kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Wüstenkämpfer – der Heilige Bischoy 14. Juli 2010

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 01:53

Am 08. des koptischen Monates Abib feiert die koptische Kirche den Gedenktag des Heiligen Bischoy. Dieser Heilige genießt in Ägypten eine besondere Berühmt- und Beliebtheit, weil der Herr, Jesus Christus, ihm etliche Male erschien. Daher sieht man ihn, wie er dem Herrn die Füße wusch oder ihn auf seinen Schultern trug. In Schi-Hats Wüste lebten Tausende von Mönchen und es gab Hunderte von Klöstern, bis die Araber im 8. Jahrhundert Ägypten eroberten und allmählich das Land islamisierten. Abertausende Kirchen und Klöster wurden dem Boden gleich gemacht oder in Moscheen verwandelt. Schi-Hat (Waage der Herzen) ist heute als Natrontal (Wadi Alnatron) bekannt und bietet uns Kopten nur vier Klöster (Kloster der Heiligen Jungfrau Maria, welches als Elbaramos bekannt ist – Kloster der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Johannes Kama, welches als Syrer-Kloster bekannt ist – Kloster des Heiligen Bischoy – Kloster des Heiligen Makarius). Wer mal das Kloster des Heiligen Bischoy besuchen wird, kann den Segen des bis jetzt unversehrten Leichnams des Heiligen Bischoy erhalten, der in einem zylinderförmigen Behälter verwahrt wird. Man sieht seine kleine Höhle, die man geduckt betreten muss, egal wie klein man ist. Dort lebte er und verbrachte die Zeit in Gebet und Fasten. Damit er nicht von der Schläfrigkeit überwältigt wurde, während er betete, band er sein Haar mit einem Seil, das er an der Decke befestigte.

Bevor ich Sie mit ein paar Zeilen über den Planeten der Wüste und vollkommenen Mann, den Christus liebte, wie er genannt wird, lasse, erzähle ich Ihnen etwas über den Leichnam des Heiligen Bischoy, der im Jahr 488 n. Chr. entschlief. Die Geschichte findet man leider nicht in der Biographie des Heiligen. Jedoch kennen sie viele Mönche und Laien. Ich hörte sie von meiner Großmutter, als ich ein kleiner Bengel war. Vor ein paar Minuten telefonierte ich mit einem Mönch, der sie mir bestätigte. Dasselbe tat ich mit etlichen Laien und Theologen. Alle kennen sie! Bis zur Zeit der Dynastie Mohamed Alis war es ein Brauch, dass die Menschen zum Kloster des Heiligen kamen, um seinen Segen zu erhalten. Der Sarkophag, in dem der Leichnam verwahrt war, hatte eine Öffnung an der rechten Seite, durch die er seine rechte Hand ausstreckte, um einen Gläubigen zu segnen. Eines Tages kam ein muslimischer Prinz ins Kloster und wie üblich verhöhnte er den christlichen Glauben. Er konnte es nicht für möglich halten, dass eine Leiche nach so vielen Jahrhunderten nicht verpulvert wurde? Weil er an Christus und seiner Macht zweifelte, lehnte der Heilige Bischoy es ab, ihm die Hand auszustrecken, was der muslimische Prinz aber erzürnte. Der damalige Abt und Bischof des Klosters bat den Heiligen Bischoy seitdem, nicht mehr die Hand auszustrecken, damit die Moslems die Klöster nicht ausradieren. Damit das für Europäer einfacher wird, erzähle ich:

+ Am roten Meer haben wir zwei historische Klöster: Kloster des Heiligen Antonius, des Gründers des Mönchtums und des Vaters aller Mönche der Welt – Kloster des Heiligen Paul, des ersten Anachoreten. Im Kloster des Heiligen Antonius lebten überragende Heiligen. Einer davon war der Heilige Yousab (Alabaah – mit der rauen Stimme). Jeder kann die Webseite des Klosters besuchen und das Bild abrufen, wo Bischof Justus, Abt des Klosters, den Leichnam des Heiligen Yousab trägt, welcher am 24. Januar 1826 im Herrn entschlief.

