kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Wo ist Amira Morgan? 26. Juli 2010

Filed under: Entführung minderjähriger Koptinnen — Knecht Christi @ 05:03

Junge koptische Christinnen werden immer wieder von Islamisten entführt. Besonders bewegend ist das Schicksal von Amira Morgan.


Alexandria, 18. Juli 2009: “Nachdem meine Tochter zur Arbeit ging”, so die Mutter von Amira Morgan (18), “rief mich ein Unbekannter an. Er fragte mich, ob ich Amiras Mutter sei. Ich bejahte. Der Anrufer nannte sich Scheich Mohammed und sagte: „Ihre Tochter wird Muslimin“. Da flehte ich ihn an, meine Tochter zurückzugeben. Doch dieser antwortete: „Amira werden Sie erst wieder sehen, nachdem sie Muslimin geworden ist“. Dann legte er den Hörer auf. Vergeblich versuchte ich, ihn zurückzurufen“.

Islamisten drohen: Die Mutter berichtet weiter: “Ich eilte zur nahen Moschee und fragte einen Mann am Eingang, ob er einen ‘Scheich Mohammed’ kenne. Da lachte dieser und sagte: „Mir sind über fünfzig Personen gleichen Namens bekannt“. Ich begann zu weinen. Dann erschien ein anderer Muslim und warnte mich: „Sagen Sie der Polizei nichts über Amiras Entführung! Sonst wird Ihr kleiner Sohn vor Ihren Augen abgeschlachtet. Amira wird am Freitag Muslimin. Gehen Sie nach Hause und warten Sie ruhig ab, bis alles vorbei ist“. Die Muslime in meiner Nachbarschaft wussten von der Entführung meiner Tochter. Doch selbst meine christlichen Bekannten ließen mich hängen. Allen macht die radikalislamische Salafi-Bewegung (eine Bewegung, die eine konsequente Rückkehr zum Ur-Isalm fordert) Angst“. Heute halten sich Mutter und Sohn versteckt.

Polizei bleibt passiv: Im Juli 2009 wurden vier weitere junge Koptinnen entführt. Im Fall von Hanna Labib aus Sohag wurde ein Entführer ausgemacht und sogar von der Polizei verhört. Bloße Beteuerungen, wonach er Hanna zur Familie zurückbringen werde, genügten den Sicherheitsbeamten, um ihn wieder freizulassen. Ingy Basta wurde zuletzt gesehen, als sie in der Nähe ihres Wohnorts in Alexandria eine Besorgung machen wollte. Der Vater meldete der Polizei ihr Verschwinden. Dass die Sicherheitskräfte für Ingy mehr unternehmen als für Hanna Labib, ist für den Vater eher unwahrscheinlich. Er schätzt die Lage so ein: Solange die Polizei am gleichen Strang zieht wie die Islamisten, wird den Fällen kaum nachgegangen. Weitere Verschwundene sind Marian Bishay, die in einem Restaurant in Giza ein für die Familie bestelltes Nachtessen abholen wollte, und Reda Botros Samaan, die unterwegs zu einem Prüfungstermin in Assiut war. Die Polizei unternimmt zu wenig, um solche Entführungsfälle aufzuklären. Häufig bleibt es dabei, dass die gemeldeten Fälle lediglich zu den Akten kommen. Für das passive Verhalten der Sicherheitskräfte gibt es für die betroffenen Familien nur eine Erklärung: Die radikalen Islamisten schrecken nicht davor zurück, selbst die Polizei und die lokalen Behörden einzuschüchtern.

 

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