kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die koptische Kirche im Ausland: Wann, warum und wie? 21. Juli 2010

Filed under: Koptische Kirche im Ausland — Knecht Christi @ 02:49

Bischof Samuel mit Papst Schenuda III

Bis die Bewegung „Alahrar – die Freien“ am Juli des Jahres 1952 durch ihren Putsch die Macht an sich riss, König Farouk entmachteten und die Engländer zum Abzug zwangen, war das Leben für die Kopten ganz normal. Nach diesem Putsch und Gründen der Republik fing es an, für sie als „normale“ Bürger zu leben, weil der Islam zur Staatreligion erklärt wurde. Vom Jahr zu Jahr wurden die Verfolgung der Kopten und ihre Benachteiligung klarer. Hin und wieder beruhigte sich die Welle des Hasses durch die Krisen wie die Niederlagen von 1956 und 1967. Der Krieg gegen Israel ließ der Staat ab und zu die Islamisten zurückpfeifen.

Nach dem zweiten Weltkrieg fingen alle Länder an, die daran beteiligt waren, ihre zerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen. Zum Beispiel bat Deutschland den ägyptischen Präsidenten Nasser darum, Ägypter zu schicken, die dort arbeiten und leben. Dies lehnte er ab, weil er von dem arabischen Kommunismus begeistert war. Demzufolge wandte sich Deutschland an die Türkei, welche zusagte. Die meisten Kopten, die Ägypten verließen und sich in Europa, Amerika, Kanada oder Australien niederließen, waren entweder Studenten oder Kaufleute. Ihre Zahlen waren sehr bescheiden, sodass es nicht möglich war, eine Gemeinde für sie zu gründen. Deswegen gingen viele zu den katholischen und protestantischen Kirchen, wo sie sehr gut behandelt worden und immer willkommen waren. Im Mai des Jahres 1959 wurde Papst Kyrillos, der Sechste, inthronisiert, der die Notwendigkeit wahrnahm, die Kopten im Ausland zu betreuen, damit sie den Kontakt zu ihrer Mutterkirche in Ägypten nicht verlieren.

Papst Kyrillos weihte einen Bischof für die soziale Fürsorge, der sich ebenso um die Ökumene kümmerte. Das war seine Exzellenz Bischof Samuel, der den Märtyrertod am 06. Oktober 1981 erlitt, als er seine Heiligkeit Papst Schenuda vertrat und hinter dem Präsidenten Anwar Saddat in der Tribüne saß, der von den islamischen Terroristen erschossen wurde. Im Jahr 1961 weihte Papst Kyrillos einen Bischof für die Unterweisung und Forschung, der für geistiges Wachstum und Entfaltung sorgte. Das war seine Exzellenz Bischof Schenuda, der seit dem 14. November 1971 seine Heiligkeit Papst Schenuda, der Dritte, ist. Beide Päpste haben sich eine sehr große Mühe, die Kinder in allen Ländern so gut wie möglich zu erreichen.

In den arabischen Ländern war es leichter, Gemeinden zu gründen, als dies zum Beispiel in Europa oder Amerika zu tun. Zu Beginn der 70igern entdeckten die Araber, dass sie über einem Meer vom Erdöl schwammen. Und so ging es mit  den verlockenden Arbeitschancen los. Jeder träumte vom Irak, Kuwait, Golf-Ländern wie den Emiraten vor allem Abu Dabi und Dubai; Saudiarabien blieb ein Tabu. Zu dieser Zeit wurde der Krieg gegen Israel immer wahrscheinlicher und daher wanderten viele Kopten aus, was damals überhaupt kein Problem war. Man brauchte damals nur der Botschaft des erwünschten Landes einen kurzen Besuch abzustatten. Die Magneten waren Amerika und einigen Länder Europas, wo man Englisch sprach, obwohl viele nach Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden und Holland zogen.

Ab Mitte der 70iger fing seine Heiligkeit Papst Schenuda Mönche überall zu schicken, die die Kopten geistlich betreuten. Ein Mönch kommt mit sehr wenig aus, und kostet die Gemeinde viel weniger als ein verheirateter Priester, der eine Familie mitbringt. Innerhalb weniger Jahre gründeten diese Väter in den größten Städten eines Landes Gemeinden, wie zum Beispiel in Frankfurt am Main, Stuttgart und Berlin. Diese Gemeinden glichen der Hefe, die den ganzen Teig durchsäuert hat. Jetzt gibt es eine koptische Kirche in jedem Land; außer in dem Iran und Saudiarabien. Ich lass Sie jetzt mit einem Abschnitt aus dem Buch „Ihr seid das Licht der Welt“ über die Biographie Paters Johannes Elbaramosy, der die Gemeinde Österreichs gründete.

Geschichte des ökumenischen Dienstes in Europa

Bischof Samuel, der zuständige Bischof für ökumenische und soziale Fürsorge, war daran sehr interessiert, dass ein Delegierter der koptischen Kirche stets bei den internationalen Konferenzen der Ökumene dabei sein sollte. Als es sich ereignete, dass zwei Konferenzen oder mehr gleichzeitig abgehalten wurden, erörterte er mit seiner Heiligkeit Papst Kyrillus, dem Sechsten, und nachher mit Papst Schenuda, dem Dritten, um einen Versandten dorthin zu schicken. Während der Zeit, welche Pater „Schenuda Elsyriany“ in Nordrodezia  mit dem Dienst verbrachte, hielt sich der Erzpriester „Michael Daud“ in der Schweiz dann in Frankreich auf.

Ebenso während sich Bischof Samuel beim Dienst für die Kopten in Australien abmühte, ging Bischof „Athanasius“ von der koptischen Diözese in „Bani Suif“ nach Genf, um bei der Konferenz der ostorientalischen Kirchen mitzuwirken, die dort vom 18. bis zum 22. Juni des Jahres 1972 abgehalten wurde. Demzufolge erschallte die Stimme der koptischen Kirche auf den verschiedenen internationalen Gebieten. Bischof Samuel begnügte sich nicht mit dem Absenden der Delegierten zu den ökumenischen Zusammenkünften, sondern beschäftigte sich mit der regelmäßigen Betreuung der Kopten in der Diaspora, damit sie ständig mit der Mutterkirche in der Heimat in Verbindung bleiben können. Dabei schickte er den Erzpriester „Mina Iskander“, der Hirte der Kirche des Heiligen Mina in Fläming-Alexandria, nach Deutschland, der die dort lebenden Kopten für ein Jahr betreute. Danach arrangierte er, dass der Erzpriester „Salieb Sorial“ nach Deutschland ging, um den Kopten dort zu dienen. Dieser Diener Gottes gründete dort mehrere koptische Kirchen und stabilisierte in ihnen den Dienst. Noch dazu errichtete er in Frankfurt am Main ein koptisches Kulturzentrum, um das sich Bischof Samuel mit seiner üblichen Einfühlungsgabe überlegt kümmerte.

Genauso genoss Wien die Strebsamkeit seiner Exzellenz. Denn er besuchte mehrmals die österreichische Hauptstadt. Einige jener Besuche waren als Eingehen auf die Einladung seiner Eminenz Kardinal König, um über die Zusammengehörigkeit und Harmonie zwischen den verschiedenen Kirchen zu beraten. Als Frucht für diese Anstrengung wurde ein koptischer Priester (Pater Johannes Elbaramosy) nach Österreich abgesendet, welcher sich um die Kopten dort kümmerte, und die Kirchen Österreichs gründete. Auf diese Art und Weise streute dieser redliche und emsige Bischof die Samen auf allen Feldern Europas, bis sie alle gediehen.

 

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