistern, wenn er sich dazu entschließt. Für jede Krise gibt es bestimmt einen Ausweg! Man bräuchte nur eisernen Willen und ruhige Hand, und man wird eine zufrieden stellende Lösung finden, wenn die Vorschläge bearbeitet werden und in die Praxis umgesetzt werden.

Das ist also die Gefahr; was ist denn mit ihrer Folge? Das starke Europa wird dazu gezwungen, andere Völker zu sich zu holen, um dem Mangel in den verschiedenen Bereichen des Lebens zu stillen. Manche dieser Völker bringen ihre Kulturen, Sitten, Tradition und Mentalitäten mit. Etliche Kulturen können sich mit den europäischen Kulturen nicht integrieren. Es gibt Denkrichtungen, die sich in solchen weltoffenen Ländern nicht orientieren und einleben können. Nun stellt jeder kluge Kopf die aufdringliche Frage: “Was wird aus der überragenden europäischen Kultur? Geht sie den Bach unter”? Das ist ein unvorstellbarer Gedanke! Europa soll weiter forschen, entwickeln, entdecken und der Welt mit rasenschnellen Fortschritten bescheren.  Das vereinte Europa soll den Stock mittig und balanciert halten. Keine Unterentwicklung und keine Überbevölkerung!  “Der Ohren hat, der höre”! (Mt.11:15 / Lk.8:8).

Empfängnisverhütungsmittel, ja; Abtreibung, nein!

Die koptische Kirche verbietet die Verhütungsmittel sowohl für Männer als auch für Frauen nicht. Dem himmlischen Vater sei Dank, vermehren sich die Kopten weltweit, wenn sie eine gewisse Sicherheit spüren. Wenn eine Familie beispielsweise drei Kinder hat, warum dürfen die Eltern nicht verhüten? Wenn diese Mittel Regulierung und Ordnung verschaffen, gibt die Kirche ihren Segen. Hingegen verurteilt die Kirche gemäß der Heiligen Schrift die Abtreibung aufs Schärfste. Im Buch “Exodus” finden wir eines von den zehn Geboten: “Du sollst nicht morden” (Exo.20:13). Dieses Verbrechen gegen den im Anfangsstadium der Entwicklung befindlichen Organismus ist ein Tötungsdelikt. Dieser Embryo wäre doch eine Bereicherung für seine Gesellschaft oder sogar eine nützliche Persönlichkeit für unsere Welt {Erfinder: wie Edison – Wissenschaftler: wie Einstein – Heiliger: Wie Antonius und Benedikt – Führer und starker Held}.

Die Familie als Botschaft Gottes an alle: Die gläubige Familie legt für Gott durch ihr Verhalten und ihre Ausdrücke Zeugnis ab, egal wo sie sich befindet. Jedes fromme Haus ist eine kleine Kirche, welche in unserer Welt für Gott ein förderliches Zeugnis ablegt. Diese heiligen kleinen Kirchen gestalten eigentlich die Mutterkirche und spenden ihr Halt und Ausdauer durch Jesus Christus. Die Kirche in Ihrer Familie, meine lieben Geschwister, präsentiert den Menschen die Person des Heilands. Sie sollten die lebendige und überzeugende Ikone sein, welche die lebendige Person Christi zeigt.

Möge Gott, der Allmächtige, unsere Gesellschaft mit ebensolchen Familien bereichern, damit wir im Frieden und Wohl unsere Tage in dieser fremden Welt verbringen, und dem Willen und den Geboten Gottes folgen. Möge der Herr – durch die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria – Sie alle segnen und Sie zu den besten und nützlichsten Entscheidungen leiten.

 

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