+ Als Alexandriner habe ich die Ehre und das Glück, den Segen Paters Andrawes Abba Samuel zu erhalten, als er im Krankenhaus des koptischen Arztes Kamal Abdallah behandelt wurde, was fünf Jahre dauerte. Pater Andrawes war ein blinder Mönch und hochbetagt (105 Jahre). Er entschlief im Februar 1989. Im Jahr 2007 (18 Jahre später) wurde ein Bild im Kloster des Heiligen Samuel (Maghagha – Bundesland Minya) gezeigt, auf dem den Leichnam Paters Andrawes zu sehen war: unversehrt … sogar mit Haaren, Fingernägeln und Bart!

Wenige Zeilen über den Heiligen Bischoy

Dieser Heilige lebte in Schansa in Ägypten und hatte sechs Brüder. Bei einer Erscheinung sagte der Engel des Herrn zu seiner Mutter: „Der Herr lässt dir sagen, du möchtest ihm einen deiner sieben Söhne schenken, dass er ihm diene“. Sie antwortete ihm: „Nimm, o Herr, von ihnen den, welchen du willst“. Nun ergriff der Engel die Hand des Heiligen Bischoy. Dieser war schwach und hatte einen gebrechlichen Körper. Bischoy ging nachher zum Berg Schi-hat und wurde Mönch bei dem Heiligen Pemue, welcher den Heiligen Johannes, den Kleinen, als Mönch angenommen hat. Mit sehr vielen Übungen begann er und brachte es in Anbetungen dahin, dass er immer  fastete, ohne etwas zu essen.

Der Heilige Bischoy wurde gewürdigt, weil unser Herr, Jesus Christus, ihm mehrere Male erschien. Er wusch dem Heiland der Welt die Füße mit Wasser in einem Gefäß. Einen Teil von diesem Wasser trank er und ließ seinem Schüler den Rest zurück, welcher abwesend war.

Als der Schüler kam, nachdem der Herr aufgestiegen war, sprach der Heilige Bischoy zu ihm: „Geh und trink das Wasser, das in der Schüssel ist“. Der Schüler achtete nicht auf die Worte seines Meisters. Aber nachdem sein Meister die Worte wiederholte, ging er zur Schüssel, fand aber nichts darin! Dann erklärte er ihm den Hergang, und dass das Wasser von den Engeln fortgeholt worden sei, weil er es nicht beachtet hat. Ein anderes Mal redete der Herr mit dem Heiligen Bischoy und sagte zu ihm: „Siehe, ich will diesen Berg zu einem Taubenschlag, voll von deinen Jüngern, den Mönchen, machen. Ich werde für sie sorgen und nicht zulassen, dass es ihnen an etwas mangelt“.

Ein frommer Greis lebte am Fuß des Berges Antenoy. Bei ihm versammelte sich eine große Menge, weil die Leute ihn schätzten. Aber er verfiel in einen großen Irrtum, indem er behauptete, dass es keinen Heiligen Geist gäbe! Dabei stimmten ihm viele zu. Als der Heilige Bischoy davon erfuhr, machte er an jeden von seinen Brotkörben drei  Traggriffe und ging damit zu jenem Berg. Als die Menge sich bei dem älteren Mann versammelte, begrüßte er den Heiligen Bischoy und fragte ihn nach seinen merkwürdigen Körben! Heiliger Bischoy antwortete ihm: „Ich glaube an die Dreifaltigkeit und mache alles, was mir gehört, in ähnlicher Weise.

Daraufhin sprach das Volk zum Heiligen Bischoy: „Als ob es doch einen Heiligen Geist gäbe“! Da begann unser Heiliger, ihnen die alten und die neuen Schriften auszulegen, und ihnen zu beweisen, dass es wirklich einen Heiligen Geist gibt. Danach kehrten alle zum wahren Glauben zurück. Ebenso gab dieser  Mönch seine Häresie. Als die Berbaren nach der Wüste Schi-hat kamen, ging der Heilige Bischoy hinaus und wohnte auf dem Berg von Antinoy. Dort ging er zur seligen Ruhe ein. Nachdem die Zeit der Bedrängnis vorüber war, brachte man seine Gebeine mit den vom Heiligen Paulos von Tamouh ins Kloster des Heiligen Bischoy in die heilige Wüste. Die Gebete dieses großen Heiligen seinen mit uns.

 

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