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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Heilige Messe – Geistliche Opfergaben 14. Juli 2010

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 02:14

Von seiner Exzellenz Bischof Rafael

Die geistlichen Opfergaben sollten wir darbringen, wie Christus sich selbst für uns aufopferte. „Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt. Das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst“ (Röm.12:1). Auf jene Opfergaben wies Heiliger Petrus in seinem ersten Brief folgendermaßen hin: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen“ (1Pet.2:5). Die Darbringung des Lammes (Brot) bei der Heiligen Messe ist das ideale Beispiel der angenommenen geistlichen Opfergaben, die Gott gefallen. Christus, unser Herr, gab sich für uns hin, indem er sich selbst als heiliges Opfer dem himmlischen Vater zur Sühne und Erlösung um unser Geschlecht hinopferte.

Genauso sollten wir ihm zuliebe geistliche Mühe und heilige Anstrengung darbieten. „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1Joh.4:19). Das Fasten, Gebet, die Mühe beim kirchlichen Dienst, Bibelkreis, Fürsorge gegenüber Waisen, Witwen, Bedürftigen und Verirrten und jegliche Mühe um der Herrlichkeit des Herrn, der Erbauung unserer heiligen Kirche und der Erlösung der Seele willen: Das alles wird als ein angemessenes Opfer vor Gott angerechnet. In der Messe nach dem Heiligen Gregorius sprechen wir: „Ich biete dir, meinem Herrn, meine Freiheit an. Meine Werke richte ich nach deinen Worten“. Zum Herrn sage ich: „Du gabst mir Freiheit und befreitest mich von den Fesseln Satans. Ich aber biete dir diese Freiheit in vollem Verstand und aus ganzem Herzen als eine Opfergabe der Liebe dar. Damit unterordne ich mich deiner liebevollen Vaterschaft, damit du mein Leben nach deinem Willen führst“.

In seinem Brief an die Römer schrieb der Apostel Paulus: „Damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte. Denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott gefällt, geheiligt im Heiligen Geist“ (Röm.15:16). Mit den Heiden meinte er das Volk, welches heidnisch war und zum aufrechten Glauben an Christus geführt wurde. Infolge wurden jene Völker zu Opfergaben, die Gott dargebracht wurden. In der Brotteilung vom Auferstehungsfest wird gebetet: „Er – Christus – hob seine Heiligen in den Himmel empor und brachte sie seinem Vater als Opfergabe dar“. Wenn du einem Sünder zu Umkehr verhilfst, ist das eine dargebrachte Opfergabe, welche dem Herrn gefällt. „Es geht mir nicht um die Gabe, es geht mir um den Gewinn, der euch mit Zinsen gutgeschrieben wird“ (Phil.4:17).

Das Korban und die Kirche:
Das Korban [die Hostie] stellt die Gestaltung der Kirche dar, die nichts anderes außer dem Leib Christi bzw. der Gemeinschaft der Gläubigen ist. Jeder von uns ist im Korban in Form von einem Weizenkorn verkörpert. Wenn die Körner gemahlen werden, und wenn das Mehl mit Wasser (Sinnbild für den Heiligen Geist in der Taufe) gemischt und geknetet wird, wird das Volk Gottes zu einem Teig durch den Heiligen Geist, Glauben und die Taufe. Wenn das Korban auf den Altar gelegt wird, ist das ein Symbol dafür, dass die Kirche sich als Opfer der Liebe ihrem himmlischen Bräutigam darbringt. Durch die Verwandlung des Korbans – durch die Wirkung des Heiligen Geistes – in den wahren Leib Christi wird uns offenbart, dass Christus sich als Opfer um die Kirche – seine reine Braut – darbrachte. In der Mitte des Korbans befindet sich ein großes Kreuz, welches als „Espadikon“ bekannt ist. Weiterhin zeigt das Korban uns, dass Christus mitten unter der Kirche anwesend ist. Das heißt, dass er die Gläubigen (seine Glieder) um sich sammelt. Um den Espadikon sieht man 12 kleine Kreuze, welche die Apostel, ihre Nachfolger und das Priestertum generell darstellen. Der Rest des Korbans aber stellt das Volk Gottes, das sich um ihn versammelt, und das an ihm durch dieses Priestertum hängt.

Zu Recht jauchzet die Kirche während der Brotteilung der Himmlischen: „Emmanuel, unser Herr, ist gegenwärtig in unserer Mitte. Er ist unter uns und auf diesem Tisch anwesend“. Die Gegenwart Jesu Christi in der Kirche ist das Geheimnis ihrer Stärke und Einheit. Diese Anwesenheit wird deutlich durch das Sakrament der Eucharistie offenbart. Das Geheimnis der Vitalität und Stabilität der Kirche im Laufe der diversen Epochen liegt an ihrem Halten an das Sakrament der Eucharistie als spiritueller Grundsatz unserer Beziehung zu Gott. Das Korban auf dem Altar ähnelt einem Magnet, welcher die ganze Kirche an sich zieht und sie vereint. „Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib. Denn wir alle haben an dem einen Brot teil“ (1Kor.10:17). „Mache uns würdig, o unser Herr, an dem Heiligen teilzuhaben; zur Reinigung unserer Seelen, Körper und Geister, damit wir zu einem einzigen Leib und Geist werden, und damit wir Anteil und Erbe mit allen Heiligen haben“ [Aus der Einleitung der Gebete von der Messe nach dem Heiligen Basillius].

 

One Response to “Die Heilige Messe – Geistliche Opfergaben”

  1. Bazillus Says:

    Faszinierend ist hier nicht nur der Text, sondern insbesondere das Bild, welches intensiv erkennen lässt, mit welcher inneren Sammlung und Hingabe der Geistliche die Wandlung des Brotes zelebriert. Diese glaubensstarke Innigkeit vermisse ich heute in den Kirchen Europas.


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