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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Polizei wirbt junge Türken an 18. Juli 2010

Filed under: Nachrichten — Knecht Christi @ 01:41

„Ich bin fest entschlossen, Polizist zu werden“, sagte der 18-jährige Abdullah Kalkan nach der ersten Berufsinformationsveranstaltung der Polizei NRW im Türkischen Generalkonsulat. Doch allzu hohe Karriereerwartungen musste Einstellungsberater Michael Siehndel dämpfen.

 

Berufsinformationsveranstaltung der Polizei NRW im Türkischen Generalkonsulat. Hauptkommissar Michael Siehndel, der bei der Polizeibehörde des Rhein-Erft-Kreises das Dezernat Aus- und Fortbildung leitet, nimmt im Saal unter dem übergroßen Porträt des türkischen Staatsgründers Atatürk die Fragen der türkischstämmigen Jugendlichen entgegen. Abdallah weiß, dass ein Abitur oder ein Fachabitur, wie er es derzeit an einem Berufskolleg anstrebt, unbedingte Einstellungsvoraussetzung sind. Er weiß auch, dass Bewerber das Sportabzeichen zum Auswahlverfahren und das Rettungsschwimmerabzeichen in Bronze zur Einstellung mitbringen müssen. Für Abdallah ist das kein Problem. Da er weiß, dass er fit ist, erkundigte er sich gleich nach dem Spezialeinsatzkommando. Doch allzu hohe Karriereerwartungen musste Einstellungsberater Michael Siehndel dämpfen. „Es gibt übrigens noch keine einzige Frau im SEK“, teilte er mit und schaute zu Seyda Kaymaz herüber, die ihre Bewerbung bereits eingereicht hat: „Ich würde mich freuen, wenn Sie die Erste würden“.

Die Jugendlichen wollten auch wissen, warum die Polizei so sehr an ihnen interessiert ist. Es sei ihre Lebenserfahrung in zwei Kulturen und ihre Zweisprachigkeit, erklärte Siehndel, die im Berufsalltag in einer multikulturellen Gesellschaft vorteilhaft ist: „Ich bin hier, um türkischstämmige Schulabgänger anzuwerben“. – Nicht einmal die deutsche Staatsangehörigkeit müssen Bewerber besitzen, um deutsche Polizisten werden zu können, aber in der deutschen Sprache zu Hause sein. Die Einladung an die Polizei, ihre Berufsinformationsveranstaltung im Türkischen Generalkonsulat abzuhalten, sprach der Arbeits- und Sozialattaché Tahsin Özdemir im Namen von Generalkonsul Mustafa Kemal Basa aus. Der Generalkonsul begrüßte die Jugendlichen persönlich.

Das Bewerbungsverfahren bei der Polizei NRW für die einmal jährlich zum 1. September erfolgende Einstellung ist vor zwei Tagen angelaufen. Auf die 1100 Studienplätze gehen in der Regel bis zu 8000 Bewerbungen ein, die ausschließlich übers Internet möglich sind. Das Auswahlverfahren erstreckt sich über drei Tage, wovon der dritte auch in Brühl stattfinden kann. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird mit rund 1000 Euro netto vergütet. Ihre Trainingseinheiten, zum Beispiel in der Tatortaufnahme und im Schießen, erhalten die Anwärter in Brühl. Absolventen dürfen sich Polizeikommissar nennen, haben den akademischen Abschluss „Bachelor“ und einen silbernen Stern auf der Uniform. Das Nettoeinkommen verdoppelt sich. Die ersten Berufserfahrungen sammeln die jungen Beamten im Funkstreifendienst.

 

One Response to “Polizei wirbt junge Türken an”

  1. Bazillus Says:

    Ich hoffe mal, dass die türkischen Jugendlichen in der Schule insbesondere die Pflicht auf Gleichbehandlung lernen und nicht gegen Deutsche härter vorgehen als gegen ihre Landsleute, zumal Herr Erdogan die Türken hier als Mitglieder der türkischen Kolonie in Deutschland ansieht, die sich nun nicht integrieren dürfen, da Assimilation ein Verbrechen an der Menschlichkeit sei.

    Total bedenklich finde ich, dass diese Beamten noch nicht einmal die deutsche Staatsangehörigkeit haben müssen.

    Dann können Türken Deutsche im eigenen Land festnehmen, verhören und polizeitechnisch behandeln. In welchem anderen Land ist das denn möglich? Dürfte ich das als Deutscher in der Türkei auch? Dürfte ich das als Deutscher in Österreich oder Frankreich auch? Ist da nicht an eine Verfassungsklage zu denken?

    Ist Deutschland mittlerweile zu einer Bananenrepublik verkommen?


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